Weihnachten ist Glühweinzeit! Aber er schmeckt nicht nur als Getränk, sondern verfeinert viele Gerichte, besonders Desserts. Mit Glühwein kochen und backen ist nicht dasselbe wie mit Rotwein.
Der Glühwein ist meist süsser und voller aromatischer Gewürze, sodass diese Gerichte auch Personen mögen, die sonst keinen Rotwein im Essen haben wollen.
Glühwein selber machen || Der perfekte hausgemachte Glühwein

Ein Glas dampfender Glühwein, perfekt für die kalte Jahreszeit.
Glühwein in Desserts
Für Desserts kann man Glühweinsaucen herstellen, indem man einfach den Glühwein aufkocht und andickt. Diese leckere Sauce passt zu vielerlei Desserts.
Für Glühwein Birnen geht man genauso vor wie beim Zubereiten von Rotwein Birnen. Die Birnen entnehmen und aufbewahren. Sie können am nächsten Tag zum Dessert gereicht werden, etwa mit Vanille-Eis.
Der aufgekochte Sud kann angedickt als zusätzliche Sosse dienen.
Glühweinkirschen
Aus Glühweinkirschen lassen sich leckere weihnachtliche Desserts herstellen. Die Fruchtmasse wird abwechselnd mit einer Creme in Gläser gefüllt.
Als Creme eignen sich Mascarpone-Cremes, mit Sahne aufgeschlagen und Kirsch-Schnaps verfeinert oder leichte Quark-Desserts oder Vanille-Cremes. Die Glühweinkirschen werden wie oben die Glühwein Birnen hergestellt, nur dass man viele Kirschen nimmt.
Glühwein Mousse
Die Glühwein Mousse bereitet man genauso vor wie eine Rotwein-Mousse. Wer darin bereits Übung hat, tauscht einfach den Lieblings Rotwein mit dem Glühwein aus.
Hierfür kocht man den Wein auf, vermischt ihn noch mit der Hälfte der Flüssigkeit an Wasser, und fügt dann Gelatineblätter hinzu. Ist die Creme angedickt und abgekühlt, kann man sie mit Sahne, Joghurt oder Mascarpone vermengen.
Glühweingelee
Ein super Last Minute Geschenk ist selbstgemachtes Glühwein-Gelee! Hierfür braucht man nichts weiter als einen guten Glühwein, gekauft oder selbst hergestellt und Gelierzucker!
Einfach nach Anleitung auf der Zuckerpackung kochen, in schöne Gläser füllen, diese noch weihnachtlich verzieren und Fertig!

Selbstgemachtes Glühweingelee als perfektes Last-Minute-Geschenk.
Glühwein in herzhaften Gerichten
Dunkles Fleisch harmoniert sehr gut mit Glühweinsauce. Zu vielen weihnachtlichen Fleischgerichten wie Wild, Hase, Rinderfilet oder Lamm passt hervorragend eine Glühwein Bratensauce.
Diese ist gar nicht schwer herzustellen. Einfach Zwiebeln oder Schalotten mit Puderzucker karamellisieren lassen. Dann mit Rotwein und Bratenfond oder Brühe ablöschen und aufkochen lassen.
Glühweingewürze dazu geben. Die Sauce nur bis zum Siedepunkt aufkochen. Dann vor sich hin köcheln lassen, bis sie reduziert ist. Am Ende kan man noch Butterflöckchen dazu geben.
Glühwein Rotkohl
Glühweingewürze passen perfekt zum Rotkohl an Weihnachten. Rotkohl schmeckt allgemein mit Rotwein verfeinert besonders gut, noch weihnachtlicher wird es mit Glühwein.
Wer die Zeit dazu hat, sollte das Rotkraut selbst herstellen. Mit einer Küchenmaschine, die ihn fein säbelt, ist das auch nicht zu viel Aufwand.
Für den Glühwein Rotkohl lässt man Puderzucker karamellisieren, giesst dann den Glühwein an und lässt ihn zur Hälfte einköcheln. Dann kommen der Rotkohl, Apfel und Gewürze wie Wacholderbeeren, Lorbeerblatt hinzu.
Und es wird mit Brühe angegossen. Alles darf ruhig 1 Stunde lang vor sich hin schmoren.
Glühwein selber machen
Für all diese Rezepte lässt sich bereits fertiger Glühwein nehmen. Diesen sollte man aber vorher probieren, denn nicht jeder ist wirklich gut. Anspruchsvoller und individueller ist es natürlich, wenn man den Glühwein selbst zubereitet hat. Auch dafür braucht man ausgewählte Qualität an Rotwein.
Glühwein ist ein gewürzter Wein. Traditionell nehmen wir dafür Zimt und Gewürznelken. Fertig Gewürzmischungen gibt es ja bereits zu kaufen. Hier am besten auf Bio-Qualität achten.
Standard sind die Gewürze Zimt, Nelken, Sternanis und Kardamom. Heute experimentiert man aber gerne und so darf auch mal Ingwer hinein, Pfeffer oder Muskat.
Orangensaft nimmt dem Glühwein seine Schwere und macht ihn fruchtiger. Im grossen Kochtopf dürfen ruhig ganze Fruchtscheiben schwimmen wie Orangenscheiben, Apfelscheiben, Birnenscheiben, Wacholderbeeren, Granatapfelkerne, Kirschen, Pflaumen.
Glühwein muss ja nicht immer stark nach Alkohol schmecken und direkt in den Kopf steigen. Man kann beim Glühwein kochen schon einiges falsch machen. Vor allem darf er nicht richtig gekocht werden, sonst verschwindet der Alkohol und viel Geschmack.
Über 78 Grad darf die Temperatur nicht kommen. Zum Süssen lässt sich zwar normale Zucker verwenden, besser schmeckt aber brauner Zucker oder Kandis. Wer gesünder süssen will, nimmt Agavendicksaft oder beispielsweise Stevia.
Auf den Weihnachtsmärkten gibt es oft Glühwein mit Schuss. Für diese Variante kommt noch Schnaps, wie Kirschschnaps oder Rum hinein.
Damit der Glühwein überhaupt schmeckt, sollte immer eine Sorte gewählt werden, die man sonst auch gerne trinkt. Je hochwertiger der Wein, umso besser der Glühwein. Dadurch, dass noch Zucker hinzukann, lassen sich aber auch Weine und Weinreste verwenden, die man geschenkt bekam und vielleicht nicht so gerne mag.

Die Temperatur beim Glühwein selber machen ist entscheidend.
Mythen über Glühwein
Alle Jahre wieder ist Glühwein ein Thema: Zu teuer, zu süss und ein Garant für den Kater am nächsten Morgen. Stimmt alles nicht, wenn du ein paar Dinge beachtest.
- Glühwein wurde für Weihnachtsmärkte erfunden: Gewürzten Wein tranken schon die Römer. Je exotischer, desto besser. Weil damals die Weinqualität oft nicht gut war, überdeckten die Gewürze die schlechten Aromen. Wurde der Wein mit Honig gesüsst, hiess er Mulsum. Und ja, die Römer wärmten auch ihren Gewürzwein. Besonders im Winter nördlich der Alpen.
- Glühwein schmeckt nur mit viel Zucker: Die meisten Glühweinrezepte verwenden Zucker sparsam. Vier Esslöffel auf einen Liter Wein ist nicht besonders viel. Gewürze wie Zimt, Sternanis, Vanille oder Tonkabohne lassen das Getränk süsser erscheinen, als es wirklich ist.
- Glühwein muss man aufkochen: Nicht doch. Glühwein darf nur erhitzt werden. Wird er gekocht, verflüchtigten sich der Alkohol und die feinen Aromen der Gewürze.
- In Glühwein gehören Zitrusfrüchte: Muss nicht sein, denn wenn der Glühwein dann in der Tasse abkühlt, schmeckt er wie eine zu warme Sangria. Grenadine oder Aronia-Saft passen auch sehr gut und machen den heissen Wein fruchtiger.
- Glühwein muss aus Rotwein gemacht werden: Weisser Glühwein und selbst Glühwein aus Rosé gewinnen jedes Jahr an Marktanteilen. Wer Glühwein mit Gügs, also einem Schuss zusätzlichen Alkohol mag, ist mit der weissen Variante besser bedient, weil Orangenlikör, Rum oder Amaretto ihr Aroma besser entfalten.
- Zu Glühwein kann man alles essen: Über manche Kombinationen lässt sich streiten. An der Küste sind Fischbrötchen und Glühwein eine geschätzte Kombination. Im Süden isst man gerne eine Bratwurst dazu. Aber Achtung: Je dunkler gegrillt die Wurst, desto weniger passt sie zum heissen, aromatischen Wein. Was hingegen fantastisch passt, sind Momos - allerdings ohne die scharfe Sauce. Wenn es Süsses sein soll: Mit Brunsli, Zimtsterne und Vanillekipferl könnt ihr nichts falsch machen.
- Glühwein eignet sich nicht zum Kochen: Glühweinreste verfeinern Rotkraut, geben deiner Marroni-Suppe einen würzigen Touch und der Sosse für den Rehrücken den letzten Schliff, wenn du ihn sparsam verwendest.
Glühweinrezept für alle, die es nicht so süss mögen
Im verschneiten Garten in der Gamelle über dem offenen Feuer Glühwein zu kochen ist ein herrliches Wintervergnügen. Ein grosser Topf auf dem Herd tut es aber auch. Rechne mit einem Liter Wein für fünf Personen.
Zutaten:
- 1 Liter Rotwein, der nicht in der Barrique ausgebaut wurde. Merlot oder Pinot noir eignen sich gut.
- 0,5 dl Aronia-Saft
- 0,5 dl Granatapfel-Sirup
- 2 Esslöffel Ahornsirup
- vier klein geschnittene Datteln ohne Kern
- drei Stangen Zimt
- zwei Sternanis
- eine Tonkabohne, ca. 10 Gramm oder eine Vanilleschote
- sorgfältig abgelöste Zeste einer Bio-Orange. Das Weisse bleibt an der Orange!
Alle Zutaten in den Topf geben und bei mittlere Hitze bis knapp zum Siedepunkt erwärmen. Eine Stunde bei schwacher Hitze ziehen lassen. Dann den Glühwein durch ein feines Sieb abseihen, zurück in den Topf geben und warm stellen.
Serviere deinen Glühwein in Tassen. In Gläsern kühlt der Glühwein zu schnell ab.
Vielleicht ist deinen Gästen diese Variante zu wenig süss. Mit einer bereitgestellten Zuckerdose kann diskret nachgebessert werden. Wer Glühwein mit Gügs mag, freut sich über Rum, Cognac und Orangenlikör.