Bratwurst im Test: Qualität, Tierwohl und Alternativen

Die Bratwurst ist ein Klassiker auf deutschen Grills. Doch welche Wurst ist die beste? Zahlreiche Tests, unter anderem von Öko-Test, nehmen Grillwürste genau unter die Lupe. Dabei spielen nicht nur der Geschmack, sondern auch die Herkunft des Fleisches und die Haltungsbedingungen der Tiere eine wichtige Rolle.

Öko-Test: Tierwohl als entscheidendes Kriterium

Für die Zeitschrift «Öko-Test» macht Haltung den Unterschied. Ginge es nach dem reinen Geschmack und einem super Mundgefühl, würden zehn von 19 getesteten Grillwürsten top abschneiden. Doch für die Zeitschrift «Öko-Test» zählt mehr als guter Geschmack - vor allem, was für ein Leben die verwendeten Schweine vor ihrem Dasein als Wurst hatten.

Und da sind Landwirte, Schlachtereien und Anbieter klar im Vorteil, die nach Tierwohl-Kriterien arbeiten und darüber transparent berichten. Fehlen Informationen, gibt es knallhart Punktabzug. Und so haben nur zwei Grillwürste vor den gestrengen Öko-Testern rundum bestanden: die Alnatura Rostbratwürstchen von Bioland und die Edeka Bio Original Thüringer Rostbratwurst, gebrüht. Sie erhielten das Urteil «sehr gut».

Weitere Testergebnisse

Mit kleinen Abstrichen schneiden vier weitere Würste noch «gut» ab: Dabei handelt es sich um die Gut Bio Thüringer Rostbratwurst, gebrüht von Aldi Nord, die K-Bio Schweinebratwurst von Kaufland, die Delikatess Bratwurst von Ökoland sowie die Weimarer Thüringen Bio Thüringer Rostbratwurst von Die frische Thüringer.

Neben Mängeln in den Zutaten reagierten Öko-Tester allergisch auf folgende Angaben der Hersteller zu Fragen der Haltung: kupierte Schwänze, kastrierte Ferkel, kein Auslauf, kaum Platz und viele Antibiotika. Daher schneiden konventionell erzeugte Grillwürste bestenfalls mit «befriedigend» ab.

Zehn Produkte kamen nicht über ein «ausreichend» hinaus, eins fiel komplett mit «mangelhaft» durch. Tragisch: Ein Bio-Hersteller mit Chancen auf die Bestnote kickte sich selbst auf die hinteren Plätze, da er nur lückenhafte Angaben zu Haltung und Nachhaltigkeitszielen machte.

Ärgerliche Inhaltsstoffe

Die Tester ärgerten sich über festgestellte Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen in zwölf Fällen. Eine mögliche Quelle für die Einträge könnten laut «Öko-Test» Schmierstoffe an Maschinen sein, die in der Wurstproduktion eingesetzt werden. Sie können aber auch über Wursthüllen, Gewürze oder Kräuter in die Grillwürste gelangen.

Auch Phosphate müssten nicht sein. Die machen zwar als Stabilisatoren das Wurstbrät geschmeidiger, können aber den Phosphatspiegel im Blut erhöhen. Das tut Menschen mit Nierenproblemen nicht gut. In Bio-Lebensmitteln sei dieser Zusatz verboten. Ein weiteres Ärgernis aus Testersicht: stark erhöhte Salzwerte.

Rügenwalder Mühle: Currywurst-Innovation mit Bratwurst

♨️ GRILLBLITZ: MÜHLEN STEAK Typ Rind (vegan) vs. ANGUS STEAK Geschmackstest, Rügenwalder Mühle, BBQ

Die Rügenwalder Mühle stieg Anfang Mai ins hart umkämpfte Currywurst-Geschäft ein. Als Besonderheit gilt bei der Mühlen Currywurst die verwendete Bratwurst vom Grill, die meines Wissens nach ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Meica verwendet für ihren Curry King unglaublicherweise eine Bockwurst, ebenso wie deren Mitbewerber.

Anfang letzter Woche bekam ich die beiden Produkte direkt von der Rügenwalder Mühle zugeschickt. Verkostet habe ich sie an selbigem Tag zusammen mit meiner Kollegin, um eine zweite Meinung parat zu haben. Nachdem die Deckelfolie mit der Gabel eingestochen wurde, wanderten Currywurst und Curryfrikadellen für zwei Minuten bei 600 W in die Mikrowelle. Im direkten Anschluss folgte der obligatorsche FoodPorn, dann ging es direkt an die Verkostung.

Die Sauce ist für meinen Anspruch etwas zu süß, durchaus gut gewürzt, dabei aber leider ein wenig zu salzig. Man merkt durchaus, dass es sich hier um ein Convenience-Produkt handelt, aber die Sauce ist um einiges geschmackvoller, als die Konkurrenzprodukte aus dem Kühlregal. Die Frikadellen dürften bis auf die Größe dieselben sein, wie sie auch ohne Sauce im Kühlregal zu erwerben sind. Die Konsistenz ist gut und geschmacklich kann man auch nicht meckern.

Ich gehe schwer davon aus, dass die Currysauce der Mühlen Currywurst gegrillt dieselbe ist, wie bei den Frikadellen. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass es leichte geschmackliche Unterschiede gibt, die wahrscheinlich durch die geänderte Beilage Bratwurst entstanden. Diese ist ansich gut gewürzt und ich könnte mir vorstellen, dass sie frisch gegrillt richtig gut ist.

Allerdings fand ich die weiche Konsistenz nicht so wirklich prickelnd, denn man merkt sehr wohl, dass die Wurst für längere Zeit in der Sauce ertränkt war. Insgesamt hebt sich die Mühlen-Currywurst von den Produkten anderer Kühlregal-Currywürste ab, was hauptsächlich an der gegrillten Bratwurst, aber auch an der neuen Variante mit Frikadellen liegt. Letztere würde ich aufgrund der Konsistenz sogar der Currywurst vorziehen.

Für ein Fertiggericht sind zwar beide Produkte in Ordnung, allerdings gehöre ich definitiv nicht zur Zielgruppe der Stammkäufer. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich kein großer Fan solcher Fertiggerichte aus dem Kühlregal bin. Aus diesem Grund würde ich den beiden Produkten jederzeit eine reale und frisch gebratene Currywurst bzw. Curryfrikadelle am Imbiss um die Ecke oder zuhause vorziehen, auch wenn ich dadurch eine längere Zubereitungszeit in Kauf nehmen müsste.

Es gibt aber durchaus Menschen, die den schnellen Griff in das Kühlregal bevorzugen und diese dürften mit den beiden Mühlen Snacks, die im wilden Südwesten der Republik je für knapp € 2,60 über die Ladentheken gehen, sehr gut bedient sein.

Vegane und vegetarische Alternativen

Vegane Produkte: Sinkt der Preis, steigt der Absatz. Lidl Deutschland verbilligte die Vegi-Eigenmarke Vemondo auf Fleisch-Niveau - und verkaufte innert sechs Monaten über 30 Prozent mehr.

Die Labels «vegan» und «vegetarisch» schaden dem Geschäft. US-Forscher fanden heraus, das Esswaren mit der V-Bezeichnung oft gemieden werden. Ihr Tipp: Wer Veggie-Produkte verkaufen will, sollte den Spiess umdrehen.

Jede vierte Person in der Schweiz kauft zwar vegane Ersatzprodukte. Aber die Fleischersatzprodukte verlieren an Zuneigung. Dies besagt der «Plant Based Food Report» von Coop.

In der Food-Industrie läuft ein eigenartiger Wettlauf: Immer mehr «plant-based», überall raffinierte Natürlichkeit. Aber das heisst: Immer mehr verarbeitete Produkte.

Die Annäherung bei den Preisen erklärt sich stark daraus, dass inzwischen vier grosse deutsche Retailer tierische und pflanzliche Eigenmarkenprodukte dauerhaft preisgleich anbieten - nämlich Lidl und Kaufland sowie Penny und Aldi Süd.

Ein entscheidender Unterschied besteht allerdings darin, dass tierische Nahrungsmittel oft in Grossverpackungen angeboten werden, also niedrigeren Kilopreisen. Derweil fehlen solche Jumbo-Angebote bei pflanzlichen Alternativen bislang.

Fazit

Die Wahl der richtigen Bratwurst ist eine Frage des Geschmacks, aber auch der Verantwortung. Wer Wert auf Tierwohl und hochwertige Zutaten legt, sollte zu Bio-Produkten greifen und auf transparente Informationen achten. Auch die Vielfalt an veganen und vegetarischen Alternativen bietet eine gute Möglichkeit, den Fleischkonsum zu reduzieren und neue Geschmackserlebnisse zu entdecken.

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