Hefezopf ohne frische Hefe: Ein Rezept für Genießer

Viele Menschen befürchten, dass eine Ernährungsumstellung den Genuss von leckerem Hefezopf zum Sonntagsfrühstück unmöglich macht. Doch das stimmt nicht! Hier ist ein Zopfrezept, das sich leicht umsetzen lässt und bei dem man den Teig über Nacht gehen lassen kann. So hat man morgens weniger Arbeit und kann trotzdem einen frischen, duftenden Zopf genießen.

Die meisten Brotrezepte verwenden massiv mehr Hefe als nötig und kürzen die Gehzeit dann auf 1h. Dabei ist Brot mit längerer Gehzeit und weniger Hefe bekömmlicher und bleibt länger frisch. Zudem finde ich es total praktisch, wenn man den Teig über Nacht gehen lassen kann und morgens nur noch backen muss.

Für den Dinkelzopf verwende ich nur wenig Hefe und lasse den Hefeteig für 4 Stunden gehen. Sogenannte Urgetreide wie Dinkel, Emmer oder Einkorn werden bei Blähbauch- und Reizdarm Geplagten oft besser vertragen.

Ich lasse meinen Teig jeweils über Nacht gehen. Da meine Nächste nicht gerade vorbildlich lang sind, sind das meistens so 7-8 Stunden bei Raumtemperatur. Solltest du mehr Schlaf planen, empfehle ich dir, die Hefemenge noch etwas zu verringern. Das klingt für dich vielleicht verrückt, es sind ja sowieso schon nur 5 Gramm auf 750g Mehl. Aber das reicht wirklich vollkommen. Glaub mir, selbst die 5g auf 750g Mehl aus meinem Rezept sind für Profis noch viel zu viel. Aber für mich ist das Rezept so super im Alltag als Nicht-Bäckerin umsetzbar.

Du kannst den Zopf mit Zopfmehl (in der Schweiz als Gemisch aus Weissmehl, hellem Dinkelmehl und meist etwas Malz) herstellen, aber auch helles Dinkelmehl, Weissmehl oder ein Gemisch der beiden Mehle.

Soll der Zopf vegan sein, kommen Haferdrink und vegane Margarine statt Milch und Butter rein. Als Pflanzenmilch bevorzuge ich Hafermilch, weil sie in unserer Region ökologisch am wertvollsten ist. Du kannst jedoch auch andere Sorten verwenden. Vegane Butter gibt es in der Zwischenzeit von sehr vielen Marken. Damit meine ich wirklich feste, vegane Butter und keine sehr weichen Margarinen im Töpfchen.

Zutaten für den Hefezopf

  • 750 g Zopfmehl oder Weizenmehl/helles Dinkelmehl (oder ein Gemisch daraus)
  • 300 ml Pflanzenmilch (z.B. Hafermilch)
  • Vegane Butter
  • Salz
  • Zucker
  • 5 g frische Hefe

Zubereitung des Hefezopfs ohne Thermomix

  1. Pflanzenmilch in einer Pfanne etwas erwärmen (nur lauwarm), Rohzucker unter Rühren darin auflösen, dann Hefe zerbrösmeln und ebenfalls kurz darin auflösen.
  2. Mehl, Salz und Butterstücke in die Schüssel einer Knetmaschine geben (falls von Hand gearbeitet wird in eine normale Schüssel) und mit Milchgemisch übergiessen, während ca. 5-10 Minuten zu einem geschmeidigen, elastischen Teig kneten (von Hand allenfalls länger).
  3. Teig zu einer Kugel formen, in eine grosse, bemehlte Schüssel geben und mit einem feuchten Tuch bedecken. ca. 7-8h (z.B. über Nacht) auf das Doppelte gehen lassen.

Zubereitung des Hefezopfs mit Thermomix

  1. Pflanzenmilch in den Topf geben, 2 Minuten auf Rührstufe auf 37 Grad erhitzen.
  2. Rohrohrzucker hinzu und ohne heizen weitere 2 Minuten auf Rührstufe rühren, bis kein Kratzen des Zuckers mehr zu Hören ist.
  3. Zerbrösmelte Hefe hinzu und 4 Sekunden auf Stufe 5 Mixen, 1 Minute stehen lassen.
  4. Mehl, Salz und Butterstücke hinzugeben, ca. 7 Minuten auf Teigstufe kneten.
  5. Teig zu einer Kugel formen, in eine grosse, bemehlte Schüssel geben und mit einem feuchten Tuch bedecken. ca. 7-8h (z.B. über Nacht) bei Raumtemperatur auf das Doppelte gehen lassen.

Formen des Zopfs

(Falls 2 mittlere Zöpfe geflochten werden sollen, den Teig erst halbieren und dann den Anweisungen zum Formen folgen = anschliessend jede Teighälfte nochmals halbieren für je 2 Stränge)

  1. Den Teig aus der Schüssel nehmen und halbieren. Mit Möglichst wenig Mehl zu 2 langen, etwas Spitz zulaufenden Strängen formen.
  2. Die Stränge wie ein Kreuz in der Mitte übereinanderlegen.
  3. Nun die beiden Enden des unten liegenden Stranges hochheben, vorsichtig über dem oberen Strang kreuzen und wieder hinlegen.
  4. Nun dasselbe mit den anderen beiden Strang-Enden wiederholen.
  5. So fortfahren, bis die Enden erreicht sind. Diese etwas zusammendrücken und das Ende unter dem Zopf verstecken.

Backen des Zopfs

  1. Den Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und nochmals 30 Minuten gehen lassen.
  2. Den Ofen auf 200 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.
  3. Sojacuisine, (evt. Aquafaba,) Salz und Zucker mischen und den Zopf damit bestreichen.
  4. Zopf auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben.
  5. Insgesamt ca. 50-60 Minuten backen.

Zum Bestreichen des Zopfes muss es für mich Soja-Cuisine von Alnatura sein. Ich habe diesen Tipp am Anfang meiner veganen Reise von einer Freundin bekommen. Wir können uns zwar nicht erklären wieso, aber nur diese Sorte glänzt so golden und perfekt wie Ei. Man kann damit eigentlich jegliches Gebäck bestreichen, das sonst mit Ei bestrichen wird. ich füge jeweils noch eine Prise Salz und etwas Zucker hinzu. Der Zucker karamellisiert, falls der Zopf mal etwas zu braun wird. Solltest du keine Soja-Cuisine von Alnatura haben, kannst du auch eine andere Soja-Cuisine nehmen und diese 1:1 mit Aquafaba mischen. Aquafaba ist das Abschüttwasser von Kichererbsen aus der Dose oder dem Glas. Damit erhälst du ein ähnliches Resultat.

Ich flechte den Zopf wie in der Schweiz üblich mit 2 Strängen über’s Kreuz. Dafür murmeln viele offenbar Sprüchlein aus der Kochschule vor sich hin, um mit den 4 Enden nicht durcheinander zu kommen. Ich finde es ehrlich gesagt super einfach, einen Zopf so zu flechten. Denn man muss eigentlich nichts anders tun, als abwechslungsweise 2 Enden zu kreuzen. Es wird dann kurz etwas tricky, wenn der Zopf „kippt“ und erstmals Form annimmt, aber wenn man die Enden einigermassen ordentlich hinlegt, ist auch das kein Problem.

Dein Gericht ist nun fertig! Es gibt Tage, an denen möchte ich meinen Morgen mit einem süssen Duft aus der Küche beginnen. Ich liebe langsame Wochenenden, an denen ich mich vormittags in der Küche verausgaben und danach direkt geniessen kann.

Tatsächlich mag ein Hefezopf für manche Menschen überhaupt nicht nach einem entspannten, „langsamen Wochenende“ oder nach einem schnellen Gebäck klingen. Auch wenn Hefe ihre Zeit braucht, bedeutet ein Hefeteig für euch wenig Arbeit. Auch bei dem Begriff „Zopf“ denkt vielleicht manch einer an klebriges Teig-Verknote, das am Ende nach einem chaotischen, abstrakten Werk aussieht. Doch ein Hefezopf muss nicht kompliziert sein! Ich verspreche euch, jede:r von euch kriegt den schnellen Hefezopf hin!

Mini-Hefezöpfe /Einstrangzopf flechten/Hefeteig ohne kneten/ lecker & sehr fluffig/Khellis Backwelt

Ich bringe den Zopf danach immer kurz auf den Balkon zum Abkühlen und geniesse die süsse Luftigkeit dann lauwarm.

Ich verwende oft die doppelte Menge an Zutaten und backe gleich 2 Zöpfe.

Weitere Tipps und Tricks

  • Backen: Grittibänz oder Zopf vorbacken?
  • Backen: Frische Hefe in Trockenhefe umrechnen?
  • Know-how: Unterschied Zopfmehl und Weissmehl?
  • Backen: Hefeteig vorbereiten und über Nacht aufbewahren?

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