Wer kennt das nicht? Nach einem Festmahl bleiben oft köstliche Bratenreste übrig. Anstatt diese wegzuwerfen, lassen sie sich wunderbar in neue, schmackhafte Gerichte verwandeln. Besonders Pasta eignet sich hervorragend zur Resteverwertung.
Ich mache deshalb sehr gerne bei der Aktion #Restezauber-Wettbewerb von Zu gut für die Tonne mit. Ich mache aus gutem Grund mit: ich werfe als umweltbewusster Mensch nicht gerne Lebensmittel weg und achte darauf, alles zu verwerten, was ich eingekauft habe und was in meinem Garten wächst. Deshalb bin ich auch immer wieder schockiert, wie viel in den Haushalten weggeworfen wird! Deshalb bin ich gegen jeglichen Foodwaste und versuche mich mit Nowaste!
Oft wird die Landwirtschaft damit konfrontiert, an Foodwaste massgeblich beteiligt zu sein. Aber habt ihr gewusst, dass die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel in den Haushalten in der Tonne landen? Du und ich sind also zu einem Grossteil verantwortlich. Also müssen wir dort beginnen: bei dir zu Hause.
Zu viel einkaufen und nicht essen ist das eine. Das andere Problem bei Foodwaste ist, dass man zu viel kocht und Resten hat. Und glaubt mir, Resten kann man gut 3 Tage im Kühlschrank halten, die verfaulen noch nicht! Ich gebe mir aber grundsätzlich Mühe nur so viel zu kochen, wie wir auch essen.
Ich gebe mir aber grundsätzlich Mühe nur so viel zu kochen, wie wir auch essen. Vor zwei Wochen war wieder so eine Woche: Am Dienstag haben wir - da es kalt war - unser erstes Raclette gemacht. Der kleine Sohn (2) hatte nur Lust auf den Käse und ass keine Kartoffeln. Am Mittwoch gab es Pasta, wir hatten noch Gäste. Es blieb einiges übrig. Am Donnerstag hatte ich in meinem Kühlschrank: mehrere gekochte Kartoffeln, einen Tupper voll mit gekochten Pasta, etwas Käse vom Raclette, Eier musste ich auch bald aufbrauchen und im Garten war noch der letzte Broccoli. Karotten habe ich immer im Kühlschrank. Also kam hier mein liebstes Rezept für die Restenverwertung zum Zuge: ein Auflauf.
Egal welche Resten übrig sind, ein Auflauf geht immer und lässt sich wunderbar kombinieren. Die Karotten schälen und in kleine Stücke schneiden, den Brokkoli inkl. Stängel (wäre sonst Foodwaste) in kleine Stücke schneiden und in einer Pfanne mit etwas Wasser und Bouillon (Gemüsebrühe), so dass das Gemüse knapp gedeckt ist, kurz andünsten, bis das Wasser verdampft ist (ca. In einem Messbecher für den Guss die Milch, das Ei und etwas Salz und Pfeffer oder Gemüsebrühen Pulver (Bouillonpulver) verquirrlen. Das Wasser des gekochten Gemüses abgiessen und das Gemüse in die Auflaufform geben. Den Guss über die Mischung in der Auflaufform giessen, alles gut mischen. Nun den Ralettekäse darüber in Stücke geschnitten oder zerzupft verteilen. Den Auflauf ca. 15-20 Minuten im Ofen backen.
Auflauf mit Tortellini: Kreative Resteverwertung leicht gemacht | Einfach vegetarisch kochen
Rezept 1: Pasta mit Brasato-Sugo
Dieses Rezept verleiht den Bratenresten eine italienische Note, verfeinert mit Rahm, Gin und Wacholder.
Zutaten:
- 400 g Pasta (z.B. Calamarata)
- Bratenreste (Brasato al vino bianco)
- Speck
- Zwiebel
- Knoblauch
- Passata
- Sauerrahm
- Salz und Pfeffer
- Greyerzer Käse
- Ei
- Butter und Olivenöl
Zubereitung:
- Bratenresten und Speck klein würfeln. Zwiebel und Knoblauch hacken.
- Zusammen in Bratbutter ca. 8-10 Minuten sanft dünsten.
- Passata und Sauerrahm untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Calamarata und Greyerzer untermischen.
- Zum Schluss mit Käse bestreuen, eine leichte Delle eindrücken und das Ei hinein geben.
- In die Mitte des Ofens einschieben und ca. 8 Minuten gratinieren.
Damit die Bratenreste (Brasato al vino bianco) nicht trocken werden, sollte man sie nur leicht köcheln, etwas Speck sorgt zusätzlich für Saft und Geschmack. Dazu eine Sauce mit Passata und Sauerrahm. Vermischt mit grossformatiger Pasta wird der Gratin schön locker. Als Krönchen ein Ei, Der Gratin darf nicht zulange gebacken werden, damit das Eigelb flüssig bleibt.

Rezept 2: Cannelloni mit Bratenresten
Resten von Schmor- oder auch à point gegarten Braten geben eine ausgezeichnete Füllung für Cannelloni. Das Problem liegt vor allem darin, dass die Resten für die grossen Cannelloni oft nicht ausreichen, da kann man die Füllung auch mit Gemüse strecken, oder man ist absichtlich zu grosszügig beim Einkauf des Bratens.
Zutaten:
- Hohrückenbraten (provençale)
- Tomaten
- Oregano
- Salz und Pfeffer
- Halbhartkäse, gerieben (z.B. Tilsiter)
- Bouillon
- Pastateig
Zubereitung:
- Hohrückenbraten inkl. Tomaten klein würfeln.
- Pastateig mit der Pastamaschine zu knapp 1mm dicken Bahnen auswalzen. Die Breite sollte etwa der Gratinform entsprechen. Teig zu ca.
- Die Füllung zu einer ca.
- Ochsenherztomate klein würfeln, mit Oregano, Salz und Pfeffer würzen.
- Eine Gratinform ausbuttern 1/3 der Tomatenwürfel auf dem Boden verteilen.
- Cannelloni darauflegen und mit der Bouillon übergiessen, etwas Bouillon aufheben.
- 2/3 des Käse darüberstreuen, Rest der Tomatenwürfel darauf verteilen und den Käserest darüber streuen.
Ich habe den Rest des Hohrückenbratens provençale für die Füllung verwendet, dessen üppige und würzige Panade, mit reichlich Kräutern, ohne viele weitere Zutaten genug Aroma mitbringt. Der à point gebratene Hohrücken behält auch Cannelloni-Füllung viel von seiner Saftigkeit. Der frische Pastateig muss vor dem Einrollen der Cannelloni nicht vorgekocht werden, aber die Cannelloni müssen mit genügend Flüssigkeit gratiniert werden, diese kommt nebst der Bouillon von den Tomatenwürfeln.
Rezept 3: Ravioli mit zerzupftem Rindsschulterbraten
Zugegeben, für diese hausgemachten Ravioli mit zerzupftem Rindsschulterbraten braucht’s etwas Geduld und Fingerspitzengefühl. Doch es ist wie überall: Übung macht den Meister - je mehr man das Rezept macht, desto leichter wird’s einem fallen.

Zutaten:
- Rindsschulter
- Gemüse (Karotten, Sellerie, Zwiebeln)
- Knoblauch
- Tomatenpüree
- Rotwein
- Sardellenfilets
- Kräuter
- Mehl
- Griess
- Eier
- Olivenöl
- Salz und Pfeffer
- Butter
- Salbei
- Sbrinz
Zubereitung:
- Für die Füllung Rindsschulter in grosse Würfel schneiden. Gemüse bis und mit Knoblauch schälen und sehr fein würfeln.
- Fleisch im Schmortopf im heissen Öl bei starker Hitze von allen Seiten 3-4 Minuten anbraten, herausnehmen, salzen und beiseitestellen.
- Gemüsewürfel im Bratfett des Bräters ca. 3 Minuten anrösten, Tomatenpüree zugeben und nochmals ca. 3 Minuten rösten. Rotwein zugeben und aufkochen. Den Bratensatz am Boden mit einem Holzlöffel lösen.
- Fleisch und Sardellenfilets zugeben und geschlossen bei milder Hitze ca. 90 Minuten schmoren, bis das Fleisch zart ist. Dabei öfter umrühren. Gegebenenfalls Flüssigkeit zugeben.
- Kräuter von den Stielen zupfen, fein hacken und unterrühren.
- Fleisch in der Sauce mit zwei Gabeln sehr fein zerzupfen, sodass eine homogene Füllung entsteht. Mit Salz und Pfeffer würzen.
- Mehl, Griess und Salz mischen, auf eine Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Mulde eindrücken. Eier und Olivenöl in die Mulde geben und zuerst mit einem Holzlöffel vermengen. Alles mit den Händen zusammenfügen und den Teig 4-5 Minuten mit dem Handrücken zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Unter einer heiss ausgespülten Schüssel 30 Minuten ruhen lassen.
- Den Teig auf einer bemehlten Fläche portionsweise 1-2 mm dick ausrollen. Es sollten dabei möglichst gleich grosse Teigstücke entstehen.
- Jeweils 1-3 TL Füllung mit 1-2 cm Abstand (je nach Grösse der Ravioli) auf eine Teigplatte geben.
- Die Ränder gut anfeuchten und eine zweite Teigplatte darüberlegen.
- Den Teig zwischen der Füllung gut andrücken und mit einem Messer oder Teigrädchen trennen.
- In siedendes Wasser geben und 2-4 Minuten garen. Sobald die Ravioli an die Oberfläche kommen, sind sie gar.
- Butter in Pfanne erhitzen, bis sie gerade braun wird. Salbei zugeben, Ravioli darin kurz schwenken und mit frisch geriebenem Sbrinz servieren.
Auch aus Bratenresten kannst du diese Ravioli-Füllung herstellen. Dazu passt ein grüner Salat.
Mit diesen Rezepten verwandeln Sie Bratenreste in köstliche Pasta-Gerichte und leisten einen Beitrag gegen Foodwaste!
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