Martini Extra Dry: Rezepte und Variationen

Martini-Cocktails gehören zu den ikonischsten Getränken der Welt der Mixologie. Sie verkörpern Stil, Eleganz und Genuss in einem. Ob klassisch gemixt oder kreativ verfeinert - der Martini ist ein Getränk, der immer wieder fasziniert. Der Martini ist nicht nur ein Cocktail, sondern ein Symbol für Raffinesse und Qualität. Seine Wirkung entfaltet er durch die präzise Kombination von Spirituosen wie Gin oder Wodka, Wermut und weiteren Aromen, die dem Drink Tiefe und Komplexität verleihen.

Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über Martini-Cocktails, wobei besonderer Wert auf die Genauigkeit der Rezepte, die Verwendung von Zutaten und die korrekte Zubereitung gelegt wird. Die Rezepte und Tipps, die im Folgenden beschrieben werden, sind nach Kategorien sortiert, um eine klare Übersicht zu gewährleisten. Die klassischen Rezepte sind der Ausgangspunkt für viele kreative Variationen. Sie bestehen in der Regel aus Gin oder Wodka, Wermut und einer Garnitur.

Machen Sie den perfekten Martini

Klassische Martini Rezepte

Der Dry Martini ist heutzutage sicherlich die am weitesten verbreitete Form des Martinis.

Dry Martini

Erst mal die Grundversion:

  • 5 cl London Dry Gin (Beefeater, Bulldog o.Ä.)
  • 1 cl trockener Vermouth (Noilly Prat, Dolin o.Ä.)
  • 1 Olive oder ein Stückchen Zitronenzeste

Cocktailglas mit Eiswürfel oder (falls dein Tiefkühlfach gross genug ist) im Freezer vorkühlen. Vermouth und Gin in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und sanft umrühren. In das Cocktailglas abseihen, Olive mit einem Cocktailstäbchen hineingeben. Alternativ auch ein Stückchen Zitronenzeste.

Der Basic Dry Martini. Den kann man immer bringen. Alles klar, oder?

Martinez

Vor dem klassischen Dry Martini gab es den Martinez, der Mitte des 19. Jahrhunderts in San Francisco erfunden worden sein soll. Als Abwandlung des Manhattan, ersetzte man den Whiskey mit Old Tom Gin und gab noch etwas Maraschino-Liqueur dazu.

  • 4 cl Old Tom Gin
  • 2 cl süsser Vermouth
  • 1 Barlöffel voll Maraschino
  • 1 Schuss Orangenbitter

Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und sanft umrühren. In das Cocktailglas abseihen, mit einem Lemon Twist/Zitronenzeste garnieren.

Retro Dry Martini

Während die Grundzutaten dieselben geblieben sind - ein guter London Dry Gin und ein trockener französischer Vermouth -, hat sich das Mischverhältnis über die Jahrhunderte verändert. Unsere Martinis wurden über Jahrzehnte zusehends «trockener». Will man einen Martini zubereiten, wie man ihn zu «Mad Men»-Zeiten oder früher serviert bekam, liegt man bei einem Verhältnis von Gin zu Vermouth von 2:1.

Gibson

Wie ein klassischer Dry Martini, aber mit einer Cocktail-Zwiebel als Garnitur. Das älteste Rezept dazu ist in «The World's Drinks And How To Mix Them» aus dem Jahr 1908 von Mixer-Legende William «Cocktail» Boothby.

Dirty Martini

Wie ein Dry Martini, nur mit einem Schuss Essigwasser aus dem Olivenglas dazu. Verrucht.

Filthy Martini

Mit einer schwarzen Olive statt einer grünen und mit einem gehörigen Schuss Essigwasser aus dem Olivenglas dazu.

50:50

Hier nimmt man zu gleichen Teilen Gin und Vermouth 1:1.

Reverse Martini

Wie gehabt, nur kehrt man hier das Gin-Vermouth-Verhältnis um, ergo 2 Teile trockener Vermouth zu 1 Teil Gin.

Perfect Martini

Mit sowohl trockenem als auch süssem Vermouth im Verhältnis 1:1 - also äso:

  • 4 cl London Dry Gin
  • 2 cl trockener Vermouth
  • 2 cl süsser Vermouth

Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und sanft umrühren. In das Cocktailglas abseihen, mit einem Lemon Twist/Zitronenzeste garnieren.

The Churchill

Auch Desert Martini oder Bone Dry Martini genannt. «Churchill» weil der britische Premier den Vermouth-Anteil in seinem Cocktail als «am liebsten in einer geschlossenen Flasche am anderen Ende des Zimmers stehend» beschrieb. Ergo: Gin mit Eiswürfel umrühren, abseihen und bei Bedarf mit Zitronenzeste garnieren.

Pink Gin

Obwohl man dies anhand der rosaroten Farbe vermuten könnte, ist dieser Ur-Cocktail alles andere als süss. Wenige Tropfen Angostura Aromatic Bitters, das neben Enzianwurzel auch Bitterorange, Gewürznelken, Kardamom, Zimt und Chinarinde enthält, reichen für die aparte Färbung aus.

  • 6 cl Gin
  • 1-2 Spritzer Angostura

Gin und Angostura in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und sanft umrühren. In das Cocktailglas abseihen und bei Bedarf mit Zitronenzeste garnieren.

Vodka Martini

Auch Vodkatini genannt, ist die Zubereitung wie beim Dry Martini, bloss mit Wodka statt Gin. So wie James Bond ihn trinkt. Und deswegen darf man ihn auch schütteln, falls gewünscht.

Vesper

«Three measures of Gordon's, one of Vodka, half a measure of Kina Lillet. Shake it very well until it's ice-cold, then add a large thin slice of lemon peel. Got it?»

So die präzise Anweisung James Bonds im Roman «Casino Royale» aus dem Jahr 1953. «Gosh, that's certainly a drink», so sein Kollege Felix Leiter von der CIA. Im darauffolgenden Kapitel benennt 007 dann seine Kreation: Vesper, nach seiner ersten Begegnung mit der schönen Vesper Lynd (im 2006er Film von Eva Green dargestellt).

  • 3 cl Gordon's Yellow Label Export Gin
  • 1 cl Wodka
  • ½ cl Cap Corse Quinquina, Kina L'Aero d'Or (oder ähnlichen Chinin-haltigen Liqueurwein)

Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In eine eisgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit einer Zitronenzeste garnieren.

Leider, leider wird Kina Lillet, das Chinin enthielt und dem Liqueur einen leicht bitteren Geschmack verlieh, seit 1985 nicht mehr hergestellt. Das heute erhältliche Lillet Blanc ist einiges süsslicher. Es gibt aber andere, vorzügliche Likörweine mit Chinin, weshalb die Erlangung der Lizenz zum Töten nichts mehr im Wege stehen muss. Cap Corse Quinquina, etwa, oder dieses Schmuckstück aus der Schweiz, Kina L'Aero d'Or.

Kreative und moderne Interpretationen

Neben den klassischen Rezepten bieten die bereitgestellten Materialien auch eine Vielzahl an kreativen und modernen Interpretationen.

French Martini

Und nun zu den Martinis, die eher wenig mit ihrem Namensgeber gemein haben, inzwischen aber ebenfalls als Cocktail-Klassiker gelten. Allen voran: The French Martini (der weder französisch noch ein Martini ist 😂).

  • 6 cl Wodka
  • 2 cl Ananassaft
  • 1,5 cl Chambord

Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In eine eisgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit einer Zitronenzeste garnieren.

Espresso Martini

«Give me something that will wake me up and fuck me up!»... sprach das junge Model, das an die Bar des Londoner Privatclub Fred's trat. Der Drink, der dafür an Ort und Stelle von Bartender Dick Bradsell kreiert wurde, ging als Espresso Martini in die Annalen der Gastro-Geschichte ein.

  • 5 cl Wodka (beim Original war's Wyborowa)
  • 2 cl Kahlúa
  • 1 frisch gebrühter, starker Ristretto
  • 1 cl Sirop de Gomme (oder ähnlicher Zuckersirup)
  • 3 Kaffeebohnen

Wodka, Kahlúa, Kaffee und Sirup in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein Cocktail-Glas abseihen. Drei Kaffeebohnen als Glücksbringer obenauf schwimmen lassen.

Ach ja, das Model? Nun, Bradsell verriet ihren Namen nie.

Porn Star Martini

Ein Porn Star Martini ist fruchtig, denn eine seiner Hauptzutaten ist Passionsfrucht. Der Porn Star Martini wird traditionell von einem Shot Champagner begleitet.

Vom Porn Star Martini existieren Dutzende unterschiedliche Varianten. Das Grundrezept steht im Anschluss.

Alle Zutaten auf Eis shaken und in ein Martiniglas abseihen.

Alle Zutaten und die Hälfte einer frischen Passionsfrucht auf Eis shaken und in ein Martini-Glas abseihen.

Tipps für die perfekte Martini-Zubereitung

Um einen perfekten Martini zuzubereiten, sind nicht nur die Zutaten wichtig, sondern auch die Techniken.

  1. Eiswürfel sind ein entscheidender Faktor, da sie das Getränk abkühlen und verdünnen. Es wird empfohlen, hochwertige Eiswürfel zu verwenden, die langsam schmelzen und nicht zu viel Wasser freisetzen.
  2. Je nach Rezept wird entweder gemischt oder geschüttelt. Klassische Martinis werden traditionell gerührt, um die Klarheit und die Aromen zu bewahren.
  3. Ein gekühltes Glas ist unerlässlich, um das Getränk auf der richtigen Temperatur zu servieren.
  4. Die Garnitur ist nicht nur optisch wichtig, sondern sie verfeinert auch den Geschmack. Zitronenzesten, Oliven, Salz oder Früchte können den Cocktail in eine andere Dimension heben.

Grundausstattung für angehende Cocktail-Mixer

Für Einsteiger, die zu Hause Cocktails zubereiten möchten, sind einige Grundlagen hilfreich. Ein gut ausgestatteter Barbereich, ein guter Shaker und ein paar einfache Zutaten können viel bewirken.

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