Eier sind ein vielseitiges und nahrhaftes Lebensmittel, das in der Küche kaum wegzudenken ist. Sie liefern hochwertiges Eiweiss, Vitamine und Mineralstoffe. Doch wie erkennt man frische Eier? Wie lange sind sie haltbar? Und wie gelingt das perfekte Frühstücksei?

Frischetest: So erkennen Sie, ob ein Ei noch gut ist
Durch das Legedatum auf dem Ei kann das Alter meist bestimmt werden. Im Zweifel hilft der Wasserglas-Test:
- Frische Eier: Sie sinken in einem wassergefüllten Glas und liegen flach am Boden.
- Wenige Tage alt: Das Ei hebt seine Spitze leicht an.
- 14 bis 21 Tage alt: Das Ei hält sich fast senkrecht in der Schwebe und sollte schnell verbraucht werden.
- Älter als 28 Tage: Das Ei schwimmt oder ragt mit der stumpfen Spitze deutlich aus dem Wasser und ist zum Genuss nicht mehr zu empfehlen.
Wie funktioniert dieser Trick? Mit zunehmendem Alter nimmt das spezifische Eigewicht ab. Ältere Eier „zerfliessen“ beim Aufschlagen, weil sich das Eiklar mit zunehmendem Alter verflüssigt. Auch der Dotter verliert mit der Zeit seine glänzende, gewölbte Oberfläche, er wird matter und flacher. Das Häutchen welches das Eigelb zusammenhält zerreisst beim Aufschlagen, sodass das Eigelb zerfliesst.

Haltbarkeit und Lagerung von Eiern
Frische Eier halten sich bei Zimmertemperatur. Spätestens ab dem 18. Tag müssen sie jedoch gekühlt werden. Im Kühlschrank können sie problemlos 4 Wochen gelagert werden, vorausgesetzt die Schale weist keine Beschädigungen und Risse auf. 18 Tage nach dem Legen gehören Eier in den Kühlschrank - damit schützen Sie sich vor Salmonellen & Co.
Wichtig: Waschen Sie schmutzige Eier nicht, denn damit zerstören Sie den antibakteriellen Selbstschutz, sodass Keime eindringen können. Eier nehmen Fremdgerüche sehr schnell auf, keine Lagerplätze an entsprechenden Orten.
Abschrecken senkt Haltbarkeit: Wenn Sie Eier nach dem Kochen abschrecken, sind sie weniger lang haltbar. Der Temperaturunterschied beim Abschrecken verursacht Risse in der Schale, wodurch Mikroorganismen eindringen können. Abgeschreckte Eier sollten Sie kühl lagern und innerhalb von zwei Wochen essen.
Das Ei: Ein Nährstoff-Kraftpaket
Eier schmecken nicht nur gut, sie sind auch wahre Kraftpakete. So liefern sie biologisch hochwertvolles Eiweiss, das der menschliche Körper fast vollständig verwerten kann. Ein Ei enthält durchschnittlich 9 Gramm Eiweiss, 8 Gramm Fett sowie viele Vitamine, zum Beispiel A, D, K und B-Vitamine. Ausserdem Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphor, Eisen und Kalium.
Cholesterin: In den Verruf geraten sind die Eier, weil sie reich an Cholesterin, einer fettähnlichen Substanz, sind. Es gilt als Risikofaktor für Herz- und Kreislaufstörungen. Eier erhöhen den Cholesterinspiegel. Das ist richtig, aber: Der Körper produziert einen grossen Teil des Cholesterins selbst, das er für den Zellaufbau, die Hormonproduktion und die Fettverdauung braucht. Nun funktioniert diese wichtige Selbstregulation aber leider nicht immer.
Eier kochen: So gelingt das perfekte Ei
Bringen Sie das Wasser mit etwas Essig oder Salz (lässt das austretende Eiweiss sofort gerinnen) zum Kochen. Piksen Sie das Ei am runden Ende an und legen Sie es ins Wasser. Nach drei bis vier Minuten ist das Eiweiss fest und der Dotter weich.
Schale: Eier lassen sich besser schälen, wenn sie nach dem Kochen im kalten Wasser abgeschreckt werden. Zudem garen sie so nicht nach.
Zustand: Sie wissen nicht, ob das Ei roh oder gekocht ist? Kein Problem. Legen Sie das Ei auf den Tisch. Drehen Sie es, halten Sie es kurz an und lassen Sie es sofort wieder los. Ein gekochtes Ei bleibt liegen, das rohe dreht sich weiter.
Kochzeiten variieren aufgrund der unterschiedlichen Größen stark. Orientieren kann man sich an durchschnittlichen Kochzeiten für die Klasse M. Je nach Größe beträgt die Kochzeit 1 Minute mehr oder weniger. Bei Eiern der Klasse M stockt nach 4 ½ Minuten das Eiweiß, der Dotter ist flüssig. In 6 Minuten ist das Eiweiß angenehm fest und der Dotter noch flüssig, ein ideales Frühstücksei. Hart und Schnittfest sind Ei und Eigelb nach etwa 9 Minuten - perfekt für Salate, Picknicks und Dekorationen.
Vor dem Kochen sollte in das Ei auf der gerundeten Seite mit einem Eierpiekser ein Loch gestochen werden, damit die Schale während des Kochens nicht platzt. Nach der gewünschten Kochzeit unter kaltem Wasser abschrecken, dann gart es nicht nach und lässt sich leichter pellen.
Braune oder weisse Eier: Gibt es einen Unterschied?
Braun oder weiss: Geschmacklich gibt es keinen Unterschied. Hühner mit roten Ohrläppchen legen braune, die mit weissen Ohrläppchen weisse Eier. Die weit verbreitete Meinung jedoch, braune Eier seien gesünder oder gar ökologischer produziert, beruht auf einem Ammenmärchen.

Weitere Zubereitungsmethoden
Neben dem klassischen Frühstücksei gibt es noch viele andere Möglichkeiten, Eier zuzubereiten:
- Spiegeleier
- Rühreier
- Omeletts
- Pochierte Eier
- Eierstich
- Japanisches Onsen Ei
Für einige dieser Zubereitungsarten gibt es spezielle Geräte, wie Eierkocher oder Sous-vide Garer. Aber auch mit einfachen Küchenutensilien lassen sich köstliche Eiergerichte zaubern.
Tipp: Bei der Zubereitung von Speisen mit rohen Eiern (z.B. Tiramisu, Mayonnaise) sollten Sie nur absolut frische Eier verwenden, möglichst nicht älter als 5 Tage ab Legedatum.
Eier nachhaltig färben
Mit Spinat, Zwiebelschalen, Petersilie und Co. lassen sich Eier ganz natürlich färben. Auch Kaffee oder Kurkuma sind eine tolle Alternative, um dem Ei etwas Farbe zu verleihen. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen und eine breite Palette an Inspiration.
Anleitung: Ostereier natürlich färben mit Naturfarben
Hier eine Tabelle mit einigen Naturfarben und den entsprechenden Ergebnissen:
| Naturfarbe | Ergebnis |
|---|---|
| Rote Bete | Rot |
| Kurkuma | Gelb |
| Spinat | Grün |
| Rooibostee | Orange |
| Rotkohl | Blau |
Fazit
Eier sind ein wertvolles Lebensmittel, das mit der richtigen Lagerung und Zubereitung vielseitig eingesetzt werden kann. Achten Sie auf die Frische der Eier und geniessen Sie die Vielfalt der Eiergerichte!