Winterzeit ist Agrumen-Zeit! Agrumen ist der botanische Name für die Familie der Zitrusfrüchte.
Wir lieben Orangen und geniessen am Sonntag unser Frühstück mit einem frisch gepressten Orangensaft, oder mit Orangenmarmelade.
Hier ist ein Rezept, um leckere Orangenmarmelade ohne Zucker herzustellen. Diese Orangenmarmelade wird wunderbar streichfähig und fein - ganz ohne Gelierzucker.
Denn in der Schale von Orangen befindet sich genügend Pektin, um die Marmelade auf natürlichem Weg zu gelieren. Das Pektin welches als Geliermittel im Gelierzucker eingesetzt wird, gewinnt man aus den Schalen von Äpfeln und Zitrusfrüchten, wie Zitronen und Orangen.
Selbstverständlich kann die Kochzeit durch den Einsatz von Gelierzucker verkürzt werden und es kann auch mit weniger Zucker eine streichfähige Marmelade hergestellt werden.
Schlussendlich ist es wie immer die Summe des Ganzen, die es ausmacht. Mit einem besseren Leben beginnt man bekanntlich im Kleinen. Ich beginne hier, bei meinem Marmeladen-Brötchen am frühen Morgen.
Marmelade ohne Zucker: So einfach geht’s - Rezept und Tipps für zuckerfreie Marmeladen
Zutaten und Vorbereitung
Es ist wie immer wichtig, eine gute Qualität der Rohstoffe zu kaufen. Wer die Schale mitverwendet, sollte ungespritzte Orangen verwenden oder mindestens Bioqualität. Unbedingt eine Orange probieren, bevor man sich die ganze Arbeit mit Rüsten macht.
Waschen Sie die Orangen zunächst gründlich mit lauwarmem Wasser ab.
Anschliessend die äussere Schale von einer der Früchte mit Hilfe eines Zestenreissers lösen und in einem Schälchen mit den 2 Esslöffeln Zucker mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
In der Zwischenzeit können Sie damit beginnen, die Filets aus den Orangen herauszutrennen. Damit ist das Fruchtfleisch gemeint, was sich zwischen den weissen Innenhäuten der Frucht befindet.
Ziel ist es, so viel Weiss wie möglich von den Orangenstücken abzupellen - das ist am Anfang etwas mühsam, geht aber Stück für Stück schneller von der Hand.
Der Rest geht schnell: Schneiden Sie die Orangenfilets in kleine Stücke. Nach Belieben dürfen Sie einen Teil davon Pürieren, damit die Marmelade noch feiner wird.
Nun geben Sie die Orangenmasse mitsamt den in Zucker eingeweichten Zesten und dem Saft der Zitrone in eine Schale.
Wer keine Bitterstoffe mag, geht mit allen Orangen so vor und verwendet weder weisse Trennwände noch Schalen, denn da sitzen die Bitterstoffe drin.
Danach die Hitze reduzieren und für ca 20-30 Minuten leicht köcheln lassen.
Alternative Zubereitung:
- Orangen schälen, grob würfeln.
- Orangenschalen in feine Streifen schneiden.
- Orangen, Orangenschalen sowie Wasser ohne Topfdeckel aufkochen, auf kleine Stufe zurückschrauben und ca. 40 Minuten ebenfalls ohne Topfdeckel köcheln lassen.
- Mischung mit dem Stabmixer pürieren.
- Zucker sowie Zitronensaft beigeben, erneut aufkochen.
Sobald die Mischung kocht, die Hitze auf mittlere Stufe zurückschrauben und alles unter leichtem Köcheln zu Marmelade einkochen (ca. 45 bis 90 Minuten). Ab und zu umrühren.
Die Gläser und Deckel gut abwaschen und ausspühlen. Die Gläser (Öffnung nach oben) und Deckel werden anschliessend bei 100°C im Backofen min. 10 Minuten sterilisiert. Wer einen Steamer hat, der kann auch mit dem Spezialprogramm sterilisieren (Lochblech, Gläser nach unten).
Der Kochprozess

Kurz vor dem Ende des Koch-Prozesses, können die Einmachgläser bereitgemacht werden. Gläser dazu gründlich waschen, mit klarem, kaltem Wasser ausspülen und im Backofen bei 120°C (Umluft) ca. 15 Minuten sterilisieren und vorwärmen. Die Gläser müssen warm sein, da sie sonst beim Einfüllen der heissen Marmelade zerspringen können.
Sobald die Marmelade fertig gekocht ist, diese zügig bis zu 0.5 cm unter den Rand in die vorbereiteten Gläser abfüllen. Falls etwas daneben gekleckert wird, die Gläser schnell mit einem feuchten Haushaltspapier reinigen, danach sofort den Deckel aufschrauben und die Orangenmarmelade abkühlen lassen.
Ob die Marmelade fertig gekocht ist, erkennt man am folgenden Test: Kleinen Teller in den Tiefkühler legen, bis er kalt ist. Dann einen Klecks Marmelade darauf geben und kurz in den Kühlschrank legen, bis er abgekühlt hat (ca. 2-3 Minuten). Geliert sie und läuft beim Schräghalten des Tellers nicht mehr sofort daran herunter, ist sie bereit zum Abfüllen. (Das ist für mich meist der Zeitpunkt, wenn der Marmeladen-Klecks die Konsistenz aufweist, welche ein Hauch vor der Konsistenz ist, die ich gerne für zum Bestreichen meines Frühstücksbrötchens hätte.)
Bei Einmachgläsern mit einem Schraubdeckel erkennt man am zarten Ploppen der Deckel, dass sich im Glas ein Vakuum gebildet hat und die Haltbarkeit sichergestellt ist. Bei Weck-Gläsern mit Glasdeckel kann man nach dem Abkühlen die Klammern entfernen und sanft versuchen, den Deckel anzuheben.
Probieren unbedingt warten, bis die Marmelade richtig kalt ist. Wenn sie noch warm ist, scheint sie viel bitterer.
Warum ohne Gelierzucker?
Viele Gelierzucker enthalten unnötige Zusätze wie:
- Zucker
- Geliermittel (E 440): E 440 ist amidiertes (mit Ammoniak* behandeltes) Pektin.
- Säuerungsmittel (E 330, E 331): E 330 ist Zitronensäure, die aber nicht aus dem natürlichen Saft oder der Schale einer Zitrone gewonnen wird. E330 wird mittels chemischem Verfahren aus Schimmelpilzen gewonnen, die während ihres Stoffwechsels Zitronensäure produzieren. E 331 ist Natriumcitrat. Das sind Salze der Zitronensäure (E 330) bei denen auch gentechnisch veränderte Organismen zulässig sind. Also eigentlich sind es Salze von aus Schimmelpilz gewonnener Zitronensäure.
- Palmfett: Palmfett enthält einen hohen Anteil an Fettsäuren, die bei übermässigem Verzehr zu hohem Blutdruck, Diabetes, Herzinfarkt, … führen kann. Damit der grosse, weltweite Bedarf gedeckt werden kann (denn Palmfett ist heute fast in jedem zweiten Produkt enthalten), wird für den Anbau von Palmfett Regenwald abgeholzt und auch Kinderarbeit ist keine Seltenheit.
Selbstverständlich sind die Zutaten im Gelierzucker in diesen geringen Mengen nicht allzu bedenklich. Palmfett, E 440, E 330 und E 331 sind aber eben nicht nur in Gelierzucker und somit auf eurem Frühstücksbrötchen enthalten, sondern noch in vielen anderen Lebensmitteln, die täglich konsumiert werden.
Wenn jeder auf Gelierzucker zu verzichten würde, so könnte man eine ganze Menge Palmfett einsparen und somit ein hübsches Stück Regenwald vor der Abholzung schützen.
Weitere Rezeptideen
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