Tödlicher Cocktail: Eine Analyse von Drogen, Mischkonsum und ihren verheerenden Folgen

Der Begriff "tödlicher Cocktail" wird oft im Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Konsum verschiedener psychoaktiver Substanzen verwendet, die in Kombination lebensgefährliche Auswirkungen haben können. Dieser Artikel beleuchtet die Definition eines tödlichen Cocktails, untersucht einen konkreten Fall von Champagner-Vergiftung und warnt vor den Gefahren des Mischkonsums.

Was ist ein tödlicher Cocktail?

Mischkonsum bedeutet grundsätzlich, mehrere psychoaktive Substanzen zur gleichen Zeit zu konsumieren. Mischkonsum bezeichnet grundsätzlich den Konsum von mehreren psychoaktiven Substanzen (z.B. Alkohol mit Cannabis, Ecstasy mit Kokain, usw.) in einer Weise, dass sich ihre Wirkung überlagert. Eine Mischung aus Heroin und Kokain wird umgangssprachlich «Cocktail» oder «Speedball» genannt. Hier ist die Wirkung der beiden Drogen entgegengesetzt, was den Kreislauf gefährlich belastet.

Mischkonsum belastet den Körper stärker und seine Folgen sind viel weniger gut abschätzbar. Bei der Kombination bestimmter Substanzen untereinander besteht Lebensgefahr. Seit 2020 ist vor allem der Mischkonsum mehrerer Medikamente oder von Medikamenten mit Alkohol, Cannabis und anderen Drogen in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Informationen zu Mischkonsum finden sich z.B. Alkohol? Um die Bedeutung und Prävalenz des Medikamenten- und Mischkonsums bei Schweizer Jugendlichen zu erfassen, hat Infodrog 2022 eine entsprechende Situations- und Bedarfsanalyse durchgeführt und zusammen mit Empfehlungen veröffentlicht.

Fallstudie: Tödliche Schampus-Sause in Bayern

In Weiden in Bayern kam es am 11. Februar zu einem tragischen Vorfall. Was als Champagner-Sause anfing, endete mit einem Toten und sieben Verletzten: Party-Gäste aus Bayern wurden im Februar mit Ecstasy vergiftet! Eigentlich wollten sie gemütlich Champagner trinken und den TV-Auftritt eines Freundes feiern. Der Partyabend nahm aber eine tragische Wende: Statt Champagner zu trinken wurden die Freunde mit purem Ecstasy vergiftet.

Harald Z.* (†52) überlebte die Nacht nicht. Sieben weitere Personen kamen ins Spital. Seit der tödlichen Schampus-Sause am 11. Februar im bayerischen Weiden suchte die Polizei eine Erklärung dafür, wie die Drogen in die Flasche kommen konnten. Jetzt hat das Rätseln ein Ende. Wie die «Bild» schreibt, konnte die Polizei den Fall auflösen.

Ermittlungen und Ergebnisse

Nach dem tragischen Vorfall wurden der Wirt des La Vita und seine Mitarbeitenden von der Polizei überprüft und entlastet. Dem Hersteller zufolge wurde die Doppel-Magnumflasche Moët & Chandon Ice Imperial Jeroboam 2017 in Epernay (F) abgefüllt und ausgeliefert - vermutlich in die Niederlande.

Nach Angaben von «Bild» erwarb ein Champagner-Liebhaber aus der Region Weiden die Flasche auf der Online-Plattform eBay. Dies soll zwei Jahre später gewesen sein. für die Schampus-Party bereits im Voraus in seinem Stammlokal La Vita eine Drei-Liter-Flasche Champagner für 750 Euro bestellte, trat der Barkeeper mit dem Schampus-Liebhaber in Kontakt und kaufte ihm eine Flasche für 490 Euro originalverpackt in einer Holzkiste ab.

Harald Z. und seine Freunde ahnten nichts Böses. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Ecstasy aber längst in der Flasche. Dies ergab eine Untersuchung der Flüssigkeit, in der ein Abbauprodukt der Droge nachweisbar war. «Das Ecstasy war bereits kristallisiert, also schon sehr alt», so der leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer (64) zu «Bild». Da die Flasche und die Gläser weiss gefärbt waren, entging es den Party-Gästen, dass die Flüssigkeit nicht wie Champagner aussah.

Bereits 2019 hatte die australische Grenzpolizei 32 Flaschen Moët & Chandon aus dem Verkehr gezogen. Alle Flaschen waren randvoll gefüllt mit Ecstasy - und wurden aus den Niederlanden geliefert. In den Niederlanden kam es auch schon zu einer Champagner-Vergiftung von vier Menschen. Die Flasche trug dieselbe Chargennummer wie in Weiden. Die Ermittlungen konzentrieren sich deshalb nun auf die Niederlande. Mutmasslich werde dort die grösste Menge an flüssigem MDMA (besser bekannt als Ecstasy) hergestellt. Die Champagner-Flaschen würden als Gefässe benutzt, um die Drogen zu schmuggeln.

Offenbar unterlief den Schmugglern dabei ein Fehler - und die Flaschen gerieten in den normalen Handel.

Tödlicher Champagner mit Drogen | maintower

Heroin und seine Gefahren

Heroin (chemische Bezeichnung: Diacetylmorphin) ist ein halbsynthetisches, stark schmerzstillendes Opioid mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential. Heroin wird als weisses, cremefarbenes, graues oder bräunliches Pulver auf dem Schwarzmarkt gehandelt und enthält meist Streckmittel sowie Verunreinigungen aus der Herstellung. Häufig wird Heroin mit einem Gemisch aus Koffein und dem Schmerzmittel Paracetamol gestreckt. Heroinkonsum hat eine euphorisierende, ausgleichend-beruhigende und angstlösende Wirkung.

Gefühle von Geborgenheit und tiefer Selbstzufriedenheit stellen sich ein, Sorgen treten in der Wahrnehmung zurück, man fühlt sich wie in Watte gepackt. Die Wirkung ist abhängig vom Reinheitsgehalt und von der körperlichen Verfassung des/der Konsumierenden und tritt bei intravenösem Heroinkonsum innerhalb von 10 Sekunden, geraucht oder gesnieft nach ein paar Minuten ein. Die Wirkdauer ist abhängig von Dosis, Qualität und Konsumform und beträgt 2 - 5 Stunden.

Der Heroinkonsum löst eine Verlangsamung der Atmung bis hin zu einer lebensbedrohlichen Reduktion der Frequenz auf 2-4 Atemzüge pro Minute aus. Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz, Blutdruckabfall, Pulsverlangsamung, Pupillenverengung («Stecknadelpupillen») und Harnverhaltung (Behinderung der Entleerung der Harnblase) sind weitere Auswirkungen. Bereits nach 1-2 Wochen führt regelmässiger Heroinkonsum zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen. Sniefen führt zu einer Schädigung der Nasenscheidewände und Schleimhäute. Beim Rauchen kann es zu einer Schädigung der Bronchien und Verkleben der Lunge kommen. Bei intravenösem Heroinkonsum sind Entzündungen der Venen häufig und das Risiko der Ansteckung mit übertragbaren Krankheiten (Hepatitis C, HIV) ist sehr hoch.

Heroinabhängigkeit führt häufig zum körperlichen Zerfall wegen Vernachlässigung von Ernährung, Körperpflege und Hygiene. Die Persönlichkeit leidet und es kommt zum sozialen Abstieg, der mit Beschaffungskriminalität und Prostitution einhergeht. Heroinsucht ist eine chronische Krankheit. Um Langzeitfolgen und Schäden zu mindern, werden Heroinsüchtige in der Schweiz medizinisch und psychosozial versorgt. Bei der Substitutionsbehandlung wird das illegale Heroin durch ein ärztlich verschriebenes Opioid ersetzt (substituiert). Am häufigsten wird hierzu Methadon verwendet.

Heroinkonsum kann eine tödliche Überdosierung zur Folge haben. Nur wenige Überdosierungen von Heroinabhängigen beruhen jedoch auf der alleinigen Einnahme von Heroin. Beim Mischkonsum mit anderen sedierenden Substanzen wie Alkohol oder Benzodiazepinen wie z. B. Flunitrazepam oder Diazepam steigt die Gefahr einer lebensgefährlichen Überdosis rapide an. Werden mit Heroin auch Benzodiazepine eingenommen, besteht die Gefahr eines Atemstillstandes, da beide Stoffe die Aktivität der Atemmuskulatur vermindern.

Heroinsüchtige Frauen erkennen die Anzeichen einer Schwangerschaft oft sehr spät, da sie Übelkeit und Erbrechen für Entzugserscheinungen halten. Bei Heroinsucht während der Schwangerschaft wird der Fötus starken gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Ein abrupter Entzug erhöht das Risiko einer Totgeburt, weshalb eine Substitutionsbehandlung (z. B.

Weitere Aspekte von Sucht und ihren Folgen

Eifersucht, Konkurrenzneid, Lügen, der Verrat einer Freundschaft und ein schrecklicher Irrtum sind die Zutaten, aus denen ein tödlicher Cocktail gemixt ist.

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Grundlage der Analyse bilden verschiedene Studien, zehn Expert:innen-Interviews sowie drei Fokusgruppen, welche in den verschiedenen Sprachregionen durchgeführt wurden. Ebenfalls dem Mischkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen widmet sich die Studie "Wodka, Benzos & Co: Jugendliche und junge Erwachsene mit Mischkonsum", welche am Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) unter der Leitung von Dr. Corina Salis Gross durchgeführt und im März 2023 abgeschlossen wurde. Erste Ergebnisse wurden bereits publiziert: so zeigt die Studie unter anderem, dass Jugendliche oft mangelhaft oder gar nicht über die Wirkung der Substanzen beziehungsweise deren kombiniertem Konsum informiert sind.

Informationsquellen und Prävention

  • Infodrog: Informationsblatt «Medikamente und Alkohol.
  • Suchtprävention Kanton ZH: «Medikamente.
  • Kanton BS: Factsheet «Alkohol, Benzos, Hustensaft und Co.?
  • SRF, Impact «Oxycodon & Co.
  • Präsentation « Süchtig nach der verdammten Medizin. Jugendliche und Medikamentenmischkonsum» von H. Strasser, UPK Basel, anlässlich des Peersymposium 4.
  • Sucht Schweiz, Medikamente - mit Jugendlichen darüber sprechen.
  • Suchtprävention Kanton ZH, Medikamente bei Kindern und Jugendlichen.

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