Der Bellini ist ein erfrischender Cocktail, der aus Pfirsichpüree und Prosecco hergestellt wird. Er wird oft als luxuriöser und eleganter Cocktail angesehen und ist ein fester Bestandteil der italienischen Cocktail-Kultur. Passt eigentlich fast zu allen Anlässen perfekt und kommt immer gut an.

Die Geschichte des Bellini
Der Bellini hat seine Wurzeln in Venedig, Italien, wo er in den 1930er Jahren erstmals kreiert wurde. Die legendäre Bar Harry’s Bar in Venedig, gegründet von Giuseppe Cipriani, gilt als der Ursprungsort dieses Cocktails. Cipriani war nicht nur ein renommierter Barkeeper, sondern auch ein Innovator, der zahlreiche Getränke und Gerichte in die gehobene Barszene einführte. Der Bellini war eine seiner kreativsten Erfindungen.
Der Bellini wurde in den 1940er Jahren im Harry’s Bar in Venedig erfunden. Dort kombinierte der Barkeeper Giuseppe Cipriani erstmals frischen Pfirsichsaft mit Prosecco, einem italienischen Schaumwein. Der Bellini wurde schnell zu einem der bekanntesten italienischen Cocktails und ist heute in vielen Ländern auf der ganzen Welt beliebt.
Cipriani soll sich bei der Kreation des Cocktails von einem Gemälde Giovanni Bellinis inspirieren lassen haben, nach dem das Getränk benannt wurde. Cipriani wollte einen Cocktail kreieren, der die gleiche leichte und lebendige Qualität wie Bellinis Gemälde hatte. Eine Toga auf einem Bild von Bellini hat Cipriani an die Farbe seines neu kreierten Cocktails erinnert. Also gab er dem elegante Drink aus trockenem Prosecco und dem Fruchtmark weisser Pfirsiche den Namen des Künstlers.
Der Bellini wurde schnell zu einem Publikumsmagnet, nicht zuletzt, weil er eine harmonische Balance zwischen Süße und Spritzigkeit bietet. Prominente Gäste der Bar, wie Ernest Hemingway, Truman Capote und Elizabeth Taylor, trugen dazu bei, dass der Cocktail in die internationale Cocktailkultur eingehandelt wurde.
Fun Fact: Auch Carpaccio wurde von Giuseppe Cipriani erfunden. Die Contessa Amalia Nani Mocenigo, ebenfalls Stammkundin in Harry’s Bar, musste auf Anraten ihres Arztes auf gegartes Fleisch verzichten. So wurde das Carpaccio kreiert, ebenfalls nach einem Maler benannt.
Direkt aus Harry's Bar: Der Bellini
Die Zutaten und Zubereitung
Der Bellini ist ein klassischer Longdrink, der aus nur zwei Zutaten besteht: püriertem weißem Pfirsich und Prosecco. Diese Kombination ist einfach, aber effektiv und unterstreicht die natürliche Süße und Fruchtigkeit des Pfirsichs sowie die spritzige Leichtigkeit des italienischen Schaumweins.
Die Proportionen sind entscheidend für den Geschmack des Cocktails. Das typische Mischungsverhältnis beträgt 1/4 Pfirsichpüree zu 3/4 Prosecco. Für den Bellini werden vorzugsweise weiße Pfirsiche verwendet, da sie eine cremige Textur und eine mildere Süße haben als gelbe Pfirsiche. Die Früchte sollten frisch sein und gut reif, aber nicht überreif, um die optimale Konsistenz zu erzielen. Das Püreepreparat ist ein entscheidender Bestandteil des Cocktails und beeinflusst stark das Aroma und die Textur.
Um die typische „Krone“ zu erzielen, die der Bellini so charakteristisch ist, empfiehlt es sich, das Pfirsichpüree gefroren zu verwenden. Der Prosecco ist ein italienischer Schaumwein, der durch die Flaschengärung (Methode Charmat) hergestellt wird. Er ist leichter und spritziger als Champagner, was den Bellini besonders passend macht. Der Prosecco sollte trocken sein, um die Süße des Pfirsichpürees nicht weiter zu verstärken. Eine gute Qualität des Prosecco ist entscheidend für den Geschmack des Cocktails.
Alternativ kann der Bellini auch mit anderen Schaumweinen wie Sekt, Cava oder Crémant zubereitet werden. Diese Alternativen sind jedoch keine direkten Ersatzprodukte, da der Geschmack und die Konsistenz variieren können.
Zubereitungsschritte:
- Einen Weinbergpfirsich schälen, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden.
- Mit einem Stabmixer oder Standmixer zu einem cremigen Püreepreparat verarbeiten. Das Püreepreparat sollte gut gekühlt sein. Dazu kann man es vor der Zubereitung des Cocktails im Kühlschrank oder Gefrierschrank aufbewahren.
- In ein Sekt- oder Champagnerglas 4 cl des Pfirsichpürees geben.
- Anschließend 12 cl eisgekühlter Prosecco hinzufügen.
Der klassische Bellini wird ohne Garnierung serviert. In modernen Varianten wird jedoch oft ein Pfirsichscheibchen auf dem Glas platziert, um das Aroma und die Optik zu betonen.
Der Bellini wird am besten sofort serviert. Er ist ein leichtes Getränk, das ideal für den späten Nachmittag oder den Beginn eines Abends ist.
Tipps für den perfekten Bellini:
- Frische ist entscheidend: Es ist wichtig, frische Pfirsiche zu verwenden, um die optimale Süße und Fruchtigkeit zu erzielen.
- Kühlung: Sowohl das Pfirsichpüree als auch der Prosecco sollten gut gekühlt sein.
- Mischungsverhältnis: Es ist wichtig, das richtige Mischungsverhältnis einzuhalten.
- Garnierung: Obwohl der klassische Bellini ohne Garnierung serviert wird, kann ein Pfirsichscheibchen auf dem Glas die Optik und das Aroma des Cocktails betonen.
Variationen des Bellini
Obwohl der Bellini in seiner Originalform ein Klassiker ist, gibt es auch einige Variationen, die die Vielseitigkeit des Cocktails unterstreichen.
- White Peach Bellini: Hierbei wird weisser Pfirsich verwendet, der dem Cocktail eine zartere Farbe und eine subtilere Pfirsichnote verleiht.
- Berry Bellini: Statt Pfirsichpüree werden verschiedene Beeren wie Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren verwendet, um dem Cocktail eine fruchtige Vielfalt zu verleihen.
- Mango Bellini: Frisches Mangopüree sorgt für einen exotischen Twist und gibt dem Cocktail eine intensive Tropenfruchtnote.
- Bellini mit Fruchtlikör: Durch Hinzufügen von verschiedenen Fruchtlikören wie Himbeer-, Pfirsich- oder Maracujalikör erhält der Cocktail spannende Fruchtaromen.
- Bellini mit Zuckersirup: In einigen Rezepten wird Zuckersirup hinzugefügt, um die Süße zu regulieren.
- Bellini mit anderen Früchten: Obwohl der klassische Bellini nur aus Pfirsichpüree und Prosecco besteht, gibt es auch Varianten mit anderen Früchten wie Erdbeeren, Pfirsichen oder Aprikosen.
- Bellini mit anderen Alkoholen: Einige Rezepte verwenden andere Alkohole wie Rum oder Whisky.
Eine beliebte Variante ist die Bellini-Creme, die als Dessert serviert werden kann. Diese Creme besteht aus einer Kombination aus Pfirsichpüree, Gelatine, Zitronensaft, Eigelb, Puderzucker, Pfirsichlikör und Sekt. Die Creme in die Gläser füllen und im Kühlschrank abkühlen lassen. Diese Creme ist eine leckere Variante, die die Aromen des Bellini in einer anderen Form präsentiert.
Bellini einmal anders: Der Lucky Aprikosen Bellini

Wir peppen den spritzigen Cocktail mit Aprikosen aus der Region auf. Stellt den Prosecco kalt, jetzt wird’s fruchtig!
Venedig, wo der Bellini erfunden wurde, und das Wallis, wo die Schweizer Aprikosen herkommen, sind weniger als 400 Kilometer entfernt. Trotzdem sind die beiden Orte so unterschiedlich wie etwas nur sein kann. Auf der einen Seite eine einst bedeutende Handelsstadt am Mittelmeer, auf der anderen eine Bergregion im Süden der Schweiz. Gemeinsamkeiten gibt es trotzdem, zum Beispiel Sehenswürdigkeiten die man auf der ganzen Welt kennt. Während die Lagunenstadt mit dem Canale Grande auftrumpfen kann, hat das Wallis das weltberühmte Matterhorn. Was das Ganze mit einem Cocktail zu tun hat erfahrt ihr gleich.
Gut möglich, dass es auch im Wallis eine Harry’s Bar gibt. Die wäre aber wohl dort eine Berghütte und berühmt für Après-Ski und nicht für Cocktails. Neben den Bergen und den Skigebieten ist das Wallis wegen seinem milden Klima auch für seine Weingebiete und Aprikosen bekannt.
Die Aprikose gilt als die Prinzessin des Walliser Obstgartens. Im Rhonetal zwischen Siders und Martigny werden auf 670 Hektar Aprikosen angebaut, die dank dreihundert Sonnentagen im Jahr prächtig gedeihen. Wozu also weissen Pfirsich, wenn quasi vor der Haustüre orangerote feinsäuerlich-süsse Aprikosen an den Bäumen hängen?
Man muss das Rad nicht neu erfinden. Manchmal muss man auch keine Alchemistin sein um einen spritzigen Cocktail ins Glas zu zaubern. Für laue Sommerabende ist ein Aprikosen Bellini eine ausgezeichnete Wahl. Ab Juli, wenn die einheimischen Aprikosen in den Läden stehen, haben die samtigen Früchte ohnehin einen Stammplatz in unserer Küche. Sei es für Konfitüre, Wähe, den Aprikosen Bellini oder einfach so zum Essen.
Der Bellini als Aperitif
Der Bellini ist ein idealer Aperitif, der den Hunger vor dem Essen stillen und gleichzeitig die Stimmung für den Abend anheben kann. Er ist leicht und erfrischend und passt gut zu einer Vielzahl von Gerichten. Besonders bei sommerlichen Anlässen oder bei festlichen Abenden ist der Bellini eine hervorragende Wahl.
Serviertipps:
- Gläser: Der Bellini wird traditionell in einem Sekt- oder Champagnerglas serviert.
- Temperatur: Der Bellini sollte immer kalt serviert werden.
- Portionierung: Der Bellini wird in Portionen serviert, die ideal für einen Aperitif sind.
Zutaten für Bellini nach dem Originalrezept von Giuseppe Cipriani aus Harry’s Bar in Venedig
Zutaten für 4 Drinks
- 500 ml Prosecco
- 500 g weisse Pfirsiche (ergibt mehr Püree als benötigt)
Zubereitung
- Pfirsiche gut waschen, entkernen und mitsamt der Schale pürieren. Um das ideale Gleichgewicht zwischen Saft und Fruchtfleisch zu erreichen, verwenden Sie am besten einen Kartoffelstampfer oder eine Gabel, dabei fest auf die Früchte drücken. Keinen Mixer verwenden, da dieser Luft in den Saft mischt.
- 1 Teil Pfirsichpüree in ein Glas geben und mit 2 Teilen Prosecco aufgiessen (z. B. 60 g Pfirsichpüree und 180 ml Prosecco).
- Vorsichtig umrühren und sofort servieren. In Harry’s Bar wird er mit Prosecco zubereitet, ein guter Champagner hebt ihn aufs nächste Level. Und während er sommers mit reifen, saftigen Pfirsichen zubereitet wird, kann er im Herbst auch mit frischem Birnenpüree (das mit etwas Zimt und Rosmarin gewürzt wird) zubereitet werden.
Bellini in der Barkultur
In den letzten Jahren haben sich verschiedene Bars und Restaurants auf der ganzen Welt darum bemüht, den klassischen Bellini neu zu interpretieren, indem sie neue Aromen und Zutaten hinzufügen. Insgesamt ist der Bellini ein Cocktail, der für seine Eleganz, seinen Geschmack und seine Verbindung zur italienischen Kunst und Kultur bekannt ist.
Die Bar Bellini im Hotel «Du Cap Eden Roc»
Durch eine Verknüpfung glücklicher Umstände landete ich diesen Frühling im Hotel «Du Cap Eden Roc», diesem crèmefarbenen Palast mit Blick auf das glitzernde Mittelmeer an der Côte d’Azur. Das geschichtsträchtige Hotel um die Ecke von Cannes wurde im 19. Jahrhundert ursprünglich als Rückzugsort für Schriftsteller konzipiert und ist das ultimative Ziel für stilvolle Entspannung. Marc Chagall skizzierte am Pool, Picasso zeichnete 1955 die Speisekarte des Restaurants, Ernest Hemingway war Stammgast in der sonnenverwöhnten Bar. Und die hat man hier dem Bellini gewidmet.
Der helle weisse Raum der Bellini-Bar bietet die perfekte Erholung, während Barkeeper im Smoking den Apéritif mixen. Der Chef-Barkeeper Christophe Lencioni empfiehlt natürlich die Cocktail-Spezialität des Hauses: den Bellini. Lencioni rührt das frische Pfirsichpüree nochmals kurz auf, bevor er es mit Champagner im Glas aufgiesst, eine kleine Flasche zückt und einen feinen Dunst über das Glas sprüht. «Bar-Geheimnis», sagt er mit einem Augenzwinkern und lässt seine Lippen bezüglich weiterer Informationen versiegelt.
Im Mund perlt der Bellini fruchtig, blumig und köstlich. Der Gaumen lässt auf einen Pfirsichöl-Dunst schliessen. Es verwundert kaum, dass hier die Bellini-Bar eingerichtet wurde. Die untergehende Sonne scheint wie ein pfirsichfarbener Feuerball durch die Fenster. Und liefert die perfekte Kulisse für den Cocktail. Den gibt es hier auch als «La Vie en Rose», einen Bellini mit Himbeeren.
Zum 150-Jahre-Jubiläum des Hauses hat der Chef-Barkeeper dem Signature-Drink ein kleines Upgrade verpasst und ihn mit Likör und Cognac angereichert. Der Eden-Roc Splash ist fruchtig und sorgt genauso wie der Bellini von Venedig über die Côte d’Azur bis in Ihren eigenen Garten für allergrösstes Sommer-Vergnügen.
Hier verrät der Chef-Barkeeper Christophe Lencioni das Rezept für seinen Eden-Roc Splash:

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