Geflügel richtig braten: Tipps für ein perfektes Ergebnis

Ein gelungener Grillabend erfordert das perfekte Poulet. Erfahren Sie, wie Sie nicht nur eine herrlich knusprige Haut erzielen, sondern auch das Poulet optimal würzen. Kochbuchautor Claudio Del Principe erklärt, wo der Fehler liegt und wie das Geflügel knusprig und braun wird.

Viele Hobbyköche kennen das Problem: Das Geflügel liegt lange im Ofen und ist trotzdem noch bleich. Hier sind einige Tipps, wie Sie dieses Problem vermeiden können.

So wird dein BRATHÄHNCHEN KNUSPRIG im Ofen

Die richtige Vorbereitung

Bereits beim Einkaufen sollten wir Respekt und Haltung zeigen und billige, unfair erzeugte Hühnchen verweigern. Eigentlich nicht nur bei Poulet, versteht sich, aber gerade Geflügel wird leider besonders respektlos produziert. Daher wenn immer möglich direkt beim Erzeuger kaufen oder auf Bio und Auslaufhaltung achten. Und: auf das Alter und die Rasse.

Schon mal aufgefallen? Bei Rindfleisch macht man ein grosses Brimborium um Rasse, Herkunft, Fütterung und Reifung. Beim Huhn scheint das nur wenige zu interessieren, dabei gibt es natürlich auch da grosse Unterschiede. Je länger und besser ein Tier leben durfte, desto intensiver ist der Geschmack. Also bitte, geben wir Lebensmitteln - vom Einkauf bis zur Zubereitung - etwas Würde zurück.

Nun zum schlichten Rezept für ein Bresse- oder Bio-Freilandhuhn. Als Zutaten reichen feines Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle und Butter oder Butterschmalz. Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Innereien vorsichtig aus der Bauchhöhle entfernen. Herz und Leber mit Schalotten in Butter braten und damit einen köstlichen Toast als Vorspeise zubereiten, während das Huhn im Ofen brät.

Kopf, Füsse und Hals abtrennen (Füsse und Hals kommen mit in den Bräter). Das Fett im Bürzel, der Fettdrüse am Schwanzansatz, belassen.

Das Huhn innen und aussen abspülen und trocken tupfen. Innen salzen und pfeffern.

Das Huhn mit Küchengarn zusammenbinden, damit es gleichmässig gart: Den Faden zuerst um den Bürzel legen, dann in einer Achterschlaufe um die Beingelenke, entlang der Schenkel, um den Hals und über der Brust verknoten. Die Flügel dabei so einklappen, dass sie unter dem Rücken liegen. Grosszügig salzen und moderat pfeffern.

Pro Kilo rechnet man mit 45 Minuten Garzeit. Die Kerntemperatur sollte 85 Grad betragen. Falls kein Thermometer zur Verfügung steht, das Fleisch des Schenkels anstechen: Wenn klarer Saft austritt, ist das Huhn gar.

Am Schluss mit flüssiger Butter oder Butterschmalz bestreichen und 5 Minuten fertig braten. Vor dem Anschneiden 10 Minuten ruhen lassen.

Und nach dem Festmahl: Die Karkasse und die Knochen mit Gemüse für eine herzhafte Hühnerbouillon ansetzen. Denn diese Knochen haben Substanz und Geschmack.

Die Rotisserie-Methode

Die Rotisserie-Methode, auch als Grillieren mit dem Drehspiess bekannt, liefert ein rundum knuspriges, innen saftiges und intensiv würziges Ergebnis. Diese Technik, oft von Imbissständen genutzt, ermöglicht das Rösten des Poulets von allen Seiten, wodurch eine Extraportion knusprige Haut entsteht. Die vergleichsweise kurze Garzeit von etwa 90 Minuten bei kontinuierlicher Drehbewegung sorgt für eine gleichmässige Garung und ein besonders saftiges Ergebnis.

Für optimales Grillpoulet vom Drehspiess sollte das Poulet mindestens 1 kg wiegen. Die Auswahl des Poulets beeinflusst den Geschmack erheblich, wobei Maismast oder Freilandhaltung zusätzliche Aromen liefern.

Die Frage, ob Gasgrill oder Holzkohlegrill besser für Poulet vom Drehspiess geeignet ist, hat keine eindeutige Antwort. Beide Optionen funktionieren hervorragend. Der Gasgrill bietet den klaren Vorteil, dass du die Hitze präzise regulieren kannst. Andererseits kannst du Poulet vom Drehspiess genauso gut auf einem Holzkohlegrill zubereiten. Ein entscheidender Faktor ist natürlich auch, ob es einen passenden Rotisserie-Aufsatz für deinen Grill gibt.

Bei einem kleineren Gasgrill mit zwei oder drei Brennern ist es ratsam, eine Edelstahlwanne zum Unterstellen zu verwenden. Wenn du Grillpoulet mit dem Backburner (Heckbrenner) zubereitest, schalte nur diesen ein, während die übrigen ausbleiben.

Poulet mit dem Drehspiess zu grillieren, ist ziemlich gelingsicher - das richtige Vorgehen vorausgesetzt. Je nach Modell gibt es verschiedene Techniken. Am komfortabelsten ist der elektrische Rotisserie-Grill.

Das Poulet gründlich waschen und ebenso gründlich trocknen. Eventuell überschüssiges Fett entfernen. Poulet marinieren. Das gewürzte Poulet für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, damit sich die Aromen verteilen. Poulet auf den Drehspiess schieben und fixieren. Eine Edelstahlwanne auf den Rost unter dem Poulet stellen. Poulet gut 90 Minuten grillieren. Kerntemperatur prüfen, sie sollte 75°C bis 80°C betragen. Etwa zehn Minuten vor Ende der Garzeit Grill auf 200 °C hochfahren, um eine knusprige Kruste zu bekommen.

Du willst es noch knuspriger, noch saftiger und noch aromatischer? Feuchtigkeit ist schlecht für knusprige Haut. Aus diesem Grund das Poulet vor dem Grillieren gut abtrocknen und möglichst trocken würzen. Du grillierst bei 160-180°C, Zucker würde verbrennen. Klassiker wie der Magic Dust sind daher nicht für Grillpoulet von der Rotisserie geeignet.

Die Flügel und die Beine des Poulets würden beim Drehen abstehen. Dadurch könnten die Enden verbrennen, zudem gart das Fleisch nicht gleichmässig. Pouletbrust wird bei hohen Temperaturen trocken. Sie sollte daher nicht über 75 °C erhitzt werden. Die Keulen vertragen etwas mehr Hitze, hier sind 80 °C Kerntemperatur ideal. Achtung: Wenn die Brenner zu hoch eingestellt sind, wird die Haut schwarz, während das Fleisch noch nicht durchgegart ist. Behalte die Garraumtemperatur im Auge. Zu viel Hitze sorgt ausserdem für trockenes Fleisch.

Du willst dein Grillpoulet noch saftiger? Dann lege es vor dem Grillieren 24 Stunden in einer Salzlake ein. Wenn du mit einem Heckbrenner arbeitest, ist die Drehrichtung relevant. Der Brenner sorgt dafür, dass an der Haut Saft austritt. Wenn das Poulet sich auf dieser Seite nach unten bewegt, läuft der kostbare Fleischsaft einfach in die Wanne.

Du möchtest zwei Poulet auf einmal an einem Spiess grillieren? Dann brauchst du die praktische Doppelforke, wie die Grillfürst Edelstahl Doppel Fleischklammer.

Die Poulet duften köstlich und sind perfekt gebräunt. Wie kommen sie jetzt auf den Teller? Das gelingt dir am sichersten mit Grillhandschuhen.

Du hast jetzt richtig Lust bekommen, Poulet selber zu machen. Dann findest du hier die besten 5 Poulet Rezepte vom Drehspiess. Einfach und super lecker!

5 leckere Poulet-Rezepte vom Drehspiess

Hier sind fünf einfache und leckere Poulet-Rezepte für den Drehspiess:

  1. Klassisches Grillpoulet: Für ein Poulet wie vom Imbiss brauchst du nicht viel. Salz, Paprika, Pfeffer und ein bisschen Zwiebelpulver - fertig. (100 min)
  2. Oktoberfest-Poulet: Das Geheimnis der Oktoberfest-Poulet ist die Butter. Am Stand tropft das Fett langsam von einem Poulet auf das nächste und bringt intensive Aromen mit. Auf der Rotisserie musst du dafür sorgen, dass ausreichend Fett vorhanden ist, um die Haut knusprig zu brutzeln. Etwas von der Butter abnehmen, das Poulet damit einreiben und mit den trockenen Gewürzen würzen. Petersilie hacken und mit der Butter mischen, Mischung ins Hähnchen geben. Auf dem Drehspiess befestigen und grillieren. (100 min)
  3. Poulet mit Knoblauch und Zitrone: Poulet schmeckt langweilig? Vom Grillspiess nicht, mit dieser Würzung sowieso nicht. Das Poulet mit wenig Butter einreiben, trockene Gewürze auf der Haut verteilen und einmassieren. Knoblauch zur Hälfte in feine Scheiben schneiden und unter die Haut schieben. Restlichen Knoblauch mit Zitronenabrieb und Butter vermengen, zusammen mit dem Sellerie ins Poulet geben. (100 min)
  4. Indisches Brathähnchen: Mit dem indischen Brathähnchen duftet die ganze Umgebung köstlich nach Curry, Zimt, Ingwer und einem Strauss anderer Gewürze. Aus 1 EL Ghee und Paprikapulver, Curry, Salz sowie Zimt eine Würzmischung herstellen, das Poulet damit einreiben. Zwiebel grob hacken, mit den übrigen Zutaten und 1 EL Ghee vermengen, ins Poulet geben. (100 min)
  5. Trüffel-Poulet: Dieses Grillpoulet mit Trüffel ist purer Luxus. Die Butter transportiert die Aromen tief ins Fleisch, die Haut wird im Grill super knusprig. Was braucht es mehr? Trüffel hobeln. Butter unter die Haut des Poulet schieben, Trüffelscheiben nachschieben. Haut von aussen mit wenig Butter einreiben und salzen. Eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen, dann auf dem Drehspiess 90 Minuten grillieren und heiss servieren.

Poulet in der Pfanne braten

Poulet kannst du braten, schmoren, dämpfen oder grillieren. Bei all diesen Zubereitungen gilt: Das Fleisch muss durchgegart werden. Du solltest also sicherstellen, dass das Fleisch eine Kerntemperatur von 75 °C erreicht - und das geht ganz einfach!

Zubereitung

  1. 1 Pouletbrüstli 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank nehmen.
  2. Pouletbrüstli kurz mit kaltem Wasser abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen.
  3. Wer mit einem Thermometer arbeitet, kann dieses jetzt ins Fleisch stecken. Die Spitze sollte in der Mitte des Fleisches sein. Kerntemperatur von 75 °C einstellen.
  4. Pfanne mit dem Öl auf höchster Stufe erhitzen. Wenn das Öl heiss ist, d.h. flüssig wie Wasser, Pouletbrüstli hineinlegen. Unter gelegentlichem Wenden 3-4 Minuten scharf anbraten, bis sie schön goldbraun sind.
  5. Herd auf mittlere Stufe zurückdrehen und Pouletbrüstli noch ca. 5-6 Minuten weiterbraten. Gelegentlich wenden. Beim Wenden nie ins Fleisch stechen, damit nicht unnötig Fleischsaft austritt.
  6. Daumen und kleinen Finger zusammenlegen und auf den Daumenballen drücken. Wenn sich deine Pouletbrüstli gleich anfühlen, sind sie perfekt. Wer mit dem Thermometer arbeitet, nimmt das Fleisch aus der Pfanne, wenn es 75 °C erreicht hat.
  7. Mit Salz und Pfeffer würzen und sofort servieren.

Dazu passt Salat.

Garstufen & Kerntemperaturen Zubereitung Brust Braten in der Pfanne Geflügel / Poulet

Beim Kurzbraten wird das Gargut bei grosser Hitze in Fett ohne Fremdflüssigkeit angebraten und dann bei mittlerer Hitze fertig gebraten. Aus dem Bratsatz lassen sich würzige Saucen zubereiten. Je nach Gargut wird einmal gewendet (Schnitzel, Fisch) oder unter Schwenken oder gelegentlichem Rühren (Geschnetzeltes, Pilze, Gemüsestücke) gebraten. Bei heiklem Gargut wie Fisch ist eine beschichtete Bratpfanne von Vorteil. Das Gargut mit den beiden Bratschaufeln wenden.

Würzen: Unmittelbar vor dem Kurzbraten oder danach, wobei man die Pfanne vom Herd ziehen sollte.

Temperieren: Entrecôte und Schnitzel vor dem Erhitzen Raumtemperatur annehmen lassen.

Gekühlt anbraten: Gehacktes und zarte Fischfilets erst kurz vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen.

Ein perfekt gebratenes Hendl mit knuspriger Haut.

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