Pulled Pork Rezept: So gelingt butterzarter Schweinenacken vom Grill

Butterzart, hocharomatisch und weltweit beliebt - Pulled Pork ist ohne Frage ein BBQ-Gericht der Superlative. Wer sich für BBQ interessiert, hat sicher schon von Pulled Pork gehört. Es ist eines der traditionellen Slow-and-low-Gerichte des amerikanischen BBQs. Das Fleisch wird bei niedrigen Temperaturen über eine lange Zeit gegart. Dabei intensivieren sich die Aromen und das Fleisch wird immer zarter und buttriger.

Jeder Grill freut sich auf das erste Mal, sein Pulled Pork selber zu machen. Das Pulled Pork Rezept ist nicht kompliziert. Du brauchst ein Stück Schweinefleisch, am besten Boston Butt oder Schweinenacken. Das wird mit einem Rub gewürzt und einige Stunden ziehen gelassen. Dann indirekt über viele Stunden bei 105 bis 110 °C grillieren oder im Smoker zubereiten. Danach das Fleisch mit der Gabel zerteilen und zum Beispiel als Burger servieren.

Am Ende ist es so weich, dass es nicht geschnitten, sondern mit der Gabel auseinandergezogen wird - daher auch der Name: „to pull“ steht im Englischen für „ziehen“.

Mit dem richtigen Pulled Pork Rezept und der richtigen Anleitung und etwas Erfahrung gelingt es sehr zuverlässig. Dabei hast du als Meister oder Meisterin am Grill an vielen Punkten Einfluss auf den Geschmack der Gaumenfreude. Lieber klassisch oder exotisch? Hier findest du alles Wissenswerte und viele Inspirationen für dein Pulled Pork vom Gasgrill, Holzkohlegrill oder Pelletgrill.

Das Gericht wird, der Name verrät es, mit Schweinefleisch zubereitet. Nicht mit dem Kotelett, nicht mit dem Schnitzel - du brauchst ein gut durchwachsenes Stück Fleisch von 2 kg oder mehr. In Amerika landet bisweilen das ganze Schwein auf dem Rost. Wenn du nicht ganz so viel Platz hast, bietet sich Schweinenacken an. Gut zu wissen: Das Fett und das Bindegewebe lösen sich beim Garen langsam auf und sorgen für das einzigartige butterzarte Erlebnis am Gaumen.

Die Vorbereitung: Welches Fleisch und welcher Rub?

Klassisch oder feurig? Memphis Dust oder Carolina Dust? Du hast die Wahl. Mit dem Rub legst du fest, welche Aromen sich später mit dem Fleisch und dem Rauch vereinen. Wenn du willst, kaufst du einen fertigen Rub, der alle Zutaten bereits enthält. Alternativ mischst du deinen Rub für das Pulled Pork selbst.

Wichtig ist, das Fleisch von allen Seiten kräftig mit einem Rub einzureiben. Dabei das Würzpulver gut einmassieren. Es wird so viel verwendet, wie am Fleisch haften bleibt. Die Rub bestimmt entscheidend den Geschmack deines Pulled Porks.

Hier sind einige Rub-Variationen für dein Pulled Pork:

  • Klassischer Rub: Vereint süsse, herzhafte und rauchige Aromen.
  • Scharfer Rub: Für Liebhaber der Südstaatenküche.
  • Exotischer Rub: Mit Fruchtpulver für eine besondere Note.
  • Orientalischer Rub: Mit kräftigen orientalischen Gewürzen.
  • Memphis Dust: Eine vielseitige Mischung aus Memphis.
  • Asia-Style Rub: Mit Ingwer, Knoblauch und Szechuanpfeffer.
  • Knoblauch-Zwiebel Rub: Hier stehen Knoblauch und Zwiebel im Vordergrund.
  • Original USA Rub: Das Pulled Pork Originalrezept aus den USA.

Neben dem Rub kannst du dein Pulled Pork auch mit Flüssigmarinade würzen. Das eignet sich wunderbar als Ergänzung und sorgt dafür, dass das Fleisch saftig wird und auch von innen intensiv gewürzt ist. Du brauchst dafür eine Fleischspritze bzw. Marinierspritze, mit der du die Flüssigkeit injizierst.

Der Grill: Gas, Holzkohle oder Smoker?

Für Grillgerichte brauchst du einen Grill. Logisch. Der muss darüber hinaus noch weitere Anforderungen erfüllen. Die Gartemperatur liegt bei etwa 105 bis 110 °C (indirekt). Die Frage ist daher nicht, ob dein Grill so heiss wird, sondern ob er so kalt bleiben kann, wenn er in Betrieb ist.

Beim Gasgrill ist es einfacher, die Temperatur zu halten. Am besten eignen sich Modelle mit drei oder mehr Brennern. Auf niedrigste Flamme gestellt, sollten die äusseren Brenner bei geschlossenem Deckel etwa 110 °C erreichen. Tipp: Miss die Temperatur an dem Ort, an dem du grillieren willst, besser nach. Am Deckelthermometer ist es meist heisser als in der indirekten Zone. Um das Raucharoma ans Pulled Pork zu bekommen, sind ein paar Tricks nötig. Auf jeden Fall bist du auf Räucherchips oder Ähnliches angewiesen.

Beim Holzkohlegrill ist es leichter, das klassische, rauchige BBQ-Aroma zu erzeugen. Briketts in Kombination mit Holz ergeben einen intensiven Geschmack. Dafür ist es eine grössere Herausforderung, die Temperatur bei konstanten 105 bis 110 °C zu halten - ungefähr einen halben Tag lang! Du brauchst auf jeden Fall Briketts, die langanhaltend glühen.

Für eingefleischte BBQ-Fans kommt für die Zubereitung von Pulled Pork nur ein Smoker in Frage. Damit bekommt das Fleisch besonders intensive Raucharomen. Ein Smoker ist perfekt für Low and Slow Gerichte, da er mit indirekter Hitze funktioniert. Und auch mit einem Smoker lassen sich die niedrigen Temperaturen sehr gut halten.

Beim Pulled Pork vom Grill arbeitest du am besten mit zwei Thermometern. Eins verwendest du ganz klassisch für die Kerntemperatur. Das zweite dient dazu, die Garraumtemperatur zu überwachen.

Die Wahl des Holzes

Pulled Pork wird grilliert und geräuchert. Die Wahl des Holzes kann in den USA zur Glaubensfrage werden. Viele setzen dort auf das kräftige Hickory-Raucharoma. Für eine goldene Kruste mit mildem Rauchgeschmack eignen sich Kirsch- und Apfelholz. Mit Buche funktioniert es auch, das Ergebnis erinnert aber etwas an Schinken - zumindest an der Kruste. Aber generell gilt: Welches Räucherholz für Pulled Pork?

Ja, auf eine Tropfschale solltest du nie verzichten, wenn du Pulled Pork grillieren möchtest. Sie hat zwei Funktionen: Sie hält deinen Grill sauber und verhindert, dass Fett über Umwege in die Glut gelangt und Feuer fängt. Damit das Fett in der Schale nicht anbrennt, gibst du etwas Wasser in die Tropfschale, die ihrerseits unter dem Fleisch positioniert wird.

Die Zubereitung: Zeit, Geduld und die richtige Temperatur

Vom ersten Kontakt mit dem Grill bis zum butterzarten Pulled Pork kann es 12 Stunden dauern - abhängig von der Dicke und der Temperatur auch locker noch mehr. Wenn du gegen Nachmittag Lust bekommst, am Abend den Grill anzufeuern, brauchst du mit dem Pulled Pork also nicht mehr anfangen (es sei denn, du wünschst dir ein herzhaftes Frühstück für den nächsten Tag). Hinzu kommt, dass das Fleisch am besten über Nacht mariniert wird.

Wie schon beschrieben, braucht Pulled Pork Zeit. Wenn du den ganzen Tag über nervös neben dem Grill sitzt, hältst du es wahrscheinlich kaum aus - schon allein wegen der köstlichen Aromen, die spätestens nach zwei Stunden aus dem Innenraum des Grills in deine Nase ziehen. Besser ist es, den Grill regelmässig zu kontrollieren und keine Hektik aufkommen zu lassen. Manche BBQ-Köche und -Köchinnen moppen das Fleisch jede Stunde. Das ist Geschmackssache. Grundsätzlich wird die Kruste beim Pulled Pork durch das regelmäßige Mopen sehr intensiv dunkel bis schwarz. Auch die Aromen verdichten sich bis ins Extreme.

Pulled Pork Sandwich mit Coleslaw

Die Plateauphase

Ein Stück Schweinenacken von 2 kg benötigt sehr wahrscheinlich 12 Stunden - es kann auch mehr werden. Du solltest nicht versuchen, auf die Minute (oder Stunde) genau zu planen. Wenn du das Pulled Pork erhitzt, wird die Fleischtemperatur zunächst stetig steigen. Du kannst das gut mit einem Grillthermometer verfolgen: 50 °C, 60 °C, 70 °C … und dann bleibt der Zeiger stehen. Das ist kein Messfehler, sondern die Plateauphase. Sie erwartet dich nach etwa drei bis vier Stunden bei knapp über 70 °C.

Wenn die Plateauphase erreicht ist, heisst es: Ruhe bewahren. Die Temperatur im Garraum zu erhöhen, führt nicht zum gewünschten Erfolg. Im Gegenteil, das Fleisch würde trocken und fest werden. Du möchtest den Vorgang trotzdem beschleunigen? Dann gibt es einen Trick: die Texas Crutch (Texas Krücke). Du kannst die Plateauphase umgehen oder deutlich verkürzen, indem du das Pulled Pork in Alufolie einwickelst, sobald die Kerntemperatur bei etwa 70°C stagniert.

Die Kerntemperatur

Welche Kerntemperatur für Pulled Pork? Erfahrungsgemäß sind 90 °C ein guter Wert. Es kann jedoch passieren, dass dein Stück schon bei ein paar Grad weniger so zart geworden ist, dass es zerfällt - dann musst du es nicht mehr auf Biegen und Brechen noch zwei Grad wärmer bekommen. Erscheint dir das Fleisch hingegen noch fest, dann lass es noch ein paar Grad wärmer werden.

Die häufigsten Fehler vermeiden

Es gibt nur wenige Fehler, die du bei der Zubereitung von Pulled Pork machen kannst. Die haben dafür das Potential, dir den ganzen Spass zu versauen. Besonders kritisch ist die Temperatur. Wenn sie dauerhaft über 120 °C, gelingt das Gericht nicht. Das Fleisch wird dann nicht butterzart und saftig, sondern fest und trocken. Eine zu niedrige Temperatur ist kein Problem, so lange sie wenigstens bei guten 100 °C liegt.

Ein zweiter Fehler ist zu dünnes oder mageres Fleisch für Pulled Pork.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für dein Pulled Pork

  1. Fleisch würzen: Mit einem Rub deiner Wahl einreiben und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
  2. Grill vorbereiten: Mindestens eine Stunde vorher auf 105-110 °C einregeln.
  3. Fleisch auflegen: Für 12-20 Stunden grillieren.
  4. Texas Crutch (optional): Bei 70 °C Kerntemperatur in Alufolie wickeln.
  5. Ruhen lassen: Bei ca. 90 °C Kerntemperatur vom Grill nehmen und 30-60 Minuten ruhen lassen.

Tipp: Hast du Lust und Zeit, Pulled Pork zu grillieren? Du weisst jetzt, wie es geht. Natürlich haben wir das auch selber ausprobiert und ein leckeres Pulled Pork Rezept Arkansas Style für dich zusammengestellt.

Serviervorschläge und Beilagen

Scharfer & würziger mexikanischer Pulled Pork Burger 🌶️

Grundsätzlich kannst du zu Pulled Pork reichen, was dir schmeckt: Brot, Kartoffelsalat, Gemüse… In den USA gibt es traditionell Coleslaw dazu, meist auch Sandwich-Scheiben oder Burger-Brötchen. Und vor allem: BBQ Saucen. Das Fleisch wird zum Teil regelrecht darin gebadet.

Wenn du zum Pulled Pork Beilagen reichen möchtest, denk auf jeden Fall daran, diese vor dem Fleisch auf den Tisch zu bringen.

Klassisch wird das gezupfte Fleisch auf einem Burger zusammen mit dem Coleslaw (amerikanischen Krautsalat) serviert. Es geht aber natürlich auch anders. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Pulled Pork Auflauf oder Pulled Pork Nachos?

Hier sind einige Ideen, was du mit Pulled Pork zubereiten kannst:

  • Pulled Pork Burger mit Coleslaw
  • Pulled Pork Sandwich mit Mayonnaise und Avocado
  • Pulled Pork Auflauf
  • Pulled Pork Nachos

Viele sind dazu übergegangen, den Grill am späten Abend anzuheizen und das Fleisch über Nacht zu grillieren. Dann ist es zum Mittag fertig. Dazu bleiben sie entweder wach oder teilen die Grillwache auf mehrere Personen auf. Sich schlafen zu legen, während der Grill läuft, ist keine empfehlenswerte Idee.

Pulled Pork aus dem Dutch Oven

Pulled Pork aus dem Dutch Oven ist vor einiger Zeit als Trend aufgekommen. Neben einigen Anhängern finden sich viele, die diese Methode für „echtes Pulled Pork“ nicht in Betracht ziehen. Grundsätzlich gehst du beim Pulled Pork aus dem Dutch Oven so vor, dass du das Stück Fleisch auf einem Rost im Dopf platzierst. Hintergrund ist, dass es nicht mit eigenem Saft in Kontakt kommen soll - schliesslich willst du es nicht schmoren. Wenn du magst, gibst du noch grob geschnittene Zwiebelringe nach unten in den Topf.

Der Dutch Oven wird dann mit Briketts gleichmässig von oben und unten befeuert, sodass im Garraum 110 °C bis 120 °C herrschen. So garst du den Schweinenacken oder ein anderes Stück für etwa vier Stunden. Richtig gelesen: Im Dutch Oven gart Pulled Pork viel schneller, dafür erhält das Fleisch allerdings keine so intensive Kruste. Auch das charakteristische Raucharoma fehlt. Von der Konsistenz ist das Pulled Pork aus dem Dutch Oven dem Original ähnlich, allerdings nicht ganz so homogen. In der kürzeren Zeit zerfallen Kollagen und Fett nicht vollständig. Dafür hast du deutlich weniger Arbeit und bietest deinen Gästen schneller ein butterzartes Stück Schweinefleisch.

Reste verwerten: Pulled Pork aufwärmen

Wenn man sich die Arbeit macht und Pulled Pork zubereitet, kommt natürlich auch eine richtig grosse Portion auf dem Grill oder in den Smoker - mindestens 2 Kilogramm Schweinefleisch. Dabei bleibt meistens etwas übrig.

Eingefrorenes Pulled Pork solltest du langsam (am besten über Nacht) im Kühlschrank auftauen lassen. Pulled Pork wird schonend gegart und sollte auch schonend wieder erwärmt werden, damit es nicht zu sehr austrocknet. Am besten lässt du das Fleisch in einem Vakuumbeutel im Wasserbad bei etwa 80 °C circa eine Stunden ziehen. Auch im Backofen kannst du es wieder auf Temperatur bringen. Lege das Fleisch dazu in eine hitzebeständige Schüssel oder wickle es in Folie ein.

Du willst oder hast schon einmal Pulled Pork gemacht und fragst dich, was du alles mit Pulled Pork zubereiten kannst oder wie lange größere Menge an Pulled Pork brauchen? Dann findest du hier die Antworten auf einige Fragen.

Kaltes Pulled Pork eignet sich ausserdem hervorragend für ein Sandwich, zum Beispiel ganz einfach mit einer Mayonnaise und Avocado oder überbacken mit Cheddar.

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