Die Bedeutung von Essen und Trinken im Neuen Testament und im Leben der Christen

Essen und Trinken haben eine immense Bedeutung für das gesamte Leben. In allen Ländern haben sich die Essgewohnheiten im Laufe der Zeit geändert, vor allem in den Industrieländern.

Die früheste Form des Gottesdienstes im Neuen Testament ist die Eucharistie. Die Nahrung erinnert uns täglich an unsere Bindung an das Wunder des Lebens. Die engste Verbindung der Menschen mit den Flüssen und Böden der Erde ist die Nahrung. Von daher ist es auch nicht erstaunlich, dass die meisten Weltreligionen Rituale zur Weihe von Speisen kennen, um deren Rolle als Stoff des Lebens zu würdigen. Auch wenn der moderne Mensch das vergessen haben sollte, die Mühsal, ausreichende Nahrung zu beschaffen, war immer ein zentrales Element des menschlichen Daseins.

Historiker lehren uns, dass die frühesten Kulturen sich bilden konnten, weil sie eine neue Strategie zum Nahrungsmittelerwerb organisierten. Voraussetzung dafür war die menschliche Kommunikation. Zur gleichen Zeit (etwa um 3000 bis 2000 vor Chr.) wurden durch den Getreideanbau und die Kultivierung des Weinstocks Brot, Reis und Wein Kulturgüter.

Schon sehr früh unterschied man zwischen "reinen und unreinen Tieren", und entsprechend spielt bis heute die Essgewohnheit der Menschen eine wichtige Rolle. An ihrem Essen kann man die unterschiedlichen Religionen erkennen. Jede Mahlzeit verbindet den Menschen mit den schaffenden Kräften des Lebens, mit dem ewigen Leben der Gottheit. Die Mahlzeit ist nach der Überzeugung der Kanaken von Neukaledonien der lebendige Sammelplatz der Nahrungskräfte des Bodens und der Menschen der Vergangenheit und erfordert deshalb die Inbrunst des gesamten Wesens und schweigendes Kauen. Essen und Trinken sind ein richtiges Sakrament.

Die Essensgewohnheiten führten in der urchristlichen Gemeinde zur harten Auseinandersetzung und wurden zu einem der wichtigsten Themen bei den ersten christlichen Vollversammlungen. Paulus zahlte schließlich mit seinem Leben für diese Einheit, indem er selber das Zeichen der Verbundenheit, die Kollekte aus den nichtjüdischen Gemeinden als Zeichen der Einheit nach Jerusalem brachte.

Essen und Trinken entwickelte sich in Israel vom Familienfest zum kultischen Mahl. Die christliche Gemeinde übernimmt diese Vorstellung, dass das Mahl keine Privatangelegenheit ist, sondern immer mit dem Transzendenten verbindet. Deshalb steht die Danksagung, das Tisch-Gebet am Anfang.

Vom Essen und Trinken führt der Weg zur Ethik als dem rechten Verhalten im Angesicht Gottes; es wird zum Kriterium; "Was ihr getan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mit getan", sagt Jesus und erwähnt dabei Essen und Trinken zuerst (Matthäus 25, 35ff). Weil im Blut das Leben (oder die Seele) wohnt, ist Blut nicht für den Menschen, sondern für Gott bestimmt.

Der Mensch lebt vom Brot und Reis (Grundnahrungsmittel der meisten Menschen), aber auch vom Wort. Essen und Trinken sind Grundelemente der Gemeinschaft. Die heilige Mahlzeit wird Sakrament durch die Verbindung mit dem Herrn, der Heiland genannt wird. Das christliche Sakrament fasst die wesentlichen Elemente der Mahlzeitsakramente zu einer lebendigen Einheit zusammen. Das Abendmahl ist die eigentliche Eucharistie nämlich Danksagung, wie sie in der jüdischen Mahlzeit bekannt ist.

Die Segnung des Bechers, das Brechen des Brotes geschieht im "Herrn". Er ist anwesend im Geist und er wird bald wieder kommen, um die Seinen zu speisen. Das drückt der Ruf aus: Maran atha! –der Gegenwärtiges und Zukünftiges verbindet. So wird die Mahlzeit zur Communio, die alle, die daran teilnehmen mit dem einladenden Herrn durch das Band in Christo verbindet. Die Einigung mit dem Christus ist gleichzeitige Einigung mit den anwesenden Brüdern und Schwestern. Sie ist das Andenken des Herrn, die Anamnese, die über die normale Mahlzeit hinaus zum Sakrament im vollen Sinn des Wortes wird.

Das Geschwistermahl, die so genannte agape , das Liebesmahl, wird aber schon früh abgetrennt von der Eucharistie und wird zum eucharistischen Opfer. Das Opfer Christi auf Golgatha ist das einzige wirkliche Opfer und setzt sich fort im doppelten Opfer des Sakraments. Das ist freilich nur in mystischer Sprache ausdrückbar.

Jesus sagt von sich: "Ich bin das Brot des Lebens" und "ich bin die wahre Rebe. Das Merkwürdige an der höchsten Gemeinschaft aber ist, dass sie ihren Grund in dem hat, der in seinem Leben von Einsamkeit zur Einsamkeit geschritten ist. Am Ende haben ihn alle seine Getreuen verlassen und in der Todesangst auch noch Gott: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!" rief er am Kreuz. Aus dieser äußersten Angst und ödesten Einsamkeit, wie sie die Geschichte auf Golgatha zeigt, erwächst die innigste Gemeinschaft. Das Paradoxon des christlichen Glaubens vereinigt Einsamkeit und Gemeinschaft im Leib Christi. Und diesen Sieg erlebt der "Leib", die Kirche im Liebesmahl.

Die Mahlgemeinschaft wird zum Kennzeichen der christlichen Gemeinde als Zeichen der Gemeinschaft mit Gott, das allen Menschen angeboten und ermöglicht werden muss. Miteinander essen wir früh in der christlichen Kirche zum Schlüsselwort für Christ sein und zum Synonym für die Freiheit der Christen.

Im gleichen Galaterbrief, in dem Paulus das gemeinsame Essen als Kriterium des Christlichen betont, formuliert Paulus das Zentrale der Jesusnachfolge mit den Worten: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit.

Zwischen Brot und Wein liegt die Teilhabe und das Teilgeben am Esstisch der Welt, also die Realität von reichen und armen Kirchen, die nur Kirche bleiben können, wenn die Reichen nie den Weg der Teilgabe an irdischen Gütern verlassen. ”Unwürdig essen" ( anaxios ) ist das tatsächliche Interesse an heute lebenden Menschen in der globalen Welt.

Leib und Blut sind auch ökonomische Faktoren. Ein Beispiel dafür ist der Bluthandel. In vielen asiatischen Städten - aber auch in anderen Teilen der Welt - finden wir das gleiche Bild: Lange Schlangen von Menschen stehen vor einem Haus. Sie wollen Blut spenden. In Bombay bekommen sie dafür 15 Rupien. Das reicht für das Essen der Familie. Und deshalb kommen vor allem die Armen, die sonst keine Einkünfte haben. Viele spenden jede Woche. Und das ist zu viel.

Offensichtlich will Paulus den Korinthern (und somit auch uns) unmissverständlich deutlich machen: Glaubende gehören zusammen und sind für einander verantwortlich. Das Abendmahl ist ein Gemeinschaftsmahl und verbindet wie sonst nichts in der Welt Menschen über und vor aller Sympathie. Das Abendmahl ist Schule der Ökumenizität der Kirche Jesu Christi.

Das Neue Testament beginnt, historisch gesehen, mit dem wichtigen Satz: "Wir danken Gott allezeit" (1.Thessalonicher 1, 2) – das griechische Wort ( eucharistoumen ) wird in der kirchlichen Sprache für Abendmahl verwendet. Eucharistie hängt aber auch mit Gnade ( charis) zusammen.

Der einst durch Tabus geschützte und geheiligte Leib wird zur „erleuchteten menschlichen Maschine“, zum profanen Fleisch. Warme Leichen und kalte Embryonen werden nach den Worten des französischen Psychoanalytiker Michel Tort zu den begehrten Objekten der Gesellschaft.

Das Neuwerden ist Teil des eschatologischen Schöpfungshandelns Gottes wie 1 Petr 1,3.23 zeigt. Nach Paulus ist Tod und Auferstehung Jesu Christi der Anbruch der neuen Schöpfung und macht den Menschen zu einer „neuen Kreatur“ (2Kor. 5,17; Gal. 6,17) Der Neue Mensch ist in Christus in der Geschichte schon erschienen. Christus ist der „Erstgeborene aller Schöpfung“ (Kolosser 1.19) und der „Erstgeborene von den Toten“ (Kol, 18). Er ist das Urbild des „Neuen Menschen“ (Epheser 2,15) und verkörpert den Menschen, auf den hin die Welt und der Mensch geschaffen sind. Er ist der „Neue Adam“ (Römer 5, 12-21), der Mensch den Gott vor dem Sündenfall meinte. Das Neusein empfängt der Mensch in der Taufe schon jetzt und wartet gleichzeitig auf das noch ausstehende eschatologische Heil.

Die Bedeutung des Abendmahls

Hier ist eine Tabelle, die die Parallelen und Abweichungen zwischen den Texten im Neuen Testament zusammenfasst:

Text Zusatz "für euch" (hyper hymon) Parallelisierung
Matthäus 26, 28ff - -
Markus 14, 22ff - -
Lukas 22, 16ff - -
Paulus Nur für das Brotwort Leib (soma) mit neuem Bund (kainé diadeke), nicht aber mit Blut (haima)

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