Raclette ist ein beliebtes Gericht, das vor allem in der kalten Jahreszeit gerne genossen wird. Ein Racletteofen mit Gas ermöglicht es, den Käse direkt am Tisch zu schmelzen und mit verschiedenen Beilagen zu kombinieren. Doch welcher Racletteofen ist der beste? Dieser Frage geht der folgende Artikel auf den Grund.
Das Konsumentenmagazin K-Tipp hat in seiner Ausgabe vom 28. Oktober 2020 (Nr. 18/2020) zusammen mit einem spezialisierten Labor zehn Racletteöfen mit Grillfunktion auf ihre Qualität und Stabilität getestet. Die Testergebnisse sowie den Testsieger und sechs weitere Modelle aus dem Test finden Sie hier.

Testkriterien für Racletteöfen
Insgesamt wurden zehn Racletteöfen mit Grillfunktion vom Labor Applitest in Nürnberg getestet. Es wurde dazu ein Praxistest mit Käse, Zucchetti und Steaks durchgeführt.
Die Racletteöfen wurden hinsichtlich folgender Kriterien getestet:
- Praxistest
- Handhabung
- Temperaturverteilung
- Robustheit
- Sicherheit
Beim Praxistest mit Käse wurde überprüft, wie lange es dauert, bis der Käse geschmolzen ist. Gleichzeitig wurde beobachtet, ob der Käse braun wird oder gar verbrennt. Das Labor testete die Geräte auch beim Grillen von Zucchetti und Fleisch. Beim Testpunkt Handhabung ging es darum den Aufbau und die Inbetriebnahme der Geräte zu testen. Es wurde überprüft, ob die Racletteöfen leicht zu bedienen sind und ob der Käse leicht vom Pfännli auf den Teller gegossen werden kann. Auch die Reinigung der Racletteöfen wurde beim Prüfpunkt Handhabung getestet.
Bei der Temperaturverteilung wollten die Experten herausfinden, wie gleichmässig die Temperatur auf der Grillplatte verteilt ist und wie stark die Temperaturunterschiede zwischen den einzelnen Pfännchen sind. Zur Überprüfung der Robustheit wurden die Racletteöfen und die Pfännli auf ihre Anfälligkeit für Kratzer getestet. Beim letzten Kriterium der Sicherheit lag der Fokus auf der Isolation. Es wurde überprüft, ob die Griffe und Bedienknöpfe der Öfen stark erhitzt werden und dadurch eine Verbrennungsgefahr darstellen.
Testergebnisse der Racletteöfen
Ein Grossteil der Racletteöfen bestand den Test und konnte mit seiner Qualität und Stabilität überzeugen. Zwei Racletteöfen erhielten das Testurteil «gut», fünf wurden mit «genügend» ausgezeichnet, nur drei waren gemäss K-Tipp «ungenügend».
«Gut»
Testsieger wurde das Modell «Duo 4 and more» der Marke Koenig. Der Racletteofen besteht aus zwei Teilen, die man zusammenstecken und wieder auseinandernehmen kann. Er überzeugte insbesondere beim Praxistest und beim Kriterium Temperaturverteilung. Beim Fleisch hatten die Experten jedoch Mühe, da die Fleischstückchen ungleichmässig durchgebraten waren. Zudem wurde bemängelt, dass beim Grillen relativ viel Rauch entsteht. Dafür konnte das Gerät mit der einfachen Bedienung und der gleichmässigen Temperaturverteilung punkten.
Auf Platz 2 landete das Modell «Connect 4 plus 4» von Trisa, ebenfalls mit dem Testurteil «gut». Er schnitt beim Praxistest ähnlich gut wie der Testsieger ab. Die Temperaturverteilung war bei diesem Racletteofen sogar noch etwas besser. Der Unterschied zwischen dem kältesten und dem heissesten Pfännchen betrug 37 Grad, was im Vergleich zu anderen Racletteöfen relativ wenig ist. Bemängelt wurde beim Trisa-Racletteofen jedoch die Bedienung, da u.a. die Pfännchen nicht stabil waren.

«Genügend»
Fünf Testgeräte erhielten die Gesamtnote «genügend». aus der Landi war das günstigste Gerät im Test, erzielte aber im Praxistest sogar das beste Ergebnis. Aufgrund der Tatsache, dass der Schalter zur Regulierung der Temperatur 77 Grad heiss wurde, bekam dieser Racletteofen wegen der Verbrennungsgefahr nur die Note «genügend». Die gleiche Gesamtnote erhielten auch der «Raclette 8 Leggero» von Miostar, der «Cheeseboard V8» von Stöckli, der «Ignis XA8» von Satrap sowie der «Basic 4in1» von Manor.
«Ungenügend»
Drei Racletteöfen konnten beim Test nicht überzeugen und erhielten die Gesamtnote «ungenügend». Beim «RAC8 Deluxe» von Primotecq wurden die Griffe der Pfännchen bis zu 75 Grad heiss, was eine Verbrennungsgefahr darstellt. Ebenfalls die Note «ungenügend» bekamen der «Lono 8 Personen» von WMF und der «ORA 102CH» der Marke Ok.-. Bei beiden Racletteöfen schmolz der Käse in den Pfännchen ungleichmässig und nicht mit der gleichen Geschwindigkeit. Zudem war die Temperatur auf der Grillplatte unterschiedlich verteilt, sodass die Geräte auch bei der Temperaturverteilung nicht überzeugen konnten.
Der komplette Racletteofen-Test von K-Tipp kann hier kostenpflichtig heruntergeladen werden.
Eigentlich kann mit einem Racletteofen nichts schief gehen - könnte man meinen. Doch gibt es einige Dinge, die nicht immer ganz so perfekt funktionieren. Zum Beispiel, dass die Grillplatte eine lange Vorlaufzeit benötig, bis sie heiss ist. Oder dass der Käse in den einen Pfännchen rasch heiss wird, in den anderen langsam vor sich hinschmilzt. Dass bei einigen Pfännchen der Käse nur so auf den Teller flutscht, bei Pfännchen anderer Anbieter der Käse förmlich kleben bleibt. Noch ärgerlicher: Wenn Pfännchen und Gerät nach der gemütlichen Tafel nur mit Mühe zu reinigen sind.
Solche und viele andere Schwächen hat das Labor TÜV Rheinland LGA beim Testen von Racletteöfen entdeckt. Hier liess Kassensturz 10 der meistverkauften Racletteöfen prüfen. Im Test waren Geräte mit Grillfunktion für 6 oder 8 Personen. Preisspanne: 60 bis 229 Franken.
Erfreuliches Resultat: Das günstigste Modell im Test wurde klar am besten bewertet. Der 6-plätzige Primotecq RAC 6 für Fr. 59.90, Eigenmarke von Fust, hat in den wichtigsten Prüfpunkten die besten Noten erreicht. Der Raclettekäse wird schön und gleichmässig geschmolzen, die Platte hat eine gute Temperaturverteilung, und bei der Handhabung gehört das Gerät zu den besten.
Der beste 8-plätzige Raclettegrill ist teurer, ist aber zusätzlich für die Zubereitung von Crêpes ausgelegt. Der Maddison «3 in 1 Partygrill» (Fr. 129.-). Das Gerät hat aber keine grösseren Schwächen. Das gilt auch für den drittplatzierten Trisa Supreme (79.-). Hier hat das Labor bloss die Bedienungsanleitung kritisiert, ausserdem ist die Wärmeverteilung der Grillplatte nicht optimal.
Damit ist auch gesagt, dass keines der teuersten Geräte Bestnoten erhalten hat. Das Cheeseboard V8 von Stöckli landet auf dem 4. Platz, der Raclette-Grill von Koenig auf dem 6. und Tefal Ovation auf dem 8. Platz. Sie alle kosten 149 Franken. Noch schlechter ist das Preis-Leistungsverhältnis des Kenwood RC3 plus Chrom. Für das teuerste Gerät im Test muss man 229 Franken hinblättern, dennoch landet es auf dem letzten Platz.
Das Labor hat das Grillieren mit beiden Ausführungen getestet. «Beim Testverlierer sind die Würstchen vor Grill gefallen», so Rainer Weiskirchen vom TÜV Rheinland. Auch sei es unmöglich gewesen, das Gerät nach dem Grillieren sauber zu reinigen. In der Handhabung störte die Prüfer, dass «die Pfännchen keine richtige Position gefunden haben».
Kenwood ist «verwundert» über das Ergebnis. RC3 plus Chrom sei in einem Test in Deutschland mit «sehr gut» in den Prüfpunkten Grillfunktion, Sicherheit und Materialbeschaffenheit bewertet worden. Auch Coop, dessen Satrap-Partygrill silver 8 mit schwachen Noten abgeschnitten hat, ist mit dem Testresultat beim Grillieren von Fleisch und Reinigung nicht einverstanden.
«Das Raclettegerät ist für kleine Fleischstücke wie Cippolata bestens geeignet, nicht aber für grössere Fleischstücke», so Coop. Die Reinigung von Grillplatte und Pfännchen sei entgegen dem Testresultat «schnell und einfach möglich».
Das Grillieren von Fleisch war aber in keinem Fall überzeugend. «Die Geräte sind nicht wirklich fürs Grillieren gedacht», sagt Rainer Weiskirchen. Die Temperaturen der Grillplatten waren zu hoch, die Temperaturverteilung zum Teil unregelmässig.
Das Prüflabor LGA TÜV Rheinland hat die 10 Racletteöfen nach folgenden Kriterien getestet:
- Funktion: Wie gleichmässig werden die Raclettescheiben erhitzt? Hat der Käse eine gute Konsistenz und lässt er sich einfach aus dem Pfännchen schieben? Werden Würstchen und Fleischstücke auf der Grillplatte schön gar?
- Technische Prüfung: Wird die Grillplatte gleichmässig heiss? Ist die Beschichtung von Grillplatte und Pfännchen kratzfest?
- Sicherheit: Werden berührbare Oberflächen brandheiss? Sind die Geräte hochwertig verarbeitet?
- Handhabung: Sind die Schalter und Knöpfe gut bedienbar? Lassen sich Pfännchen und Grillplatte gut beladen? Wie einfach ist das Reinigen der Geräteteile?

Raclette wie beim Profi, das versprechen die grossen Racletteöfen in unserem Sortiment. Ich habe einen davon getestet und tatsächlich: Ich will gar nicht mehr zurück zum Raclette mit Pfännli.
Sie sind für mich stets die Rettung an Weihnachtsmärkten landauf, landab: Die Racletteverkäufer. Sie spannen die halben Käselaibe unter eine Heizschlange und servieren dir Raclette, so wie es sein sollte, nämlich als tellerfüllende Portion mit brauner Kruste.
Tatsächlich ist diese Urform des Raclette die einzig richtige. Raclette im Tischöfeli mag ja eine tolle Partyvariante sein, der Käse wird aber nie so cremig und gleichzeitig perfekt überbacken aus den kleinen Pfännchen herausflutschen.
Weil ich vor ein paar Wochen im Wallis war und dort von der lokalen Biokäserei einen halben Laib Raclette mitgenommen habe, bat ich das Team zum «Raclette Tuesday».
Zweckmässigkeit statt Design
Während du Tischöfen in sämtlichen Formen, Farben und Designs findest, sind Racletteöfen für halbe Käselaibe keine Bijous. Sie scheinen dir schon zu sagen: «Ich bin hässlich, aber ich kann's.»
Das zeigt sich auch bei der Funktion der Öfen: Kein optionaler Tischgrill, keine Regler für Temperatur, das sind Öfen für Raclettepuristen - alles andere ist Käse. Ich habe mich in diesem Test für das Modell «TTM Ambiance» entschieden, in dem sich ein halber Käselaib einspannen lässt.
Der Zusammenbau des Ofens ist denkbar einfach: Die Halterung für den Käse schraubst du auf das dafür vorgesehene Gewinde, dann montierst du den eigentlichen Ofen mit einer simplen Handschraube. Einstecken, Schalter umlegen und schon heizt der Ofen auf. Die Käsehälfte schraubst du - wie in einem Schraubstock - in den Käsehalter, bis sie sitzt. Dann kann's schon losgehen.

Das ist kein Gerät für Schnarchnasen. Sobald die Käsehälfte zirka zwei Zentimeter unter der Heizung platziert ist, dauert es nur etwa eine Minute, bis du das Raclette runterschaben kannst. Wer die Maschine bedient, kann kaum mitessen. Eigentlich ist das Akkordarbeit: Du drehst die Halterung aus der Hitze, kippst den Käse an, streichst ihn weg, schneidest die gebratene Rinde weg und drehst den Käse wieder in die Hitze.
Etwas umständlich ist die Höhenverstellung: Weil die Käsehalterung an einem langen Gewinde befestigt ist, musst du jeweils den ganzen Käse ein paar Mal herumdrehen. Gross gestört hat mich das System aber nicht. Eher schade ist, dass kein spezielles Raclettemesser beigelegt wurde. Ich musste mit einem gewöhnlichen Messer abschaben und die Rinde abschneiden.
Apropos Schlachtfeld: In der Theorie funktioniert der Racletteofen sehr gut, auch in der Praxis ist das Abschaben dank des Kippmechanismus ziemlich einfach... solange noch genügend Käse eingespannt ist. Wenn sich das geschmolzene Gold aber dem Ende zuneigt, wird das Käseschaben zum Spiessrutenlauf: Der weiche Käse ist dann schwierig im Schraubstock festzumachen. Hier sind die kleinen Racletteöfeli weitaus sauberer. Der Hersteller sollte sich dazu etwas ausdenken, damit der Käselaib auch bis zum letzten Stück verzehrt werden kann. Übrigens funktioniert dieser Ofen nicht nur mit runden Käsen. Auch Raclette im Block kannst du zubereiten - auch dort zeigen sich dieselben Probleme.
Klar: Du kannst in dieser Maschine nicht zehn verschiedene, exotische Raclettearten machen, sondern nur eine. Aber musst du denn wirklich immer Raclettekäse mit getrockneten Mangostücken, japanischen Bergpilzsprösslingen oder argentinischen Heublumen drin haben? Nein! Wehret den Anfängen! Eine Raclettesorte reicht vollkommen, wenn sie gut ist. Und Raclette gelingt in einer solchen Maschine einfach besser. Es bekommt eine bessere Kruste, schmilzt gleichmässiger und ist cremiger. Und auch der Abwasch ist nicht viel aufwändiger als bei den Pfännli. In einer Welt, in der es Spülmaschinen mit Fondue-Raclette-Programm gibt, sowieso. What a time to be alive!
Also nur noch Raclette aus der Maschine? Das kommt drauf an: Wenn du oft Raclette für weniger als vier Personen zubereitest, dann lohnt sich ein grosser Racletteofen nicht. Wenn du aber eine grosse Familie hast oder nur für Gäste Raclette machst, dann ist ein Ofen die beste Anschaffung. Das Raclette wird besser und du sparst Geld, weil Käse am Stück günstiger ist. Auch wenn ich nicht plane, einen Stand am Weihnachtsmarkt zu eröffnen: Ich kaufe mir das Teil. Das Leben ist schliesslich zu kurz für schlechtes Raclette. Und: Wer braucht schon eine Tischgrillfunktion?
Weitere Empfehlungen für Racletteöfen
Neben den im K-Tipp-Test genannten Modellen gibt es noch weitere empfehlenswerte Racletteöfen auf dem Markt. Hier eine kleine Auswahl:
- Koenig Duo 4 and more: Das Raclette Duo 4 und mehr bietet Raclette-Spass ohne Grenzen. Dank der antihaftbeschichteten Grillplatte kannst du zusätzlich zum Raclette leckeres Fleisch, Gemüse oder weitere Leckereien grillen.
- WMF Lono Raclette 8 Personen: Der Raclette/Tischgrill verfügt über eine Kaltzone als Pfännchenablage, auf der du deine Pfännchen bequem abstellen kannst, ohne dass sie heiss werden. Die Grillplatte ist aus hochwertigem Alu-Druckguss gefertigt und sorgt für eine gleichmässige Hitzeverteilung und ein perfektes Grillergebnis.
- Berger & Lanz Bamboo Raclette Grill für 8 Pers.: Die Aussenschale aus Bambus mit eleganten Handgriffen verleiht diesem Grill nicht nur einen Hauch von Natürlichkeit, sondern macht ihn auch äusserst benutzerfreundlich.
- Trisa Raclettino: Romantischer Raclette-Spass für zwei Personen. Verfügt über eine abnehmbare Steinplatte mit grosser Wärmespeicherung und einem Saftkanal.
- Solis 5 in 1 Table Grill: Vielseitig einsetzbarer Grill für Raclette, Tischgrill, leckeres aus dem Mini-Wok, Crêpes oder sogar Mini-Pizzas. Mit zuschaltbarer Unterhitze für einen knusprigen Pizzaboden.
- Trisa Style 4: Feine Raclette und einfaches Grillen zur gleichen Zeit. Abnehmbare Gussaluminiumplatte mit grossem Wärmespeicher.
- Koenig 4 and more: Das Raclette 4 and more bietet Raclette-Spass ohne Grenzen. So können bis zu drei Elemente miteinander verknüpft werden - genug für bis zu 12 Personen!
- Trisa Style 8: Feine Raclette und gleichzeitig einfaches Grillen. Abnehmbare Gussaluminiumplatte mit grosser Wärmespeicherung.
- Trisa Style 2: Feine Raclette und einfaches Grillen gleichzeitig. Abnehmbare Aluminium-Gussplatte mit grossem Wärmespeicher.
- Trisa Hot Stone: Dieser Racletteofen garantiert Raclette- und Grillplausch gleichzeitig. Dies Dank einer abnehmbare Steinplatte mit grosser Wärmespeicherung und Saftrinne.
Erfahrungsgemäss rechnet man mit 4 Raclettes pro Person. Besonders Hungrige mögen natürlich mehr.
Raclette Easy-Gas: Praktischer, leichter Gas-Racletteofen für einen halben Käse. Mit dem Rucksack auf und davon!
Kompaktes Tischgerät für kleine Käseblöcke: Erleben Sie gemütliche Momente mit Ihrer Familie und dem neuen "Convivial". Das kompakte Tischgerät für ein traditionelles Raclette bietet alles, was das Herz begehrt, schon ab 2 Personen.
Der teuerste schneidet am schlechtesten ab, der billigste ist Testsieger. Der Test von Racletteöfen birgt Überraschungen. Er zeigt Mängel beim Grillieren, Reinigen und bei der Hitzeverteilung auf.