Die moderne Mixologie ist geprägt durch das Zusammentreffen von Tradition und Innovation. Während Klassiker wie der Old Fashioned oder der Manhattan weiterhin ihre Anhänger finden, entstehen auch neue Rezepte, die sich durch experimentelle Kombinationen, regionale Zutaten und kreative Präsentationen auszeichnen.

Aktuelle Cocktail-Trends
Ein besonders auffälliger Trend ist der Einsatz regionaler und saisonaler Zutaten. Lokale Spirituosen, selbst angebaute Kräuter und frische Säfte bilden die Basis vieler aktueller Cocktail-Rezepte. Dies spiegelt nicht nur die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Lebensmitteln wider, sondern auch die Faszination mit der regionalen Identität in der Gastronomie.Ein weiterer spannender Entwicklungsstand ist die Einbindung künstlicher Intelligenz (KI) in die Cocktail-Kreation. Zahlreiche Bartender und Gastronomen nutzen mittlerweile Programme wie ChatGPT, um neue Rezepte oder Ideen zu generieren. KI kann dabei helfen, Kombinationen zu vorschlagen, die menschliche Mixologen eventuell nicht unbedingt erwogen hätten.
10 einfache Cocktails, die Sie zu Hause zubereiten können
Whiskey-Klassiker
Whiskey ist eine der am häufigsten verwendeten Spirituosen in der Mixologie. Seine komplexen Aromen und die Vielfalt an Geschmacksrichtungen machen ihn zu einer idealen Basis für eine Vielzahl von Cocktails.- Der Old Fashioned gilt als einer der ältesten und traditionellsten Whiskey-Cocktails. Er besteht aus Whiskey, Zuckersirup, Cocktailbitter und wird in der Regel mit Eis serviert. Der Klassiker hat sich im Laufe der Jahre kaum verändert, ist aber dennoch eine der meistverkauften Cocktails in der Gastronomie.
- Der Manhattan zählt zu den ältesten Cocktails und wurde erstmals um das Jahr 1880 serviert. Seine Zutaten sind Amerikanischer Whiskey, roter Vermouth und Bitters, die in einem Shaker mit Eis gekühlt werden und dann in ein Glas abgegossen werden.
- Der Whiskey Sour ist ein weiterer Klassiker, der aus nur drei Zutaten besteht: Whiskey, Zitronensaft und Zuckersirup.
- Der Boulevardier entstand während der US-Prohibition, als viele amerikanische Bartender in die europäischen Metropolen zogen. Typische amerikanische Spirituosen trafen so auf europäische Liköre, was zu neuen Cocktail-Klassikern führte.
- Der Whiskey Fizz ist eine Variante des Whiskey Sour, bei der prickelndes Sodawasser hinzugefügt wird.
Internationale Cocktail-Rezepte
Neben Whiskey-basierten Cocktails gibt es auch eine Vielzahl internationaler Rezepte, die in Metropolen und Gastronomiebetrieben beliebt sind.- Der Daiquiri ist einer der bekanntesten Rum-Cocktails und entstand vermutlich in Kuba. Er besteht aus braunem Rum, Limettensaft und Zuckersirup.
- Die Margarita ist einer der beliebtesten Cocktails der Welt und wird aus Tequila, Cointreau und Limettensaft gemixt.
- Die Caipirinha ist ein brasilianischer Cocktail, der in Deutschland mittlerweile zu den beliebtesten Getränken gehört.
- Der Mint Julep ist ein amerikanischer Cocktail, der aus Bourbon, frischer Minze, Zuckersirup und frischem Eis besteht.
Moderne Cocktail-Kreationen
Neben den Klassikern entstehen immer wieder neue Rezepte, die sich durch besondere Zutaten, ungewöhnliche Kombinationen oder kreative Twists auszeichnen.- Der Whiskey Smash ist eine moderne Variante des Whiskey Sour.
- Der Millionaire ist ein traditionsreicher Cocktail, der in der Zeit der US-Prohibition entstand. Er setzt auf eine vielschichtige Mischung von Spirituosen (Bourbon, Orangenlikör, Pastis) und fruchtigen Zutaten (Grenadine, Zitronensaft).
- Der Gold Rush ist eine spannende Variante des klassischen Whiskey Sour.

Neue Cocktail-Trends 2024
Neben den Klassikern und den Twists entstehen auch in 2024 neue Cocktail-Trends, die sich durch kreative Präsentation, regionale Zutaten oder die Einbindung künstlicher Intelligenz auszeichnen.- Cringe-Cocktails sind eine trendige Entwicklung, die sich besonders im Social Media-Bereich bewährt hat.
- Künstliche Intelligenz hat auch in der Mixologie Einzug gehalten. Zahlreiche Bartender nutzen mittlerweile Programme wie ChatGPT, um neue Rezepte oder Ideen zu generieren.
- Regionale und saisonale Zutaten sind weiterhin ein wichtiges Thema in der Gastronomie. Lokale Spirituosen, selbst angebaute Kräuter und frische Säfte bilden die Basis vieler aktueller Cocktail-Rezepte.
Bottled Cocktails: Fertig gemixt für zu Hause
Cocktails selber zu mischen, ist gar nicht so einfach. Je nach Drink werden unterschiedliche Zutaten und Fähigkeiten benötigt. Abhilfe schaffen Bottled-Cocktail-Angebote. Im Corona-Lockdown, als Bars geschlossen blieben, kamen die Bottled Cocktails, die man fixfertig gemixt kaufen und zu Hause nur noch über Eis zu giessen hatte, gerade richtig. Wer die Einfachheit nicht missen möchte, greift auch heute noch zu vorgemixten Drinks.Beispiele für Bottled Cocktails
- «Zeitgeist»-Cocktails: Den Fertig-Cocktails von «Zeitgeist» haftet etwas Mystisches an. Einerseits durch die Etiketten der Flaschen, die Tarotkarten ähneln, andererseits aber auch durch deren Namen. So gibt es etwa «The Spy» mit Whiskey, Kaffir, Pandan und Kaffee oder «The Dancer», dessen Inhalt Wodka, Earl Grey und Grapefruit zu einem Tanz von Aromen einladen.
- Milieu x Jelmoli: Auch der Besitzer der Zürcher Bar Milieu Pashk Cenaj begann im Lockdown, seinen Negroni, Basil Smash sowie Whiskey und Amaretto Sour in Flaschen abzufüllen. Sein bestehendes Sortiment hat er neu um weitere «Milieu»-Klassiker, den Basil Dry Gin und der Yalla Habibi, ergänzt.
- Guccis «Elisir d'Elicriso»: Auch Gucci hat jüngst einen Bottled Cocktail zusammengemischt. Und zwar in Kollaboration mit einem grossen Namen der Cocktailwelt: Giorgio Bargiani kreierte den ersten Gucci-Cocktail.
- Bottled Cocktails der Herz Bar Basel: Die beiden Barbesitzer Norbu Tsering und Martin Bornemann eröffneten ihre Cocktailstube «Herz Bar» im September 2020 - und mussten nach nur zwei Monaten ihre Türen wegen der Pandemie wieder schliessen. Um trotz Konkurrenz nicht unterzugehen, beschlossen die beiden, ihre Drinks to go anzubieten. Damit hatten sie grossen Erfolg. Das Konzept haben sie bis heute beibehalten.

Pashk Cenaj in seiner Bar «Milieu». Seine Cocktails sind im Jelmoli Food Market ab 45 Franken erhältlich. (Bild: Monir Salihi)
Sommerliche Cocktail-Inspirationen
«Hot town, summer in the city», sangen The Lovin' Spoonful anno 1966. Damals wie heute bedeutete das auch: Cocktail Hour findet vermehrt an der frischen Luft statt. Und entsprechend verlangen die Drinks nach frischeren Noten.
- Hennessy Ginger: Cognac in ein mit Eisstücken gefülltes Longdrinkglas geben und mit Ginger-Ale auffüllen. Limettenstück über dem Glas ausdrücken, dann mit ins Glas geben. Bei Bedarf mit 1-2 Stückchen kandierten Ingwer garnieren.
- Campari Amalfi: Grapefruitschnitz und Eis in ein Highball- oder Weinglas füllen. Mit Campari und Bitter Lemon auffüllen. Einen Spritzer Grapefruitsaft dazugeben. Mit einem Grapefruitschnitz garnieren.
- Daiquiri Claro: Rum, Limettensaft und Sirup in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein eisgekühltes Cocktailglas oder Nick and Nora Glass abseihen. 1-2 Spritzer Aguardiente ins Glas geben.
- Jalapeño Margarita: Tajín auf einen kleinen flachen Teller geben. Den Rand einer Margarita-Schale oder eines Double Rocks Glass mit einem Limettenschnitz benetzen und dann in den Tajín wenden, sodass ein feiner Gewürzrand entsteht. Zwei Scheiben Jalapeño schneiden und für die Garnitur beiseitelegen. Restliche Jalapeño grob hacken (inklusive Kerne) und in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben. Tequila, Agavensaft und Limettensaft dazugeben und energisch schütteln. Durch ein zusätzliches Sieb in das Glas abseihen und mit Jalapeño-Scheibchen garnieren.
- Coco Collins: Rum, Limettensaft und Kokos-Sirup in ein mit Eiswürfeln gefülltes Collins-Glas geben und vorsichtig umrühren. Mit Mineralwasser auffüllen.
- Suzie Americano: Suze und Vermouth in ein mit Eiswürfeln gefülltes Highball-Glas geben, mit Sodawasser auffüllen und leicht umrühren. Mit einem Stück Grapefruitzeste abspritzen und diese mit ins Getränk geben.
- Naked and Famous: Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein eisgekühltes Coupe-Glas oder Weinglas abseihen. Mit einem Limettenrädchen garnieren.
- Glen Ginger Highball: Scotch, Vermouth sowie beide Bitters in ein mit Eiswürfeln gefülltes Longdrink-Glas geben. Mit Ginger-Ale auffüllen und vorsichtig rühren. Mit einem Stück Orangenzeste und bei Bedarf auch ein Stück kandierten Ingwer garnieren.
- Coronarita: In einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker Tequila, Triple Sec, Zitrussaft und Zuckersirup hineingeben und energisch schütteln. Ein Pint Glass oder ähnlich grosses, stabiles Glas zur Hälfte mit Eiswürfeln füllen. Den Inhalt des Cocktailshakers in das Glas abseihen. Bierflasche öffnen und umgekehrt in das Glas stellen. Mit einem Limettenschnitz garnieren und mit einem Papierstrohalm trinken.

Grüne Cocktails und Mocktails
- Grüne Wiese: Ananas- und Orangensaft mischen und in Eiswürfelform füllen. Seine Farbe erhält der Drink Grüne Wiese durch die Reaktion von Orangensaft mit Blue Curacao, einem blau gefärbten Orangenlikör. Lediglich drei Zutaten braucht es, um einen optisch extravaganten, aromatisch leckeren Cocktail zu zaubern.
- Grasshopper: Während Uneinigkeit herrscht, über die Erfindung des Cocktails Grasshopper, ist man sich über die Zutaten sehr wohl einig: Sahne, Kakaolikör und für Farbe und Frische ausserdem Pfefferminzlikör. Der Grasshopper ist leicht und gleichzeitig gehaltvoll. Dadurch, dass lediglich Liköre verwendet werden, fällt der Alkoholgehalt für diesen grünen Drink verhältnismässig gering aus.
- Basil Smash: Der Basil Smash ist heute einer der beliebtesten Gin-Cocktails. Basilikumblätter zusammen mit dem Zuckersirup in ein Glas oder Shaker geben. Gin, Zitronensaft und einige Eiswürfel in das Glas oder den Shaker geben und kräftig rühren bzw.
- Grüne Welle (Mocktail): Dieses erfrischende Mocktailrezept besteht aus wenigen Zutaten, die meist zuhause vorhanden sind. Den grünen Tee mit 50 ml gekochtem Wasser aufgiessen und drei Minuten ziehen lassen.
Tipps für Cocktails aus der Flasche
Als Geschenk, für Vorbereitung/Bevorratung oder als Ausser-Haus-Verkaufsprodukt: Cocktails aus der Flasche sind eine spannende Sache - und zwar sowohl für den privaten Bereich als auch für Bars.
- Sich mit Klassikern an die Flaschendrinks herantasten: Wer noch nie Cocktails flaschenweise probiert bzw. produziert hat, sollte sich am besten erst einmal mit Klassikern wie einem Negroni, einem Manhattan oder einem Sour an die Sache herantasten - und selber probieren: Wie schmeckt der Drink aus der Flasche, zum Beispiel nach einigen Tagen der Lagerung, im Vergleich zu einem frisch gemixten?
- Im nächsten Schritt Twists und eigene Mixes kreieren: Wer sich ein wenig ins Thema «bottled drinks» eingearbeitet hat, kann mit Twists und Variationen klassischer Rezepturen und eigenen Mixes weitermachen.
- Auf frische Produkte verzichten oder sie separat dazugeben: Für Drinks in der Flasche eignen sich spirituosenbetonte Cocktails besonders gut. Frische tierische Produkte wie Milch, Sahne, Ei und Co. sind in der Regel nicht gut für bottled cocktails geeignet.
- Hygiene, Präzision und Sicherheit beachten: Bevor eine Flüssigkeit eingefüllt wird, sollte die Flasche auf jeden Fall heiss ausgespült und gereinigt werden.
- Private Verwendung: Basis-Infos schaffen Orientierung: Für Hobby-Mixologen gibt es im Prinzip keine grösseren Auflagen zu beachten. Doch es ist schon sinnvoll, auch private Abfüllungen mit einem Etikett zu versehen, das die Mixtur nennt, deren Zutaten auflistet sowie das Produktionsdatum.
- Kommerzielle Verwendung: Nicht erst seit den Corona-Schliessungen, aber seitdem umso öfter, bieten Bars und andere gastronomische Betriebe Cocktails flaschenweise im Ausser-Haus-Verkauf an.
| Cocktail | Hauptzutaten | Besonderheit |
|---|---|---|
| Old Fashioned | Whiskey, Zuckersirup, Bitter | Klassischer Whiskey-Cocktail |
| Manhattan | Whiskey, Vermouth, Bitter | Einer der ältesten Cocktails |
| Daiquiri | Rum, Limettensaft, Zuckersirup | Bekannter Rum-Cocktail |
| Margarita | Tequila, Cointreau, Limettensaft | Beliebter Tequila-Cocktail |
| Whiskey Smash | Whiskey, Zitrone, Minze | Moderne Variante des Whiskey Sour |