Die Ostschweiz ist bekannt für ihre kulinarischen Spezialitäten, und dazu gehören auch die Toggenburger Kekse. Diese hellbraunen, rechteckigen und flachen Lebkuchen sind besonders in den beiden Appenzeller Halbkantonen sowie im Toggenburg das ganze Jahr über verbreitet. Hier finden Sie ein einfaches Rezept, um diese Köstlichkeit selbst zu backen.

Toggenburger Kekse spielen eine wichtige Rolle bei der Landsgemeinde in Appenzell Innerrhoden.
Was macht Toggenburger Kekse besonders?
Im Vergleich zum berühmten Basler Läckerli ist das Ostschweizer Leckerli mehr als doppelt so gross und auch sonst kaum vergleichbar. Während das Basler Läckerli mit einem dünnen Zuckerguss versehen ist, enthält der Teig des Toggenburger Leckerlis keine Nüsse, weniger Honig und dafür Milch.
Historischer Hintergrund
Gesicherte Angaben über das Leckerli reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Es ist jedoch gut möglich, dass die Geschichte des Leckerlis noch weiter zurückreicht. Lebkuchengebäcke gab es im Appenzellerland schon vor dem 19. Jahrhundert. Die erste schriftliche Appenzeller Quelle über „piperzelten“, also Pfefferkuchen, wie Lebkuchen auch genannt werden, stammt aus dem Jahre 1597. Um was für ein Lebkuchengebäck es sich damals handelte, ist aus den Quellen nicht ersichtlich.
Das einfach gehaltene und für jedermann erschwingliche Leckerli entspringt der gewerblichen „Bibenzelterei“, die im Appenzellerland und St. Gallen seit der frühen Neuzeit betrieben wurde. Wie Albert Spycher in seinem „Ostschweizer Lebkuchenbuch“ aufzeigt, wurden die eigentlichen Leckerlein bis weit ins 18. Jahrhundert hinein in Apotheken und wohlhabenden Häusern hergestellt. Besonders die Gewürze und der Zucker waren damals sehr teuer. Den Gewürzen sagte man heilende Wirkung nach, etwa bei Magenbeschwerden oder Kopfweh, deshalb waren die Leckerlein in Apotheken zu finden. Es handelte sich bei den damaligen Leckerlein, die von Chur über St. Gallen bis ins Rheintal verbreitet waren, um eine Art „Medizinalgebäck“.

Schlorzifladen ist eine weitere Spezialität aus dem Toggenburg.
Das Rezept: Toggenburger Kekse einfach selbst gemacht
Bevor der Bäcker seinen Teig herstellen kann, muss er den Honig und vor allem den Zucker verflüssigen, um beides gut unter die anderen Zutaten mischen zu können. „Das Wasser hilft, den Zucker beim Erhitzen aufzulösen, was nötig ist, weil der Teig sonst zu hart wäre“, erklärt der Bäcker.
Zutaten:
- Halbweissmehl
- Dinkelmehl
- Milch
- Triebsalz
- Lebkuchen-Gewürzmischung (Zimt, Nelken, Anis, Ingwer, Piment, Koriander, Kardamon, Sternanis)
Zubereitung:
- Honig und Zucker verflüssigen und mit den restlichen Zutaten vermischen.
- Den Teig mindestens 24 Stunden an einem kühlen, aber trockenen Ort lagern.
- Nach der Kühlzeit den Teig zu einem dünnen Teppich von 2,5 Millimetern ausrollen.
- Längliche Rechtecke aus dem Teig ausschneiden.
- Die Rechtecke für acht bis zehn Minuten in den rund 210 Grad heissen Ofen schieben.
Schon nach wenigen Tagen beginnt das Leckerli auszutrocknen und härter zu werden. Für viele Leckerli-Liebhaber ist es erst dann richtig genussreif.
Ein guter Leckerliteig braucht seine Zeit. Das verflüssigte Zucker-Honig-Gemisch wird mit Halbweissmehl, etwas Dinkelmehl, Milch, Triebsalz und einer Lebkuchen-Gewürzmischung vermischt, die sich aus Zimt, Nelken, Anis, Ingwer, Piment, Koriander, Kardamon und Sternanis zusammensetzt. Nach frühestens 24 Stunden wird der kühl gelagerte Teig zu einem dünnen Teppich von 2,5 Millimetern ausgerollt, aus dem längliche Rechtecke ausgeschnitten werden. Diese kommen anschliessend für acht bis zehn Minuten in den rund 210 Grad heissen Ofen.
Tipp: In Ausserrhoden ist das Leckerli ein typisches Fasnachtsgebäck. In Herisau und Waldstatt ist mit dem „Gidio Hosenstoss“ sogar ein Brauchtum untrennbar mit dem Leckerli verbunden. Das Schleckmaul Gidio, eine erfundene Figur, war einst an einem Leckerli erstickt. Ihm zu Ehren wird am Aschermittwoch ein Kinderumzug mit einer lebensgrossen Strohpuppe veranstaltet.
| Merkmal | Toggenburger Leckerli | Basler Läckerli |
|---|---|---|
| Grösse | Grösser | Kleiner |
| Nüsse | Keine | Enthalten |
| Honig | Weniger | Mehr |
| Zuckerguss | Kein | Dünner Zuckerguss |
Weitere Spezialitäten aus dem Toggenburg
Neben den Toggenburger Keksen gibt es noch weitere kulinarische Spezialitäten aus dieser Region. Ein bekanntes Beispiel ist der Toggenburger Schlorzifladen, ein süsser Klassiker mit Birnenweggenfüllung und Rahmguss. Hier ist ein einfaches Rezept für eine kleine Variante:
Mini-Schlorzifladen Rezept
Zutaten:
- Kuchenteig
- Birnenweggenfüllung
- Eier
- Rahm
- Zucker
Zubereitung:
- Den Kuchenteig mit einem Ausstecher von ca. 9cm Durchmesser ausstechen.
- Das Muffinblech mit Butter bestreichen und bemehlen.
- Die Birnenfüllung in einen Spritzsack geben und auf dem Kuchenteig verteilen.
- Eier, Rahm und Zucker verquirlen und darüber giessen.
- Die Küchlein für ca. 25 Minuten backen.
Der Schlorzifladen wird meistens mit geschlagener Sahne serviert und genau so gerne kalt wie auch warm gegessen.
Butterplätzchen zum Ausstechen →🎄
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