Das Kochen im Freien über einer offenen Flamme ist eine beliebte Tradition auf der ganzen Welt. So besitzen und nutzen 64 % aller Haushalte in den Vereinigten Staaten und 72 % in Kanada einen Außengrill. Niemand glaubt, dass diese Traditionen aus irgendeinem Grund beendet werden sollten.
Dennoch ist vielen Menschen nicht bewusst, dass Grillen Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Beim Grillen bestimmter Lebensmittel, insbesondere von fettreichem Fleisch, können krebserregende Stoffe entstehen. Es ist wichtig, sich dieser Risiken bewusst zu sein und Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu minimieren.

Aufnahme von Karzinogenen
Gegrillte Lebensmittel enthalten krebserregende Verbindungen (Karzinogene), die durch die Verbrennung von Fetten und die hohen Temperaturen beim Grillen entstehen.
Grillen: Genuss oder Gefahr für die Gesundheit? | ARD GESUND
Einatmen von Karzinogenen
Der beim Grillen entstehende Rauch enthält krebserregende Stoffe und andere gesundheitsschädliche Schadstoffe. Dieser Rauch kann direkt vom Grill eingeatmet werden und über die Lunge in den Körper gelangen.
Bei der Verbrennung von Fett entsteht Rauch, der krebserregende Verbindungen, sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), enthält. Diese Partikel machen einen Großteil des Geschmacks von gegartem Fleisch aus, können aber auch zu langfristigen Entzündungen im Körper führen, die das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen können.
Bei Hochtemperatur-Garmethoden, einschließlich Grillen, entstehen auch krebserregende Stoffe, die als heterozyklische Amine (HCA) bekannt sind. Obwohl Kraftfahrzeuge und Industriebetriebe die größten Quellen für Luftschadstoffe sind, kann das Grillen zur Schadstoffbelastung beitragen.

Wie vermeidet man die Aufnahme von zu viel Aluminium?
Aluminium ist ein häufiger (ungebetener) Gast in Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Luft und Kosmetika und kann giftig sein. Es ist wichtig, eine übermäßige Aufnahme des Metalls über die Nahrung zu vermeiden.
Tipps zur Vermeidung übermäßiger Aluminiumaufnahme:
- Abwechslung im Speiseplan: Da viele Lebensmittel von Natur aus Aluminium enthalten, sollte man sich ausgewogen und vielseitig ernähren und immer mal die Produkte wechseln.
- Verpackung beachten: Lebensmittel, die sehr salzig oder sauer sind, gehören nicht in Alufolie. Sonst kann das Metall aus der Verpackung ins Essen übergehen. Besser sind alufreie Alternativen wie Bienenwachstücher.
- Fertiggerichte vermeiden: Wenn Fertiggerichte in Aluschalen unvermeidlich sind, sollte man das Essen vor dem Backofen oder der Mikrowelle aus der Schale nehmen und in einer Form oder auf Backpapier garen.
- Konservendosen umschütten: Angebrochene Konservendosen sollten in ein anderes Gefäß umgefüllt werden, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden.
- Richtiges Kochgeschirr nutzen: Verwenden Sie möglichst Töpfe und Pfannen ohne Aluminium. Kochgeschirr, das aus Aluminium besteht, hat in der Regel eine Beschichtung, die das Essen vor sich herauslösenden Giftstoffen schützen soll.
- Grillen ohne Aluschalen: Verwenden Sie besser Gefäße aus Keramik oder Edelstahl.
Alternativen zur Alufolie beim Grillen
Es gibt mehrere unbedenkliche Alternativen zum Grillen mit Alufolie, die sowohl die Gesundheit als auch die Umwelt schonen:
- Grillschalen aus Edelstahl: Diese sind wiederverwendbar, leicht zu reinigen und geben keine schädlichen Stoffe ab.
- Grillschalen aus Keramik: Ähnlich wie Edelstahl sind Keramikschalen eine sichere und umweltfreundliche Option.
- Bananenblätter: Eine natürliche und exotische Alternative. Die Blätter werden mit Öl bestrichen und um das Grillgut gewickelt.
- Backpapier: Kann als Barriere zwischen Grillgut und Alufolie verwendet werden, um den Kontakt zu minimieren.
- Speckstein: Verhindert das Tropfen von Fett in die Glut und somit die Entstehung schädlicher Dämpfe.
Weitere Tipps für ein gesünderes Grillerlebnis
Ein paar einfache Maßnahmen können dazu beitragen, das Grillen sicherer, gesünder und umweltfreundlicher zu machen:
- Fleisch vorgaren: Garen Sie das Fleisch bei geringer Hitze vor in einer Pfanne, im Ofen oder in der Mikrowelle vor, bevor Sie es auf den Grill legen.
- Gemüse grillen: Grillen Sie Gemüse anstelle von Fleisch. Gegrilltes Gemüse enthält keine HCAs, selbst wenn es verkohlt ist.
- Bratfett reduzieren: Verwenden Sie Alufolie als Schutzbarriere unter dem Fleisch, um zu verhindern, dass das Fett raucht.
- Gas oder Propan bevorzugen: Ziehen Sie Gas oder Propan der Holzkohle vor. Holzkohle erzeugt mehr Rauch und Schadstoffe als Gas und wird oft mit chemischen Anzündhilfen angezündet, die zusätzliche Schadstoffe freisetzen.
- Standort und Windrichtung berücksichtigen: Ändern Sie den Grillplatz, wenn Sie in Windrichtung von einem Haus grillen. Schließen Sie die Fenster, wenn der Rauch vom Grill in Richtung Haus oder Nachbarhaus zieht.
Was gehört nicht auf den Grill?
Bestimmte Lebensmittel und Materialien sollten beim Grillen vermieden werden, um die Gesundheit nicht zu gefährden:
- Aluschalen und gewürztes Grillgut: Marinierte Steaks und Schafskäse-Gemüse-Mischungen gehören nicht in Alufolie oder Aluschalen auf den Grill.
- Gepökelte Fleischerzeugnisse: Bei hohen Grilltemperaturen können aus dem Nitritpökelsalz und Fleischeiweiss krebserregende Nitrosamine entstehen.
- Bierdosen als Halterung fürs Poulet: Farben und Lacke könnten sich lösen und in das Fleisch übergehen.
Marinaden: Gut für Geschmack und Gesundheit
Marinaden können die Entstehung der krebserregenden HCA bei Fleisch und Fisch reduzieren. Mischen Sie zum Beispiel ein wenig Öl, Essig, Zitronensaft und Wasser miteinander und geben noch Kräuter wie Rosmarin, Salbei oder Thymian hinzu.
Je länger aber ein Lebensmittel mariniert wird, desto weniger Antioxidantien verbleiben, da sie sehr sauerstoffempfindlich sind. Daher sollten Sie Ihr Grillgut nicht länger als sechs Stunden marinieren - eine längere Dauer verleiht übrigens auch keinen intensiveren Geschmack. Streichen Sie sonst kurz vor dem Grillen das Essen mit der Marinade noch einmal ein, um für eine zusätzliche Ladung Antioxidantien zu sorgen. Vitamin C aus Zitrusfrüchten kann die Bildung von Nitrosaminen minimieren.
Gut zu wissen: Bevorzugen Sie für Grillmarinaden kaltgepresstes und natives Öl.
Grillen und Nitrosamine
Fisch und gepökelte Fleischprodukte enthalten Stickstoffverbindungen, die unter Hitzeeinwirkung zu Nitrosaminen umgewandelt werden. In Tierversuchen konnten Forscher beobachten, dass Nitrosamine möglicherweise krebserregend wirken.
Um die Bildung von krebserregenden Stoffen zu verringern, sollten Sie die Lebensmittel bei maximal 130 Grad grillen. Die Temperatur können Sie am besten mit einem Grillthermometer bestimmen!
Grillen Sie lieber Geflügelfleisch anstelle von rotem Fleisch: Rotes Fleisch (Schwein, Rind, Kalb, Schaf, Lamm, Ziege) enthält mehr Fett, aus dem sich bei Hitze krebserregende Substanzen bilden können.
Empfehlungen und Warnungen
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät dazu, auf Alternativen auszuweichen. Wenn es unbedingt Einweg-Grillschalen sein sollen, dann wenigstens beschichtete. Das schützt Gesundheit und Umwelt gleichermassen.

Das Grillen mit Familie und Freunden ist eine beliebte Tradition. Mit ein paar einfachen, aber wichtigen Schritten können wir das Grillen sicherer, gesünder und nachhaltiger machen.
Zusammenfassung
Das Grillen mit Alufolie kann potenziell gesundheitsschädlich sein, insbesondere in Kombination mit salzigen oder sauren Lebensmitteln. Es gibt jedoch viele sichere und umweltfreundliche Alternativen, die ein unbedenkliches Grillerlebnis ermöglichen. Durch die Beachtung einiger grundlegender Tipps und die Wahl der richtigen Grillutensilien können Sie das Grillen genießen, ohne Ihre Gesundheit zu gefährden.