Verpackungsmaterial ist notwendig, aber nicht immer umweltfreundlich. Sie bieten Schutz, enthalten aber auch Schadstoffe: Tüten, Schachteln, Folien und Co. sind eine ökologische Herausforderung. Keine Frage, mit dem globalen Austausch von Waren hat sich die Menschheit ein ernstes Problem geschaffen.
Kunststoff ist bequem und billig. Doch welchen Preis zahlen wir für den Plastikverbrauch? Plastik zerstört ganze Biotope, vernichtet das Leben von Tieren und Pflanzen und bedroht unsere Gesundheit. Und: es hält ewig.
Dieser Artikel beleuchtet die Problematik von Joghurtverpackungen aus Kunststoff und zeigt innovative Alternativen auf, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich tragfähig sind.
Insights – K3®-Joghurtbecher
Die Problematik von Kunststoffverpackungen
Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) sind 63 Prozent des Frischgemüses bzw. Obstes im Supermarkt vorverpackt, mit steigender Tendenz. 6300 Millionen Tonnen Plastikmüll soll die Menschheit laut Science Advances bereits produziert haben. Fast 80 Prozent davon lagern auf Deponien oder sind in die Umwelt gelangt. Nicht einmal ein Zehntel dieser Materialien wurden bisher recycelt.
Jede siebte Essensverpackung weist giftige Rückstände auf, oft gerade, weil sie aus Recyclingmaterial wie Zeitungspapier besteht, das mit Farbe aus Mineralöl bedruckt ist. Chemische Verbindungen, die nicht ins Essen gehören, stammen zu einem Grossteil aus Verpackungen. Eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit bestehe zwar nicht, so das Labor. Jedoch könnten chronische Beschwerden entstehen, und in der Forschung werden diese Stoffe mit der Abnahme männlicher Fruchtbarkeit und der Zunahme von Brustkrebsfällen bei Frauen in Zusammenhang gebracht.
Das zweite grosse Problem von Kunststoffen: Sie gelangen über den Abfall in die Umwelt. Eine Plastikflasche braucht schätzungsweise bis zu 450 Jahre, bis sie sich zersetzt hat. Wobei ein vollständiger Abbau unwahrscheinlich ist, die Produkte werden durch Wärme, Wasser und UV-Strahlung nur immer kleiner, zu sogenanntem Mikroplastik.
Die Verpackung selbst macht nur maximal zehn Prozent der Umweltbelastung aus. Aus diesem Grund sind Biokunststoffe meist nicht besser oder teilweise sogar schlechter als herkömmliche aus Erdöl. Sie können aufgrund des langen Abbauvorgangs auch an einer Biotüte verenden.
Betrachtet man den Lebenszyklus von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, den Transport bis zur Entsorgung von Kunststoffen, ist die Verbrennung gemessen am Verbrauch von Energie und Rohstoffen sowie am Ausstoss schädlicher Stoffe in Luft, Wasser und Boden bei allen anderen Plastikarten leider immer noch die ökologisch bessere Variante, wenn sich nicht grundlegend etwas ändert.
Täglich werden Millionen aus Plastik hergestellte Einweg-PET-Flaschen verbraucht und leider oftmals nicht regelgerecht entsorgt. Dies hat zur Folge, dass tonnenweise Plastik schliesslich in den Weltmeeren landet und diese massiv bedroht.
Innovative Alternativen zu Kunststoff
Es gibt bereits einige vielversprechende Ansätze und Produkte, die eine nachhaltigere Verpackung ermöglichen:
- Injection Compression Molding (ICM):
Die Molkerei Emmi füllt diverse Produkte wie Joghurt oder Skyr in 200 g Becher ab, die im konventionellen Spritzgussverfahren hergestellt werden. Die Zykluszeit gegenüber dem Standard-Spritzguss wird um ca. Der Kunststoffverbrauch geht um ca. Da er zu 100 % aus PP besteht, ist er vollständig recycelbar.
- rPET-Schalen:
Die Baumann Vertriebs GmbH & Co. liefert frische Beeren in Verpackungsschalen aus ressourcenschonendem rPET aus. Statt mit einem Snap-on-Deckel werden diese mit einer dünnen, peelbaren Siegelfolie verschlossen.
Annika Baumann: Seit dieser Saison verpacken wir unsere Beeren nun in Kunststoff-Trays aus ressourcenschonenderem rPET. Die Schalen werden vollautomatisiert mit einer Folie verschlossen.
- Essensbehälter aus Holzfasern und Polypropylen:
Der auslaufsichere Essenbehälter von Lékué macht den Transport von kleineren Speisen, für die es nicht eine ganze Lunchbox braucht, zum Kinderspiel. Er wird aus einer Kombination aus Holzfasern und Polypropylen - einem Kunststoff, der zu 100 % recycelbar ist - hergestellt. Die Holzfasern stammen aus Abfällen, die bei der Herstellung von anderen Produkten anfallen.
- Verbundwerkstoffe aus Kaffeesatz:
Julian Lechner sammelt mit seinem Start-up-Unternehmen «Kaffeeform» den bei der Kaffeezubereitung anfallenden Kaffeesatz, um ihn zusammen mit weiteren Biopolymeren, Stärke, Cellulose, Holz, Naturharzen, Wachsen und Ölen zu einem neuen Verbundwerkstoff zusammenzusetzen. Aus dem Material lassen sich wieder neue Dinge herstellen oder sie können in einer industriellen Kompostieranlage zersetzt bzw.
- Algenbasierte Membranen:
«Ooho!» ist laut dem britischen Hersteller eine zu 100 Prozent pflanzliche Hülle, die sich innerhalb von vier bis sechs Wochen selbst abbaut und zudem essbar ist. Sie verbraucht fünfmal weniger CO2 und neunmal weniger Energie als PET-Flaschen. Das Wasser befindet sich in kleinen Säckchen, die man aussaugt.
- TreeBottle:
Wir bieten dir die perfekte Alternative: unsere TreeBottle, die aus soliden Materialien hergestellt wird und daher immer wieder verwendet werden kann - zudem hält sie den Inhalt bis zu 24h kühl bzw. 12h warm!
Zusätzlich kann er auch zu Nylon (Polyamid) weiterverarbeitet werden. Mit der anfallenden Menge an Chicorée liessen sich so rund drei Milliarden Nylonstrumpfhosen herstellen.
In der Folge entstanden Kunststoffe wie Polylactide (PA), Polyhydroxyalkanoate (PHA) oder Mater-Bi, die unter bestimmten Bedingungen auch biologisch abbaubar sein sollte.
Die Rolle von Recycling und Kreislaufwirtschaft
Recycling und Vermeidung von Verpackungsmüll sind zwei entscheidende Punkte für die zukünftige Entwicklung. Können Papier und Glas bis zu 80 Prozent wiederverwertet werden, liegt die Quote bei Kunststoffen sehr viel tiefer. Zu gross sind die Anforderungen an die Industrieanlagen für die unterschiedlichen Plastik-Arten.
Theoretisch müsste für jeden Kunststoff eine separate Sammlung vollzogen werden. Die gesetzliche Recyclingquote liegt in Deutschland deshalb auch nur bei 36 Prozent, wobei laut der Zeitschrift Ökotest bis zu 65 Prozent machbar wären. In der Schweiz wurden laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) 70 Prozent als Ziel gesetzt, allerdings beruht die Vereinbarung auf Freiwilligkeit. Hier werden bisher nur 8 Prozent des Abfalls stofflich verwertet, der Rest gelangt in Verbrennungsanlagen.
Die EU plant, in den nächsten Jahren Wegwerfartikel aus Plastik grösstenteils zu verbieten. In zwölf Jahren sollen alle Kunststoffverpackungen zudem recycelbar sein.
AB: Wir prüfen an allen Ecken und Enden, wo sich Optimierungen vornehmen lassen. Das fängt bei dem Folieneinsatz auf den Feldern an. Hier wird allerdings schnell übersehen, dass eine Beeren-Kultur bei uns acht bis zehn Jahre steht. So lange sind auch die Tunnel auf den Feldern im Einsatz.
SD: Oftmals wird nachhaltiges Verpackungsmaterial auf allen Ebenen angesprochen, doch ob es sich auf den Kunststoffverbrauch, den Lebensmittelabfall oder die Entsorgungs- bzw. Weiterverwendungsmöglichkeit bezieht bleibt manchmal ungeklärt.Auf jeden Fall muss auch dem Verbraucher deutlich kommuniziert werden, dass jede künftige noch so wichtige Massnahme auch ihren Preis hat.
AB: In Zukunft wollen wir uns mit noch mehr Nachhaltigkeit differenzieren.
Verbraucherverhalten und Alternativen im Alltag
In der Tat kann man Plastik weitestgehend aus dem Alltag verbannen - man muss nur genau hinschauen. Auch Speisen und Getränke, die in der Plastikpackung daherkommen, kann man ersetzen. Sogar Joghurt oder Milch findet man im Kühlregal vieler Supermärkte teils in Glasbehältern, die eine Mehrwegnutzung möglich machen.
Was man tun kann? Beim Einkauf und vor allem bei Lebensmitteln und Kosmetika so weit wie möglich auf Plastik verzichten. Verpackungsfreie Shops zum Einkaufen verwenden. Bei Anschaffungen genauer hinschauen.
Es ist überall. Wenn wir bewusst darauf achten, wie oft wir täglich Plastik zur Hand nehmen, wird schnell deutlich, dass Kunststoff - das ist die korrekte Bezeichnung - aus unserem Alltag nicht wegzudenken ist.
Auch Plastikgeschirr, von Eltern kleiner Kinder als Segen empfunden, kann ersetzt werden. Beispielsweise durch Teller und Becher aus Bambus - ebenso robust und oft ausgesprochen schön designt. Und da, wo besonders viel Plastik anfällt, nämlich bei Kosmetik- und Hygieneprodukten, gibt es inzwischen zahlreiche Alternativen. So kann man Duschgels und Shampoos durch Naturseifen ersetzen und Hautcremes im Glasbehälter kaufen.
Umweltschützer weisen darauf hin, dass wir unseren Plastikverbrauch noch sehr viel mehr reduzieren müssen, als dies jetzt der Fall ist.
Die Paprika aus Spanien, Heidelbeeren aus Polen oder der Rucola aus der Region werden wohl auch in Zukunft eine Verpackung benötigen, damit die Produkte frisch bleiben und es sich für die Hersteller wirtschaftlich rechnet. Warum nicht, wie es die EU vorhat, stärker das Verursacherprinzip anwenden?
| Verpackungsart | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| ICM (Polypropylen) | Vollständig recycelbar, Kosteneffizienz | Kunststoff |
| rPET-Schalen | Ressourcenschonend, recyceltes Material | Kunststoff |
| Holzfasern/Polypropylen | Teilweise recycelbar, Nutzung von Abfällen | Kunststoffanteil |
| Kaffeesatz-Verbund | Biologisch abbaubar, Nutzung von Reststoffen | Industrielle Kompostierung notwendig |
| Algenbasierte Membranen | Vollständig pflanzlich, essbar, geringer CO2-Verbrauch | Geringe Stabilität |

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