In der Schweiz gehört Raclette in der kalten Jahreszeit einfach dazu. Und jedes Kind weiss, wie man ein Raclette auftischt. Ein Raclette eignet sich ganz besonders dann, wenn Sie einen gemütlichen Abend en famille, mit Freunden oder für sich ganz alleine planen. Es eignet sich im Winter, im Frühling, im Sommer und im Herbst.
Wenn Sie mit dem Rucksack durch die Natur wandern und unterwegs etwas Feines essen möchten oder auch, wenn Sie gerade keine Zeit oder Lust haben zu kochen, Sie drinnen oder draussen essen möchten, am Esstisch, auf dem Balkon, beim Campen oder im Garten und auch dann, wenn Sie hinterher nicht viel abwaschen möchten. Für die Zubereitung eines Raclettes bedarf es keinerlei kulinarischer Fertigkeiten. Es ist absolut anfängertauglich und erfreut Neulinge wie Profis ebenso. Ein Raclette ist so einfach und schnell gemacht, dass Sie es - wenn der Ofen nicht so heiss wäre - auch mit geschlossenen Augen oder im Halbschlaf zubereiten könnten. Vielleicht lesen Sie währenddessen ein Buch oder unterhalten sich angeregt mit dem Nachbarn.
Raclette erfreut sich zunehmender Beliebtheit - wie überhaupt Traditionelles auf dem Teller gerade wieder sehr angesagt ist. Denn es vermittelt in einer unsicheren Zeit ein Gefühl der Beständigkeit.
Fondue oder Raclette? Migros oder Coop? Rotwein oder Weisswein? Solche Entweder-Oder-Fragen muss bekanntlich jeder immer mal wieder beantworten, weil wir Menschen, auch wenn wir es ungern zugeben, dazu neigen, in Schubladen zu denken. Die Antwort auf die erste Frage lautet bei mir ganz klar: Fondue! Aber auch aufs Raclette-Öfeli greife ich gern zurück. Ein solches haben wir uns nämlich jüngst angeschafft - und sind offenbar nicht die Einzigen, die ihre Liebe zu dieser traditionellen Spezialität neu entdecken. Oder vertiefen. Denn von allen Sorten hat Raclettekäse am meisten zugelegt: 15 249 Tonnen wurde davon 2019 in der Schweiz produziert - über 3 Prozent mehr als im Vorjahr.
7 kreative Raclette Ideen für deine Party!
Die Qual der Wahl: Welcher Käse darf es sein?
Grundsätzlich eignet sich jedoch jeder Käse, solange er über einen genug hohen Fettgehalt verfügt. Es soll Leute geben, die sogar Mozzarella im Raclettepfännli schmelzen lassen. Ich hebe mir den Mozzarella jedoch lieber für die Pizza oder den Insalata Caprese auf und probiere es beim nächsten Raclette-Vergnügen mit echtem Walliser Raclettekäse. Es ist historisch verbürgt, dass im Wallis schon im 16. Jahrhundert geschmolzener Käse verspeist wurde. Seinen Namen bekam der Raclette offiziell aber erst im Jahr 1874. Übrigens: Ist von Käse die Rede, ist es der Raclette, ist das Gericht gemeint, heisst es das Raclette.
Aus unseren über 30 Sorten Raclettekäse lassen sich fantastische Rezepte zaubern. Mit viel Kreativität und Leidenschaft haben wir Rezeptideen für Ihren Raclettegenuss kreiert. Die feinen natürli Raclettekäse sind im Detailhandel sowie in zahlreichen Coop-Filialen erhältlich.
Halbe Laibe können als Ganzes z. B. am offenen Feuer geschmolzen, oder in einen kippbaren Käsehalter eingespannt werden. Nachteil: Es braucht Geduld. Viel Geduld.
Raclettekäse schmilzt ab einer Temperatur von 40 Grad. Wird es im Pfännli zu heiss, trennt sich das Fett, und es bilden sich zähe Klumpen. Also besser nicht zu stark erhitzen, sondern gerade so, dass der Käse cremig wird.
Was immer zu Diskussionen führt, ist die Frage, ob die Rinde gegessen oder entfernt werden soll. Meine Meinung dazu: Mitessen natürlich! Sie wird beim Schmelzen schön knusprig und verleiht dem See aus Käse das gewisse Etwas. Die Rinde beim Raclettekäse allenfalls abschaben, aber nicht wegschneiden.
Damit der Käse aromatisch und cremig bleibt, das Racletteöfeli nicht zu heiss einstellen.
Nach übermütigem Auftischen liegen zum Schluss oft einsame Käsescheibchen rum. Bleiben ein paar Scheiben Raclettekäse übrig, so machen Sie sich damit am nächsten Tag ein Sandwich oder nutzen Sie diese feinen Reste für Aufläufe oder zum Überbacken von Toasts.

Die passenden Beilagen: Mehr als nur Kartoffeln
Beim klassischen Raclette ganz vorne mit dabei: Kartoffeln, Cornichons und Silberzwiebeln.
Die Beilagen sind ebenso wichtig. Um das Raclette geschmacklich aufzumotzen, eignen sich Kräuter und Gewürze. Um die Speise abzurunden, eine Auswahl an verschiedenen Beilagen. Oregano, Salbei oder Rosmarin verleihen eine mediterrane Note, Chili sorgt für eine Portion Extra-Schärfe, frisch geriebene Muskatnuss, schwarzer Pfeffer aus der Mühle und Paprikapulver stehen für Tradition.
Als Beilage eignet sich nicht nur in Essig eingelegtes Gemüse, sondern auch frische Früchte wie Trauben oder Feigen sowie getrocknete Tomaten und Oliven. Immer eine schöne Kombination sind getrocknete Zwetschgen und Aprikosen. Bei der Wahl der Beilagen steht einem eine grosse Auswahl offen.
Verschiedene Gemüsesorten sind eine wunderbare Beilage und Alternative zur Kartoffel. Als Gemüse eignet sich Topinambur, Petersilienwurzel, Sellerie, Karotten, Pastinaken, Lauch, Broccoli, Blumenkohl und Pilze.
Natürlich kann man kreativer ans Schmelzwerk herangehen und den Raclettekäse in Gesellschaft von Jakobsmuscheln, eines Streifens Fischfilets oder Kalbsfleisch oder mit gekochten, grob gehackten Marroni schmelzen lassen. Und wenn es edel sein soll, kann man frische Trüffel hauchdünn darüber hobeln. Die günstigere Variante wären in Scheiben geschnittene Champignons. Auch immer gut zum Abrunden: einige Tropfen Crema oder Aceto Balsamico über den Käse träufeln.
Die passenden Klassiker dazu sind Essiggurken, Silberzwiebeln und Maiskölbchen. Doch die Palette der begleitenden Zutaten ist schier endlos. Versuchen Sie es auch mal mit saisonalen Früchten und Gemüse. Im Frühling und Sommer passen in etwas Balsamicocreme (mit Salz, Pfeffer, Zucker und ein paar Rosmarinnadeln) gedünstete Kirschen ganz wunderbar. Oder rohe Pfirsichschnitze und Thymian. Auch Feigen machen sich gut. Im Herbst und Winter schmecken dazu Trauben, Äpfel und Birnen. Die beiden letzteren könnte man auch karamellisieren. Greifen Sie auch gerne zu Dosenfrüchten, Pilzen, frischen Salaten, saftigen Cherry- oder getrockneten, eingelegten -Tomaten, Nüssen und Senffrüchten.

Das Raclette-ABC: Tipps und Tricks für ein gelungenes Erlebnis
Hier ein paar Tipps und Tricks für ein gelungenes Raclette-Erlebnis:
- Rechnen Sie pro Person mit 200 bis 250 g Käse und derselben Menge Kartoffeln. Je mehr verschiedene Zutaten aufgetischt werden, desto kleiner sind die einzelnen Mengen.
- Käse 20-30 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank nehmen.
- Bereiten Sie aber unbedingt vorher die Kartoffeln zu. Am besten nehmen Sie mittelgrosse bis kleine Kartoffeln. Diese werden mit Schale rund 35 Minuten knapp weich gekocht und dann warm gehalten.
Kreative Rezeptideen für den Raclette-Plausch
Wer die Pfännchen nur für Raclette einsetzt: selber schuld. Statt Käse mal Pizza, Tacos oder Pancakes im Raclette-Pfännchen zubereiten? Klappt einwandfrei und macht erst noch Spass.
Hier sind einige kreative Rezeptideen für den Raclette-Plausch:
- Einige Tortilla Chips ins Pfännchen legen, Raclettekäse darauf geben sowie ein paar Maiskörner. Im Öfeli schmelzen lassen. Oder den Käse mit einigen Maiskörner darauf schmelzen lassen.
- Weisswurstscheiben ins Pfännli legen, Raclettescheibe darauf legen und Zwiebelringe darüber geben. Im Öfeli schmelzen. Tipp: Blauschimmel- oder Senf-Raclettekäse passt auch hervorragend dazu.
Apéro-Tipps von Foodbloggerin Zoe Torinesi: Crostini mit Feigen
- Ciabatta in 12 dünne Scheiben schneiden und im Ofen unter dem Grill 2-3 Minuten beidseitig rösten.
- Brotscheiben mit Radicchio und Tomaten belegen, Tilsiter darüberlegen und unter dem Grill 2-3 Minuten gratinieren.
- Crostini mit den Feigen belegen. Tilsiter durch geriebenen Sbrinz ersetzen.
Welcher Wein passt zu Raclette?
Während viele auf ein Glas Fendant (Chasselas) als Weinbegleitung zu Raclette schwören, bevorzugen wir einen Petit Arvine: Diese alte, autochthone Rebsorte aus dem Wallis, mit ihren angenehm fruchtigen Duftnoten, kann es mit einem rezenten Käsegericht bestens aufnehmen.

Der leidige Abwasch: Tipps zur Reinigung
Wir beginnen beim leidigen Teil des Raclette-Plauschs: Dem Abwasch. Das Saubermachen der fettverschmierten und käseverkrusteten Pfännchen kann einen ganz schön auf die Palme bringen. Die gröbsten Fettreste und Verkrustungen mit einer Holzkelle aus den ausgekühlten Pfännchen schaben. Es lohnt sich, das Gerät gleich nach der Benutzung zu reinigen.
Wenn Sie käsiges Geschirr, Pfännchen und Bestecke für einige Zeit in kaltem Wasser einweichen, leicht vorreinigen, in den Geschirrspüler geben oder mit heissem Wasser und Spülmittel waschen, sind diese schnell und unkompliziert wieder für den nächsten Einsatz bereit.
Der Racletteofen: Vielfalt für jeden Geschmack
Der Racletteofen Es gibt sie in allen Farben und Formen. Der Klassiker ist der grosse, strombetriebene Racletteofen, der zum Inventar vieler Haushalte gehört. Für unterwegs eignen sich die kleinen Öfen, die mit Rechaudkerzen funktionieren und in jeden Rucksack passen. Auch für den Balkon, den Garten, das Flussufer oder die Wanderung sind diese wunderbar geeignet. Speziell windgeschützt ist der Ofen Vulcano, der mit der Brennpaste das Raclette innert 3 Minuten schmilzt und gleichzeitig ein ideales Gerät für auch nur eine Person ist.
Der Racletteofen schmelzt nicht nur Käse, dank der integrierten Grillplatte leistet er noch viel mehr.
Den Racletteofen am besten in der Originalverpackung verstauen.
Weitere Ideen für Raclette-Variationen
Tipp: Die Beilagen kannst du beliebig erweitern z.B. Getrocknete Früchte, Cranberries und Gewürze beigeben mit Apfelessig, Zitron- und Apfelsaft auffüllen und bei mittlerer Hitze ca. 30 min bei gelegentlichem umrühren einkochen. Ev. Chutney noch heiss in ein sterielisiertes Schraubverschlussglas abfüllen.
Limettenabrieb und -Saft mit Sesamöl, Olivenöl, Honig und den Gewürzen mischen. Alles auf ein Blech geben und bei 180°C ca. 15-20 min.
1 Stk. 1 Stk. Butter in Pfanne schmelzen. Gemüsewürfeli und Rollgerste beigeben und in der Butter andünsten, mit der Bouillon ablöschen und auf mittlerer Stufe 30-40 min. köcheln. Flüssigkeit kontrollieren.
Orangenkonfitüre mit Orangensaft, Pfefferkörner und Ingwer in eine Pfanne geben und aufkochen. Halbierte Orangenfilets zugeben und 2 min. köcheln.
Zwiebel in Sesamöl andünsten, Gemüse zugeben und bei mittlerer Hitze weich köcheln. Gut würzen und abschmecken.
Pouletbrust in feine Streifen schneiden und würzen. In der Zwischenzeit das Fleisch und die Crevetten auf den Grill legen und zubereiten. Alle Zutaten in einen Mörser geben und fein mahlen.
Selbst vegan lässt sich das Raclette zelebrieren.
Ok, Raclette-Gewürzmischungen gibt es wie Sand am Meer. Meistens reicht auch schlicht und einfach Paprika und schwarzer Pfeffer. Röstzwiebeln, fruchtiger rosa Pfeffer oder verschiedene frisch gehackte Kräuter, z. B.
Fondue moitié-moitié ist wunderbar wandelbar.
Ob sich schon Willhelm Tell ein Raclette genehmigte, darüber können wir nur spekulieren.
Nährwerttabelle für Raclette (pro Portion)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | Ca. 700-900 kcal |
| Fett | Ca. 50-70 g |
| Protein | Ca. 30-40 g |
| Kohlenhydrate | Ca. 20-30 g (hauptsächlich aus Kartoffeln und Beilagen) |
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