Wer an Verstopfung leidet, ist damit nicht allein. Rund 20% der weltweiten Bevölkerung sind davon betroffen. Die Häufigkeit des Stuhlgangs ist von Person zu Person unterschiedlich. Alles zwischen dreimal täglich und dreimal pro Woche liegt im Normalbereich. Es gibt viele weitere Hausmittel, die dem Darm auf die Sprünge helfen. Mit der richtigen Ernährung und Lebensweise lässt sich eine Verstopfung (Obstipation) oft recht schnell lösen beziehungsweise sogar im Vorfeld verhindern.
Die Ursachen von Verstopfungen sind sehr vielfältig. Oft bleibt die Ursache auch unklar. Häufig helfen auch schon die richtige Ernährung, mehr Bewegung und weniger Stress.
In diesem Artikel werden wir die wohltuende Kombination von Flohsamen und Joghurt zur Bekämpfung von Verstopfung genauer unter die Lupe nehmen.

Was ist Verstopfung?
Verstopfung, auch als Obstipation bekannt, ist ein Zustand, bei dem es zu erschwerten oder seltenen Stuhlgängen kommt. Dies kann mit harten, trockenen Stühlen und einem Gefühl der unvollständigen Entleerung des Darms einhergehen.
Symptome von Verstopfung
Verstopfung kann sich auf verschiedene Weisen äussern, und die Symptome können von Person zu Person variieren:
- Seltene Stuhlgänge: Eine der offensichtlichsten Manifestationen von Verstopfung ist, dass die Stuhlgänge weniger häufig auftreten als normal.
- Schwierigkeiten beim Stuhlgang: Selbst wenn Stuhlgänge auftreten, können sie schwerer und schmerzhafter sein als üblich.
Ursachen von Verstopfung
Mangel an Ballaststoffen in der Ernährung kann zu Verstopfung führen. Wenn Verstopfung länger anhält oder von anderen Symptomen begleitet wird, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.
Allgemeine Tipps gegen Verstopfung
Die folgenden Alltagstipps können eine Verstopfung lindern und helfen, ihr vorzubeugen:
- Ballaststoffreiche Ernährung: Essen Sie viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.
- In Ruhe essen: Die Verdauung beginnt schon im Mund, kauen Sie jeden Bissen ausreichend.
- Genug trinken: Experten empfehlen eine tägliche Trinkmenge von 1,5 bis zwei Litern (z. B. Wasser, Mineralwasser, Tee).
- Bewegen Sie sich: Vor allem Verstopfung im Alter scheint mit Bewegungsmangel in Zusammenhang zu stehen. Bereits ein ausgedehnter Spaziergang, Schwimmen oder Velofahren unterstützen die natürlichen Darmbewegungen. Dafür muss kein Hochleistungssport betrieben werden.
- Dem Stuhldrang nachgeben: Unterdrücken Sie den Stuhlgang nicht, etwa weil Sie gerade telefonieren wollten.
- Stuhlgang in Ruhe: Nehmen Sie sich genügend Zeit für den Gang zur Toilette.
- Regelmässige Darmentleerung: Gehen Sie zum Beispiel immer morgens nach dem Frühstück zur Toilette und bleiben Sie zehn Minuten sitzen, auch wenn nichts passiert. Oft gewöhnt sich der Körper allmählich daran und nutzt irgendwann die Zeit dann für die Darmentleerung.
- Entspannung: Steht der Körper unter Stress, drosselt er die Darmtätigkeit. Geeignete Entspannungs-Methoden sind zum Beispiel progressive Muskelentspannung und autogenes Training. Wer gestresst ist, schüttet vermehrt Hormone, unter anderem Adrenalin, aus. Das macht den Darm zusätzlich träge und verursacht Verstopfungen. In Stresssituationen also lieber einen Gang zurückschalten und Entspannungsübungen einbauen.
Die besten Hausmittel gegen Verstopfung | BILD der FRAU
Natürliche Abführmittel
Manche Lebensmittel wirken auf natürliche Weise abführend. Sie lassen sich bei einer Verstopfung einnehmen und sollen die Verdauung in Schwung bringen. Als natürliche Abführmittel wirken Trockenfrüchte wie Feigen, Pflaumen, Sauerkraut, Randen, Leinsamen, Weizenkleine und Flohsamen. Die Wirkung tritt aber erst nach ein paar Stunden ein. Wichtig: wer abführende Lebensmittel zu sich nimmt, sollte die Menge langsam erhöhen, um keine Blähungen zu bekommen.

Zu diesen natürlichen Abführmitteln zählen:
- Leinsamen: Sie sind eine gute Quelle für Ballaststoffe und fördern die Bewegung des Darms, die Verdauung und den Stuhlgang. Man kann sie zum Beispiel zu Müsli, Joghurt oder Smoothies hinzufügen.Leinsamen steigern das Volumen des Darminhaltes. Bei einer Verstopfung das die Stuhlentleerung erleichtern und beschleunigen. Dazu nehmen Erwachsene bei Verstopfung zwei- bis dreimal täglich zwischen den Mahlzeiten ein bis zwei Esslöffel beziehungsweise 10 bis 20 Gramm ganze oder leicht gequetschte Leinsamen zu sich.Sehr wichtig ist dabei eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Es ist sinnvoll, jede Leinsamen-Portion mit mindestens 150 Milliliter Wasser zusammen einzunehmen.Die Tagesdosis für Erwachsene liegt bei 45 Gramm Leinsamen. Bei Kindern ist sie etwas niedriger: Sie können zwei- bis dreimal täglich jeweils zwei bis vier Gramm (1 bis 3 Jahre), drei bis sechs Gramm (4 bis 9 Jahre) beziehungsweise sechs bis zehn Gramm (10 bis 15 Jahre) der Samen zu sich nehmen - wiederum mit ausreichend Flüssigkeit.Ein Teelöffel Leinsamen entspricht etwa vier Gramm.
- Flohsamen: Flohsamenschalen binden viel Wasser und vergrössern dadurch das Volumen des Stuhls, er wird weicher und gleitfähiger. Dadurch können sich Verstopfungen lösen.Die Schleimstoffe in der Schale von Flohsamen quellen zum einen im Darm auf und steigern so das Stuhlvolumen. Das den Stuhlgang erleichtert. Zum anderen binden sie freies Wasser und Giftstoffe im Darm. Flohsamen sollen so dabei helfen, eine Verstopfung zu lösen.Wer das Hausmittel zum Abführen anwenden möchte, nimmt einen Teelöffel Flohsamen mit 200 Milliliter Wasser oder klarer Brühe ein. Im Anschluss rasch zwei Gläser Wasser trinken.Die Tagesdosis für Erwachsene liegt bei 20 bis 40 Gramm Flohsamen beziehungsweise bei 10 bis 20 Gramm Flohsamenschalen (jeweils aufgeteilt auf drei Einzeldosen).
- Pflaumensaft: Der Saft hat natürlich abführende Eigenschaften. Dies liegt an den vielen Faserstoffen der Pflaume und dem enthaltenen Zuckeralkohol Sorbit.
- Trockenfrüchte: Feigen, Pflaumen und ähnliche Trockenfrüchte sind reich an Ballaststoffen und helfen bei Verstopfungen, wenn gleichzeitig viel getrunken wird.
- Esslöffel Olivenöl: Ein bis zwei Esslöffel natives Olivenöl auf nüchternen Magen können Verstopfungen lösen.
Natürlichen Abführmittel wirken nicht bei jedem. Dann kommen meist medikamentöse Abführmittel zum Einsatz, auch als Laxantien bekannt. Abführmittel wirken auf unterschiedliche Weise.
Flohsamen: Das kleine Wundermittel mit grosser Wirkung
Auf den ersten Blick unscheinbar, aber ein uraltes Geheimnis der Natur - Flohsamen besitzen erstaunliche Kräfte, die weit über ihre winzige Grösse hinausgehen. Sie haben die Fähigkeit, das Innere des Körpers sanft zu reinigen, den Stoffwechsel zu beeinflussen und sogar das Wohlbefinden spürbar zu steigern.
Flohsamen sind die Samen bestimmter Wegerichgewächse aus der Familie der Plantaginaceae. Vor allem zwei Arten, Plantago afra und Plantago arenaria, sind als Arzneimittel bekannt. Es gibt auch indische Flohsamen (Plantago ovata), die aus Indien und den angrenzenden Gebieten stammen. Der Wegerich wächst bevorzugt an Wegrändern - daher sein Name. Seine Blätter bilden eine bodenständige Rosette, die Blüten sind in ährenartigen Blütenständen angeordnet. Nach der Blüte bilden sich Kapseln, in denen die winzigen, flohähnlichen Samen sitzen.
Flohsamen vs. Flohsamenschalen
Flohsamen und Flohsamenschalen stammen von der gleichen Pflanze, unterscheiden sich aber in ihrer Wirkung und Anwendung. Flohsamen sind die ganzen Samen der Pflanze und enthalten sowohl die äussere Schale als auch den inneren Kern. Flohsamenschalen hingegen bestehen ausschliesslich aus der äusseren Samenschale. Diese Schale ist ein natürliches Quellmittel löslicher Ballaststoffe, die in Verbindung mit Flüssigkeit stark aufquellen und eine gelartige Substanz bilden.
Ein entscheidender Vorteil der Flohsamenschalen ist ihre Fähigkeit, ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser aufzunehmen. Dadurch wird die Konsistenz des Stuhls verbessert und die Darmpassage erleichtert.
Die Quellfähigkeit der Flohsamenschalen
Flohsamenschalen sind ein wahres Verdauungswunder der Natur. Bei Kontakt mit Flüssigkeit können Psylliumschalen ein Vielfaches ihres Volumens aufnehmen. Dies geschieht durch langkettige Kohlenhydrate in der äusseren Schicht, die Feuchtigkeit binden und so eine gelartige Masse bilden.
Neben ihrer Quellfähigkeit haben Flohsamenschalen eine weitere Besonderheit: sie sondern einen schützenden Schleim ab, der sich wie ein Film auf die Darmwand legt. Ausserdem sollen Flohsamenschalen schädliche Stoffe binden und mit dem Stuhl aus dem Körper befördern.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Verbraucher, die Flohsamen oder Flohsamenschalen kaufen möchten, sollten nicht einfach zum erstbesten Produkt greifen. Hochwertige Flohsamen stammen aus kontrolliertem Anbau und werden schonend verarbeitet. Das bedeutet, dass weder die wertvollen Faserstoffe noch die natürliche Quellfähigkeit durch industrielle Verfahren beeinträchtigt werden.
Es ist darauf zu achten, dass Flohsamen oder Flohsamenschalen keine Zusätze enthalten. Manche Hersteller setzen Rieselhilfen oder andere Füllstoffe zu, welche die Qualität mindern können. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft, sich für ein 100% reines Naturprodukt zu entscheiden. Damit Psyllium und Psylliumschalen lange frisch bleiben, sollten sie lichtgeschützt und luftdicht verpackt werden.
Die vielfältigen Vorteile von Flohsamenschalen
Flohsamenschalen bilden im Verdauungstrakt ein natürliches Gel, das den Stuhl auflockert, sein Volumen vergrössert und die Darmpassage erleichtert. Besonders hilfreich sind sie bei Verstopfung, da sie die Darmtätigkeit sanft anregen, ohne den Körper zu belasten. Auch bei Reizdarm, Hämorrhoiden oder nach Operationen im Enddarmbereich werden sie empfohlen, da sie sanft und schonend wirken.
Flohsamenschalen können aber noch mehr. Sie helfen, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Studien zeigen, dass sie die Zuckeraufnahme im Darm verringern und so Blutzuckerspitzen nach dem Essen verhindern. Auch der Cholesterinspiegel profitiert von Psyllium. Die Faserstoffe binden Gallensäuren, die dann mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Flohsamenschalen tragen auch zur Senkung des Blutdrucks bei, insbesondere bei Menschen mit Bluthochdruck und gestörtem Fettstoffwechsel. Beim Abnehmen sind sie kein Wundermittel, aber eine wertvolle Ergänzung.
Flohsamenschalen sind auch ein wichtiger Bestandteil der Darmreinigung, da sie Schadstoffe binden, Blähungen reduzieren und die Darmflora regulieren.
Wie schnell wirken Flohsamen?
Die Wirkung von Flohsamen setzt nicht sofort ein, sondern entwickelt sich allmählich. In den meisten Fällen dauert es 12 bis 24 Stunden, bis sich eine spürbare Verbesserung der Verdauung einstellt. Manchmal braucht der Körper aber auch länger, vor allem, wenn sich der Darm erst an die zusätzliche Ballaststoffzufuhr gewöhnen muss.
Wann Sie auf Flohsamen verzichten sollten
Obwohl diese als natürliche Verdauungsförderer bekannt sind, gibt es Situationen, in denen ihre Einnahme nicht zu empfehlen ist. Menschen mit Schluckbeschwerden sollten auf Flohsamenpräparate verzichten, da die Samen ohne ausreichende Flüssigkeit im Hals stecken bleiben können. Bei akuten Entzündungen im Verdauungstrakt oder chronischen Verdauungsbeschwerden kann die zusätzliche Zufuhr von Faserstoffen den Zustand verschlechtern. Auch wenn sich das Stuhlverhalten plötzlich verändert und die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten, ist eine ärztliche Abklärung notwendig.
Tipps zur richtigen Einnahme
Flohsamenschalen sollten stets mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Sie quellen stark auf und benötigen daher Wasser, um ihre verdauungsfördernde Wirkung zu entfalten. Ohne genügend Flüssigkeit kann es zu Verstopfung oder sogar einem Darmverschluss kommen.
Idealerweise nehmen Sie Flohsamenschalen am Morgen, vorzugsweise vor dem Frühstück, zu sich. Dadurch kann die Verdauung optimal unterstützt werden. Falls Sie regelmässig Medikamente einnehmen, sollten Sie die Einnahme von Flohsamenschalen vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen. Wenn Sie unter Hämorrhoiden leiden, kann die Einnahme von Flohsamenschalen für eine Erleichterung sorgen. Ein weicherer Stuhlgang verringert den Druck beim Toilettengang und hilft, Beschwerden zu reduzieren.
Flohsamenschalen sind extrem ballaststoffreich - 100 g enthalten etwa 70 g Faserstoffe. Die empfohlene Tagesmenge für Ballaststoffe liegt bei ca. 30 g. Daher sollten Sie sich an folgende Dosierung halten: maximal zweimal täglich einen gestrichenen Teelöffel Flohsamenschalenpulver mit 250 ml Wasser anrühren und sofort trinken. Wer sein Gewicht reduzieren möchte, kann von Flohsamenschalen profitieren. Durch ihr starkes Quellvermögen sorgen sie für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.
Weitere Hinweise
- Milch hemmt die Quellfähigkeit der Flohsamenschalen und kann ihre Wirkung beeinträchtigen. Rühren Sie die Samen daher besser in Wasser oder ungesüsste Pflanzenmilch ein.
- Achten Sie beim Kauf von Flohsamenschalen auf eine hochwertige Bio-Qualität. So vermeiden Sie mögliche Schadstoffe und stellen sicher, dass das Produkt frei von Pestiziden und Zusatzstoffen ist.
- Flohsamenschalen sind geschmacksneutral und lassen sich vielseitig verwenden. Sie können diese in Smoothies, Joghurt oder Porridge einrühren.
- Bei Erkrankungen wie Darmverschluss, schweren Entzündungen oder einer Verengung der Speiseröhre sollten Sie Flohsamenschalen nicht einnehmen.
Anwendung von Flohsamen und Joghurt
Die Kombination von Flohsamen und Joghurt ist eine einfache und effektive Methode, um die Darmgesundheit zu fördern und Verstopfung zu lindern. Der Joghurt liefert zusätzlich Probiotika, die eine gesunde Darmflora unterstützen.
Zubereitung:
- Einen Teelöffel Flohsamen oder Flohsamenschalen in ein Glas Joghurt (ca. 200 ml) einrühren.
- Die Mischung etwa 10-15 Minuten quellen lassen.
- Gut umrühren und geniessen.
- Trinken Sie zusätzlich ein Glas Wasser.
Diese Mischung kann einmal täglich, vorzugsweise am Morgen, eingenommen werden.
Weitere Hausmittel gegen Verstopfung
Sie können noch weitere Hausmittel ausprobieren, um eine Verstopfung zu lindern.
Probiotische Lebensmittel
Bei Verstopfung greifen Betroffene gegebenenfalls zu Lebensmitteln, die Probiotika enthalten. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in Naturjoghurt, Kefir, Buttermilch, Sauerkraut, Roter Bete sowie milchsauren Getränken aus biologischen Vollkorngetreiden vorkommen.
Sie sollen eine gesunde Darmtätigkeit und das Immunsystem unterstützen. Als Hausmittel kommen sie vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden zum Einsatz und sollen die Dauer der Beschwerden verkürzen.
Bauchmassage und Baucheinreibung
Eine Bauchmassage oder -einreibung soll dabei helfen, eine Verstopfung sofort zu lösen.
Bauchmassage: Eine sanfte Bauchmassage soll die natürliche Darmbewegung ankurbeln, Spannungen lindern und Magen-Darm-Beschwerden wie eine Verstopfung lösen. Dazu mehrere Minuten lang mit beiden Händen und sanftem Druck im Uhrzeigersinn über den Bauch streichen. Beginnen Sie am rechten Unterbauch und streichen Sie bogenförmig bis zum linken Unterbauch. Damit folgen Sie dem Verlauf des Dickdarms.
Die sanfte Bauchmassage ist auch als Hausmittel bei Babys und älteren Kindern mit Verstopfung gut geeignet.
Baucheinreibung: Der Einsatz von ätherischen Ölen verstärkt möglicherweise die Wirkung der Bauchmassage. Verwenden Sie dazu verdünntes Fenchel-, Melissen-, Kamillen- oder Kümmelöl. Das soll wärmend wirken, Krämpfe und Schmerzen lösen, beruhigen und die Verdauung anregen.
Dazu geben Sie circa zehn bis 15 Tropfen eines der genannten ätherischen Öle in 50 Milliliter fettes Öl (zum Beispiel kaltgepresstes Olivenöl oder Mandelöl). Von dieser Mischung etwas auf Ihren Handflächen erwärmen und dann sanft den Bauch damit im Uhrzeigersinn einige Minuten lang einreiben. Nicht mit zu viel Druck arbeiten! Dann gut zugedeckt etwa 30 Minuten nachruhen. Je nach Bedarf mehrmals täglich wiederholen.
Ätherische Öle rufen bei Säuglingen und Kleinkindern möglicherweise einen lebensgefährlichen Stimmritzenkrampf (Glottiskrampf) mit Atemstillstand hervor. Wenden Sie ätherische Öle bei kleinen Kindern daher erst nach Rücksprache mit einem Arzt an und nur in einer geringen Dosierung!
Bauchauflage mit Kamille
Eine feucht-heisse Bauchauflage mit Kamille schmerzlindernd, krampflösend und entspannend wirken. Dazu ein bis zwei Esslöffel Kamillenblüten mit einem halben Liter kochenden Wasser übergiessen. Maximal fünf Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann die Pflanzenteile abseihen.
Ein aufgerolltes Innentuch in ein zweites Tuch legen, das Ganze zum Wickel aufrollen. Diesen mit heraushängenden Enden im heissen Tee durchziehen lassen und auswringen. Das Innentuch faltenfrei um den Bauch legen. Ein trockenes Tuch herumwickeln und nach 20 bis 30 Minuten abnehmen. Danach eine halbe Stunde lang ruhen. Maximal zweimal täglich anwenden.
Warmes Körnerkissen
Ein warmes Körnerkissen (zum Beispiel Kirschkernkissen) gibt lange Wärme ab. Es entspannend, schmerzstillend wirken und die Durchblutung fördern. Die Wärme wirkt sich daher bei einer Verstopfung möglicherweise wohltuend aus. Das Kissen je nach Herstellerangaben auf der Heizung oder in der Mikrowelle erhitzen und am Bauch anlegen. So lange einwirken lassen, wie die Wärme angenehm ist.
Senfmehlfussbad
Ein Senfmehlfussbad die Durchblutung anregen, schleimlösend wirken und Schmerzen lindern. So geht's:
Eine Fussbadewanne oder einen grossen Eimer mit maximal 38 Grad warmem Wasser füllen. Den Eimer so hoch füllen, dass das Wasser bis zu den Waden geht. Dann zehn bis 30 Gramm schwarzes Senfmehl einrühren. Füsse hineinstellen, über die Knie ein grosses Handtuch legen (um das Gesicht vor aufsteigenden Dämpfen zu schützen).
Nach etwa zwei bis zehn Minuten setzt ein brennendes Gefühl auf der Haut ein. Dann die Füsse noch fünf bis zehn Minuten im Wasser lassen. Im Anschluss herausnehmen, gründlich abspülen und mit Olivenöl einreiben. Danach 30 bis 60 Minuten zugedeckt im Bett ruhen.
Was hilft bei Kindern gegen Verstopfung?
Für die Vorbeugung und Behandlung von Verstopfung bei Kindern gelten folgende Empfehlungen:
- Ausreichend trinken (z. B. Mineralwasser, ungesüsster Tee, aber keinen Kakao!) und eine ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte) erhalten.
- Kleinen Kindern lässt sich zur Anregung der Verdauung Birnenmus und Vollkornbrei geben.
- Ebenfalls gegen Darmträgheit helfen eingeweichtes Dörrobst, Sauerkraut sowie mit viel Flüssigkeit eingenommene Leinsamen.
- Stopfende Lebensmittel (z. B. Weissbrot, Kuchen, Fastfood) gilt es zu meiden.
- Geben Sie dem Kind Milch nur in Massen, dafür aber täglich mild gesäuerte Milchprodukte (z. B. Buttermilch, Kefir, Joghurt, Molke).
- Verwenden Sie zum Kochen Olivenöl statt Butter, Margarine oder Sonnenblumenöl.
- Achten Sie darauf, dass das Kind nicht zu viele Süssigkeiten nascht.
- Das Kind zu ausreichender Bewegung animieren.
Um den Weitertransport des Speisebreis im Darm anzuregen, ist es möglich, den Bauch des Kindes mit der flachen Hand sanft im Uhrzeigersinn zu massieren. Alternativ dem Kind eine Wärmflasche auf den Bauch legen oder einen warmen Wickel für den Bauch machen.
Bei Säuglingen und Kleinkindern mit Verstopfung ist besonders sorgfältig auf die Pflege von Po und After zu achten.
Bei Bedarf empfiehlt der Arzt für Ihr Kind bestimmte abführende Mittel gegen die Verstopfung, so zum Beispiel Laktulose oder Macrogol. Bei einer akuten Verstopfung lässt sich diese mit einem Miniklistier aus der Apotheke, der den Stuhl im Enddarm erweicht, lösen.
Geben Sie Kindern niemals pflanzliche Präparate gegen Verstopfung wie Sennesblätter, Faulbaumrinde oder Rhabarberwurzel.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Erwachsene sollten bei anhaltender Verstopfung, die sich durch Hausmittel nicht beheben lässt, einen Arzt aufsuchen. Von der dauerhaften Anwendung apothekenpflichtiger, aber rezeptfreier Abführmittel ist abzuraten.
Gerade Kinder trauen sich häufig nicht, in der Öffentlichkeit, zum Beispiel in der Schule, auf die Toilette zu gehen. Stattdessen halten sie den Stuhl zurück, wodurch diesem weiter Wasser entzogen und seine Beschaffenheit härter wird. In der Folge ist der Stuhlgang zu Hause schmerzhaft, sodass Kinder wiederum den Stuhldrang unterdrücken. Auf Dauer können sich so regelrechte Massen an Stuhl im Darm ansammeln und sichtbar den Bauch vorwölben. Kinder klagen typischerweise über starke Bauchschmerzen, insbesondere bei Druck auf die angesammelte Stuhlmasse. Schnelle Abhilfe bringt in diesem Fall ein Einlauf (Klistier, Klysma). Um das Wiederauftreten solcher Situationen zu meiden, muss dem Kind die Notwendigkeit deutlich gemacht werden, regelmässig auf die Toilette zu gehen.
Zusammenfassung
Flohsamen sind eine natürliche und vielseitige Quelle für Fasern, welche die Verdauung unterstützen und zur Darmgesundheit beitragen. Durch ihre quellende Eigenschaft können sie nicht nur Verstopfung lindern, sondern auch das Sättigungsgefühl fördern und so eine bewusste Ernährung unterstützen. In Kombination mit Joghurt, der zusätzlich Probiotika liefert, entsteht ein effektives Duo für eine gesunde Verdauung.
Es gibt verschiedene natürliche Heilmittel und Lebensstiländerungen, die bei der Linderung von Verstopfung helfen können.
Tabelle: Ballaststoffgehalt ausgewählter Lebensmittel
| Lebensmittel | Ballaststoffgehalt pro 100g |
|---|---|
| Vollkornbrot | 6-8 g |
| Haferflocken | 10 g |
| Linsen | 15 g |
| Äpfel | 2.4 g |
| Flohsamenschalen | 70 g |
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