Traditioneller Schweizer Dreikönigskuchen: Ein Festtagsgenuss

Der Schweizer Dreikönigskuchen, auch „Königskuchen“ genannt, ist eine traditionelle Spezialität. Dieses köstliche Gebäck wird am 6. Januar, dem Dreikönigstag, serviert. Auch wenn man nicht gläubig ist, ist der Dreikönigskuchen ein wichtiger Bestandteil am Tag der Heiligen Drei Könige.

Dieses köstliche Rezept verbindet luftigen, leicht süßen Hefeteig mit bunten Früchten und einer versteckten Überraschung - einer kleinen Figur oder getrockneten Bohne. In einem der Kugeln wird ein kleines Figürchen oder eine Bohne versteckt.

Beim Anschneiden teilen sich Familie und Freunde den Kuchen und hoffen, die Figur zu finden. Der Brauch besagt, dass die Person, die das Figürchen oder die Bohne findet, zum König oder zur Königin des Tages ernannt wird und an diesem Tag ,,regieren,, oder sich etwas wünschen darf. Die Person, die sie entdeckt, wird für den Tag zur Königin oder zum König gekrönt.

Der Dreikönigskuchen besteht aus einer grossen Kugel als Innenstück und aus mehreren kleineren Kugeln um das Innenstück herum. Um ein grosses rundes Mittelstück ist eine ganze Reihe von kleineren Brötchen gesetzt. Darauf gehört eine Krone aus Karton.

Der Dreikönigskuchen wird ausschliesslich am 6. Januar gegessen. Man geniesst ein Brötli zum Frühstück in der Familie oder zum Znüni oder Zvieri in der Schule oder am Arbeitsplatz. Wer den kleinen Plastikkönig in seinem Kuchenstück findet, ist für einen Tag lang König resp. Königin und darf regieren.

Am Dreikönigstag, dem 6. Januar werden in der Schweiz Hunderttausende von Dreikönigskuchen gegessen. Laut Konrad Kuhn wurden in der Schweiz im Jahr 2000 allein in der Bäckerei der Migros mehr als 500'000 Dreikönigskuchen verkauft. Ein Hinweis auf die enorme Verbreitung mag auch die Anzahl der von Pistor gelieferten Dreikönigsfigürchen geben: Im Jahr 2004 waren es über eine halbe Million - und die Grossverteiler verfügen dabei über eigene Figürchenlieferanten.

Ein traditioneller Dreikönigskuchen

Die Geschichte des Dreikönigskuchens

Der heute bei Gross und Klein beliebte und enorm stark verbreitete Dreikönigskuchen aus Hefeteig ist eine relativ neue Erscheinung. Wie vom Ethnologen Thomas Antonietti im Jahr 2004 ausführlich beschrieben, ist der Dreikönigskuchen aus Hefeteig im Jahr 1952 vom Schweizer Gebäckforscher Max Währen zusammen mit der Bäckereifachschule Richemont entwickelt worden.

Einzelne Teile des heutigen Dreikönigbrauches waren schon vor der Erfindung durch Währen und die Bäckereifachschule verbreitet. Insbesondere natürlich Epiphanie zu feiern, einen Kuchen, teilweise sogar einen Bohnenkuchen (also einen Kuchen mit einer versteckten Bohne drin) zu essen und einen König für einen Tag zu bestimmen.

Währen erwähnt in seiner Publikation dass die ältesten Quellen die ein solches Gebäck erwähnen aus dem Frankreich des 12. und 13. Jahrhunderts stammen. Der älteste Schweizer Hinweis stammt, laut Währen, aus dem Jahr 1390.

Der Brauch wie wir ihn heute kennen, war vor 1952 in der Schweiz nicht bekannt.


Die Entwicklung des Dreikönigskuchens

Seinen Ursprung hat der Königskuchen-Brauch im alten Rom. So wurde jeweils zu Ehren des Ackergotts Saturn ein Kuchen gegessen, in dem sich eine Bohne versteckte. Wer die Bohne fand, wurde für einen Tag als Bohnenkönig gefeiert. Das Christentum übertrug diesen Brauch auf den Dreikönigstag.

Dem westlichen Glauben nach wurden die heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar am 6. Januar durch den Morgenstern zu Jesus in Bethlehem geführt.

In der Schweiz verdankt der Dreikönigskuchen seine Form dem 2008 verstorbenen Basler Brotforscher Max Währen. Er gab dem Dreikönigskuchen vor 67 Jahren seine charakteristische Blütenform und erweckte die jahrtausendealte und fast vergessene Tradition wieder zum Leben. Dafür erhielt er 1979 von der Universität Zürich die Ehrendoktorwürde.

Dreikönigskuchen

Das traditionelle Rezept

Das Rezept für einen Dreikönigskuchen nach Schweizer Art ist so einfach wie das Backzubehör, das seine Zubereitung benötigt. Es genügen: eine Rührschüssel, Backpapier oder eine wiederverwendbare Backfolie, ein Blech und ein Backpinsel.

Jetzt braucht es nur noch Weissmehl, Salz, Zucker, Hefe, Milch und Butter und der Backspass kann beginnen. Ob mit Rosinen, Schokostückchen oder in der Nature-Variante, hier entscheidet der eigene Gusto.

Zutaten für den Teig:

  • 500g Zopfmehl
  • 1 TL Salz
  • 4 EL Zucker
  • 20g Hefe
  • 70g Butter
  • 2.5dl zimmerwarme Milch
  • 1 Ei

Zutaten für die Glasur:

  • 1 Eigelb
  • 1 TL Milch
  • Mandelblättchen und / oder Hagelzucker und / oder Nonpareille und / oder Zuckerdekor

Zubereitung des Teigs:

  1. Das Mehl und das Salz wird in einer Schüssel vermischt und in der Mitte eine Mulde geformt.
  2. Danach wird die Butter langsam geschmolzen und in die Mulde gegossen.
  3. Die Hefe wird mit dem Zucker vermischt bis er flüssig ist und ebenfalls zur Milch in die Mulde hinzugefügt.
  4. Nun wird noch das Ei verquirlt und hineingegeben.
  5. Alles wird zu einem geschmeidigen, glatten Teig geknetet.
  6. Der Teig soll jetzt zugedeckt für etwa 2 Stunden aufgehen.
  7. Danach werden 8 gleichgrosse Kugeln a etwa 80g - 85g zu geformt. Den Rest des Teiges formst du zu einer grossen Kugel welche mittig auf das Backblech platziert wird.
  8. Die kleinen Kugeln reihst du mit etwas Abstand rundherum. Und vergiss nicht in eine der kleinen Kugeln die Königsfigur einzuarbeiten.
  9. Nun lässt du alles nochmals etwa 30 Minuten gehen.

Zubereitung der Glasur:

  1. Das Eigelb wird mit der Milch vermischt und der ganze Kuchen wird damit bestrichen.
  2. Dann werden die Mandelblättchen, Hagelzucker, Nonpareille und / oder Zuckerdekor darüber gestreut.

Backen:

  1. Der Dreikönigskuchen wird nun bei 180°C Umluft für etwa 30 Minuten gebacken und danach ausgekühlt.

En Guete!

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Schritt 1: Weissmehl, Salz, Zucker und Hefe in eine Rührschüssel geben und mischen. Milch, Butter und Rosinen oder Schokostückchen dazugeben und alles kneten oder kneten lassen, bis der Teig weich und glatt ist. Den Teig zugedeckt ca. 1.5 Stunden bei Raumtemperatur auf die doppelte Grösse aufgehen lassen.
  2. Schritt 2: Vom Teig 8 Kugeln von je ca. 70 g formen und dabei den Plastik-König in eine der Kugeln einarbeiten. Mit dem Rest des Teigs eine grosse Kugel formen und aufs mit Backfolie ausgelegte Blech legen. Jetzt die kleinen Teigkugeln gleichmässig um die grosse herum anordnen. Das Ganze zugedeckt nochmals ca. 30 Min. stehen- und aufgehen lassen. Den Kuchen mit Ei bestreichen und die Mandelblättchen und/oder den Hagelzucker drüberstreuen.
  3. Schritt 3: Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und den Dreikönigskuchen in der unteren Hälfte ca. 30 Min. goldbraun backen. Das Gebäck herausnehmen, kurz abkühlen lassen und danach auf ein Auskühlgitter legen. Zum Schluss eine goldene Papierkrone in der Mitte des Dreikönigskuchens platzieren und auf einer Tortenplatte servieren.

Aber pssst: Nicht verraten, wo der König steckt!

Wer die im Kuchen versteckte Figur findet, ist für einen Tag König. Er muss nicht abwaschen, darf länger aufbleiben oder geniesst sonstige Vorzüge zum Leidwesen eifersüchtiger Familienmitglieder oder Mitbewohner. Der jahrhundertealte Brauch sorgt dafür, dass jedes Jahr rund 1 Million Kuchen gebacken und verkauft werden. Wenn ihr euren eigenen Dreikönigskuchen backen wollt, haben wir euch hier das perfekte Rezept dazu.

Bis heute wird in verschiedenen Ländern der 6. Januar, unser Dreikönigstag, mit dem passenden Kuchen als Freudentag gefeiert.

Tipps und Tricks

  • Der Hefeteig geht nicht auf?
  • Unterschiede zwischen frischer, trockener und flüssiger Hefe
  • Unterschied zwischen Korinthen, Sultaninen und Rosinen?

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