Salat, der im Dunkeln wächst: Anbau von Nüsslisalat und Chicorée

Salate sind ein wichtiger Bestandteil des Nutzgartens, nicht nur im Frühling und im Sommer, sondern auch im zweiten Halbjahr. Dann, wenn die Erntefülle im Allgemeinen nicht mehr so gross ist, werden wir sie umso mehr schätzen. Es gibt für jede Jahreszeit den passenden Salat. Die wichtigsten Salatarten findet man in der Familie der Gartensalate. Dazu gehören vor allem Kopfsalat und Eis- oder Krachsalat.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Nüsslisalat und Chicorée erfolgreich anbauen können, zwei Salatsorten, die sich ideal für den Anbau in den kühleren Monaten eignen. Wir geben Ihnen Tipps zu Aussaat, Pflege und Ernte, damit Sie auch im Winter frischen Salat genießen können.

Anleitung zum Anbau und treiben von Chicoree im Garten

Nüsslisalat: Der winterharte Salat

(Sku) Nüsslisalat gehört zu den Baldriangewächsen, die mit etwa 300 Arten auf der nördlichen Erdhalbkugel vertreten sind. Nüsslisalat ist allerdings die einzige Gemüsepflanze aus dieser Familie, alle anderen Arten gehören zu den Kräutern. Der in der Schweiz für Feldsalat gebräuchliche Name "Nüssler" ist auf seinen angenehmen leicht nussigen Geschmack zurückzuführen. Früher war er ein typisches Wintergemüse; heute gibt es Sorten, die ganzjährig kultiviert werden können.

Aussaat und Standort

Durch seine Frosthärte eignet sich dieser Salat ausgezeichnet zum Säen als Nachkultur im Gemüsebeet. Nüsslisalat kann man ab August bis in den November hinein säen. Wer im Frühjahr ernten will, kann diesen Salat auch ab März ins Gartenbeet aussäen. Nüsslisalat wächst am besten an sonniger Lage. Ideal ist ein humoser, durchlässiger Boden. Der Salat ist sehr anspruchslos. Somit spielt es keine Rolle, was vorher im Gartenbeet stand.

Aussaatmethoden und Pflege

Natürlich lässt sich Nüsslisalat breitwürfig aussäen. Diese Methode ist aber für dessen Pflege deutlich aufwändiger. Das Freihalten von Unkraut und die Ernte gelingen einfacher, wenn die Samen des Nüsslisalates im Abstand von 10-15 cm in Reihen gesät werden. Nach dem Aussäen des Nèsslisalates ist ein Abdecken des Gartenbeets mit Vlies von Vorteil. Dies fördert das Keimen der Samen. Die optimale Keimtemperatur für Nüsslisalat liegt bei rund 15 °C.

Nüsslisaat wächst auch in Mischkultur. Gut verträgt sich der Salat zum Beispiel mit Bohnen, Fenchel, Rüebli, Kohlgewächsen, Tomaten oder Zwiebeln. Düngen ist in der Regel nicht nötig, weil sich der Nüsslisalat mit den Nährstoffen begnügt, welche die Vorkultur im Boden übriggelassen hat.

Überwinterung und Sorten

Der Salat lässt sich im Gartenbeet gut überwintern. Wenn kein Schnee liegt, schützen Tannäste oder Vlies die Pflanzen. Dieser Schutz lässt die Blätter knackig bleiben.

Nüsslisalat gibt es in verschiedenen Sorten:

  • Raschwüchsig und ergiebig ist die Sorte «Dunkelgrüner Vollherziger».
  • Besonders robust und winterhart ist die Sorte «Gala».
  • Vollherzige Rosetten entwickelt die Sorte «Korbfüller Duplex».
  • Für den Herbst und Winteranbau ist der Nüsslisalat «Vit» gut geeignet.
  • Schnell und stark wächst die Sorte «Holländischer Breitblättriger».

Ernte und Verwendung

Die Ernte ist am einfachsten, wenn die ganze Pflanze direkt über dem Boden geschnitten wird. Aufgrund seines nussigen Eigengeschmacks eignet sich Nüsslisalat wunderbar, um ihn frisch als Beilage zu Fleisch oder Geflügel oder mit Tomaten, Gurken, Nüssen und einem Kräuterdressing als kalter Salat zu geniessen.

Chicorée: Das Wintergemüse aus der Dunkelheit

Chicorée ist ein typisches Wintergemüse. Er liefert uns während der kalten Jahreszeit unter anderem Nahrungsfasern und Bitterstoffe sowie Vitamin C. Chicorée zählt zu den beliebtesten Wintersalaten. Die Produktion ist aber anspruchsvoll.

In der Küche kommen die gelben Blätter als Salat, in Vorspeisen oder als Beilage zur Anwendung. Damit selbstgezogene gelbe Zapfen im Winter geerntet werden können, braucht es etwas Zeit, da Chicorée eine zweijährige Kultur ist. Im ersten Jahr wächst die Pfahlwurzel mit Löwenzahn ähnlichen Blättern.

Aussaat und Standort

Chicorée mag einen tiefgründigen, humusreichen Boden und einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Er steht gerne in Nachbarschaft zu Tomaten, Karotten, Fenchel, Bohnen und Salat. Ausgesät wird Chicorée Mitte bis Ende Mai, wenn sich der Boden erwärmt hat. Die Jungpflanzen werden auf ca. 10 - 15cm Abstand ausgedünnt. Während des Sommers sollte die Kultur mässig feucht gehalten werden. Trockenheit und Staunässe mag die Pflanze nicht.

Pflege und Ernte

Als schwach- bis mittelzehrende Kultur kommt Chicorée mit wenig oder ohne Dünger aus. Nach 3 - 4 Wochen können einzelne junge Blätter als Salat geerntet werden. Die Wurzel wird dann nach 18 - 20 Wochen also ca. Ende Oktober oder Anfang November, wenn die äusseren Blätter langsam gelb werden, geerntet. Dazu wird sie mit einer Grabgabel sorgfältig aus der Erde geholt. Die Pflanzen können anschliessend noch 1 - 2 Tage auf dem Beet liegen gelassen werden, damit die Wurzel die Nährstoffe aus den Blättern ziehen kann. Danach werden die Blätter vollständig entfernt. Dabei darf das empfindliche Herz des Chicorées aber nicht beschädigt werden. Die ideale Wurzel hat einen Durchmesser von 3 - 6cm und ist 15 -20cm lang.

Treiben im Dunkeln

Die Wurzeln lagert man vorerst in feuchten Sand eingeschlagen oder in einem feuchten Raum in Zeitungspapier eingewickelt. Der Lagerraum sollte kühl (ca. 1 - 5°C) und dunkel sein. Zum Austreiben werden die Wurzeln in feuchte Erde oder feuchten Sand aufrecht eingesetzt. Die ideale Temperatur beträgt 12 - 18 °C. Dazu ist absolute Dunkelheit notwendig, da die Pflanzen bei Licht grüne Blätter und mit ihnen Bitterstoffe bilden. Damit der Chicorée absolut dunkel steht, können zwei Eimer oder Töpfe mit gleichem Durchmesser verwendet werden. In den einen werden die Wurzeln eingepflanzt, der andere wird nach dem Angiessen darübergestülpt. Ein Anbau im Gewächshaus ist auch möglich.

Nach ca. vier Wochen hat sich aus der Wurzel ein geschlossener fester Zapfen gebildet. Die Wurzel treibt nach der Ernte wieder aus.

Verwendung und Tipps

Um den Bittergeschmack des Chicorée etwas zu mildern, legt man ihn vor der Verarbeitung für rund fünf Minuten in lauwarmes Wasser. Als Salat schmeckt der weissliche Zapfen übrigens doppelt so gut, wenn man ihn mit Orangen, Mandarinen, Bananen oder Trauben anreichert. Und wer mal was Neues ausprobieren will, kann den Chicorée anbraten und ihn mit Koriander oder Minze würzen und mit einigen Spritzern Orangensaft, Wermut oder Sherry-Essig abschmecken.

Weitere Salate für den Anbau im Schatten

Nicht alle Gemüse benötigen volle Sonne, um zu wachsen. Hier ist eine Tabelle mit Gemüsesorten, die auch im Schatten gut gedeihen:

Gemüse Hinweise
Blattspinat Wächst gut im Halbschatten
Pflücksalat Verträgt Schatten, besonders in warmen Regionen
Radieschen Benötigen nur wenige Stunden Sonne pro Tag
Mangold Gedeiht auch im Halbschatten
Kopfsalat Kann im Schatten angebaut werden, um das Schiessen zu verhindern

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