Teekultur hat eine lange Geschichte. In China und anderen Ländern Asiens ist das Aufgussgetränk laut Überlieferungen seit mehr als 4000 Jahren bekannt. Nach Europa kam das Getränk erst später, im 17. Jahrhundert. Heute stehen sämtliche Teesorten für wohltuenden Genuss und Entschleunigung.
Nahezu jedes Land hat eine eigene Teekultur entwickelt. Unzählige Mischungen mit unterschiedlichen Farben und Aromen sind verfügbar. Der Blogbeitrag beleuchtet die Geschichte des Aufgussgetränks kurz und wirft einen Blick auf die heutige Teekultur in verschiedenen Ländern. Dabei spielen verschiedene Teekräuter mit unterschiedlichen Geschmacksprofilen eine Rolle.

Eine Auswahl verschiedener Teesorten.
Die Ursprünge der Teegeschichte
Die Ursprünge der Teezubereitung reichen zurück ins antike China. Im Jahr 2737 v. Chr. wurde das Aufgussgetränk aus Teeblättern erstmals in der chinesischen Literatur erwähnt. Laut einer Legende soll der chinesische Kaiser Shen Nung das aromatische Getränk zufällig entdeckt haben. Er befand sich im Palastgarten und kochte Wasser ab, als ein Windhauch zufällig mehrere Teeblätter in den dampfenden Kessel wehte. Der wohltuende Duft und der erfrischende Geschmack sorgten für Begeisterung.
Tee entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem populären Getränk und erreichte über die Seidenstrasse im 17. Jahrhundert Europa, wo er sich zu einem Symbol für Wohlstand und Genuss entwickelte.
Teekultur in verschiedenen Ländern
Heute werden zahlreiche Teesorten in vielen Ländern der Welt getrunken, wobei für Zubereitung und Genuss unterschiedliche Techniken und Teezeremonien eine Rolle spielen.
- In Grossbritannien ist der Afternoon Tea Teil des Alltags. Schwarztee wird mit Milch serviert, dazu gibt es Scones, die typisch britische Clotted Cream und Marmelade. Die Zubereitung erfolgt nach alten, über mehrere Generationen überlieferten Regeln.
- Die ostfriesische Teezeremonie wird als Pause vom hektischen Alltag zelebriert, wobei die Zubereitung und die Zugabe von Sahne und Kandis klaren Regeln folgen.
- In Marokko wird erfrischender Minztee mehrfach täglich und zu den Mahlzeiten getrunken. Dazu wird eine Mischung aus Grüntee und Minze zubereitet und in einer reich verzierten Kanne oder in Teegläsern serviert.
- Die russische Teetradition ist eng mit der türkischen und asiatischen verbunden. Ebenso wie in der Türkei wird Schwarztee getrunken und in vielen Haushalten mit einem Samowar zubereitet. Da Schwarztee äusserst kräftig ist, wird er mit reichlich Zucker serviert.
- In China und Japan ist Teegenuss ein hohes Kulturgut. Die Teezeremonie wird als spirituelles Ritual gefeiert, das Ruhe und Harmonie in den Alltag bringt. Grüntee und Matcha spielen dabei eine wichtige Rolle.
- In Südamerika wird Mate-Tee in einer Kalebasse serviert und regelmässig als sanfter Muntermacher getrunken.
Türkischer Tee: Ein unverzichtbares Ritual
Tee zu trinken, gehört in der Türkei zu den unverzichtbaren Ritualen des Alltags. Häufiger als der teure Kaffee wird in der heutigen Türkei Tee getrunken, der im Land selber (Schwarzmeergebiet) angebaut wird. Gemeinsam Tee zu trinken ist fast wichtiger als eine gemeinsame Mahlzeit und gehört zu den täglichen Ritualen in jedem Haushalt, zu jeder Feier, zu jedem Handelsabschluss.
Überall, in kleinen Dörfern und in grossen Städten, gibt es Teehäuser, die ihren Tee auch «über die Gasse» ausliefern. Vor allem die Händler in den Bazaren benutzen diesen Lieferservice, wenn sie sich mit Freunden und Kunden zum Plaudern und Handeln zusammensetzen: Mittels krächzender Gegensprechanlagen wird direkt im Teehaus bestellt, worauf innert kurzer Zeit der Ausläufer mit den dampfenden Teegläsern auf schwankendem Tablett erscheint.
Die Türken trinken ihren Tee traditionell aus kleinen goldumrandeten Gläschen, die im Winter die Hände wärmen und einem jedes Mal ein Gefühl des Wohlbehagens vermitteln. Leider haben in den letzten Jahren immer mehr türkische Hotels und Restaurants damit begonnen, Tee (noch schlimmer: Beutel-Tee) in grossen dickwandigen Tassen und zu überhöhten Preisen anzubieten.
Klassisch zubereitet wird der Tee im Samowar-Prinzip in zwei aufeinander gestellten Kannen: in der oberen Kanne wird ein starker schwarzer Tee aufgegossen, in der unteren Kanne kocht Wasser, mit dem der Tee im Glas verdünnt wird. Da der türkische Tee auch nach langem Ziehen nicht bitter wird, ist so über lange Zeit heisser Tee verfügbar.
Getrunken wird der Tee in der Regel schwarz mit Zucker, man kann ihn aber auch verfeinern und aromatisieren: mit Vanillezucker, mit Zitrone, mit einem Löffelchen Marmelade (wie die Krimtataren), mit einem Blättchen frischer Minze (wie die Araber) oder Zitronenverbene, mit einer Zimtstange zum Umrühren drin, mit Milch oder Rahm usw.
Zubereitung von türkischem Tee:
- Den Schwarztee direkt und ohne Sieb in die kleinere Kanne abmessen.
- In der grösseren Kanne (oder anderswie) Wasser aufkochen und darübergiessen, mind. 15-20 Minuten ziehen lassen.
- Stellen Sie die Kanne auf ein Rechaud oder hüllen Sie sie in isolierende Tücher. Weiteres Wasser für die grössere Kanne kochen.
- Beim Servieren ca. ein Drittel bis die Hälfte des türkischen Teeglases mit Tee füllen (evtl. ein Sieb auf das Glas geben), dann mit heissem Wasser aufgiessen.
- Kannen auf einem Rechaud warmhalten.
Türkischer Tee lässt sich auch in einer üblichen «westlichen» Kanne, in einer japanischen Gusseisenkanne oder direkt in der Tasse aufgiessen. Geben Sie den Schwarztee im Sieb (oder auch direkt) in die Kanne. Übergiessen Sie ihn mit heissem Wasser und lassen Sie ihn mind. 15-20 Minuten ziehen. Halten Sie ihn während dieser Zeit auf einem Rechaud heiss.
Die wichtigsten Teekräuter im Überblick
Teegetränke bezeichnen ursprünglich einen Aufguss, der mit Blättern der Teepflanze zubereitet wird. Doch auch Aufgussgetränke aus Kräutern, Wurzeln, Blüten, Rinden, Früchten und Stängeln anderer Pflanzen gehören im weiteren Sinne dazu.
Aromatische Kräutertees sorgen für wohltuende und entspannende Genussmomente. Viele Mischungen, insbesondere Arzneitees, sollen Heilungsprozesse unterstützen. Kamillen-, Pfefferminz- und Lindenblütentees gehören zu den beliebtesten Sorten. Kräutertees sind sortenrein oder in harmonischen Mischungen erhältlich. Wenn es etwas aromatischer sein soll, sind Gewürztees die richtige Wahl. Mit Ingwer, Thymian oder Anis gibt es Teesorten mit würzigen, süssen und frischen Geschmacksprofilen.
Früchtetees begeistern mit frischen und süssen Aromen und sind eine koffeinfreie Alternative zu herkömmlichen Teesorten. Sie werden aus Zutaten wie Beeren, Hibiskus und Früchten hergestellt und mit Gewürzen wie Zimt oder mit Vanille verfeinert. Grüntee fördert den Stoffwechsel und punktet mit milden Aromen, während Schwarztee einen höheren Koffeingehalt und einen intensiveren Geschmack hat. Schwarztee wirkt anregend und kann mit Milch oder Zitrone serviert werden. Matcha ist ein fein gemahlener Grüntee, der ein fester Bestandteil der japanischen Teekultur ist und darüber hinaus weltweit geschätzt wird.
Tee mit Bergamotte: Eine besondere Note
Keine neue Erfindung ist hingegen der legendäre Tee «Earl Grey» mit seinem wohlriechenden Bergamotte-Aroma. Benannt ist die Teesorte nach dem Earl Charles Grey, der 1833 als britischer Premierminister das Preismonopol der East India Company im Teehandel mit China aufgehoben hatte.
Die Legende besagt, dass die Teemischung durch Zufall entstand, als beim Transport einige Teekisten umgekippt und versehentlich mit Bergamotte-Öl in Berührung gekommen seien. Der Graf habe sich den Tee zeigen lassen und sei von dessen Aroma begeistert gewesen.
Keine Legende, sondern eine Tatsache ist hingegen, dass Bergamotten zur Gattung der Zitrusfrüchte gehören und eine Kreuzung aus süsser Limette oder Zitronatzitrone und Bitterorange sind. Die Früchte erinnern optisch an Mandarinen, haben aber eine Spitze. Jede Frucht wiegt zwischen 100 und 200 Gramm und ist von November bis März erntereif. Die Schale der Bergamotte ist glatt, das Fruchtfleisch verfügt über einen sauren, leicht bitteren Geschmack.

Die Schale der Bergamotte kann glatt oder wellig sein.
Umso öfter aber als Duftkomponente von Parfums oder auch Körperpflegeprodukten, enthalten doch die Schalen von Bergamotten hocharomatische ätherische Öle. Jetzt allerdings scheint ein Wandel im Gang zu sein: Die Zitrusfrucht taucht in jüngster Zeit vermehrt auch im kulinarischen Kontext auf - meistens als Geschmacksgeber bei Süssspeisen.
Rezeptideen mit Bergamotte
Hier sind einige Rezeptideen mit Bergamotte, die Ihren Tee und Ihre Speisen aufwerten können:
Bergamotte-Konfitüre
Zutaten für 2 bis 3 Einmachgläser:
- 500 g Bergamotten
- Saft von 1 Limette
- 150 g Zucker
- zirka 500 g Gelierzucker (1:1)
Zubereitung:
- Bergamotten heiss waschen, Schalen mit dem Julienne-Schneider in dünnen Streifen abziehen.
- Schalen mit 150 ml Wasser und 150 g Zucker eine Stunde zu Sirup einkochen lassen.
- Bergamotten auspressen und mit dem Limettensaft, dem Sirup sowie den Zesten abwägen.
- Die gleiche Menge an Gelierzucker beifügen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Sofort in sterile Konfitüregläser füllen und verschliessen.
Gin Fizz mit Bergamotte
Zutaten für 2 Drinks:
- 1 Bergamotte
- 1 EL Zucker
- 1 Handvoll Eiswürfel
- 8 cl Gin
- 5 dl Tonic-Wasser
- Limetten- oder Bergamotteschnitze für die Dekoration
Zubereitung:
- Die Bergamotte heiss waschen, Zeste mit dem Julienne-Schneider abziehen und mit dem Zucker im Mörser zerstossen.
- Mit Klarsichtfolie zugedeckt einen Tag ziehen lassen.
- Bergamottezucker auf zwei Gläser verteilen, Eiswürfel und Gin darübergeben.
- Mit dem Tonic-Wasser auffüllen und mit Limetten oder Bergamotteschnitzen dekorieren.
Tartelettes mit Bergamotte
Zutaten für 6 Tartelettes à 8-10 cm Durchmesser:
Für die Teigböden:
- 250 g Mehl
- 1 Prise Salz
- 100 g Zucker
- 125 g kalte Butter
- 1 Ei
Für die Füllung:
- 125 ml frisch gepresster Bergamottesaft (zirka 3 Bergamotten)
- 2 Eier
- 2 Eigelb
- 120 Zucker
- 50 g Butter
- 1 EL Maizena
- einige Melisse- oder Minzeblätter
Zubereitung:
- Für die Böden Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen. Butter und Ei unterkneten, Teig in sechs Teile teilen und damit die Tartelettesförmchen auskleiden.
- Backpapier passend zur Grösse der Förmchen zuschneiden, auf die Teigböden legen. Mit Hülsenfrüchten beschwert etwa 12-15 Minuten bei 180 Grad blindbacken.
- Bergamottensaft, Eier, Eigelbe, Zucker und Butter erwärmen (nicht kochen!). Unter ständigem Rühren mit dem Schwingbesen gut eindicken lassen. Maizena unterrühren.
- Die Bergamottecrème abkühlen lassen, dann auf die Törtchenböden verteilen. Tartelettes nach Belieben mit frischen Melisseoder Minzeblättern verzieren.
Hagebutten: Vitamin C-reiche Ergänzung zum Tee
Im Herbst haben Hagebutten ihren Auftritt: als Konfitüre, Deko oder als rote Tupfer in der Natur. Hagebutten reifen im Oktober, bleiben aber den Winter über an den Zweigen hängen. Die farbintensivsten Hagebutten finden sich im Herbst an der häufig wild vorkommenden Hundsrose (Rosa canina). Hagebutten enthalten Vitamin C und machen sich im Tee genauso gut wie als herbstliche Deko.
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Den besten und gesündesten Hagebuttentee stellt man aus dem Fruchtfleisch und den zerstossenen Kernen (auch Samen oder Nüsschen) selber her.
- Hagebutten über Nacht in Wasser einweichen und am nächsten Tag zusammen mit den Tomaten im Einweichwasser 10 Min.
- Dann seiht man die Hagebutten ab und bringt das abgegossene Wasser zum Kochen. Das Fruchtfleisch und die Kerne überbrüht man mit dem kochenden Wasser, lässt sie 10-15 Min.
Dann verarbeitet man die Butten mit der Hackmaschine zu Brei. Diese rohe, Vitamin-C-reiche Paste kann man mit Bienenhonig oder gesüsstem Apfelmus verfeinern. Das Resultat ist Delikatesse und Naturapotheke in einem.
Rezept für Hagebutten-Konfitüre
- Durch die Fruchtpresse geben, abwiegen und entsprechende Menge Honig oder Zucker zugeben, 3 Min.
- Heiss in Gläser füllen und verschliessen. Geballte Kraft der Vitamine!
Weitere Rezeptideen: Erdbeer-Konfitüre mit Pfefferminztee
Zutaten für etwa 6 Gläser à 2 dl:
Konfitüre:
- 2 dl Wasser
- 2 Beutel Pfefferminztee
- 900 g Erdbeeren (vorbereitet gewogen)
- 1 Pck. Dr. Oetker Gelierzucker für Erdbeer Konfitüre
Zubereitung:
- Wasser kochen, Teebeutel damit aufgiessen und nach Packungsanleitung ziehen lassen. Danach die Beutel entnehmen und ausdrücken. Erdbeeren waschen, putzen, fein schneiden und 900 g abwägen.
- Erdbeeren und Tee mit dem Gelierzucker in einer grossen Pfanne gut verrühren. Alles unter Rühren zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren mind. 3 Min. sprudelnd kochen. Fruchtmasse bei Bedarf abschäumen und sofort randvoll in vorbereitete Gläser füllen. Mit Schraubdeckeln verschliessen, sofort umdrehen und etwa 5 Min.
Gelierprobe Konfitüre: Wenig heisse Konfitüre auf einen Teller geben, auskühlen. Fliesst sie nicht mehr und bildet sich nach kurzer Zeit eine feine Haut, ist die richtige Konsistenz erreicht. Andernfalls Konfitüre kurz weiterkochen, erneut testen.
Himbeerkonfitüre mit Tee:
Teebeutel mit dem Wasser übergiessen, ca. 5 Min. ziehen lassen. Teeaufguss mit den Himbeeren pürieren, in eine Pfanne geben. Zucker beigeben, unter Rühren aufkochen, Hitze reduzieren, unter ständigem Rühren ca. 20 Min. sprudelnd kochen. Evtl. Schaum abschöpfen. Gelierprobe nehmen ( siehe Hinweis). Konfitüre siedend heiss bis knapp unter den Rand in die sauberen, vorgewärmten Gläser füllen, sofort verschliessen.
Tee ist für mich die wahrhaftige Entspannung. Egal ob es ein Kräuter-, Früchte-, oder ein richtiger Tee der Gattung Camellia sinensis ist: Es hilft mir dabei, kleine Pausen in meinem Alltag einzubauen und für einen Moment herunterzufahren.