Bio-Joghurt erfreut sich wachsender Beliebtheit, da er als gesunde und natürliche Alternative zu herkömmlichen Joghurts gilt. In diesem Artikel werden wir uns Bio-Joghurt von Aldi Süd im Test genauer ansehen und die neue Bio-Produktlinie "Retour aux Sources" von Aldi Suisse vorstellen. Darüber hinaus werden wir die Bemühungen zur Zuckerreduktion in Joghurts beleuchten.

Naturjoghurt im Test: Bio-Produkte vorne
Säuerlich, cremig und glatt - das macht einen guten Naturjoghurt aus. Die vorderen Plätze teilen sich oft die Bioprodukte. Zu den positiv bewerteten Produkten gehören der Andechser Natur-Joghurt sowie die Joghurts von Aldi Nord (GutBio) und Aldi Süd (Bio). Besonders erfreulich ist, dass keiner der Naturjoghurts Keime, Rückstände von Desinfektionsmitteln oder zugesetzten Zucker enthielt. Allerdings gab es eine Abwertung für ein Produkt, das Hefen enthielt, welche den Verderb beschleunigen können.
Aldi Suisse setzt auf Nachhaltigkeit mit "Retour aux Sources"
ALDI SUISSE hat seine neue BIO-Produktlinie unter der Marke RETOUR AUX SOURCES eingeführt und setzt damit neue Maßstäbe für Schweizer BIO-Produkte. Messbare Nachhaltigkeit, Transparenz bis zum Bauernhof, Fairness und höchste Qualität sind wichtige Eckpfeiler der neuen Marke. Den Anfang machen Milchprodukte, Fleisch und Eier im Sortiment. So stammen sämtliche RETOUR AUX SOURCES-Produkte von Bio Suisse-zertifizierten Betrieben. Gleichzeitig erfüllen die RETOUR AUX SOURCES-Produkte den Prüf Nach!-Standard, dessen Vorgaben teilweise weit über die bestehenden BIO-Labels hinausgehen.
«Schweizer BIO ist seit jeher ein Garant für hervorragende Qualität. Doch wir haben erkannt, dass darin noch so viel mehr Potenzial steckt. Gemeinsam mit BIO-Bäuerinnen und -Bauern heben wir durch RETOUR AUX SOURCES die Standards von Schweizer BIO auf ein ganz neues Level und stärken gleichzeitig unsere einheimische Landwirtschaft», freut sich Jérôme Meyer, Landes-geschäftsführer von ALDI SUISSE.
Bei sämtlichen Milchprodukten ist beispielsweise eine komplett antibiotikafreie Tierhaltung garantiert - ein Novum in der Schweiz. Dazu zählen die verpflichtende Weide- und Laufstallhaltung ebenso wie artgerechte kraftfutterfreie Fütterung mit Wiesen- und Weidefutter. Aber auch bei der Auswahl der Tiere wird auf besonders robuste Rinderrassen geachtet.
Die Säulen von "Retour aux Sources"
- Antibiotikafreie Tierhaltung: Bei Milchprodukten wird eine komplett antibiotikafreie Tierhaltung garantiert.
- Hohe Tierwohlstandards: Verpflichtende Weide- und Laufstallhaltung sowie artgerechte Fütterung.
- Biodiversität: Milch- und Eierbetriebe müssen mindestens 12 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Biodiversitätsförderflächen ausweisen.
- Transparenz: Die Kunden können die Herkunft der Lebensmittel bis zum Ursprung zurückverfolgen.
Die Konsumentinnen und Konsumenten können via QR-Code auf den Verpackungen nicht nur sehen, wo das Produkt verarbeitet worden ist, sondern auch welche Bäuerinnen und Bauern den Rohstoff geliefert haben. Am Beispiel Milch: Je nach Charge finden die Konsumentinnen und Konsumenten die Namen der jeweils 15 an diesem Tag liefernden Betriebe.
Zuckerreduktion in Joghurts
Jogurt gilt als gesunde Zwischenmahlzeit, aber etliche Jogurts enthalten so viel Zucker, dass man mit einem Jogurt bereits die Hälfte der Zuckermenge erreicht, die man pro Tag höchstens zu sich nehmen soll. Nach einer Richtlinie der WHO sollten Erwachsene pro Tag nicht mehr als 50 bis 60 Gramm Zucker zu sich nehmen, Kinder nur die Hälfte. Ein zu hoher Zuckerkonsum kann zu Übergewicht und Diabetes führen.
Zuckergehalt in Joghurts im Vergleich
Eine Stichprobe von 13 angebotenen Jogurts bei den Detailhändlern Migros, Coop, Lidl und Aldi zeigt: Fast alle decken pro Becher schon fast die Hälfte der Tagesdosis von 50 Gramm ab und mehrere decken für sich alleine bereits den kompletten Zuckerbedarf für Kinder. Am zuckerärmsten ist der Jogurt von Coop Naturaplan ohne Zusatzzucker mit 5,1 Gramm Zucker pro Becher. Die grösste Zuckerbombe ist Emmi MixIt mit satten 40 Gramm Zucker pro Portion.
Gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV nehmen Herr und Frau Schweizer derzeit ca. 110 Gramm Zucker pro Tag zu sich, mehr als das Doppelte der empfohlenen Menge.
Um den Zuckergehalt in Joghurts zu reduzieren, hat der Bundesrat in der Schweiz eine Vereinbarung mit verschiedenen Industrieunternehmen getroffen, die sogenannte «Déclaration de Milan». Die Unternehmen haben sich verpflichtet, den Zuckergehalt in ihren Joghurts und Frühstückscerealien zu reduzieren.
Eine Bachelorarbeit bei Agroscope untersuchte den Einfluss verschiedener Joghurtstarterkulturen auf die sensorische Wahrnehmung, insbesondere der Süssintensität, von Mokkajoghurt. Die Resultate zeigten einen statistisch signifikanten Einfluss der Starterkultur auf die wahrgenommene Intensität aller Attribute. Je höher der Säuregehalt der Joghurts, desto geringer die wahrgenommene Süsse.

Aldi Süd: Fokus auf Bio-Eigenmarken
Aldi Süd scheint nun vermehrt auf seine Bio-Eigenmarken wie "Gut Bio" oder "Nur Nur Natur" setzen zu wollen. Erst seit Juni sind die Produkte unter dem Namen "Nur Nur Natur" erhältlich, Anfang November zeichnete die Zeitschrift Lebensmittelpraxis einen Fruchtjoghurt und ein Vollkornbrot in der Wahl zum Eigenmarkenliebling 2023 aus.
Die neue Bio-Marke «Retour aux Sources»
Die Marke «Retour aux Sources» von Aldi nimmt die Bio Suisse-Richtlinien als Basis und fügt den «Prüf Nach!»-Standard hinzu. Aldi will neue Massstäbe in der Schweizer Bio-Landschaft schaffen und lanciert ein neues Label. Die neue Bio-Produktlinie läuft unter den Namen «Retour aux Sources», wie Aldi Suisse am 13. Mai 2022 an einer Medienkonferenz auf dem Lehenhof in Rothrist AG bekannt gab.
Hans Braun vom Lehenhof ist ein Pionier der antibiotikafreien Milchvieh-Haltung. «Wir haben seit 2005 bei Milchkühen kein Antibiotika mehr eingesetzt», sagt er. Dank der neuen Aldi-Linie könne er nun sämtliche Bio-Milch aus antibiotikafreier Tierhaltung entsprechend vermarkten.
«Wir wollen, dass Bio-Produkte keine Luxusgüter sind, aber die Produzenten dennoch gute Preise erhalten», sagt Jérôme Meyer. Fairness gegenüber den Produzenten sei eine nicht verhandelbare Grundlage der Marke, stellt er klar. Aldi bringe die Bio-Produkte mit geringerer Marge und damit günstiger in die Läden, ohne dass deshalb die Produzentenpreise darunter litten.
Anforderungen an «Retour aux Sources»-Produkte
«Retour aux Sources»-Produkte stammen von Betrieben, die nicht nur die Richtlinien von Bio Suisse erfüllen, die als Ausgangsbasis dienen, sondern auch den weitergehenden «Prüf Nach!»-Standard, der Nachhaltigkeitsrichtlinien für die Landwirtschaft und Verarbeitung vorschreibt. Die Einhaltung der Richtlinien wird jährlich von unabhängigen Kontrollstellen wie bio.inspecta erhoben.
Viele der Schweizer Bio-Produkte, die bisher unter dem Label «Nature Suisse Bio» angeboten wurden, werden Schritt für Schritt in der neuen Marke «Retour aux Sources» aufgehen. Unter dem Label «Nature Active Bio» bietet der Discounter bisher vor allem importierte Produkte an, die werden mindestens nach der EU-Bio-Verordnung produziert. Dieses Label wird neu «Bio Natura» heissen.
Unter der neuen Aldi-Marke werden ausnahmslos in der Schweiz produzierte Lebensmittel angeboten. Produkte wie Fleisch, Eier oder Milch stammen ausschliesslich aus der Schweiz. Bei verarbeiteten Produkten kommen die Hauptzutaten aus einer definierten Schweizer Region, wo im Einklang mit den geographischen und kulturellen Gegebenheiten wie Klima, Böden und Traditionen gearbeitet wird.
Die Produktpalette von «Retour aux Sources»
«Retour aux Sources» startet mit 24 Produkten. Darunter sind 16 Molkereiprodukte wie Milch, Joghurt, Mozzarella und Butter, 6 Bio-Weiderind-Artikel sowie zwei Bio-Eier-Artikel. Im Vergleich zu den Branchenriesen wie Coop und Migros ist die Auswahl gering.
Basis für «Retour aux Sources» bilden die Bio-Suisse-Richtlinien. Alle Produkte stammen von Bio-Suisse-zertifizierten Betrieben. Die Produkte erfüllen gleichzeitig den «Prüf Nach!»-Standard.
| Produkt | Anforderungen |
|---|---|
| Milch | Antibiotikafreie Tierhaltung, verpflichtendes Kälberaufzucht-Programm, Schweizer Bio-Futter und kraftfutterfreie Fütterung, verpflichtende Weide- und Laufstallhaltung |
| Eier | Bruderhähne werden aufgezogen, Freilandhaltung, Weiden mit schützenden Hecken |
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