Die Welt der Gastronomie und des Handels ist ständig im Wandel. Dieser Artikel beleuchtet die faszinierenden Geschichten von Carl's Burger und Pizza, sowie die Entwicklung des Spielwarenhandels am Beispiel von Franz Carl Weber und die Geschichte der Wipf AG, einem Unternehmen für Verpackungslösungen. Abschliessend wird die Bedeutung von Rosa Parks für die Bürgerrechtsbewegung gewürdigt.

Franz Carl Weber: Vom Spielwarenparadies zum digitalen Umbruch
Franz Carl Weber war früher in der Schweiz der Inbegriff für Spielwaren und die erste Adresse für grosse Kinderaugen. Viele bestaunten die Kataloge, Schaufenster und Regale. Neben den Warenhäusern war höchstens Pastorini in Zürich noch ein stationärer Mitbewerber, der sich mit hochwertigen Spielwaren, oft aus Holz, einen Namen gemacht hat. Pastorini kapitulierte vor einigen Jahren und zog aus der Innenstadt.
Franz Carl Weber sah sich vor einigen Jahren schon genötigt, in seinem Stammhaus an der Bahnhofstrasse auf Erlebnis-Shopping zu setzen mit Kinder-Pizzeria, Kinder-Coiffeur etc. Doch eines ist den Verantwortlichen scheinbar entgangen: die Kunden ziehen nicht mehr mit rsp. sind weitergezogen zu Anbietern, welche die Bedürfnisse mutmasslich besser adressieren.
Stand früher Franz Carl Weber für Spielwaren - heute würde man das als einen Gatekeeper bezeichnen - so scheint heute der Spielwarenhandel fest in Online-Hand zu sein mit Amazon, Brack, Galaxus oder Nischenanbietern wie Spielzeug24.ch, Toys.ch, Toysland.ch und anderen. Franz Carl Weber hat nach Wahrnehmung die Digitalisierung fahrlässig verschlafen und mit stationären Rettungskonzepten rund um das Thema Erlebnis wertvolle Zeit verloren.
Die Online-Offensive und ihre Herausforderungen
In der Presse hiess es weiter, dass Burger vor zwei Jahren die Onlineoffensive ausgerufen hat, also etwas zeitgleich, als man das Ende vom Erlebnis-Konzept in der Fläche gesehen hat. Aber warum schreiben wir überhaupt, Online haben das Geschäft übernommen? Es waren die Kunden die entschieden haben, der Onlinehandel adressiere ihre Bedürfnisse besser. Genau so wie es die Kunden sind, deren verändertes Einkausverhalten zu den leeren Innenstädten führt.
Die bei FCW vor 2 Jahren ausgerufene Onlineoffensive hat vor wenigen Wochen einen „Onlineshop geboren“. Eigentlich wollte man diesen Onlineshop einem Kurz-Review unterziehen. Denn das Verhalten von FCW ist bedauerlicherweise symptomatisch für den Zustand vieler Sortimente rsp. Der FCW-Shop ist leider „just another onlinestore“ und auch wenn er noch mit Beta deklariert ist, so stolpert man nur schon beim ersten Besuch über Anfängerfehler.
Technologisch ist es ein irritierendes Konstrukt aus WooCommerce und Magento und widerspiegelt irgendwie die Orientierungslosigkeit des Unterfangens E-Commerce bei FCW. Vermutlich der Sprach-Fallback, wenn Deutsch nicht erkannt und Schweizer-Deutsch erst gar nicht berücksichtigt wird. Dies wohl ein Resultat, weil man im (mutmasslich französischen) Ausland entwickeln liess „aus enormen Kostenvorteilen“ wie es in der Branche heisst. Immerhin da hat man sich an den Kunden orientiert.
Franz Carl Weber lässt weiter keine Digital Strategie erkennen und der Spielwaren-Markt ist an die neuen Mitbewerber verloren gegangen. Apropos Aktualität: Das Thema „Winter“ wird auf der Startseite prominent angekündigt und zeigt dann weder Produktwelten, Geschichten, Empfehlungen, Themen-Kompetenz sondern lediglich 2 Produkte. Und der Blog ist zwar nett gemeint, die Darstellung jedoch kaum lesbar und verkaufen tut er nichts, da keine Sortimente verknüpft sind.
Und dass das Onlinesortiment erst 2100 Artikel und wegen fehlenden Versandprozessen erst in 3 Filialen abgeholt werden kann wegen der Komplexität, will man erst gar nicht negativ erwähnen. Bei Franz Carl Weber ist es eher Viertel nach Zwölf.
Der Umzug und die "neue Spiel-Ära"
Der Laden musste umziehen. Was neu ist? Ein «eigener Bahnhof» und hippe Angebote, die gekippt wurden. Viele Neugierige trieb es in den neuen Franz Carl Weber. Es funktioniert noch nicht alles nach Plan. Hier, im neuen Franz Carl Weber am Zürcher Bahnhofplatz: Im unteren Stock herrscht Durchzug, sodass Verkäuferinnen mit Mütze und Schal arbeiten.
Eine Wand muss noch durchbrochen werden, weil der Architekt sie falsch konzipiert hatte, und soeben traf die Meldung ein, dass der Lift defekt sei. «Kinderkrankheiten», sagt Yves Burger, der Geschäftsführer des grössten Schweizer Spielzeughändlers. «Die Kunden müssen ein wenig Verständnis haben. Bald funktioniert hier alles tadellos.»
Die Züglete des Spielwarengeschäfts fordert den Angestellten einiges ab. Vom alten Standort an der Bahnhofstrasse zum neuen sind es zwar nur wenige Hundert Meter. Doch das Ziel ist ehrgeizig: Der Franz Carl Weber soll stets geöffnet sein, auch wenn die Kuschelbären, Legoschlösser, Trottinettes und sonstigen Kinderträume den Standort wechseln. Zu einträglich ist das Geschäft in dieser Jahreszeit, als dass man darauf verzichten könnte. Noch immer sind 30 Personen für den Umzug im Einsatz. Ständig werden weitere Kisten geliefert, Gestelle herumgeschoben und Waren einsortiert. Die Regale sind allerdings schon gut gefüllt.
Im Vorfeld schürte der Spielwarenhändler Spannung: Eine «neue Spiel-Ära», «eine Spielwelt der Extraklasse» wurde angekündigt. Das Prunkstück ist zweifelsohne die neue Rutschbahn, die kurvenreich vom ersten Stock ins Erdgeschoss führt. «Es gibt Kinder, die kommen nur wegen der Super-Rutsche», sagt Burger. Doch bevor gerutscht wird, passieren die Kinder erst Wände aus Spielzeug. Einen sprechenden Bären, eine Carrera-Bahn, einen Ponyhof - irgendwas ist sicherlich vorhanden, das die Buben und Mädchen um den Verstand bringt. Die Tricks der Verkaufspsychologie greifen schon in jungen Jahren.
Anschluss für Spielwarenfans: Die 1650 Quadratmeter grosse Ladefläche am Bahnhofplatz in Zürich. Neu gibt es eine separate Abteilung mit Partyartikeln. Am Sortiment hat sich nicht viel geändert. Über den Köpfen hängt ein Bücherwurm. Erdmännchen für Gross und Klein. Seit dieser Woche ist auch Spiderman im Laden präsent. Aussicht von der Etage auf Bahnhofplatz und Gleise.
Grosse Innovationen haben im Franz Carl Weber allerdings nicht Einzug gehalten. Das Sortiment im 1650 Quadratmeter grossen Ladenlokal ist mehr oder weniger dasselbe geblieben. Die Abteilung für Elektrospielzeug wurde ausgebaut: Spielzeug mit Algorithmen und künstlicher Intelligenz - darunter ein Roboterhund, der lernfähig ist und wahlweise bellend oder winselnd Befehle entgegennimmt. Oder der grosse Spielzeugrenner von 2016: die Hatchimals. Tiere, die aus einem Ei schlüpfen. Aber erst, wenn sich das Kind fürsorglich und während 20 Stunden um die Brut gekümmert hat. Weltweit waren sie ausverkauft - auch bei Franz Carl Weber. «Diesen Trends können wir uns nicht verschliessen», sagt Burger.
Die grösste Erneuerung ist jedoch die Abteilung mit Partyartikeln. Darunter alles, was es für einen Kindergeburi braucht, und noch einiges mehr: Masken, Girlanden, Papierschlangen, Konfetti, Luftballons oder Kostüme. Ansonsten: massenhaft Spielzeug, jedoch ein deutlich abgespecktes Rahmenprogramm. Diverse Untermieter, die bis anhin bei Franz Carl Weber untergebracht waren, fielen weg - etwa die Pizzeria Dieci oder ein Kindercoiffeur.
«Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren», sagt Burger. Das Konzept der Diversifizierung habe sich auf Dauer nicht bewährt. Damit verhält sich der Spielzeughändler entgegen einem grossen Trend: dem ganzheitlichen Einkaufserlebnis, dem Spektakel nebst dem eigentlichen Verkaufssortiment. Im Detailhandel wird dieses Konzept immer lauter propagiert - man rüstet sich so gegen die wachsende Onlinekonkurrenz. «Der Zusatznutzen solcher Angebote ist für uns eher klein», sagt Burger. Die Spielsachen würden allein schon als Trumpf reichen, damit die Kinder zu Franz Carl Weber kommen.
Das Onlinegeschäft lässt der Spielwarenhändler allerdings nicht links liegen. Im nächsten Jahr, irgendwann zwischen März und Juni, soll der erste Franz-Carl-Weber-Onlineshop lanciert werden.
Der Umzug an den Bahnhofplatz erfolgte für Franz Carl Weber nicht nur freiwillig. «Wir waren nicht mehr bereit, die hohen Mieten an der Bahnhofstrasse zu bezahlen», sagt Burger. Der Mietvertrag lief Ende 2016 aus, und die Gaydoul Group als Hauseigentümerin verlangte eine deutlich höhere Miete. Doch jetzt ist Burger glücklich.
Digitalisierungsstrategie - Wo anfangen? 3x7
Wipf AG: Eine Geschichte der Innovation in der Verpackungsindustrie
Carl Lüdin gründet eine Einzelfirma zur maschinellen Herstellung von Papierbeuteln. Die Fabrikationsstätte befindet sich am unteren Mühlesteg in Zürich, wo die Papiersackmaschine mit Wasserkraft der Limmat angetrieben wird. Inzwischen sind die Häuser am unteren Mühlesteg an der Limmat zwischen Bahnhofbrücke und Rudolf-Brun-Brücke längst abgerissen.
Heinrich Wipf geb. 1882 (1. Generation) tritt als kaufmännischer Lehrling in die Firma ein. Carl Lüdin will die Firma verkaufen, da er keine Nachkommen hat. Heinrich Wipf (1. Generation) kann die Firma zusammen mit Hans Feldmann übernehmen. Noch im gleichen Jahr werden neue Fabrikräume an der Kernstrasse in Zürich bezogen. Eine neue Ära beginnt. Im gleichen Jahr wird die erste Inline-Anilindruckmaschine (heute Flexodruck) an einer von der Rolle arbeitenden Beutelmaschine in Betrieb genommen.
1914 entbrennt der erste Weltkrieg, so dass die ersten Jahre für das Unternehmen sehr schwierig sind. Nach dem ersten Weltkrieg kann das Geschäft ausgebaut werden. Der Kundenkreis, der sich vorerst auf die Region Zürich beschränkt, wird auf die deutschsprachige Schweiz ausgedehnt. Produkte wie Mehl, Cerealien, Früchte, Kaffee usw.
Der Sohn von Heinrich Wipf gleichen Namens (2. Generation) tritt nach Handelsschule und Auslandaufenthalten in England und Frankreich in die Firma ein. Es wird ein zusätzliches Lagergebäude an der Brauerstrasse, in der unmittelbaren Umgebung, übernommen. Nach dem Tod von Hans Feldmann wird die Firma als Wipf + Co. Es wird die Cellophan- und AluminiumfolienVerarbeitung aufgenommen, die dem Beutelinhalt besseren Schutz und schönere Präsentation bieten.
Kurz nach Kriegsende reist Heinrich Wipf nach Deutschland, um Beutelmaschinen aufzutreiben, da die Produktionskapazität nicht mehr genügt. Das Unternehmen hat inzwischen 200 Mitarbeitende, viele sind noch mit Handarbeit beschäftigt. Der Maschinenpark umfasst ca.
Als Hans Schaller um 1950 einen Neubau an der Heinrichstrasse in Zürich plant, beschliesst Heinrich Wipf ebenfalls in den boomenden Briefumschlagmarkt einzusteigen. Am 1. Januar 1952 gründet daraus Heinrich Wipf die Couvertfabrik Seetal AG mit Sitz in Seon.
Heinrich R. Wipf (3. in Frankreich und den USA in das Unternehmen ein. Die Wipf AG ist damals hauptsächlich ein Papier und Karton verarbeitender Betrieb mit Flexo- und Offsetdruck. Es werden Flach-, Seitenfalten-, Kreuzboden- und Blockbodenbeutel sowie Kartonteller und Faltschachteln hergestellt.
Mit der Entscheidung, sich auf flexible Verpackungslösungen zu spezialisieren, markiert das Jahr 1962 einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens. Die Einführung des Tiefdruckverfahrens sowie die technologische Erweiterung um die Folienkaschierung eröffnen neue Möglichkeiten in der Veredelung und Funktionalität von Verpackungen. Zeitgleich beginnt die Produktion von gesiegelten Beuteln - ein Fortschritt, der insbesondere für empfindliche Füllgüter entscheidend ist.
Als einer der Vorreiter auf dem Schweizer Markt stellt die Wipf AG zudem die ersten Vakuumverpackungen für Kaffee her. Die Couvertfabrik Seetal AG erhält den Namen Seetal Papier AG, Seon. Es folgen Jahre des Aufbaus in einer rasanten Wachstumsphase der Wirtschaft und reger Konkurrenz unter den Kuvertfabriken.
Die Seetal Papier AG übernimmt in der selben Zeit den Bogenoffsetdruck der Wipf AG und stellt neu Drucksachen her. Der Umzug in die neue Fabrikanlage, die nach neuesten Erkenntnissen mit Klimatisierung erstellt wurde, erfolgte 1970. Um keinen Produktionsunterbruch zu erleiden, wurden in Volketswil eine neue Tiefdruckanlage, eine neue Kaschiermaschine von W.&H. gegründet.
Gründung der Tochtergesellschaft Wipf Doypak A.Ş. Die Seetal Papier AG steigt in den Rollenoffset ein. Für die Kuvertfertigung wird eine neue Produktionshalle erstellt. Christian Wipf (4. Generation), Sohn von Heinrich R. Wipf, tritt in die Geschäftsleitung der Seetal Papier AG ein. Wechsel des Firmennamens auf Elco AG. Das Markenlogo wird auch Firmenlogo. Elco gewinnt den ISPA Award für das innovativste Produkt „ELCO Proclima“.
Vieles lässt sich digitalisieren und beamen. Oder 3D-Gegenstände, die Sie verschicken wollen. Dank Ihrer Stimmen haben wir mit dem ELCO Quick Vitro aus Papier, unserer nachhaltigen Dokumententasche, den Publikumspreis beim Swiss Packaging Award 2021 gewonnen.
Expansion in die EU. Die Wipf Gruppe erwirbt die Paka Verpackungen GmbH, in Marchtrenk, Österreich. Christian H. Inbetriebnahme der CPP-Sterilfolienproduktion durch das neu gegründete JV RC-Film Co. Die Wipf Gruppe wurde als eine der bestgeführten Unternehmen der Schweiz 2022 ausgezeichnet.

Zusammenfassung der wichtigsten Meilensteine der Wipf AG
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Wipf AG zusammen:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| Gründung | Carl Lüdin gründet eine Einzelfirma zur maschinellen Herstellung von Papierbeuteln. |
| 1962 | Spezialisierung auf flexible Verpackungslösungen. |
| 1970 | Umzug in die neue Fabrikanlage mit Klimatisierung. |
| Expansion | Expansion in die EU durch Erwerb der Paka Verpackungen GmbH. |
| 2021 | Gewinn des Swiss Packaging Award mit ELCO Quick Vitro. |
| 2022 | Auszeichnung als eines der bestgeführten Unternehmen der Schweiz. |
Rosa Parks: Eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung
«Jeder Mensch sollte sein Leben als Vorbild für andere leben.« Rosa ParksMontgomery, Alabama, in den 1950ern: Seit Jahrzehnten kämpft Rosa Parks für die Bürgerrechte Schwarzer Menschen, doch immer wieder scheitert sie an dem brutalen rassistischen System der USA. Auch wenn Rosa nur noch wenig Hoffnung auf Veränderung hat, ist ihr Widerstand ungebrochen. Als sie am 1. Dezember 1955 in einen Bus steigt, ahnt sie nicht, dass sie damit die Welt verändern wird.
Rosas Weigerung, ihren Platz für einen Weißen zu räumen, wird endlich die Bewegung auslösen, für die sie und ihre Verbündeten all die Jahre gekämpft haben. Es ist der Beginn einer Revolution.
Patricia Eckermann und James A. Sullivan über die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung Rosa Parks (1913-2005), ein Vorbild bis heute:Rassismus und Frauenfeindlichkeit gewinnen wieder an Boden. Wie gehen wir mit diesen Rückschlägen um? Wie wirken wir der Erschöpfung entgegen? Die Antworten finden wir bei Rosa Parks. Denn ihre Bedeutung besteht nicht in dem vermeintlich einfachen Akt des Widerstands, sondern in ihrem lebenslangen Einsatz dafür, allen Rückschlägen zum Trotz, mit Beharrlichkeit die Verhältnisse zu verändern.
Die Welt stand auf, als Rosa Parks sitzen blieb.
Über die Reihe »Bedeutende Frauen, die die Welt verändern«:Mit den historischen Romanen unserer Reihe »Bedeutende Frauen, die die Welt verändern« entführen wir Sie in das Leben inspirierender und außergewöhnlicher Persönlichkeiten!