Die Rolle von Joghurt und Ernährung während der Chemotherapie

Haben Sie Fragen zur Ernährung bei Krebs? Oder über den Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Entstehung von Krebs? Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für Krebspatienten, da eine gesunde Ernährung die Therapie unterstützen und auch in der Zeit danach helfen kann. Viele Krebspatienten haben jedoch Schwierigkeiten, sich ausreichend und ausgewogen zu ernähren.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen für Krebspatienten

Eine abwechslungsreiche, gesunde und genussvolle Ernährung sollte für alle Krebspatienten das Ziel sein. Es gibt allgemeine Empfehlungen für eine gesunde Ernährung. Bei Krebs können sich diese aber unterscheiden. Deshalb ist es sinnvoll mit ihrem Behandlungsteam zu besprechen, worauf Sie bei Ihrer Ernährung achten sollten.

Fachgesellschaften empfehlen bei Krebs insgesamt eine Ernährung mit einem höheren Fett- und Proteinanteil. Fachgesellschaften raten ausdrücklich von `Krebsdiäten`ab. Diese führen zu einer einseitigen Ernährung und damit zu Nährstoffdefizite.

Hier sind einige grundlegende Regeln für eine gesunde Ernährung, die für Krebspatienten angepasst werden können:

  • Essen Sie täglich drei Portionen Gemüse (ca. 400 g) und zwei Portionen Obst (ca. 250 g).
  • Bevorzugen Sie Vollkornprodukte wie Brot, Nudeln und Reis.
  • Essen Sie täglich Milch bzw. Milchprodukte, besonders fermentierte Produkte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch (ca. 150 g pro Tag).
  • Fisch sollte ein- bis zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.
  • Begrenzen Sie den Konsum von Fleisch und Wurst auf maximal 300 g bis 600 g pro Woche.
  • Verwenden Sie pflanzliche Öle wie Rapsöl.
  • Meiden Sie zu viel Zucker und Salz.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser und ungesüsste Tees (ca. 1,5 Liter pro Tag).
  • Bereiten Sie Lebensmittel schonend zu.
  • Geniessen Sie Ihre Mahlzeiten bewusst.

Die Bedeutung von Joghurt während der Chemotherapie

Besonders ratsam sind fermentierte Produkte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch (ca. 150 g pro Tag). Probiotika können beim Aufbau der Darmflora helfen, jedoch nicht gegen Durchfall.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder rezeptfreien Medikamenten wie beispielsweise homöopathische oder pflanzliche Präparate, sollten vorgängig mit Ihrem Onkologen besprochen werden, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.

Frag die Onkologie: Ernährung und Krebs

Umgang mit Nebenwirkungen der Chemotherapie

Krebsbehandlungen können Nebenwirkungen verursachen, die den Appetit oder die Fähigkeit zu essen beeinträchtigen. Viele Nebenwirkungen können auch durch gezielte Ernährungsempfehlungen gelindert werden. Gerade während der Therapie ist eine ausgewogene und individuell angepasste Ernährung wichtig.

Hier sind einige Tipps, wie Sie mit häufigen Nebenwirkungen umgehen können:

  • Appetitlosigkeit: Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  • Übelkeit und Erbrechen: Vermeiden Sie einen leeren Magen und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich.
  • Kau- und Schluckbeschwerden: Bevorzugen Sie weiche, dickflüssige oder pürierte Kost.
  • Mundtrockenheit: Trinken Sie häufig kleine Mengen und lutschen Sie Eiswürfel.
  • Geschmacksstörungen: Spülen Sie Ihren Mund vor und während dem Essen mit Wasser aus und probieren Sie neue Rezepte.
  • Durchfall: Vermeiden Sie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und bestimmte Obst- und Gemüsesorten.
  • Blähungen: Reduzieren Sie nahrungsfaserreiche Produkte wie Hülsenfrüchte und Kohlsorten.

Spezielle Überlegungen bei bestimmten Krebsarten

Neben den generell gültigen Grundsätzen zur gesunden Ernährung bei einer Krebserkrankung gibt es auch einige Punkte, die für Patienten mit Blasenkrebs besonders relevant sind.

  • Gewichtsverlust: Beobachten Sie Ihr Körpergewicht und besprechen Sie Ihr individuelles Gewichtsziel mit Ihrem Arzt.
  • Übergewicht: Arbeiten Sie auf ein gesundes Körpergewicht hin, um die Muskulatur der Blase und den Beckenboden zu stärken.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, idealerweise Wasser, um die Blase auszuschwemmen.
  • Blasenschonende Ernährung: Vermeiden Sie Lebensmittel, die die Blase reizen, wie Alkohol, Kaffee und Zitrusfrüchte.

Als Patient können Sie also aktiv dazu beitragen, dass sich Ihr Gesundheitszustand bessert. Dabei ist jedoch wichtig, zu betonen: Es gibt keine Ernährungsform, die Krebs verhindern kann. Ebenso wenig kann eine bestimmte Diät Krebs heilen. Sogenannte «Krebsdiäten» haben keinen nachgewiesenen therapeutischen Nutzen. Im Gegenteil: Zu einseitige Diäten können zu Mangelerscheinungen führen, weil dem Körper gewisse Nährstoffe fehlen.

Individuelle Anpassungen und professionelle Beratung

Manchmal ist für Menschen mit Krebs eine gesunde Ernährung nach den genannten Regeln nicht so einfach umzusetzen - etwa aufgrund bestimmter Krebstherapien. Erstellen Sie am besten gemeinsam mit einem Ernährungsberater oder einem Diätassistenten an einem zertifizierten Tumorzentrum Ihren persönlichen Ernährungsplan.

Die individuellen Ernährungsziele für Patienten können von den allgemeinen Empfehlungen abweichen. Solche Faktoren können es also notwendig machen, die Ernährung bei Krebs individuell anzupassen - auch wenn der Patient keine besonderen Beschwerden aufgrund seiner Erkrankung oder der Krebstherapie hat.

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