Du wolltest schon immer mal Kartoffeln selber anpflanzen und ernten? Ob mit oder ohne Garten - kein Problem! Mit unserer Pflanzanleitung wirst auch du zum Kartoffelprofi.
Die Süsskartoffel (Ipomoea batatas), die auch Batate genannt wird, gehört zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Die eigentliche Kartoffel (Solanum tuberosum) ist ein Nachtschattengewächs, die Süsskartoffel ein Windengewächs.
Die Süsskartoffelkultur etablierte sich in den letzten 4 Jahren in der Schweiz. Unterdessen kommt in den Grossverteilern ein schöner Teil der Süsskartoffeln aus Schweizer Produktion. Man kann aufgrund der ständig steigenden Importen darauf schliessen, dass die Süsskartoffeln bei den Konsumenten immer beliebter werden.
Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Anleitung, um erfolgreich Süßkartoffeln anzubauen.
Süßkartoffeln zu Hause selbst anbauen | MDR Garten
Sortenwahl und Anbau
Inzwischen gibt es jedoch neue Sorten, die eine kürzere Vegetationszeit haben. Dadurch reifen die Knollen auch hierzulande bis Herbst erfolgreich aus.
Zu den wohl beliebtesten Süsskartoffelsorten für den Anbau im eigenen Garten oder auf dem Balkon zählen neben ’Beauregard’, ‘Orleans’ und ‘Bonita’ die Sorten ‘Murasaki’ und ‘Evangeline’.
Hier ist eine Tabelle einiger beliebter Süßkartoffelsorten und ihrer Eigenschaften:
| Sorte | Schalenfarbe | Fleischfarbe | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Beauregard | Dunkelorange | Orange | Gängigste Sorte |
| Bonita | Weiss-gelblich | Weiss-gelblich | - |
| Sakura | - | Purpur | - |
| Murasaki | - | - | Beliebte Sorte |
| Evangeline | - | - | Beliebte Sorte |
| Sugaroot 'White' | - | Weiss | Sehr süß |
Neben hohen Stärke- und Zuckergehalten sind es vor allem die sekundären Inhaltsstoffe, die auch die Gesundheitsforscher auf die Spur dieser Erdfrucht gebracht haben. Hohe Gehalte am Vitamin A und C werden bei den gelben und orangen Sorten von Carotinoiden und Anthocyanen ergänzt.
Die Süsskartoffel, nach Kartoffeln und Maniok weltweit die Nr. 3 der Erdfrüchte, gilt als inhaltsreichstes Gemüse.
Idealerweise beginnt man mit dem Vorziehen Ende Januar bis Mitte Februar.
Dir die Anzucht eigener Jungpflanzen zu mühsam, oder du hast den richtigen Zeitpunkt zur Stecklingsanzucht bereits verpasst? In unserem Lubera-Shop bieten wir jedes Jahr ab Mai eine grosse Auswahl spannender Sorten für den Hausgarten an.
Wir haben vor einigen Jahren ein Zuchtprogramm gestartet, um diese spannende Art auch für unsere Gärten nördlich der Alpen anzupassen. Dazu haben wir laubschöne Sorten mit gutem Ertrag gezüchtet, damit das Gemüse neben ihrem maximalen Genusswert auch einen hohen Zierwert hat.
Gewöhnliche Ipomoea-Ziersorten sind natürlich ebenfalls essbar, bringen aber weniger Ertrag. Das Laub unserer Züchtungen wächst kompakter, so dass sie eine optimale Kombination von Nutz- und Zierwert darstellen.
Standort und Boden
Süsskartoffeln brauchen einen vollsonnigen Standort sowie einen durchlässigen Boden, indem sie gut wurzeln können.
Die Pflanzen müssen so früh in die Erde gebracht werden, dass sie es schaffen, ihre Knollen in dieser Zeit reifen lassen. Zu früh dürfen sie allerdings auch nicht ins Freie.
Der Anbau der Süsskartoffeln kann im Freiland des eigenen Gartens erfolgen, solange der Boden dort vier Monate schön warm bleibt. Vorbereitend lohnt es sich, gut abgelagerten Kompost in die Erde einzuarbeiten, und währenddessen gründlich zu lockern.
Um dem hohen Nährstoffbedarf gerecht zu werden, wird vor der Pflanzung gut abgelagerter Kompost in die Erde eingearbeitet, und gründlich gelockert.
Bei sehr lehmigen Böden sorgt weiteres Strukturmaterial wie z.B. grober Sand für die nötige Drainage.
Um es den Knollen und Pflanzen von Ipomoea batatas leichter zu machen, ist der Anbau auf Dämmen eine gute Methode. Die Erde erwärmt sich schneller, und überschüssiges Regenwasser kann besser abfliessen. So ein Damm sollte etwa 60 cm breit und 20-25 cm hoch sein.
Auf diese Dämme werden im Abstand von 40-50 cm die Süsskartoffeln gesteckt. Es reicht, wenn die Süsskartoffelknollen 3-5cm mit Erde bedeckt sind.
Wenn der Standort im Garten nicht optimal zum Anbau wärmeliebender Gemüse wie Ipomoea batatas taugt, kann der Anbau im Kübel eine gute Alternative sein. Auch dort, wo nur wenig Platz zum Gärtnern ist, lassen sich Kübel gut einsetzen.
Wähle für den Kübel einen sonnigen Standort, gerne in der Nähe wärmender Wände. Bestens geeignet sind Kübel, in denen die Knollen in ihrer Entwicklung nicht gleich an ihre Grenzen stossen - im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Volumen von 20l ist die absolute Mindestgrösse für eine Pflanze. Ein Tipp: Mörtel- bzw. Speiskübel sind für diesen Zweck einsetzbar, sobald du einige Abzugslöcher in den Boden gebohrt hast.
Wenn du deine Gartenerde zur Hälfte mit Kompost vermischst, sind die Batatas gut versorgt.
Pflanzung
Die beste Anbauzeit für Süsskartoffeln ist Mitte Mai, sobald nicht mehr mit Frost zu rechnen ist. Die Knollen brauchen 130 Tage (4 Monate) bis sie vollends ausgereift sind.
Warte mindestens bis Mitte/Ende Mai, bevor du die Pflanzen ins Freiland setzt.
Mitte Mai gepflanzte Exemplare sind demzufolge spätestens Ende September erntereif. Setzen wir die Jungpflanzen vier Wochen später, also Mitte Juni sind wir bereits bei Ende Oktober.
Der Anbau der Süsskartoffeln kann im Freiland des eigenen Gartens erfolgen, solange der Boden dort vier Monate schön warm bleibt.
Im Garten werden Süsskartoffeln in Reihen mit einem Abstand von 30 bis 50 cm gepflanzt. Auf dem Balkon empfehlen wir ein Pflanzgefäss (mindestens 30 Liter) mit einem guten Abzugsloch.
Im Beet gedeihen Süsskartoffeln besonders gut, indem Sie nicht ein flaches Beet, sondern kleine Dämme mit einer Höhe von 20 Zentimetern und einer Breite von 60 Zentimetern anlegen. Die warme Erde rund um die Süsskartoffel garantiert ein üppiges Wachstum und eine reiche Ernte.
Für den Anbau auf dem Balkon empfiehlt sich ein Pflanzgefäss (mindestens 30 Liter) mit einem guten Wasserabzug.
Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen ist der ideale Zeitpunkt, um die kälteempfindlichen Süsskartoffeln zu pflanzen.
Gepflanzt wird auf 60 cm breite und 20 cm hohe Dämme in einem Abstand von 30 bis 40 cm.
Anders als bei der klassischen Kartoffel (Solanum tuberosum) werden keine Knollen, die so genannten Pflanzkartoffeln gelegt, sondern es werden vorgezogene Jungpflanzen gesetzt.
Die Jungpflanzen setzt man am besten erst Anfang Juni, auf keinen Fall aber vor Mitte Mai, denn bis dahin ist mit Nachtfrösten zu rechnen.
Ist nach der Pflanzung noch Frost angesagt, sollten die Gewächse mit einem Vlies geschützt werden.
Hier sind einige Tipps für die Pflanzung:
- Am besten gelingt der Anbau von Süsskartoffeln in unseren Breiten in Gewächshäusern, es eignen sich aber auch Hochbeete oder Pflanzenkübel mit einem Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern für ein ausgiebiges Wachstum.
- Achten Sie auf einen sonnigen Standort, der vor Wind und Regen geschützt ist.
- Der Boden sollte locker, sandig und nährstoffreich sein.
- Pflanzen Sie die Süsskartoffeln in einem Abstand von 30 bis 50 cm.
Pflege
Süsskartoffeln sind Starkzehrer und haben einen hohen Nährstoffbedarf. Wenn du Süsskartoffeln im Kübel anbauen willst, braucht es mindestens einen 20 Liter grossen Topf.
Süsskartoffeln sind Starkzehrer, das heisst, sie haben einen hohen Nährstoffbedarf. Wenn du sie über mehrere Jahre hinweg erfolgreich anbauen willst, raten wir zur Fruchtfolge. Wechsele am besten jedes Jahr das Beet.
Ideal sind Gemüse, die sehr schnell heranreifen und bereits geerntet sind, wenn die Batatas den Platz für sich beanspruchen.
Bei der Mischkultur zeigt es sich, dass beim gemischten Anbau die Nachbarn voneinander profitieren können. Ihre unterschiedlichen Eigenschaften und Bedürfnisse begünstigen sich gegenseitig. Schönes Beispiel für eine gute Nachbarschaft zu Süsskartoffeln sind die Hülsenfrüchte. Sie brauchen selbst wenig Nährstoffe (Schwachzehrer), und machen im Boden gebundenen Stickstoff für andere Pflanzen wie die Süsskartoffel verfügbar.
Voraussetzung für eine Mischkultur mit Süsskartoffeln ist jedoch, dass das Laub und die meterlangen Triebe der Süsskartoffeln nicht liegengelassen, sondern an Pfählen oder an ein Tipi aufgebunden werden.
Beim Süsskartoffeln Anbauen ist es immer ein guter Tipp, das Unkraut nicht den Kampf um die besten Plätze im Beet gewinnen zu lassen. Ein regelmässiges Entfernen unerwünschter Wildkräuter ist besonders zu Anfang der Saison sinnvoll, damit die jungen Pflanzen nicht bedrängt werden.
Da die Süsskartoffel über ihre Blätter viel Wasser verdunstet, ist eine kontinuierliche Wasserversorgung notwendig. Dabei ist zu beachten, dass der Flüssigkeitsbedarf grösser ist, wenn mehr Blätter vorhanden sind. So kommt es, dass Jungpflanzen nicht häufig gegossen werden müssen, während die älteren Exemplare sehr viel Wasser benötigen.
Anfangs ist der Bedarf eher gering, doch mit zunehmendem Wachstum steigt auch deren Durst. Demzufolge wird zunächst nur dann gegossen, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Später im Jahr ist es für gewöhnlich notwendig, täglich zu giessen.
Es darf ruhig ein wenig Wasser im Untersetzer stehen bleiben - die durstigen Süsskartoffeln werden es sich zeitnah holen.
Das Aufbinden von Süsskartoffel-Pflanzen hat seine Vorteile. Diese ergeben sich aus dem Wuchs der Süsskartoffel-Pflanze, die zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae) zählt. Sie bildet gerne lange, sich windende Triebe aus. Das Aufbinden sorgt zum einen dafür, dass die Triebe sauber bleiben.
Um die Süsskartoffelpflanze herum werden dazu drei Bambusstäbe aufgestellt, die oben Tipi-mässig zusammengebunden werden.
Im Kübel düngst du die Pflanzen mit einem phosphorhaltigen Dünger, um einen grösstmöglichen Ertrag zu erzielen.
Die üppigen Winden können so raumgreifend sein, dass sie deine Bewegungsfreiheit im Garten und auf dem Balkon einschränken. Was nach dem Schnitt anfällt, ist keineswegs Abfall. Die entfernten Triebe lohnen den Transport in die Küche, wo sie roh oder gegart fantasievoll einsetzbar sind.
Grundsätzlich sind Süsskartoffeln bei Schädlingen nicht besonders beliebt, und auch von Krankheiten werden sie selten heimgesucht. Unsere Lubera-Züchtungen sind zudem ausgesprochen robust.
Besonders nach Regentagen mehren sich Beschwerden, dass das Laub von Schnecken angefressen wurde. Die Pflanzen schaffen es immer wieder, die vernichtete Blattmasse zu ersetzen.
Hier sind einige Tipps für die Pflege:
- Gießen Sie die Süsskartoffeln regelmäßig, besonders in trockenen Perioden.
- Düngen Sie die Pflanzen alle zwei Wochen mit einem organischen Dünger.
- Entfernen Sie regelmäßig Unkraut und Schädlinge.
- Binden Sie die Triebe an einem Stab oder Gerüst hoch, um Platz zu sparen und die Ernte zu erleichtern.

Ernte und Lagerung
Man kann aber davon ausgehen, dass - je nach Sorte - die Süsskartoffeln gut 4 Monate für reife Knollen benötigen. Reife Knollen lassen sich mit den Fingern gut unter der Erdoberfläche ertasten.
Spätestens nach dem ersten Frost werden sie vorsichtig ausgegraben. Achtung: die Knollen sind sehr empfindlich, und Verletzungen führen rasch zu Fäulnis. Idealerweise werden sie gefühlvoll mit einer Grabegabel aus der Erde gehoben.
Aber natürlich ist manchmal auch eine frühere Ernte ab September sinnvoll, so kann man sozusagen die Genusszeit verlängern. und just in time im September und Oktober schon Süsskartoffeln verarbeiten und geniessen.
Das Süsskartoffel-"Curing" stellt eine Art 'Heilung' der Knollen dar, die während der Ernte einige Blessuren erlitten haben. Während dieser Behandlung bilden die Knollen nach aussen Schutzzellen aus, schliessen Wunden und werden lagerfähig.
Dazu werden verletzte Knollen mit dem Messer geputzt und faule Stellen aus- oder abgeschnitten. Angeschnittene und verletzte Süsskartoffeln werden separat gelagert. Sie sollten auch als erstes von allen in der Küche verarbeitet werden. Unserer Erfahrung nach sind sie weniger lange lagerfähig als die unverletzten Knollen.
Daraufhin werden die Knollen für das eigentliche "Curing" möglichst luftig aufbewahrt. In durchlässigen Kisten werden sie in einem trockenen, bis zu 25° C warmen Raum gelagert. Der Vorgang dauert 1 Woche bis 10 Tage.
Nachdem das Curing abgeschlossen ist, werden die Süsskartoffeln in Zeitungspapier eingewickelt und in einem Raum gelagert, der zwischen 13° C und 15° C warm ist.
Wichtig ist es, dass man den Absatz vor dem Anbau geregelt hat.
Kurzfristige Temperaturen unter 10°C verursachen keine Schäden, kumulative solche oder einmalig noch geringere Temperaturen führen zu Schäden. Darum nicht zu späte Ernte.
Enorm wichtig ist es, dass kranke Süsskartoffeln nicht in (Sporen)Reichweite der gesunden Süsskartoffeln entsorgt werden.
Die Kartoffeln werden bei 29°C und 85-90% LF 3-5 Tage gelagert. Es genügt, die gewünschte Temperatur in 2 Tagen zu erreichen. Wichtig ist, dass die Süsskartoffel die Temperatur erreichen, nicht nur die Luft.
Je nach Quelle können Süsskartoffeln bei optimalen Bedingungen 7-12 Monaten gelagert werden. Dies bedingt ein vorheriges Curing sowie unverletzte Knollen. Die Lagerung sollte zwischen 13 und 15°C geschehen.
Die Luftfeuchtigkeit muss zwischen 85 und 95% gewählt werden. Je besser das Feuchtigkeitsmanagement (keine Kondensationspunkte) desto höher kann die Luftfeuchtigkeit gehalten werden.
Hohle und geschrumpfte Knollen sind auf zu hohe Temperaturen und zu geringe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen. Oder aber auf Feuchtigkeitsverlust wegen Kälteschäden. Keimen auf zu hohe Temperatur.
Kälteschäden zeigen sich am ehesten durch weisse harte Fleischpartien, die nach dem Kochen sichtbar werden.
Geerntet wird i.d.R. vor den ersten Frösten im Oktober. Die Bodentemperatur sollte langfristig nicht unter 12°C sinken. Am besten hebt man die Pflanzen vorsichtig mit einer Grabegabel aus der Erde.
Um sie mehrere Monate lagern zu können, braucht es eine aufwändige Nacherntebehandlung. Dabei werden die Knollen für 5 bis 7 Tage in geschlossenen Räumen bei 27 bis 33°C und 85 bis 90% relativer Luftfeuchte gelagert.
Erst nach dieser Prozedur sind die Knollen bei Temperaturen von 13 bis 16°C und einer Luftfeuchte von ungefähr 85 % bis zu 12 Monate lagerfähig.
Auf diesem Hintergrund wird man die eigene Ernte am besten sehr bald verzehren.
Im Herbst verfärben sich die Blätter gelblich - dann sind auch die Knollen reif.
Um die Süsskartoffeln zu ernten, stechen Sie mit einer Grabegabel, wie auch bei Kartoffeln, vorsichtig tief in die Erde und hebeln die Knollen heraus. Versuchen Sie dabei, so wenige Wurzeln wie möglich zu verletzen.
Nach der Ernte sollten die Bataten noch ungefähr zwei Tage an der Luft trocknen.

Hier sind einige Tipps für die Ernte und Lagerung:
- Ernten Sie die Süsskartoffeln vor dem ersten Frost.
- Lassen Sie die Knollen nach der Ernte einige Tage an der Luft trocknen.
- Lagern Sie die Süsskartoffeln an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort.
- Verletzte Knollen sollten schnellstmöglich verzehrt werden, da sie sonst faul werden können.
Wir wünschen dir viel Spass beim Pflanzen und eine erfolgreiche Kartoffelernte im Spätsommer!
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