Das Grillen mit Scheitholz bietet ein authentisches und intensives Geschmackserlebnis. In diesem Artikel werden die verschiedenen Aspekte des Grillens mit Scheitholz detailliert erläutert, von der Verwendung einer Feuerplatte bis hin zum traditionellen Smoken.
Die Feuerplatte: Eine vielseitige Grilloption
Die Feuerplatte ist eine riesige Edelstahl-Plancha, die durch ein Holzfeuer beheizt wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Planchas zeichnet sie sich durch eine dickere Materialstärke und die Beheizung mit der extrem hohen Hitze eines Holzfeuers aus.

Dadurch werden "Hot-Spots" verhindert und eine perfekte Hitzeverteilung mit unterschiedlichen Temperaturzonen geschaffen. Dies macht sie zu einem multifunktionalen Grillgerät der Profiklasse.
Auf einer Feuerplatte können gleichzeitig Steaks, Würstchen, Hähnchenfilets und Meeresfrüchte angebraten sowie Beilagen wie Kartoffeln, Pilze, Zwiebeln, Tomaten und Paprika zubereitet werden.
Vorteile einer Edelstahl-Grillplatte
- Rostfrei
- Einfache Reinigung
- Kein regelmäßiges Einbrennen notwendig
- Langlebigkeit
Das Aufheizen der Edelstahl-Grillplatte dauert etwas länger als bei einer Stahlplatte. Da es beim Feuerplatten-Grillieren jedoch um das Zelebrieren von Feuer, Glut und leckerem Essen geht, überwiegen die Vorteile einer extrem langlebigen und hochwertigen Edelstahlplatte.
Zonen der Feuerplatte
- Zentrum: Höchste Temperaturen (über 300°C), ideal zum Anbraten von Steaks.
- Äußerer Rand: Niedrigere Temperaturen, geeignet zum langsamen Nachgaren.
Für besonders hohe Grilltemperaturen kann ein Edelstahlrost im Zentrum der Grillplatte platziert werden, um direkt mit extrem hohen Temperaturen zu grillen.
Anfeuern und Belüftung
Zum Anfeuern werden Holzscheite durch die Öffnung in der Mitte auf den Feuerrost in der Schale gelegt und mit geeignetem Anzündmaterial entzündet. Auch eine Kombination aus Briketts und Scheitholz ist möglich. Ein stufenlos verstellbarer Lüftungsschieber aus Edelstahl sorgt für die optimale Belüftung. Beim Anfeuern sollte er zunächst komplett geöffnet und später so reguliert werden, dass ein gleichmäßiges Flammenbild entsteht.
Die Flammen heizen die massive Edelstahlplancha vom Zentrum aus auf. Wer möchte, kann die glühenden Kohlen unter die Grillplatte schieben und gleichmäßig in der Feuerschale verteilen, um Flammenbildung in der Öffnung zu vermeiden und den Grillrost optimal zu nutzen.
Die Platte wölbt sich durch die Hitze leicht nach innen, um zu verhindern, dass überschüssige Flüssigkeiten am Rand heruntertropfen.
Reinigung der Feuerplatte
Die Reinigung erfolgt am besten, solange die Feuerplatte noch heiß ist. Geben Sie etwas Wasser direkt auf die Grillplatte über die Verkrustungen. Das Wasser verdampft sofort und löst hartnäckige Verschmutzungen. Mit einem Spatel die Reste lösen und in ein Gefäß schieben. Nach dem Erkalten kann die Platte abgenommen werden. Die Asche fällt durch die Lüftungsöffnungen in die Ascheschublade. Restliche Briketts, Holz, Kohle und Asche einfach auskehren.
Vielseitigkeit der Feuerplatte
Die Feuerplatte bietet ideale Voraussetzungen für gesellige Grillabende. Das gemeinsame Beisammenstehen rund um die Feuerplatte bietet den Vorteil eines wärmenden Feuers, und jeder kann sich am Grillspaß beteiligen. Die Feuerplatte kann auch als Feuerstelle für ein Lagerfeuer verwendet werden.
Die Öffnung der Feuerplatte eignet sich ideal, um weiteres Grillzubehör zu beheizen. Direkt in der Öffnung kann z.B. ein Dutch Oven eingesetzt werden, um Suppen oder Eintöpfe zu kochen, während auf der Feuerplatte bereits Köstlichkeiten angebraten werden.
Der Smoker: Langsames Garen für intensiven Geschmack
Smoker: Schritt für Schritt Anleitung - Anfeuern mit Holz & Kohle
Ein Smoker unterscheidet sich vom herkömmlichen Grill durch seine schonende Garung, die Trennung von Garkammer und Feuerbox sowie seinen großen Funktionsumfang. Im Smoker können Fische geräuchert und Pizza gebacken werden.

Wie funktioniert ein Smoker?
Beim Smoken wird das Fleisch über Stunden in der Hitze des heißen Rauchs bei schonenden Temperaturen gegart. Das Fleisch bleibt saftig, und der Rauch verleiht ihm einen würzigen Räuchergeschmack.
Das verwendete Holz beeinflusst den Geschmack des Grillguts:
- Buche: Mildes, ausgewogenes Aroma für Fisch, Geflügel, Rind und Schwein.
- Erle: Dezentes Raucharoma mit Süße, passend zu hellem Fleisch, Meeresfrüchten und Gemüse.
- Hickory: Typisches Barbecue-Aroma für Spareribs und Pulled Pork.
- Kirsche: Süßliches, mildes Fruchtaroma, ideal für Fisch, Rind, Schwein und Geflügel.
- Apfel: Aromatisch süßer Rauch, passend zu Geflügel und Schweinefleisch.
- Zitrusholz: Leicht scharfes Aroma für Geflügel, Schwein, Fisch und Gemüse.
Gut getrocknetes Holz aus dem eigenen Garten kann ebenfalls verwendet werden, jedoch sollte auf Nadelholz verzichtet werden.
Inbetriebnahme des Smokers
Vor der ersten Verwendung muss der Smoker eingebrannt werden, um die hitzebeständige Farbe einzubrennen und eine Patina aus Rauch und Ruß im Innenraum zu erzeugen.
- Holzkohle oder Scheitholz für ca. zwei Stunden bei 120-140 °C durchglühen lassen.
- Den Smoker vollständig abkühlen lassen.
- Den Smoker innen und außen mit hitzebeständigem Öl bestreichen (nicht die Innenseite der Feuerbox).
- Den Smoker noch einmal für eine Stunde anfeuern.
Das Einbrennen schützt die Beschichtung und verbindet den Stahl mit dem Lack.
Schritte für ein perfektes Grillerlebnis
- Das Grillgut einige Stunden vor dem Smoken würzen bzw. marinieren und im Kühlschrank aufbewahren.
- Grillanzünder in die Feuerbox legen (keinen flüssigen Anzünder verwenden).
- Dünne, getrocknete Holzscheide locker über die Anzünder platzieren.
- Die Anzünder entzünden und Deckel sowie Regulierklappe der Feuerbox offen lassen.
- Sobald sich das Feuer gelegt hat, dickere Holzscheite in die Feuerbox legen.
- Die Temperatur muss für ca. 20 Min. konstant sein, bevor das Grillgut in die Garkammer gelegt wird.
- Das Grillgut in die Garkammer legen, Deckel schließen, Kamindeckel ca. bis zur Hälfte schließen, Regulierer offen lassen und nach Rezept garen.
- Die Temperatur während des Garprozesses möglichst konstant halten.
- Den Smoker vollständig abkühlen lassen und die Asche entfernen.
Kochvarianten im Smoker
Je mehr die Lüftungsklappen an der Feuerbox und am Kamin geschlossen sind, desto tiefer wird die "Kochtemperatur" und stärker der Holz- und Rauchgeschmack.
Kochvarianten und ihre Temperaturen
| Kochvariante | Temperatur |
|---|---|
| Grillieren | 160° - 260°C |
| Indirekt Grillieren | 160° - 260°C |
| Barbecue | 90° - 160°C |
| Räuchern | 60° - 90°C |
| Direkt Grillieren | 160° - 260°C |
Direktes Grillieren (160° - 260°C)
Holz oder Holzkohle in der Feuerbox und ggf. in der Ofenkammer anzünden. Auf die Glut warten (kein Feuer mehr brennen). Das Grillgut muss überwacht und gewendet werden.
- Vorteile: Grillatmosphäre und kurze Kochzeit
- Nachteile: Warten auf Glut, benötigt Überwachung, Fettbrandgefahr
Indirektes Grillieren (160° - 260°C)
Holz oder Holzkohle nur in der Feuerbox anzünden. Das Grillgut in die Hauptkammer legen. Die Hitze ist größer, je näher das Grillgut zur Feuerbox gelegt wird. Alle Lüftungsklappen sind geöffnet.
- Vorteile: Noch kürzere Kochzeit als beim direkten Grillieren, Verbrennen des Grillgutes praktisch ausgeschlossen, gute Geschmacksentwicklung
- Nachteile: Grillgut muss teilweise gewendet werden
Barbecuen (90° - 160°C)
Holz oder Holzkohle in der Feuerbox anzünden, die Lüftungsklappen ganz öffnen und den Deckel der Feuerbox offen lassen. Das Grillgut kann sofort in die Hauptgrillkammer gelegt werden. Ca. jede Stunde Holz nachlegen.
- Vorteile: Kein Austrocknen des Grillguts, auch bei schlechtem Wetter möglich, gute Geschmacksentwicklung, benötigt fast keine Überwachung, kein Wenden nötig
- Nachteile: Lange Kochzeit
Räuchern (60° - 90°C)
Verfahren wie beim Barbecuen. Aromatisches Holz verwenden und alle Lüftungsklappen und die Feuerbox schließen. Die Idealtemperatur beim "warm Räuchern" liegt bei 60° - 90°C.
Das Grillen mit Scheitholz bietet vielfältige Möglichkeiten für ein unvergessliches Grillerlebnis. Ob mit der vielseitigen Feuerplatte oder dem traditionellen Smoker - die Ergebnisse sind stets einzigartig und geschmackvoll.
Holzkohlegrill: Eine klassische Option
Das Grillen mit Holzkohle ist nach wie vor beliebt. Viele Grillfans empfinden es als besonders atmosphärisch, und das Grillgut erhält einen aromatischeren Geschmack. Die Kohle entsteht bei der Verbrennung von Holz, oft Buchenholz. Alternativ können auch Kohlebriketts oder Kohle aus Kokos verwendet werden.

Vorteile von Holzkohle
- Schnelles Anbrennen
- Leicht entzündbar
- Preiswert
- Verschiedene Aromen je nach Kohle
- Keine Gasflaschen oder Steckdose erforderlich
- Atmosphärisches Knistern und Flackern
Nachteile von Holzkohle
- Wachsamkeit erforderlich (offenes Feuer)
- Rauchentwicklung
- Gefahr von Stichflammen bei fettigem Grillgut
- Längere Abkühlzeit
Mit Holzkohle auf dem Balkon grillen
Das Grillen mit Holzkohle auf dem Balkon oder der Terrasse ist nicht per se untersagt. Vermieter haben aber das Recht, dies in der Hausordnung oder im Mietvertrag zu untersagen. Auch wenn das Verbot nicht im Mietvertrag oder in der Hausordnung aufgeführt ist, musst du deinen Nachbarn gegenüber rücksichtsvoll sein - egal ob du im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon grillst. Das heisst, dass sie der Rauch deines Grills nicht beeinträchtigen darf.
Holzkohlegrill anzünden
Einen Holzkohlegrill kannst du entweder mit einem Grillanzünder oder einem Anzündkamin anfeuern.
- Entferne den Grillrost und öffne die Lüftungsschieber.
- Fülle die Holzkohle oder Briketts auf den Kohlerost und ordne sie wie eine Pyramide an.
- Verteile Anzündgel über der Kohle und lass es eine Zeit lang einwirken.
- Zünde den Grillanzünder mithilfe eines Streichholzes oder eines Feuerzeugs an.
Temperatur regeln
Bei hochwertigen Kugelgrills ist meist ein Thermometer am Deckel montiert, auf dem du die Temperatur ablesen kannst. Alternativ bestimmen manche Grillprofis die Temperatur vorsichtig mit der Hand, indem sie diese ungefähr 13 cm über den Grill halten. Die Temperatur kann durch Verschieben des Rosts beeinflusst werden.
Holzkohlegrill säubern und löschen
Schliesse die Lüftungsschieber und den Deckel, um die Kohle zu löschen. Ist das Feuer erloschen, öffne den Deckel, damit die Kohle auskühlt. Entferne die Reste der Kohle und reinige den Grill mit einer Drahtbürste und einem Besen.
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