Für viele ist Kochen der perfekte Ausgleich zur hektischen, über-digitalisierten Welt. Musikhören, schnetzeln, kneten, brutzeln, sich die Finger dreckig machen und den Duft von Gewürzen und Kräutern in der Nase, während man ein Glas Wein trinkt. Abschalten und runterfahren. Begriffe wie Slow Food und Slow Cooking passen da genau ins Konzept.
Slow Cooking ist nichts anderes als langsames Kochen, und das schmeckt nicht nur saugut, weil das Gericht unendlich Zeit hatte, sämtliche Geschmacksnoten zu entfalten. Ein Slowcooker darf in der modernen Küche nicht fehlen.
Der Slowcooker (Langsamkocher oder Schongarer) ist eine Erfindung aus den USA. In seiner Heimat ist er auch als Crock-Pot bekannt, wobei dies eigentlich ein Markenname ist. Ursprünglich war der «Crock» ein irdener Topf wie der bei uns bekannte Römertopf und die marokkanische Tagine.

Die Vorteile des Slowcookers
Der moderne Slowcooker ist ideal zur langsamen Zubereitung bei Temperaturen unter dem Siedepunkt. Anders als ein Topf auf dem Herd muss er auch nicht ständig bewacht werden. Man kann morgens ein Stück Rindfleisch in den Topf geben und das Haus verlassen. Kehrt man abends zurück, erwartet einen ein wunderbar zarter Braten.
Aufgrund des oft verwendeten Keramikmaterials kann im Slowcooker nichts anbrennen. Dazu arbeitet er wesentlich energiesparsamer als der Backofen oder Herd. Die meisten Modelle bieten mehrere Liter Fassungsvermögen. Dies erlaubt es, eine grosse Menge auf einmal darin zu garen. Frieren Sie mehrere Portionen für die nächsten Wochen ein oder kochen Sie für zehn hungrige Partygäste.
Die wichtigsten Vorteile in Kürze:
- Lebensmittel können bis zu 12 Stunden darin garen.
- Auch zähe Fleischstücke werden butterweich.
- Nichts kann anbrennen.
- Energiesparend im Vergleich zu Herd und Backofen.
Slow Cooker Ribs

Was eignet sich für den Slowcooker?
Besonders gut ist der Slowcooker für ansonsten eher zähe Fleischstücke geeignet, die bei langem Kochen weich werden. Auch bissfestes Gemüse wie Kartoffeln, Kürbis und Karotten gelingen darin wunderbar. Dies macht ihn zur perfekten Wahl für herzhafte Wintersuppen und Eintöpfe. Indische Currygerichte und französische Klassiker wie Boeuf Bourguignon schmecken grossartig.
Weniger gut geeignet ist er für empfindliche Lebensmittel, die schnell matschig werden und zerfallen. Fisch und Pasta gehen beispielsweise gar nicht. Milchprodukte flocken aus und dürfen nur ganz zum Schluss eingerührt werden.
Rezept: Orientalisches Poulet mit Pasta aus dem Slow Cooker
Poulet eignet sich ganz vorzüglich für Slow Cooking Rezepte. Je länger das Huhn vor sich hin köchelt, desto zarter wird es. Und der Geschmack des Gerichts wird intensiver. Für dieses Gericht kann man Bucatini, die hohlen Spaghetti, Paccheri, die kurzen, dicken Hohlnudeln, oder einfach Penne verwenden. Auf jeden Fall muss die Pasta irgendwo hohl sein.
Zutaten:
- 8 Pouletstücke, mit Haut
- 1 TL Olivenöl
- ½ TL Kurkuma
- ½ TL gemahlener Kümmel
- ¼ TL Muskatnuss
- ½ TL Sumach
- ¼ Schnitz eingelegte Zitrone
- 2 rote Zwiebeln, ge-achtelt
- 1-2 Rüebli, schält und geschnitten
- Salz
- 2-3 Knoblauchzehen, geschält
- 2 Tomaten, gehackt
- 3 TL Zitronensaft
- 350 g Pasta (siehe oben)
- Peterli
Zubereitung:
- Mariniere das Poulet in einer Schüssel mit den Gewürzen und dem Olivenöl und lass es für 10 Minuten so.
- Brate das Poulet in einer grossen, hohen Bratpfanne auf beiden Seiten gut an. Zusätzliches Öl ist nicht nötig, die Marinade reicht völlig aus.
- Wenn das Huhn rundum angebraten ist, reduziere die Hitze, gib den Knoblauch, die Zwiebeln, die Tomaten, die eingelegte Zitrone und den Zitronensaft sowie 2 Löffel Wasser dazu.
- Zudecken und 45 Min. köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist.
- In der Zwischenzeit kannst du die Pasta al dente kochen, das Wasser abgiessen und die Pasta zurück in die Pfanne geben.
- Wenn das Poulet gar ist, nimm es aus der Pfanne auf einen Teller. Den Rest gibst du über die Pasta. Mischen.
- Lege die Pouletstücke wieder zurück in die Pfanne und leere den gesamten Inhalt der Pastapfanne, also Pasta und Sauce, über das Poulet.
- Auf kleinem Feuer noch einmal 45 köcheln lassen.
- Pasta in eine grosse, tiefe Platte oder Schüssel geben, Peterli darunter mischen. Pouletstücke auf die Pasta legen und restliche Sauce darüber geben. Servieren.
Rezept: Irish Stew im Slowcooker
Zutaten:
- Erdäpfel
- Karotten
- Sellerie
- Rindfleisch
- Zwiebel
- Knoblauch
- Paprikapulver
- Salbei
- Tomaten
- Petersilie
- Kümmel
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung:
- Die Erdäpfel schälen, in beliebige Stücke schneiden und als erstes in den Slowcooker einschichten.
- Darauf die geschälten und in Scheiben geschnittenen Karotten, sowie den in Scheiben geschnittenen Sellerie verteilen.
- Das Rindfleisch in Stücke schneiden (ca. 2-3 cm) und in einer großen Pfanne mit etwas Öl von allen Seiten scharf anbraten. Dann auf dem Gemüse verteilen und mit etwas Mehl bestäuben.
- In der selben Pfanne (nicht auswaschen) gleich den fein gehackten Zwiebel und Knoblauch anbraten, mit Paprikapulver bestäuben und fein gehackten Salbei dazu.
- Den Bratensatz mit Wasser/Suppe lösen. Tomaten unterrühren und etwas fein gehackte Petersilie nach Geschmack sowie Kümmel, Salz und Pfeffer.
- Die Sauce über das Fleisch gießen und Deckel vom Slowcooker schließen (sollte nun zumindest zu 2/3 gefüllt sein). Auf Stufe High stellen und 3 Stunden garen. Dann weitere 5 Stunden auf Stufe Low.
Rezept für einen Crockpot von 3,5 l Inhalt.