Essbare Blüten und Wildkräuter: Ein farbenfroher und gesunder Genuss

Die Natur hält eine Fülle an essbaren Blüten und Wildkräutern bereit, die nicht nur eine Augenweide sind, sondern auch eine Bereicherung für unsere Ernährung darstellen. Ob im eigenen Garten, auf Wiesen oder am Waldrand - überall lassen sich schmackhafte und gesunde Pflanzen finden. Doch Vorsicht ist geboten: Nur wer sich sicher mit den Pflanzen auskennt, sollte sie sammeln und verzehren.

Wilde Pflanzen sind vielseitig, und ein Spaziergang in der Natur oder ein Blick in eine Ecke abseits der Beete im Garten kann Abwechslung, Würze und eine Extraportion gesunde Inhaltsstoffe auf den Teller bringen.

🧐Easy erklärt: 👌🌿 Essbare Wildpflanzen im Frühling🌲  ☝️

Fünf häufige essbare Wildkräuter

Diese fünf Wildkräuter sind häufig und wachsen meist nicht weit von der eigenen Haustür entfernt:

  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Brennnessel
  • Bärlauch
  • Spitzwegerich

1. Gänseblümchen (Bellis perennis)

Das Gänseblümchen blüht praktisch ganzjährig auf sonnigen Wiesen und Weiden und erfreut uns mit seinen weiss-gelben Blüten. Ihr botanischer Name Bellis perennis - Die ewig Schöne - trifft den Nagel auf den Kopf.

Verwendung:

In Salaten, vor dem Servieren an Gemüsesuppen oder fein gehackt in Quarkspeisen sind die Blüten und Blütenknospen ein Hingucker und bringen Mineralstoffe und Vitamine ins Essen. Zudem regen sie den Stoffwechsel an.

Gänseblümchen sind nicht nur hübsch, sondern auch essbar und gesund.

2. Löwenzahn

Wie die Zähne eines Löwen sehen sie aus, die gezackten Blätter des Löwenzahns. Man findet ihn sehr häufig auf Wiesen und erkennt ihn leicht an seinen leuchtend gelben Blüten.

Verwendung:

Die Blüten und Blätter des Löwenzahns sind in der Heilkunde hochgeschätzt und auch das Vieh, die Vögel, Meerschweinchen und Hasen lieben dieses Kraut sehr. Mit den Blüten lässt sich eine Konfitüre herstellen und auf Speisen sind die goldgelben Blüten als essbare Dekoration eine Augenweide. Aus den geschlossenen Blütenknospen schliesslich kann man Löwenzahn-Kapern herstellen. Von den Blättern eignen sich die ganz jungen im Frühjahr, denn sie sind noch zart und nicht so bitter. Als Zugabe in Wildkräuter-, Blatt- oder Kartoffelsalaten sind die Blätter eine wertvolle Bereicherung.

Der Löwenzahn ist vielseitig verwendbar, von der Wurzel bis zur Blüte.

3. Brennnessel (Urtica dioica)

Der Name Urtica dioica sagt schon alles, er ist vom lateinischen Verb urere abgeleitet, was «brennen» heisst.

Verwendung:

Als «Aufputschmittel» im Kampf gegen die Frühlingsmüdigkeit und zur Entschlackung bietet sie sich in der Küche für eine schmackhafte Suppe aus den jungen Triebspitzen an. Keine Bange: In getrockneter oder gekochter Form verlieren die Brennhaare ihre Wirkung.

Die Brennnessel ist reich an Eisen und Vitamin C.

4. Bärlauch

Man findet diese würzige Wildpflanze im zeitigen Frühjahr an Waldrändern, oder auf feuchten Lichtungen, wo sie sich wie ein Teppich ausbreitet. Bereits der Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857 - 1945) schwärmte von der Pflanze: «Der Bärlauch reinigt den ganzen Leib, treibt kranke, verstockte Stoffe aus, macht gesundes Blut, vertreibt und tötet giftige Stoffe. Kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut.»

Verwendung:

Bärlauch schmeckt sehr aromatisch. Man verwendet ihn fein gehackt auf dem Salat oder im Quark zu Kartoffeln, in Saucen, und als Pesto oder Kräuterbutter.

Bärlauch hat ein intensives Knoblaucharoma.

5. Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Mit seinen lanzenartigen Blättern die ihm den Namen Plantago lanceolata einbrachten, ist der Spitzwegerich auch für Kräuter-Anfänger leicht an Wegrändern und in Wiesen erkennbar.

Verwendung:

Er kann geschnitten in Salate gemischt, in Suppen oder als köstliches Pesto verwendet werden. Auch in Wildkräuter-Smoothies ist er ein wertvoller Bestandteil, da er die Verdauung reguliert.

Der Spitzwegerich hilft gegen Husten und ist essbar.

Weitere essbare Wildpflanzen

Neben den fünf häufigsten Wildkräutern gibt es noch viele weitere essbare Pflanzen, die unsere Küche bereichern können:

  • Wiesenlabkraut: Das ganze Jahr über kann man Wiesenlabkraut ernten und roh oder gekocht essen, die Triebe schmecken salatartig und leicht nussig.
  • Purpur-Taubnessel: Die Pflanze wächst auf nährstoffreichen Standorten im Garten oder auf Wiesen und überzeugt mit einem milden Aroma, das an Pilze erinnert.
  • Giersch: Dank unterirdischer Ausläufer verbreitet sich die Pflanze rasant und ist schwer zu entfernen - eine Einzelpflanze kann in einem Jahr zwei bis drei Quadratmeter eher schattigen Boden einnehmen. Giersch ist essbar und wird sogar als eines der schmackhaftesten Wildkräuter überhaupt beschrieben.
  • Scharbockskraut: Zwar gehört es zu den Hahnenfuss-Gewächsen, ist aber von Februar bis März gut essbar.
  • Vogelmiere: Wenn man die Stängel des feinen Krauts vorsichtig auseinanderzieht, werden die Leitbündel als hellgrüner Strang im Innern des Stiels sichtbar. Ausserdem ziert den Stängel ein seitlicher Haarstreifen. Der Grundgeschmack der Vogelmiere ist sehr mild und erinnert an Mais.
  • Sauerklee: Die dreiteiligen Blätter schmecken erfrischend zitronig und sollten möglichst nicht gekocht werden, um das Aroma zu erhalten.

Essbare Blüten im Garten

Im Sommer blüht es im Garten und auf dem Balkon. Was nicht jeder weiss: dass die bunten Blüten mancher Pflanzen auch richtig lecker schmecken.

  • Kapuzinerkresse: Die leuchtend gelb-orangen Blüten haben einen würzig-scharfen Geschmack und passen in den Salat oder auch aufs Brot.
  • Lavendel: Die lila Lavendelblüten geben mit ihrem intensiven Aroma herzhaften Fleischgerichten und auch süssen Nachspeisen die richtige Würze.
  • Ringel- und Sonnenblume: Geschmacklich zwar eher unauffällig, aber essbar und farblich ein echter Hingucker zum Beispiel in Salaten sind die cremegelben bis karminroten Blüten der Ringelblume.
  • Schnittlauch und Salbei: Schnittlauch wächst bei vielen ohnehin im Kräuterbeet. Die violetten Blüten ähneln den jungen Schnittlauchstängeln im Geschmack, sind aber milder. Salbeiblüten schmecken nicht so intensiv wie die Blätter der Pflanze, sondern leicht süss.
  • Rosen: Ebenfalls leicht süss schmecken Rosenblütenblätter. Achtung allerdings: Pfingstrosen, Stockrosen und Christrosen gehören zu einer anderen Gattung und sind giftig.
  • Löwenzahn: Löwenzahn muss nicht als Unkraut ausgerupft werden. Die sattgelben Blüten eignen sich mit ihrem süsslichen Geschmack etwa als Dekoration auf Kuchen oder Torten.
  • Zucchini: Zu einer eigenen Mahlzeit können Sie die grossen gelben Blüten einer Zucchinipflanze verarbeiten.

Wichtige Hinweise zum Sammeln von Wildkräutern

Beim Sammeln von Wildkräutern sollten einige Faustregeln beachtet werden:

  • Nur sammeln, was man kennt.
  • Nicht an Strassenrändern sammeln, da die Schadstoffbelastung hoch ist.
  • Wild höchstens ein Drittel des Bestandes ernten, damit sich die Pflanzen erholen können und Insekten und Tiere auch noch etwas von ihnen haben.
Wildkraut Geschmack Verwendung
Gänseblümchen Nussähnlich Salate, Suppen, Quark
Löwenzahn Bitter Salate, Konfitüre, Kapern
Brennnessel Spinatähnlich Suppen, Gemüse, Tee
Bärlauch Knoblauchartig Pesto, Quark, Saucen
Spitzwegerich Steinpilzähnlich Salate, Suppen, Pesto

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