Die Pizza, ein Gericht, das weltweit bekannt und beliebt ist, hat eine faszinierende Geschichte und vielfältige regionale Unterschiede. Ursprünglich aus Italien stammend, hat die Pizza im Laufe der Zeit zahlreiche Wandlungen erfahren und sich an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasst. Dieser Artikel beleuchtet die Ursprünge der Pizza, ihre Entwicklung in Amerika und die verschiedenen regionalen Variationen, die sie hervorgebracht hat.
Die Ursprünge der Pizza
Die Geschichte der Pizza reicht bis in die Antike zurück. Schon die alten Römer kannten fladenbrotähnliche Speisen, die mit verschiedenen Zutaten belegt wurden. Diese frühen Formen der Pizza können als Vorläufer des heutigen Gerichts betrachtet werden. Ein Beispiel hierfür sind die römischen Focaccia-Brote, die mit Olivenöl, Kräutern und Gewürzen belegt wurden.
Die moderne Pizza, wie wir sie heute kennen, hat ihren Ursprung jedoch in Neapel. Hier wurde die Pizza im 18. Jahrhundert zu einem beliebten Gericht der armen Bevölkerung. Die einfachste Form der neapolitanischen Pizza bestand aus einem Teigfladen, der mit Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Oregano belegt war.

Pizza Margherita, ein Klassiker der neapolitanischen Küche
Die Geburt der Pizza Margherita
Eine besondere Variante der neapolitanischen Pizza ist die Pizza Margherita. Der Legende nach wurde sie im Jahr 1889 von Raffaele Esposito, einem Pizzabäcker aus Neapel, für Königin Margherita von Savoyen kreiert. Esposito belegte die Pizza mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum, um die italienischen Nationalfarben darzustellen. Die Pizza Margherita erfreute sich grosser Beliebtheit und trug massgeblich zur Verbreitung der Pizza bei.
Die Pizza in Amerika
Durch italienische Auswanderer gelangte die Pizza Ende des 19. Jahrhunderts in die USA. In den italienischen Vierteln der amerikanischen Städte entstanden die ersten Pizzerien, die sich schnell grosser Beliebtheit erfreuten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Pizza in den USA einen regelrechten Boom und entwickelte sich zu einem der beliebtesten Gerichte des Landes.
Alberto Grandi sagt dezidiert: «Die italienische Küche ist mehr amerikanisch als italienisch.»
Seinen Recherchen zufolge eröffnete das erste Restaurant, das ausschliesslich Pizza servierte, nicht in Italien, sondern 1911 in New York. Und er fügt hinzu: «Für meinen Vater war die Pizza in den Siebzigerjahren genauso exotisch wie für uns heute Sushi.»
In der Geschichte der modernen italienischen Küche führen unzählige Wege nach Amerika. Die Masseneinwanderung aus Italien in die USA hat zu einer so tief verflochtenen gastronomischen Kultur geführt, dass es unmöglich ist, die eine von der anderen zu unterscheiden.
Die «mit Zutaten belegten Teigscheiben», wie Grandi sie nennt, waren jahrhundertelang im gesamten Mittelmeerraum verbreitet: Piada, Pida, Pita, Pitta, Pizza.
1943, als italienisch-amerikanische Soldaten nach Sizilien geschickt wurden und die italienische Halbinsel hinauffuhren, schrieben sie allerdings ungläubig nach Hause: Es gab keine Pizzerien.
Vor dem Krieg, so Grandi, habe es nur in wenigen süditalienischen Städten Pizza gegeben, sie wurde von den Unterschichten auf der Strasse zubereitet und gegessen.
Ein Beispiel dafür ist die Pizza. Die Pizza, das Symbol schlechthin für die italienische Küche, ist ein Gericht, das die Gaumen auf der ganzen Welt erobert hat, aber ihr wahres Wesen liegt in den Traditionen, die von Region zu Region unterschiedlich sind. Jede Pizza erzählt eine andere Geschichte.
Sie wird aus einfachen, aber hochwertigen Zutaten hergestellt, die auf einzigartige Weise kombiniert werden und die kulturellen und gastronomischen Wurzeln Italiens widerspiegeln.
Die Tradition der regionalen PizzenJede italienische Region hat ihre eigene Version der Pizza, die sich in Bezug auf den Belag, die Zubereitung und sogar den Boden unterscheidet.
Die berühmte Pizza Margherita mit ihrer Kombination aus Tomate, Mozzarella und Basilikum ist das Herzstück der neapolitanischen Pizza, während in anderen Regionen, wie z. B. in Sizilien, die Pizza in einer Version angeboten wird, die größer ist und Zutaten wie Zwiebeln, Sardellen und Paniermehl enthält.
Jede Variante hat ihren eigenen Charme und eine Geschichte, die von der Leidenschaft und Kreativität der Menschen erzählt, die sie erfunden haben.
Regionale Unterschiede in Amerika
In den USA entstanden im Laufe der Zeit verschiedene regionale Varianten der Pizza. Einige der bekanntesten sind:
- New York-Style Pizza: Eine dünne, knusprige Pizza, die in grosse, dreieckige Stücke geschnitten wird.
- Chicago-Style Pizza: Eine Pizza mit einem dicken, schüsselartigen Teigboden, der mit viel Käse und Tomatensauce gefüllt ist.
- Detroit-Style Pizza: Eine rechteckige Pizza mit einem dicken, luftigen Teigboden und einer knusprigen Käsekruste.
- California-Style Pizza: Eine Pizza mit ungewöhnlichen und kreativen Belägen, wie z.B. gegrilltem Gemüse, Ziegenkäse oder Avocado.

Chicago-Style Pizza, bekannt für ihren dicken Teigboden
Pizza Hawaii: Ein Sonderfall
Eine besonders umstrittene Variante der Pizza ist die Pizza Hawaii, die mit Schinken und Ananas belegt ist. Obwohl sie oft als amerikanische Erfindung gilt, ist ihr tatsächlicher Ursprung unklar. Die Pizza Hawaii erfreut sich zwar grosser Beliebtheit, wird aber von vielen Pizza-Liebhabern als kulinarischer Frevel betrachtet.
Die Tiefkühlpizza
Mit der Einführung der Tiefkühlpizza in den 1960er Jahren wurde die Pizza zu einem Massenprodukt. Tiefkühlpizzen sind schnell und einfach zuzubereiten und erfreuen sich daher grosser Beliebtheit. Allerdings wird die Qualität von Tiefkühlpizzen oft kritisiert, da sie geschmacklich nicht mit frisch zubereiteten Pizzen mithalten können.
Vor 50 Jahren kam die erste Tiefkühlpizza in den deutschen Handel. Seit Beginn der Corona-Krise ist das Fertiggericht besonders gefragt.
Kaum zu glauben für Jüngere, dass es früher keine Pizza in Deutschland gab.Heute ist Pizza ein Massenprodukt, ein globales Nationalgericht - für jeden Geschmack und Geldbeutel adaptierbar.
Mit der Sorte «Pizza alla Romana» für damals etwa 3 D-Mark («belegt mit echt italienischem Mozzarella- und Provolone-Käse, Mortadella, Tomaten und Paprika», «backofenfertig im praktischen Alu-Teller») brachte der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker 1970 die erste Tiefkühlpizza in den deutschen Handel.
Bis heute boomen TK-Pizzen. So isst jeder Bundesbürger im Jahr laut Branchenverband Tiefkühlinstitut umgerechnet 13 Stück. Vor 10 Jahren waren es erst 10, vor 20 Jahren 5 und vor 30 Jahren 3.
Die deutsche Tiefkühlindustrie erwartet 2020 «einen neuen Höhepunkt» im Absatz von TK-Pizza. Jeder Bundesbürger isst pro Jahr durchschnittlich 13 Tiefkühlpizzen. «Tendenz steigend.»
Tiefkühlpizza Vorgebackene und tiefgekühlte Pizza gehört zu den meistverkauften Fertiggerichten. In den 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelt, gelangte sie über Italien nach Europa.
1966 wurde eine „Minipizza“ samt dazugehörigem Aufbackofen vom italienischen Speiseeishersteller Motta auf Messen in Frankfurt und München vorgestellt. Lieferbar war sie in Kartons à 17 Stück zu je 0,75 DM (inflationsbereinigt heute 1,52 Euro).
Tiefkühlpizza in großen Mengen stellte seit 1968 der Backwarenproduzent Romano Freddi aus Mantua her. Er entwickelte die Grundlagen zum Formen des Teigs, des Belegens und des Vorbackens für die industrielle Großproduktion.
Neben der italienischen Firma Esselunga belieferte er auch Dr. Oetker, die Firma, die als erste die Tiefkühlpizza auf den deutschen Markt brachte. Ebenfalls 1968 folgten die ersten Hersteller in der Schweiz, 1970 die ersten in Deutschland, darunter auch Wagner, heute europaweit einer der Marktführer von Tiefkühlpizza mit einem Anteil von über 30 % in Deutschland sowie 26 % in Europa.
Von Wagner wurde auch 1976 erstmals die tiefgekühlte „Steinofenpizza“ auf den Markt gebracht. Der Verkauf von Tiefkühlpizza stieg in Deutschland rasch an: 1973 wurden 2.800 Tonnen hergestellt, 2020 277.000 Tonnen.
Die absatzstärksten Sorten des Herstellers Dr. Oetker waren 2017 nach Eigenangaben Salami, Speciale (Salami, Schinken, Champignons), Thunfisch, Hawaii (Schinken, Ananas) und Margherita.[29] Dr. Oetker hat diese Sorten über Jahrzehnte vor allem in zwei Produktlinien vermarktet, die in den meisten Supermärkten omnipräsent sind: Die „Ristorante“-Linie, die angeblich wie in einem italienischen Restaurant schmeckt, und „die Ofenfrische“, deren Teig nicht vorgebacken ist, sondern erst im Backofen des Endverbrauchers aufbäckt.
Aktuelle Trends und Entwicklungen
Die Welt der Pizza ist ständig im Wandel. Neue Trends und Entwicklungen sorgen dafür, dass die Pizza nie langweilig wird. Einige der aktuellen Trends sind:
- Pinsa: Eine römische Variante der Pizza mit einem luftigen Teig aus Weizen-, Reis- und Sojamehl.
- Vegane Pizza: Pizza-Varianten ohne tierische Produkte, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen.
- Glutenfreie Pizza: Pizza-Varianten für Menschen mit Glutenunverträglichkeit.
In Deutschland noch recht unbekannt. Gastronomen sind sich aber sicher, dass der Mehlmixfladen mit langer Gehzeit der nächste Foodtrend wird.
Die Pizza-Neuinterpretation ist aussen knusprig und innen fluffig. Sie besteht aus Weizenmehl sowie leichtem Reismehl, stabilisierendem Sojamehl und für die Bekömmlichkeit Sauerteig.
Auf ein Kilo Pinsateig-Mehl kommt fast ein Liter Wasser, deutlich mehr als bei der klassischen Pizza. Pinsateig soll bis zu fünf Tage im Kühlschrank ruhen, was ihn leichter verdaulich macht.
Der Teig mit den Luftblasen kann wie eine Pizza aber auch ohne Tomate, also weiss, oder gar süss oder auch erst nach dem Backen belegt werden.
Dass die Pinsa eine etwa 2000 Jahre alte Tradition hat, ist als Flunkerei enttarnt. «All das ist ein frei erfundener Mythos», klärt Bessem Lamari von der «Pinsa Manufaktur» in Stuttgart auf. Tatsächlich ist die Pinsa eine Erfindung von 2001, entwickelt vom italienischen Backwarenunternehmen Di Marco.
Unter den veganen Pizzas gibt es auch die Matzeh- oder Matzo-Pizza (englische Bezeichnung), die aus Matzen als vegane Pizza zubereitet wird. Matzen werden mit Tomatensauce mit Kräutern und Knoblauch übergossen, mit Spinat, Champignons oder anderm belegt und mit veganem „Sojakäse“ bestreut in einem Blech gebacken
Die Pizza als Wirtschaftsfaktor
Die Pizza ist nicht nur ein beliebtes Gericht, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Weltweit gibt es unzählige Pizzerien und Lieferdienste, die Millionen von Menschen beschäftigen. Die Pizza-Industrie generiert jährlich einen Umsatz in Milliardenhöhe.
Domino's und Pizza Hut sind Beispiele für Marken, die in verschiedenen Ländern präsent sind und Millionen von Kunden bedienen.
Heutzutage gibt es unzählige Variationen von Pizza, angefangen bei den klassischen Margherita- und Pepperoni-Pizzen bis hin zu kreativen Belägen wie Ananas, Hühnchen-Curry oder sogar Schokolade.
In einer zunehmend hektischen Welt schätzen die Menschen die Bequemlichkeit von schnellem, köstlichem Essen. Pizza ist leicht zu bestellen, sei es über das Telefon oder Online-Dienste, und wird oft als perfekte Wahl für gesellige Anlässe oder gemütliche Abende angesehen.
Umsatz-Ranking der Pizza-Ketten in Deutschland (2019):
| Platz | Kette | Umsatz (Millionen Euro) |
|---|---|---|
| 1 | Domino's | 235 |
| 2 | L'Osteria | 210 |
| 3 | Vapiano | k.A. (Insolvenz 2020) |
Pizza ist ein Gericht, das sich für tausend Gelegenheiten eignet: ein Familienabend, ein Abendessen mit Freunden oder eine einfache Mittagspause. Durch ihre Vielseitigkeit passt sie zu jeder Tageszeit und ist immer ein Garant für Geselligkeit und Genuss.
Die Faszination für Pizza ist nicht nur auf ihren köstlichen Geschmack zurückzuführen, sondern auch auf ihre faszinierende Geschichte.