Wer für den Hund kocht, spart Geld, schont die Umwelt und weiss, was das Haustier frisst. Für Haustiere zu kochen, mag fürs Erste etwas dekadent erscheinen, hat beim genauen Hinschauen aber Sinn.
Nach Schätzungen der Schweizer Tierdatenbank Identitas leben etwas mehr als eine halbe Million Hunde in der Schweiz. Wenn nur die Hälfte der Hunde täglich eine Dose oder Aluschale gekauftes Hundefutter verspeist, entsteht ein Abfallberg von 250 000 Verpackungen pro Tag. Und damit ein grosser Pfotenabdruck in der Ökobilanz. Diese lässt sich daheim am Herd ohne allzu grossen Aufwand verbessern, indem man etwa den Fleischanteil gegenüber gekauftem Hundefutter etwas senkt.
Auch weniger beliebte Fleischstücke - zumindest beim Menschen - lassen sich so prima verwerten. Denn was Herrchen nicht mag, liebt Fido umso mehr, und gleichzeitig kann das Tier so wichtige Nährstoffe wie Eisen, Kupfer, Zink, allerlei Vitamine und Biotin aufnehmen.

BARF-Rechner für Hunde zur Erstellung eines individuellen Futterplans.
Was darf rein ins Hundefutter?
Prof. Dr. Annette Liesegang vom Institut für Tierernährung und Diätetik der Universität Zürich hält es prinzipiell für unproblematisch, wenn Hundehalter für ihr Haustier kochen: «Viele finden es gut, weil sie so wissen, wo das Fleisch oder das Gemüse herkommt, das im Tierfutter steckt.»
Ganz ähnlich der Ernährung für den Menschen setzt sich Hundefutter aus Proteinen, Fett, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Mineralstoffen, darunter auch Spurenelemente und Vitamine, zusammen.
Aber wie beim Menschen ist auch beim Hund individuell, was er braucht: «Jeder Hund ist anders. Je nachdem, wie aktiv er ist, braucht er mehr Proteine oder Kohlenhydrate.» Es gilt also - wie beim Menschen - erst grundsätzliche Fragen zu klären. Einige der Antworten darauf findet man auf der Seite des Instituts für Tierernährung und Diätetik der Universität Zürich oder werden in einer telefonischen Sprechstunde auch individuell gegeben.
Generell gilt: Gehacktes Fleisch, etwa vom Huhn oder Truthahn, eignet sich gut, um mit Reis und Gemüse zu einer Hauptmahlzeit gekocht zu werden. «Für den Hund kann man gut auch etwas fettreicheres Fleisch wie Rind nehmen, wenn er nicht zu dick ist», erklärt Dr. Liesegang. Gekochte Karotten, Fenchel oder Kürbis können grundsätzlich mit ins Futter gegeben werden. «Aber Gemüse soll nicht der Hauptbestandteil des Futters sein», erklärt die Professorin.
«Für einen erwachsenen Familienhund geht man grob gerechnet von 1/6 Faserbestandteilen, also Gemüse, 3/6 bis 2/6 Proteinen und 2/6 bis 3/6 Kohlenhydraten aus.» Zusätzlich benötigt ein ausgewogenes Futter die genaue Zugabe von den richtigen Mineralien wie Kalzium, Zink oder Kupfer, eventuell auch von Eisen. Vitamine wie A, D und E sollten auch nicht fehlen. Das kann beim Selberkochen angepasst werden, etwa in Form eines Mineralfutters, das auch Vitamine enthält.
Hier eine Tabelle mit den ungefähren Richtwerten für die Zusammensetzung von Hundefutter:
| Bestandteil | Anteil |
|---|---|
| Faserbestandteile (Gemüse) | 1/6 |
| Proteine | 2/6 - 3/6 |
| Kohlenhydrate | 2/6 - 3/6 |
Hundefutter selber kochen
Was darf nicht ins Hundefutter?
«Schärfe ist sicher nicht gut im Hundefutter, ich würde auch keine Würze dazugeben», rät Annette Liesegang. «Was auch nicht ins Hundefutter darf, sind Avocado, Zwiebel, Knoblauch oder Schokolade. Der Hund kann diese Zutaten nicht abbauen.»
Ebenfalls verzichten sollte man auf Macadamianüsse, Trauben und Rosinen, Süssstoffe, rohe Kartoffeln, rohe Hülsenfrüchte, rohes Eiklar, Pilze, Tomaten, Auberginen und Produkte mit hohem Fett- oder Zuckergehalt.

Für Hunde giftige Lebensmittel
Käse, Milch und andere Milchprodukte
«Auch hier kommt es auf den Hund an. Hunde mit Organproblemen sollten keinen Käse essen.» Etwas harter Käse als Leckerli sei für einen gesunden Hund kein Problem, so die Professorin. Dieser kann das Salz durch vermehrtes Trinken wieder rausschwemmen. Im Alltag eignet sich auch der gut verdauliche Hüttenkäse, Joghurt oder Quark für einen kleinen Snack. Er regt die Verdauung an und stabilisiert die Darmflora.
«Ein Spritzer Milch oder Rahm ist bei einem erwachsenen, grossen Hund auch kein Problem», gibt Annette Liesegang Entwarnung.
Rezepte zum selber machen
Hier sind einige Rezeptvorschläge, um gesundes Hundefutter selber zu machen:
Rezept 1: Hundefutter für normal gewichtige, aktive Hunde
Zutaten:
- 200 Gramm Geflügel oder Rindfleisch
- 100 Gramm Haferflocken
- Distelöl
- 100 Gramm Gemüse (z.B. Rüebli, Spinat, Erbsen)
Zubereitung:
- Bereite das Fleisch zu. Schneide es in Stücke und gare es, indem du es brätst, kochst, backst oder dünstest. (Erhitztes Geflügel immer ohne Knochen füttern!)
- Koche dann die Haferflocken mit der doppelten Menge Wasser.
- Vermische alles und füge das Distelöl hinzu (Ein bis zwei Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht deines Hundes). Die ungesättigten Fettsäuren, Farbstoffe und der hohe Anteil an Omega 3 Säuren sind wichtige Stoffe für den Hund und haben eine gesundheitsfördernde Wirkung.
- Zum Schluss gibst du das Gemüse in Stücke geschnitten dazu. Das muss nicht zwingend mitgekocht werden, damit dein Hund auch mal was zu beissen hat.
Alternativ zu Haferflocken kann man auch Reis verwenden.
Rezept 2: Gourmet-Menü: Kartoffelstock mit Leberwurst
Zutaten:
- 4 mehlig kochende Kartoffeln (geschält)
- 1 TL Butter
- 500 Milliliter Milch
- 200 Gramm Leberwurst
Zubereitung:
- Kartoffeln schälen und klein schneiden.
- 20 Minuten im Wasser kochen.
- Dann mit Butter und Milch zu Stocki stampfen.
- Anschliessend die Leberwurst darunter mischen.
Achtung: Dieses Menü eignet sich nicht für übergewichtige Hunde, da es sehr nahrhaft ist.
Rezept 3: Light-Menü: Lamm-Kartoffel-Eintopf mit Randen
Zutaten:
- 500 Gramm Lammfleisch
- 3 mehlig kochende Kartoffeln (geschält!)
- 1 vorgegarter Randen
Zubereitung:
- Kartoffeln schälen.
- Alle Zutaten in Stücke schneiden.
- Kartoffeln und Lammfleisch 20 Minuten in einem Liter Wasser kochen.
- Wasser abgiessen und mit den Randenstücken vermischen.
Rezept 4: Futter bei Magen-Darm-Beschwerden
Zutaten:
- 1 Rüebli
- 1 Packung Hüttenkäse
- 1 EL Leinsamen
- 1 Portion Milchreis
Zubereitung:
- Milchreis mit doppelter Menge Wasser kochen und abkühlen lassen.
- Rüebli in Stücke schneiden und mit dem Hüttenkäse unter den Milchreis mischen.
- Anschliessend die Leinsamen hinzufügen.
Rezept 5: Hundekuchen
Zutaten:
- 150 Gramm Quark
- 200 Gramm gemahlene Hundeflocken (oder aufgekochte Haferflocken)
- 1 Eigelb
- 6 Esslöffel Milch
- 6 Esslöffel Sonnenblumenöl
Zubereitung:
- Alle Zutaten vermischen und in Muffin-Förmchen abfüllen.
- Anschliessend 30 Minuten bei 200 Grad backen.
- Nach Belieben können die Kugeln vor dem Backen mit Speck, Käse, Honig oder Schinken aufgepeppt werden.
Rezept 6: Für heisse Tage: Hunde-Glacé
Zutaten:
- Naturjogurt (Alternativ: Hüttenkäse oder Frischkäse)
- Obst (z.B. Heidelbeeren, Himbeeren, Banane, Kiwi, Erdbeeren)
Zubereitung:
- Jogurt zusammen mit dem Obst pürieren und in einem leeren Jogurt-Becher einfrieren.
- Als Glacé-Stengel kannst du zum Beispiel einen kleinen Kauknochen verwenden.
Hinweis: Das Hundeglacé sollte nur eine kleine Abkühlung für zwischendurch sein. Zu viel davon kann zu Entzündungen im Rachenbereich führen. Am besten eignet sich eine kleine Kugel pro Tag für deinen Vierbeiner.
Wichtige Hinweise
- Passe die Futtermenge wie gewohnt an Grösse und Gewicht deines Hundes an.
- Verwende kein Salz oder andere Gewürze.
Wer sein Tier dauerhaft durch selbstgemachtes Futter ernähren möchte, sollte zuerst mit einem Tierarzt darüber sprechen. Denn nur so ist garantiert, dass dein Hund auf Dauer gezielt mit allen nötigen Inhaltsstoffen versorgt wird.
Jeder Hund ist anders: Reagiert dein Tier vermehrt mit Durchfall auf das selbstgekochte Essen, bleibst du lieber bei seinem gewöhnlichen Trocken- oder Nassfutter.
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