Im Herbst und Winter ist die Zeit für leckeren, gesunden Kohl. Gerade zur kalten Jahreszeit schmecken die Gerichte einfach herrlich und wärmen dich von innen. Viele Mineralstoffe und Vitamine, besonders Vitamin C machen Kohl zum perfekten Wintergemüse. Kohl ist in hiesigen Breiten das regionale Super-Food schlechthin.

Die Vielfalt von Wirsing und Grünkohl
Wirsing, auch bekannt als Krauskohl, hat sich in den letzten Jahren von einem traditionellen Wintergemüse zu einer vielseitigen Zutat in der modernen Küche entwickelt. Seine milden Aromen, die zarte Textur und die reichhaltige Nährstoffzusammensetzung machen ihn zu einer wertvollen Ergänzung für eine ausgewogene Ernährung.
Wirsing ist nicht gleich Wirsing. Es gibt verschiedene Sorten, die sich in Geschmack und Konsistenz unterscheiden. Der Frühwirsing und Sommerwirsing, die ab Juni erhältlich sind, zeichnen sich durch ihre zarten Blätter und den milden Geschmack aus. Der Herbst- und Dauerwirsing, der von August bis Februar geerntet wird, ist kräftiger im Geschmack und fester in der Konsistenz. Der sogenannte Adventswirsing ist bereits im April erhältlich und stellt eine frühe Ernte dar. Die Wahl der Sorte hängt von der gewünschten Zubereitungsart ab.
Dass der Kohl ein Wintergemüse ist, trifft aber nur auf einige Sorten zu, wie beispielsweise auf Grünkohl und Rosenkohl. Manche Kohlarten bekommst du schon im Frühjahr und Sommer. Weisskohl und Rotkohl sind das ganze Jahr hindurch verfügbar. Hier gibt es frühe Sorten, Herbstsorten und manche wachsen sogar ganzjährig.
Besonders in den Herbst- und Wintermonaten ist Kohl als Gemüse sehr beliebt, denn er liefert reichlich Vitamin C. Grünkohl punktet mit dem höchsten Gehalt an wertvollem Eiweiss und einem hohen Anteil an Senfölen. Alle Kohlsorten können sich mit gesunden Inhaltsstoffen rühmen: Mineral- und Ballaststoffe sowie Antioxidantien.
Bereits die Griechen und Römer bauten in der Antike verschiedene Kohlsorten an. Im Mittelalter dehnte sich der Kohlanbau immer weiter nach Norden aus. Heute gibt es in Dithmarschen in Schleswig-Holstein das grösste geschlossene Kohlanbaugebiet in Deutschland - die sogenannte deutsche „Kohlkammer“.
Botanisch betrachtet gehört Kohl zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist z. B. mit Rettich, Radieschen und Raps verwandt. Je nach Kohlart sind unterschiedliche Bestandteile der Pflanze essbar. Mal sind es die Blätter, mal die Stiele oder die Blütenstände.
Gesundheitliche Vorteile von Kohl
Im Kohl stecken viele wertvolle Inhaltsstoffe, allen voran Vitamin C. Es stärkt das Immunsystem und hält das Bindegewebe straff. Auch die Mineralstoffe im Kohl können sich sehen lassen. Kohl enthält ausserdem die für ihn typischen Glucosinolate, das sind sekundäre Pflanzenstoffe, denen nachgesagt wird, dass sie möglicherweise das Risiko für bestimmte Krebsarten senken. Von den Ballaststoffen im Kohl profitierst du ebenfalls, denn sie helfen die Verdauung zu regulieren und den Cholesterinspiegel zu senken.
Neben all den Vorteilen kann Kohl aber auch blähend wirken. Nimmst du die richtigen Gewürze, lassen sich Blähungen durch Kohlgemüse verringern oder sogar verhindern. Gut geeignet sind Kümmel, Kreuzkümmel, Koriander, Kardamom und Ingwer. Auch Asafoetida, ein ayurvedisches Gewürz, macht das Gemüse verträglicher.
Wirsing ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Er enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure und Kalium. Wirsing besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser und enthält nur wenige Kalorien. Er ist reich an Chlorophyll, das die Blutbildung fördert und antioxidative Eigenschaften besitzt.
Grünkohl ist ein besonders beliebtes Wintergemüse, denn er enthält viele wertvolle Nährstoffe wie Kalium, Kalzium und Folsäure. Dazu reichlich Eiweiss, das satt macht. Ausserdem ist er kalorien- und fettarm.

Die Zubereitung von Wirsing und Grünkohl
Die Zubereitung von Wirsing ist relativ einfach, es gibt jedoch einige Tipps, die das Ergebnis verbessern können. Um die zarten Blätter zu erhalten, sollte Wirsing nicht zu lange gekocht werden. Dünsten ist eine schonende Methode, bei der der Wirsing in wenig Flüssigkeit bei niedriger Temperatur gegart wird. Blanchieren ist ein schneller Garprozess, bei dem der Wirsing kurz in kochendem Wasser erhitzt und anschließend in Eiswasser abgeschreckt wird. Vor dem Schneiden des Wirsings sollten die äußeren Blätter entfernt und der Strunk herausgeschnitten werden.
War es früher üblich, Kohl sehr lange zu kochen, ist das heute überholt. werden die wertvollen Inhaltsstoffe dabei teilweise zerstört.
Lagerung
Wirsing sollte kühl und trocken gelagert werden. Ein kühler Keller oder der Kühlschrank sind ideal. In der Gemüsefacht des Kühlschranks hält sich Wirsing mehrere Tage.
Grünkohl hat von November bis Februar Saison und schmeckt frisch am besten. Kühl gelagert hält sich das Wintergemüse höchstens drei Tage, du kannst den Kohl aber auch einfrieren.
Klassische und moderne Rezepte mit Wirsing und Grünkohl
GRÜNKOHL der etwas anderen Art!
Die kulinarische Bandbreite des Wirsings ist beeindruckend. Klassische Gerichte wie Wirsingrouladen, Wirsingeintopf und Kartoffel-Wirsing-Suppe sind nach wie vor beliebt. Wirsingrouladen, gefüllt mit Reis und Gewürzen, sind ein herzhaftes Gericht, das besonders in der kalten Jahreszeit wärmt. Eine moderne Variante verzichtet auf Fleisch und verwendet stattdessen eine Füllung aus Gemüse und Tofu.
Neben den traditionellen Rezepten gibt es zahlreiche innovative Kreationen mit Wirsing. Eine vegetarische Wirsing-Tarte mit Käse und Eiern ist eine leckere Alternative zum klassischen Quiche. Wirsing kann auch in Smoothies und Säften verwendet werden, um die tägliche Gemüseaufnahme zu erhöhen. Eine interessante Kombination ist der "Grünkohl-Latte", bei dem Wirsing mit pflanzlicher Milch, Zimt und Honig vermischt wird.
Rezept: Minestrone mit Wirsing
Es gibt Dutzende Rezepte für Minestrone. Sie kann zu jeder Jahreszeit zubereitet werden, mit jeder Art von saisonalem Gemüse. Die einzige Regel - wenn man überhaupt von einer sprechen kann - ist die, dass Sie eine kleine Portion Stärke verwenden müssen. Das können Nudeln, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte sein, oder eine Kombination davon" - Rebecca Seal & John Vincent
- 1 EL Olivenöl in einem grossen Topf mit Deckel erhitzen.
- 1 Stange Lauch, in feinen Ringen, 1 Zwiebel, 1 kleine Kartoffel, 1/2 Sellerie, 1 Karotte, alles klein gewürfelt, beigeben und salzen, auf mittlerer Hitze 10 Min. andünsten. Das Gemüse soll nicht unbedingt Farbe annehmen, daher die Hitze reduzieren, sobald es anfängt braun zu werden.
- 1 Koblauchzehe, zerdrückt und 2 - 3 EL Tomatenmark zufügen und weitere 5 Min. unter Rühren anbraten.
- 200 Gr gehackte Pelati (aus dem Glas) zugiessen und ca. 1 Min. garen.
- 750 Ml Gemüsebouillon + 2 Blätter Lorbeer dazugeben, zum Köcheln bringen und bei geschlossenem Deckel ca. 20 Min. simmern lassen.
- 1 Glas Kidney-Bohnen (oder auch weisse Cannellini-Bohnen), abgetropft, 1 - 2 Hand voll kleiner Pasta + halber Wirsing in feine Streifen geschnitten beigeben und 1 Minute weniger lang garen, als auf der Pastapackung angegeben ist (geradeso al dente).
- Abschmecken und bei Bedarf nachwürzen.
Rezept: Gemüse Torte
Eine gedeckte Gemüsetorte eignet sich bestens, um diverse Blattgemüse wie Tatsoi, Mangold, Pak Choi, Zuckerhut, Grünkohl, Wirsing oder Spinat, aber auch Salat wie Endivien oder Cicorino zu verwerten.
Zutaten Teig
- 400 g Weissenmehl
- 10 g Salz
- 50 g Olivenöl extra vergine
- ca. 150 g Wasser
Zubereitung Teig
Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, das Olivenöl und so viel Wasser dazugeben, wie das Mehl aufnehmen kann, damit man einen weichen Teig daraus kneten kann. Teig zu einer glatten Kugel formen, in Folie wickeln und 30 Minuten kühlen.
Füllung
- 600 g Blattgemüse nach Belieben, wie Tatsoi, Mangold, Zuckerhut o.ä.
- 2 Zwiebeln, geschält und gehackt
- 250 g Ricotta
- 2 Eier
- 50 g geriebener Käse (Parmesan oder Bergkäse)
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Backblech mit Olivenöl bepinseln.
- Zwiebel und kleingeschnittenes Gemüse in Olivenöl dämpfen, salzen, pfeffern, auskühlen lassen.
- Gekochtes Gemüse abtropfen, in einer Schüssel mit Ricotta, Parmesan und Eiern mischen.
- Teig halbieren, auf Mehl ausrollen, 1 Hälfte überlappend auf Backblech legen. Gemüsefüllung darauf verteilen.
- 2. Teighälfte auflegen und Rand verschliessen, mit Teigresten dekorieren. Oberfläche mehrmals einstechen, mit Ei bestreichen, goldgelb backen (20-30 Minuten).
- Vor dem Anschneiden etwas auskühlen lassen. Schmeckt auch ausgekühlt oder am Tag danach grossartig.
Varianten
Nach Belieben mit kleingewürfeltem, gedämpftem Wurzelgemüse oder Kartoffeln anreichern oder mit gebratenem Speck, Schinken oder würziger Salsiccia.
Weitere Kohlsorten und ihre Verwendung
Weisskohl eignet sich mit seinen festen grün-weissen Blättern hervorragend für Kohlrouladen, deftige Eintöpfe und Salate. Im Sommer ist er als Coleslaw zum Grillieren gefragt, im Winter kommt er als Sauerkraut auf den Tisch. Eine besondere Form des Weisskohls ist der Spitzkohl, dessen Blätter feiner und zarter sind.
Rotkohl zählt ebenso zu den Kohlkopfsorten und kann mit vielen Namen aufwarten. Je nach Region heisst er Blaukraut, Rotkohl oder Blaukohl, in der Schweiz nennt man ihn Blaukabis oder Rotkabis. Er ist ein Klassiker zum Weihnachtsessen und wird meist noch mit Äpfeln, Pflaumen oder Orangen verfeinert. Als Gewürze für die festliche Beilage eignen sich Zimt oder Kardamom. Vor dem Zubereiten entfernst du die äusseren Blätter und den harten Strunk. Dann kannst du den Kopf in Streifen schneiden oder raspeln. Die im Herbst geernteten Sorten lassen sich übrigens bestens lagern, so kannst du wann immer du möchtest etwas Leckeres mit Rotkraut kochen oder grillieren.
Bei Blumenkohl isst du nicht die Blätter, sondern die Blütenstände. Blumenkohl lässt sich vielseitig zubereiten und schmeckt als Auflauf, im Eintopf, gegrillt und gedünstet. Du kannst sogar fluffiges Püree daraus zubereiten, denn Blumenkohlpüree ist die perfekte Low-Carb-Alternative für den Klassiker aus Kartoffeln. Blumenkohl erhältst du das ganze Jahr über, wobei du nicht nur weissen Kohl, sondern auch bunten Blumenkohl bekommst. Hier zeigen sich die kleinen Röschen in Lila, Orange oder Grün. Achte beim Einkauf darauf, dass die Blätter schön grün aussehen, der Strunk saftig und die Blume keine Flecken aufweist. Wie für die meisten Kohlsorten gilt auch hier: Frisch schmeckt der Blumenkohl am besten.
Brokkoli hat kaum Kalorien, dafür viele gesunde Inhaltsstoffe. Eng verwandt ist er mit dem Blumenkohl, und auch beim Brokkoli werden die Blütenstände der Pflanze gegessen. Da Brokkoli ein kalziumreiches Gemüse ist, sollte er deinen Speisezettel öfter bereichern. Brokkoli lässt sich nicht lange lagern. Er bekommt schnell braune Flecken und Druckstellen. Im Kühlschrank hält er sich bis zu zwei Tage, du kannst ihn aber auch einfrieren. Dafür musst du ihn vorher blanchieren. Frischen Brokkoli erkennst du übrigens an einem satten dunklen Grün und geschlossenen Blüten. Ist er gelbgrün, beginnt er zu welken.
Kohl ist eine leckere und gesunde Gemüsesorte, mit der man viele tolle und super leckere Gerichte zubereiten kann.