Thüringer Stollen Rezept: Eine Tradition zum Genießen

Thüringen, das grüne Herz Deutschlands, ist nicht nur für seine kulturellen und historischen Schätze bekannt, sondern auch für seine lebendige Backtradition. Besonders zur Weihnachtszeit zieht der Duft von frisch gebackenem Stollen durch die Straßen. Der Thüringer Stollen, auch bekannt als "Erfurter Schittchen", ist ein Muss für die Adventsschlemmerei und zählt zu den ältesten Stollen Deutschlands, dessen erste urkundliche Erwähnung bis ins Jahr 1329 zurückreicht.

Ich muss zugeben, bis anhin war ich nicht so der Stollen-Anhänger. Das liegt wohl daran, dass ich noch kaum Welchen gegessen hatte, geschweige denn, einen selber gebacken hätte. Genaueres könnt ihr hier bei Zorra vom Kochtopf nachlesen.

Ein Rezept vom Schutzverband

Ich bekam das Stollenrezept (-rezeptur!) von Mandy Neumann (Thüringen entdecken) mit den Worten: “Gern sende ich Dir ein Rezept für einen Thüringer Stollen. Dieses stammt vom Schutzverband Thüringer Weihnachtsstollen und Erfurter Schittchen e.V. Das habe ich hiermit getan. 🙂 Zuerst stolperte ich über das Wort “Schittchen”, setzte äutomatisch ein n ein. Recherchierte: Es sind Schittchen!

Ich spüre mit zunehmendem Alter, wie befriedigend es ist, aus hochwertigen, natürlichen Produkten Mahlzeiten zu kochen, zu backen, Vorräte anzulegen… Es ist eine äusserst kreative, archaische Tätigkeit. So auch bei den gestrengen Thüringern. Ich werde das Rezept abwandeln und Mandelmasse einfügen.

Hier ist ein Rezept, das auf dem Original von Bäcker Süpke basiert und halbiert wurde, um das Backen zu Hause zu erleichtern:

Zutaten:

  • Schöne, große saftige Sultaninen (kein billiger Mist!)
  • Mehl
  • Frische Hefe
  • Kalte Milch
  • Weiche Butter
  • Salz
  • Zucker
  • Gewürze

Zubereitung:

  1. Am Vortag die Sultaninen waschen und schön abtropfen lassen. Dann in den Rum einweichen und über Nacht abgedeckt stehen lassen. (Tupperdose)
  2. Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde machen. Die frische Hefe in die Mitte bröseln und die kalte Milch hinein gießen. Mit der Hand oder dem Kochlöffel einen weichen Teig rühren. (also nur so viel Mehl wie es an nimmt!) Oder 250g Mehl, die Milch und Hefe mit dem Mixer verrühren.
  3. Jetzt das Hefestück mit dem restlichen Mehl bedecken und gehen lassen. Das Hefestück soll mindestens 30 min und max. 1,5h gehen. Je nachdem wie kalt die Milch war. Am Besten das Mehl und die Milch am Abend vorher in die “Speisekammer” stellen, also so bei 12-15°C. Kühlschrank wäre zu kalt.
  4. Die weiche Butter, Salz, Zucker, Gewürze mit dem Mixer glatt rühren. Dann das Ganze zu dem reifen Hefestück geben und einen schönen glatten Teig herstellen. Der Teig sollte auf keinen Fall wärmer als 24°C sein.
  5. Backofen anstellen. Den Teig abgedeckt 30 min gehen lassen. Die “Früchte” schonend unterkneten. 2 Stück abwiegen, je 1600g. schön straff rundwirken, Ganz kurz entspannen lassen und dann einen Stollen formen.
  6. Auf ein Blech mit Backpapier legen. Längs einschneiden. 1cm tief und 1cm vom Rand entfernt. Mit Wasser abstreichen (oder einen kurzen Dampfstoß im Ofen) und sofort in den Ofen!
  7. 55 min backen bei 180°C.
  8. Nach dem Backen mit viel flüssiger Butter (100g) einpinseln und mit Zucker/ Vanillezucker dick bestreuen. Auf dem Blech kalt werden lassen!
  9. 2 Woche warten….

Wichtig: Jedes Mehl ist anders! Ich mache jedes Jahr erst mal eine kleine Menge und verändere dann immer die Milchmenge! Der Teig ohne Früchte sollte nicht zu weich sein. Der fertige Stollenteig mittelfest. Immer alles was man macht schön aufschreiben! Damit ich das nächste mal weiß was ich richtig gemacht habe oder was ich besser machen kann.

Die Teigtemperatur ist sehr wichtig bei einem Butterstollen! Der Backprozess ist entscheidend für die Saftigkeit des Stollen. Die Zeit sollte die feste Größe sein. Sonst die Temperatur anpassen.

Nährwerte pro Portion:

Nährwert Menge
Kohlenhydrate 38.0
Eiweiss 6.0
Fett 12.0
kKalorien 285.0

In Thüringen lernte ich meine Journalistenkollegin Anne kennen. Daraus entstand eine wunderschöne Freundschaft. Sie hat in ihrem Blog “Annes Topfgeflüster” auch über Stollen geschrieben.

Ein Muss zur Adventsschlemmerei ist der Thüringer Stollen, das “Erfurter Schittchen”. Bereits 1329 wurde der Thüringer Weihnachtsstollen erstmals urkundlich erwähnt - er zählt damit zu den ältesten in Deutschland.

Einer Thüringerin ist es zu verdanken, dass der Weihnachtsbaum in der ganzen Welt berühmt wurde. Adelheid von Sachsen-Meiningen (1792-1849), sieben Jahre lang Königin von England, importierte zur Freude ihrer zahlreichen Nichten und Neffen den deutschen Christbaum nach Grossbritannien.

Backen wie in Thüringen: Lernen Sie Reiz und Eigenart einer regionalen Backtradition kennen und lieben, die wie kaum eine zweite noch in solcher Geschlossenheit und Lebendigkeit existiert.Gebacken wird in Thüringen zu allen Jahreszeiten und bei allen Gelegenheiten - im Sommer frische, saftige Obstkuchen, im Herbst und Winter feine Festtagskuchen, gefüllt, belegt, garniert und verziert. Bei ihrer Farbenpracht "isst" das Auge mit, die Gäste wollen naschen, vieles probieren. So bäckt man statt Torten feine Blechkuchen, schneidet sie in leckere kleine Stücke und präsentiert sie auf grossen Platten und Tellern. Ein Schlaraffenland!

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