Blähungen sind ein weit verbreitetes und oft unangenehmes Problem. Sie können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten und sogar so stark sein, dass sie die Atmung einschränken und Herzbeschwerden verursachen. Häufiges Pupsen wird als Blähungen (Meteorismus) bezeichnet. Ein Erwachsener stösst durchschnittlich bis zu 2,5 Liter Gas pro Tag aus, wobei nur ein halber Liter davon über den Darm ausgestossen wird.

Blähungen entstehen meist durch mangelnde Verdauungssäfte, blähende Speisen, Dysfunktion der Darmflora sowie Leberschwäche.
Ursachen von Blähungen nach Salatverzehr
Wir merken vielleicht, dass wir nach dem Verzehr von Salat unter Blähungen leiden, sind aber überzeugt, dass wir Salat essen müssen, weil da viele Vitamine drin sind.Der Mensch lebt nicht von dem, was auf dem Teller liegt. Er ernährt sich vielmehr von den Stoffen, die unser Zottensystem aus dem Nahrungsbrei herauszieht. Und es ist von entscheidender Bedeutung, ob es sich um eine gut verdaute, in die Grundbausteine zerlegte Nahrung handelt, oder um ein jauchiges, von Gärungs- und Fäulnisgiften durchsetztes Substrat.
Schwer verdauliche Nahrungsmittel
Bestimmte Nahrungsmittel sind schwer verdaulich, dazu gehören auch Salate. Die Zubereitung ist dabei ein wesentlicher Faktor. Häufig wird das Essen in zu grosser Hast hinuntergeschlungen, es wird nicht richtig gekaut und eingespeichelt.
Gärungsprozesse im Darm
Was von Magen und Darm nicht verdaut werden kann, wird durch Bakterien zersetzt. Kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel gären, dazu gehören auch Rohsalate. Es entstehen giftige und stark riechende Zersetzungsstoffe in Form von Fuselalkoholen wie Methanol. An der Bildung von Darmgasen, und am üblen Geruch des Stuhles erkennt man das Ausmass dieser Zersetzungsvorgänge.
Bei vielen Menschen bleibt ein Teil der zugeführten Nahrung unverdaut, d.h. ein Teil wird nicht ordnungsgemäss von den Darmsäften aufgeschlossen und ins Blut aufgenommen.
Rohkost und ihre Verträglichkeit
Viele Menschen vertragen ungekochtes Gemüse oder Salat sehr schlecht bis gar nicht. Vitamine und Spurenelemente mögen im rohen Gemüse oder Salat zwar enthalten sein, durch das fehlende Caecum und das ungeeignete Colon , kann dieser meist nicht genügend fermentiert und damit resorbiert werden. Als Folge davon entstehen Gase und aufgedunsene Bäuche. Es entstehen Fuselalkohole wie Methanalkohol.
Endlich Schluss mit Blähbauch! 3 Tipps, die wirklich funktionieren können!
Weitere Ursachen für Blähungen
Neben den direkten Auswirkungen des Salats gibt es noch weitere Faktoren, die zu Blähungen führen können:
- Lebensmittelallergien und -intoleranzen: Eine nicht erkannte Allergie oder Intoleranz kann Blähungen verursachen.
- Reizdarmsyndrom (RDS): Ein Reizdarm kann die Verdauung beeinträchtigen und zu Blähungen führen.
- Falsche Ernährung: Deftiges und süsses Essen kann die Gasbildung im Darm fördern.
- Hastiges Essen: Wer zu schnell isst, schluckt oft auch viel Luft.
- Hormonelle Schwankungen: Bei Frauen kann der Zyklus den Bauch jeden Monat von Neuem aufblähen.

Umgang mit Lebensmittelallergien und -intoleranzen
Viele andere ertragen gewisse Lebensmittel nicht und vermuten daher oft eine Lebensmittelallergie. Im Fall der Intoleranz liegt keine überschiessende Antwort des Immunsystems vor (keine spezifischen IgE-Antikörper nachweisbar), sondern es fehlen bestimmte Enzyme in Ihrem Darm, die die Aufnahme oder Verdauung von gewissen Nahrungsbestandteilen vermindern.
Diagnose von Lebensmittelallergien
Die Diagnose einer Lebensmittelallergie und die Entdeckung der möglicherweise kritischen Lebensmittel können schwierig sein. Ein ausführliches Gespräch mit uns, bildet die Basis der Diagnose (Anamnese). Mittels speziellen Bluttesten kann heutzutage eine gewisse Risikoabschätzung gemacht werden.
Kreuzallergien
Bei einer Kreuzallergie handelt es sich um eine Begleiterscheinung von Heuschnupfen. Wenn Sie auf die Pollen von Gräsern und Bäumen allergisch reagieren, kann das mit Reaktionen auf Gemüse- und Obstsorten gepaart sein.
Eliminationsdiät und Provokationstest
Sind die vorausgegangen Befragungen und Tests nicht eindeutig, kann eine Eliminationsdiät für Klarheit sorgen. Dafür meiden Sie bis zu zwei Wochen die Nahrungsmittel oder Inhaltsstoffe, die unter Allergieverdacht stehen. Bessern sich Ihre Beschwerden dadurch oder verschwinden ganz, können wir im Anschluss einen Provokationstest mit einzelnen Allergenen durchführen.
Tipps zur Vorbeugung und Linderung von Blähungen
Es gibt verschiedene Massnahmen, die Sie ergreifen können, um Blähungen vorzubeugen oder zu lindern:
- Ernährungstagebuch führen: Notieren Sie, welche Lebensmittel Sie essen und wie Ihr Körper darauf reagiert.
- Blähende Lebensmittel meiden: Reduzieren Sie den Konsum von Hülsenfrüchten, Kohl, Zwiebeln und Knoblauch.
- Langsam essen und gut kauen: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und schlucken Sie nicht zu viel Luft.
- Kohlensäurehaltige Getränke vermeiden: Trinken Sie stattdessen stilles Wasser oder Kräutertees.
- Pflanzliche Mittel: Tees aus Fenchel, Kümmel, Anis, Kardamom oder Koriander können helfen.
- Wärmeanwendungen: Eine Wärmeflasche auf dem Bauch kann krampflösend wirken.
- Bewegung: Ein Spaziergang nach dem Essen kann die Verdauung fördern.
Hausmittel und Medikamente gegen Blähungen
Neben den genannten Tipps gibt es auch verschiedene Hausmittel und Medikamente, die bei Blähungen helfen können:
- Kümmel: Kümmel enthält ätherische Öle, welche entkrampfend wirken und für einen unauffälligeren Abgang von Darmgasen sorgen.
- Tees gegen Blähungen: Bereiten Sie Tees aus Fenchel, Kümmel, Anis, Kardamom oder Koriander zu.
- Karminativa: Verwendung von Karminativa, z.B. auf Kümmel-Basis.
- Medikamente: Bei einer Lebensmittelvergiftung ist es manchmal sinnvoll, Medikamente wie Antiemetika und Antidiarrhoika einzunehmen. Auch Kohletabletten können bei einer Lebensmittelvergiftung helfen.
Bei stärkeren Symptomen wie akutem Durchfall sollten Sie eine Elektrolytlösung zu sich nehmen. Diese erhalten Sie in der Apotheke. Auch eine selbst gemachte Salz-Zucker-Lösung schafft Abhilfe bei einer Lebensmittelvergiftung. Dieses Hausmittel bereiten Sie ganz einfach zu: Kochen Sie 1 Liter Wasser ab. Geben Sie 5 Esslöffel Zucker und 1,5 Esslöffel Kochsalz hinzu.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Normalerweise verschwinden Blähungen innerhalb einiger Stunden oder weniger Tage. Tun sie das nicht, sollte man den Blähbauch bei einem Arzt abklären lassen. Ebenso wenn die Blähungen zusammen mit weiteren Beschwerden auftreten. Alarmzeichen können Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall sein.
Bei der Untersuchung tastet der Arzt den Bauch ab und horcht mit einem Stethoskop die Darmgeräusche ab. Möglicherweise führt der Arzt einen Test auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit durch oder eine Stuhluntersuchung.

Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Ernährung
Der Mensch ist ein Allesfresser. Theoretisch kann er aus jeder Nahrung seine Lebensenergie produzieren. Vorausgesetzt, er kann diese Nahrung verdauen, also die gegessenen Nährstoffe resorbieren. Wenn dies aus irgendeinem Grund nicht der Fall ist, leidet als erster der Darm darunter. Wichtigster Grundsatz ist demnach: „Iss alles, aber nur das, was du verträgst.“
Bei vielen Krankheiten spielt diese „Fehlernährung“, diese „Vergiftung vom Darm“ eine wesentliche und ursächliche Rolle.
Je schneller der faulende und gärende Darminhalt entleert wird, desto weniger wird von diesen giftigen Zersetzungsstoffen ins Blut aufgenommen. Bei Darmträgheit, bei Verstopfung, leidet man daher besonders stark unter dieser „Vergiftung vom Darm“.
Solange keine Beschwerden bestehen, die sich im Zeitraum von max. 1 Stunde nach der Nahrungsaufnahme verschlechtern, kann und soll alles was schmeckt und wohltut gegessen werden. Beschwerden reichen von Blähungen, spontanem Durchfall, Darmschmerzen, Rückenschmerzen aber auch Gelenks-, Muskel-, Nacken- oder Kopfschmerzen bis zu Migräneanfällen. Wenn aber irgendwelche Symptome dieser Art auftreten ist es sehr wahrscheinlich, dass die Ursache in einer Nahrungsmittelunverträglichkeit liegt.
Gemüseintoleranz
Die Gemüseintoleranz ist eine Lebensmittelunverträglichkeit, die sich innert Stunden nach dem Verzehr von Gemüse in Verdauungsstörungen wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen äussert. Typische Auslöser sind zum Beispiel alle Kohlarten, Randen, Zwiebeln, Karotten, Erbsen, Linsen und Lauch.
Die Gemüseintoleranz wird von un- oder schwer verdaulichen Kohlenhydraten verursacht, welche im Gemüse vorkommen und die im Darm von den Bakterien vergoren werden.
Symptome einer Gemüseintoleranz:
- Blähungen, Abgang von Darmgasen
- Durchfall, einmalig oder wiederholt
- Bauchschmerzen
Die Beschwerden beginnen in der Regel innert Stunden nach dem Verzehr der auslösenden Lebensmittel und halten einige Stunden an. Sie beeinflussen sich gegenseitig, so verursachen die Blähungen und die Distension Schmerzen und Durchfall.
Auslösende Gemüsesorten:
- Alle Kohlarten, z.B. Weisskohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Brokkoli, Rotkraut, Kohlrabi, Sauerkraut
- Randen (rote Beete)
- Lauch
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Bohnen
- Sojabohnen
- Erbsen
- Linsen
- Fenchel
- Gurken
- Karotten
- Salate
- Erdnüsse
Behandlung der Gemüseintoleranz
Durch das Meiden der auslösenden Lebensmittel kann das Auftreten der Beschwerden verhindert oder reduziert werden. Eine Alternative ist der Verzehr geringer Mengen. Bereits diese können bei empfindlichen Menschen aber Störungen verursachen.
Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen können symptomatisch gelindert werden, zum Beispiel mit Simeticon, Aktivkohle, Loperamid, Scopolaminbutylbromid und weiteren. Die Wirkstoffe und Therapiemöglichkeiten sind unter den entsprechenden Artikeln im Detail dargestellt. Auch eine vorbeugende Anwendung ist möglich, zum Beispiel von Loperamid.
Verschiedene Tees sind für die Vorbeugung und Akutbehandlung der genannten Beschwerden gut geeignet.
Ballaststoffe wie indische Flohsamenschalen eignen sich ebenfalls sehr gut für die Behandlung. Sie werden auch bei einem Reizdarm eingesetzt. Sie binden sehr viel Wasser, quellen und bilden ein Gel. Gleichzeitig sind sie als Präbiotika aktiv. Wir empfehlen sie als Mittel der ersten Wahl.
Mit Enzymen können die Beschwerden gelindert werden, denn sie bauen die kritischen Stoffe ab oder isomerisieren sie, ermöglichen die Aufnahme der entsprechenden Monosaccharide im Dünndarm und verhindern die Gasbildung.
Probiotika können sich durch die Beeinflussung der Bakterienflora im Darm positiv auf die Beschwerden auswirken. Allerdings können sie aus unserer Sicht aus zur Gasbildung beitragen.
Zusammenfassung
Blähungen nach Salatverzehr können verschiedene Ursachen haben, von schwer verdaulichen Inhaltsstoffen bis hin zu individuellen Unverträglichkeiten. Durch eine bewusste Ernährung, die Vermeidung blähender Lebensmittel und die Anwendung bewährter Hausmittel können Sie die Beschwerden jedoch in den Griff bekommen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um mögliche Grunderkrankungen auszuschliessen.
| Nahrungsmittelgruppe | Beispiele | Auswirkungen auf Blähungen |
|---|---|---|
| Hülsenfrüchte | Bohnen, Linsen, Erbsen | Hohes Risiko für Blähungen |
| Kohlarten | Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl | Hohes Risiko für Blähungen |
| Zwiebelgewächse | Zwiebeln, Knoblauch, Lauch | Mittleres Risiko für Blähungen |
| Salate | Kopfsalat, Feldsalat, Rucola | Individuelle Verträglichkeit beachten |
| Obst | Bananen, Pflaumen, Aprikosen | Individuelle Verträglichkeit beachten |
| Vollkornprodukte | Vollkornbrot, Vollkornnudeln | Kann bei manchen Menschen Blähungen verursachen |