Heute ist Fischwohl ein Thema, während zu Beginn des Jahrtausends noch ausgelacht wurde, wer davon sprach. Inzwischen sieht es so aus, als sei das Eintreten fürs Fischwohl erfolgreich gewesen.
Als ich 1997 begann, mich mit dem Fischwohl in Aquakultur und Fischerei zu befassen - nachdem ich 20 Jahre lang für das Wohl von Nutztieren gearbeitet hatte -, wurde ich sogar von Kollegen belächelt, ganz zu schweigen von Menschen in der Branche. Es brauchte die Hartnäckigkeit eines Pioniers, um zu ertragen, dass ich erst belächelt und dann angefeindet wurde, und ich hatte das Glück, dass der Verein fair-fish, den ich im Jahr 2000 mit Freunden gründete, von einer wachsenden Zahl von Personen unterstützt wurde, die erkannten, dass auch für Fische etwas getan werden musste.

Fischzucht in der Ostsee
Die Datenbank von Fair-Fish
2013 fand fair-fish die Mittel zum Aufbau einer Datenbank, die ich entwarf, um das Wohl aquatischer Tierarten in Zucht zu beurteilen; die Datenbank bewertet inzwischen über 80 Spezies und liefert für jede ein Fischwohl-Score. Das Ergebnis könnte nicht deutlicher sein: Nur sehr wenige Arten haben das Potenzial, sich unter (gründlich verbesserten) Bedingungen in Gefangenschaft wohl zu fühlen.
Parallel wuchs das Interesse in Wissenschaft und Aquakulturindustrie; Fischwohl wurde zu einem gemeinsamen Thema von Pionieren in beiden Bereichen. Das ernüchternde Ergebnis der Datenbank hatte jedoch bisher weder in der Wissenschaft noch in der Industrie Auswirkungen auf Strategien und Investitionen. Künftige Zertifizierungssysteme für das Wohlergehen von Fischen werden in erster Linie Spezies mit geringem Fischwohl-Potenzial umfassen, wie Lachs, Forelle, Seebrasse usw. Es geht eben ums Geschäft!
Im Jahr 2021 erhielt ich die Chance für ein Forschungsprojekt mit fair-fish und vier Partnern, um das Tierleid bei verschiedenen Fangmethoden sowie mögliche Verbesserungen zu bewerten. Es wird sich höchstwahrscheinlich herausstellen, dass das Tierleid nur bei einigen wenige Fangmethoden bedeutsam reduziert werden kann.
«Tierfreundlich» und «Tierwohl» sind Etiketten, die leichtfertig auf Produkte geklebt werden, wie wir aus langjähriger Erfahrung mit Eiern, Fleisch und Milchprodukten wissen. Die Chance, vertrauenswürdige Deklarationen für das Wohl von Wassertieren von Grund auf neu zu lancieren, ist noch da und sollte gegen das Verhalten der üblichen Verdächtigen verteidigt werden. Aber selbst wenn Labels für wirkliches Tierwohl stünden, könnten leider fast alle betroffenen Tiere nicht davon profitieren.
Der Frische-Fische-Fischen-Check | Reportage für Kinder | Checker Tobi
Kulinarische Reise durch Norwegen
Norwegens Küche zeichnet sich durch ihre Verwendung frischer, lokaler Zutaten und traditionelle Zubereitungsmethoden aus.
- Fisch und Meeresfrüchte: Norwegischer Lachs (Laks) ist weltweit bekannt und wird oft geräuchert (Røkelaks) oder mariniert als Graved Laks serviert. Bacalao ist ein Gericht aus getrocknetem und gesalzenem Kabeljau, das oft in einer Tomatensoße mit Kartoffeln und Oliven gekocht wird.
- Fleischgerichte: Kjøttkaker sind Fleischbällchen, die in einer braunen Soße serviert werden, oft mit Kartoffeln und Erbsen. Besonders im Herbst ist Lammfleisch beliebt, häufig in Eintöpfen wie Fårikål (Lamm und Kohl).
- Molkereiprodukte: Brunost (Braunkäse) ist ein karamellisierter Käse mit einem süßlichen Geschmack, der oft auf Brot gegessen wird.
- Brot und Gebäck: Lefse ist ein dünnes, weiches Fladenbrot aus Kartoffelteig, das oft mit Butter und Zucker bestrichen wird. Kanelboller sind Zimtschnecken, die in Bäckereien und Cafés sehr beliebt sind.
- Süssspeisen: Kransekake ist ein traditioneller Kuchen aus Mandeln, Zucker und Eiweiss, der oft zu besonderen Anlässen serviert wird.
- Getränke: Aquavit ist ein traditioneller Schnaps, der aus Kartoffeln und Gewürzen wie Kümmel hergestellt wird.
- Besondere kulinarische Erlebnisse: Matpakke ist eine Tradition, bei der sich Norweger ein Lunchpaket mit Butterbroten für die Arbeit oder Schule vorbereiten.
- Regionale Spezialitäten: Raspeballer oder Klubb sind Kartoffelknödel, die in verschiedenen Regionen variieren und oft mit Fleisch serviert werden.
Die norwegische Küche ist geprägt von ihren natürlichen Ressourcen und der langen Küstengeschichte.
Kroatien: Ein Reiseziel mit vielfältigen Facetten
Auf der Suche nach Sonne, Sand und Meer liegt man mit einer Reise an die kroatische Adria-Küste nicht falsch. Flächenmässig ist Kroatien etwa so gross wie Bayern. Es leben rund vier Millionen Menschen dort. Der Reiz des Landes liegt an der Lage am Mittelmeer mit rund 1100 Inseln davor. Bedingt durch den Jugoslawien-Krieg zwischen 1991 und 1995 hat das Land sehr gelitten. Die Auswirkungen sind an einigen Stellen immer noch sichtbar.
Ansonsten aber stolpert man in dem kroatischen Ort Slunj von einem Bachlauf in den nächsten, stürzt sich Wasserfall neben Wasserfall über einen rund einen Kilometer langen Abhang in die reissende Korana. Die Einheimischen leben damit, haben ihre Häuser neben die Wasserläufe oder sogar darüber gebaut. So ist das Mühlendorf Rastoke entstanden.
Von den alten Mühlen arbeitet heute keine mehr, sie werden als Ferienwohnungen an Touristen vermietet, für eine Nacht oder auch länger. Milka, die ewig lachende Kroatin, organisiert die private Zimmervermietung. Sie zeigt uns auch unsere Bleibe, um uns anschliessend auf der über einen Bachlauf gebauten Holzterrasse ein herrlich bodenständiges Mahl aus Wildscheinragout und Polenta zu servieren. Zu Trinken gibt es dazu eine Flasche aus dem im kalten Wasser abgestellten Bierkasten. Wir hätten uns als Vorspeise auch eine Forelle fangen können, denn die schwimmen in Massen um den Bierkasten herum.

Mühlendorf Rastoke
Slunj ist ein wunderbarer Gegensatz zu unserem Ausgangspunkt für unsere Kroatien-Rundreise Tage zuvor, Rijeka. Die Stadt ist ein Moloch, wenig reizvoll und befindet sich ständig am Rande des Verkehrskollapses.
Dringend empfohlen sei deshalb jedem, der der Küstenstrasse entlang der Adria folgen möchte, zumindest zwischen Opatija und Bakar auf die Autobahn auszuweichen und erst danach wieder ans Meer abzubiegen. Oder man macht es so wie wir, indem wir uns den Umweg über die beiden Inseln Cres und Krk gönnen. Das hat ausserdem den Vorteil, dass wir von Opatija aus bis zum Fährhafen Brestova entlang der Cote dAzur des Ostens fahren. So wurde die Küstenstrasse entlang der Halbinsel Istrien früher genannt. Zur Urlaubszeit kann es schon mal eng werden auf der Strasse, in der Nebensaison hat man die herrlich kurvige Panoramastrasse aber fast für sich allein. Die grandiose Aussicht aufs Meer gibt es kostenlos dazu.
Kroatien gehört seit 2013 zur EU. Für die Einreise genügt der Personalausweis. Die Grenzkontrollen sind für EU-Bürger zwar entfallen, stichprobenartig wird dennoch vereinzelt kontrolliert. Während in Slowenien der Euro offizielle Währung ist, gibt es in Kroatien noch den Kuna. Der Wechselkurs beträgt circa 9 Kuna = 1 Euro. Man kann vor Ort auch in Euro bezahlen, aber meistens zu einem schlechten Kurs.
1200 Inseln gibt es entlang der kroatischen Küste, aber nur 60 davon sind bewohnt. Vor allem Cres ist ein lohnendes Motorradfahrer-Ziel, denn die einzige Verbindung von der Nord- bis zur Südspitze der Insel führt über einen Gebirgskamm mit steil abfallenden Klippen rechts und links zum Meer. Schwindelfrei sollte man schon sein, vor allem, wenn man die kleine, von mannshohen Steinmauern gesäumte Nebenstrasse nach Lubenice nimmt.
Der Ort wurde einst von den Römern auf einer Klippe als Festungsanlage errichtet. Davon ist kaum etwas übriggeblieben, Lubenice besteht nur noch aus zehn alten Steinhäusern und zwei Kirchen, wovon die kleinere Kirche am Ortsrand den besten Blick auf die Küstenlinie gewährt.
Bereits ab Mai lohnt sich Kroatien als Touren-Ziel, dann sind die Temperaturen sehr angenehm und können über 20 Grad liegen. Die Monate Juli und August sind sehr heiss und es herrscht Hauptsaison, da wird es entlang der Küste und auf Istrien sehr voll. Selbst die Inseln sind dann gut besucht. Hier empfiehlt es sich, rechtzeitig Fähren auf populäre Inseln wie Krk oder Pag vorher zu reservieren (www.jadrolinija.hr).
Wieder auf dem Festland dirigieren wir unsere BMW ins Landesinnere ins etwa 30 Kilometer von der Küste entfernte Velika Kapela, eine einsame Gebirgsregion, die von Slowenien bis nach Bosnien reicht. Grüner Karst nennt sich die Region aus Kalkstein wegen der ausgedehnten Waldgebiete. Da sich der Boden kaum bewirtschaften lässt, leben hier nur wenige Menschen. Für Enduristen ein Traum, denn durch das Gebirge führen ausser einer asphaltierten Hauptstrasse fast nur Schotterpisten.
Die Hinweisschilder am Strassenrand, auf denen Meister Petz abgebildet ist, sollte man übrigens sehr ernst nehmen. Hier ziehen noch rund 1.000 Bären ganz frei und wild durch die Wälder. In der Aufzuchtstation Kuterevo kommt man den Tieren sehr nahe, vor allem den ganz jungen Bären, die ihr Eltern verloren haben oder durch einen Zusammenstoss mit Autos verletzt wurden und hier solange gepflegt werden, bis sie wieder freigelassen werden.
Die Bären sind übrigens genauso geschützt wie das Gebiet um eine der meistbesuchten Natur-Attraktionen Kroatiens, die Plitvicer Seen. Klar, jeder denkt sofort an Winnetou und den Schatz im Silbersee. Der Klassiker deutscher Filmgeschichte wurde hier gedreht.
Doch mit Wilder Westen ist es längst vorbei. Vor 30 Jahren war ich schon einmal hier, damals musste man das Gebiet komplett zu Fuss erforschen und durfte noch im Wasser baden, heute fahren Zubringerbusse und -Boote die Besucher zu den Wasserfällen und wer die Fusswege verlässt macht sich strafbar. Dennoch lohnt sich der Besuch des Nationalparks, für den man gut einen halben Tag einplanen sollte. Die terrassenförmig abfallenden Wasserläufe bieten ein wahrlich spektakuläres Schauspiel.
Kroatien ist ein herrliches Motorrad-Revier mit zahllosen kurvenreichen Strecken entlang der Küste und vor allem im gebirgigen Inland. Besonders an der Küste sind die Strassen gut ausgebaut, aber auch verkehrsreicher. Im Landesinneren sind die Strassenzustände unterschiedlich, von neu asphaltiert bis zur Schlaglochpiste reicht die Palette. Bei Nässe sind die Strassenbeläge extrem glatt. Viele Wege befinden sich zudem im Naturzustand.
Kroaten sind chaotische Autofahrer, sie überholen an den unmöglichsten Stellen und fahren insgesamt sehr aggressiv. An der Küste gibt es mittlerweile von der Polizei häufig Geschwindigkeitskontrollen.
Die Plitvicer Seen liegen nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze zu Bosnien-Herzegovina. Hier nahm der Teil des Balkenkriegs von 1991 bis 95 zwischen Serben und Kroaten seinen Anfang, als die serbische Armee das Gebiet um die Seen annektierte und im Zuge der Kämpfe verminte. Die Spuren dieser Auseinandersetzungen sind immer noch unübersehbar.
Auf dem Weg zurück an die Küste fahren wir durch eine wunderschöne, geradezu beschauliche Mittelgebirgslandschaft, wundern uns nur immer wieder über verlasse, teilweise ausgebrannten Häuser am Wegesrand, neben denen aber auch schon wieder neue Gebäude entstehen. Hier hat der eine Nachbar dem anderen das Haus angesteckt, nur weil er Serbe oder Kroate war. Nach und nach sind die einstigen Besitzer der Häuser zurückgekehrt und sich ein neues Leben aufgebaut.
Die Strasse nach Karlobag vertreibt die Nachdenklichkeit. Aus der Hochebene mit rund 1.000 Meter Höhe geht es alpin mit jeder Menge Kurven und Serpentinen hinunter ans Meer. Gerade an der Küste und auf den Ferieninseln ist das Angebot an Hotels und Pensionen reichlich, da reicht dann auch die Preisspanne von Luxus bis sparsam. Dünner wird es im Landesinneren. Selbst an den Plitvicer Seen ist das Angebot sehr eingeschränkt. Verbreitet sind dagegen private Angebote. Das Hinweisschild Sobe (Zimmer) hängt selbst in der kleinsten Ortschaft raus. Ab 30 Euro bekommt man dann einfache Privatzimmer mit Frühstück. Wer mit dem Zelt unterwegs ist sollte zumindest in der Hauptsaison rechtzeitig planen, denn dann wird es gerade an der Küste eng.
Jetzt haben wir die Wahl: Entweder mit der Fähre nach Pag übersetzen und so weiter zu unserem Tagesziel Zadar fahren, oder doch lieber der Küstenstrasse folgen? Den Entschluss, die Küstenstrasse zu nehmen, sollten wir nicht bereuen. Dieser rund 60 Kilometer lange Abschnitt ist der schönste an der gesamten kroatischen Adriaküste.
Die Strasse folgt selbst der kleinsten Bucht, besteht aus unzähligen Kurven, die nur selten von kleinen Fischerdörfern unterbrochen werden - ein Cruiser-Revier vom Feinsten. Schnell fahren möchte man hier gar nicht, dafür wirkt der ständige Blick auf das tiefblaue, glasklare Meer viel zu beruhigend.
Uns zieht es wieder einmal auf eine der Inseln. Die letzten Tage wollen wir auf Peljesac verbringen. Die Fähre bringt uns von Ploce, einer hässlichen Hafen- und Industriestadt, in knapp einer Stunde nach Trpanj. Dass es uns auf dieser Insel gefallen wird, erkennen wir sofort bei der Ankunft: Beim Fähranleger des kleinen Ortes gibt es zwei Strassencafes, in denen sich die Einheimischen treffen, und gleich dahinter ragt ein maximal 1000 Meter hoher Bergrücken in den Himmel.
Bier scheint das Nationalgetränk der Kroaten zu sein, überall gibt es ein gutes Pivo. Ansonsten wird auf den Inseln viel lokaler Wein angeboten, meistens etwas teurer als bei uns. Gute Weine kosten etwa 50 Kuna. Natürlich wird an der Küste Fisch und ähnliches Meergetier gegessen, immer sehr frisch und reichhaltig. Die Preise für eine Fischplatte liegen zwischen 250 und 300 Kuna.
Wobei Peljesac eigentlich keine Insel, sondern eine Halbinsel ist. Am südlichen Ende bei der Festungsanlage Ston gibt es eine rund 500 Meter lange Landverbindung zum Festland, so ähnlich wie eine Brücke. Das stört uns nicht, wir wollen ohnehin nach Lovice, an den nördlichsten Punkt und entdecken dabei gleich, dass Peljesac ein ideales Motorradrevier ist.
Zwischen den einzelnen Ortschaften versperren immer wieder Gebirgszüge den direkten Zugang, so dass reichlich Pässe zu überwinden sind. Zwischen dem Fährhafen und Lovice sind es auf 40 Kilometer gleich zwei solcher Berg- und Tal-Passagen, die wir überwinden müssen. Wir sammeln Höhenmeter wie in den Alpen. Lovice ist ein abgeschiedener Fischerort an einer sehr schönen Bucht mit zwei Tante-Emma-Läden, drei sehr guten Fischlokalen und ansonsten Nichts. Der richtige Fleck Erde, um die Seele baumeln zu lassen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Inseln entlang der Küste, die recht karg wirken, ist Peljesac sehr Grün mit vielen Waldgebieten und grossflächigem Weinanbau. Drei Tage lang toben wir uns mit unserem Motorrad auf den kleinen Zufahrtswegen zu abgelegenen Ortschafen und Weingütern aus. Viele der Strassen enden in Sackgassen direkt am Meer mit einsamen Buchten, an denen man sich wie Robinson Crusoe vorkommt. Wieder umspült uns das Wasser von allen Seiten, auch der Himmel hat seine blaue Farbe beibehalten.