Nudeln mit Semmelmehl: Einfache und köstliche Rezepte

Ein Gericht, das die Einfachheit der Küche auf wunderbare Weise demonstriert. Viele der einfachen Gerichte werden von Generation zu Generation weiter gegeben. Dabei verändern sie sich immer wieder und werden den Bedürfnissen der Generation angepasst. Die einfachen Speisen sind es dann auch, welche die Grundlage für unsere unkomplizierte Alltagsküche bilden.

Käsehörnli mit Brösmeli: Ein Klassiker der Schweizer Küche

Ein Klassiker der Schweizer Küche, der ganz ohne Fleisch auskommt. Hier braucht es kein Fleisch, kein Schischi, denn dieses typische Schweizer Gericht ist gut so in seiner Einfachheit wie es eben ist. Hier darf die Zeit ruhig stehen bleiben. Es muss nichts modernisiert werden (ausser evtl. die Pasta selbst herzustellen), nichts neu erfunden werden.

Zutaten für Käsehörnli mit Brösmeli

  • 400 g grosse Hörnli
  • 100 ml Rahm (Sahne flüssig)
  • 100 ml Bouillon (Brühe)
  • 120 g Greyerzer gerieben
  • wenig Pfeffer, Muskatnuss
  • evtl. wenig Schnittlauch
  • Paniermehl (Brösel)
  • Butter

Zubereitung

  1. Hörnli in reichlich Salzwasser al dente kochen und absieben.
  2. Bouillon mit Rahm zusammen aufkochen und mit wenig Muskat und Pfeffer würzen.
  3. Heisse Hörnli lagenweise mit dem geriebenen Käse in eine Schüssel oder Gratinschale einschichten.
  4. Das Bouillon-Rahm Gemisch mit geschnittenem Schnittlauch ergänzen und über die eingeschichteten Hörnli giessen.
  5. Im Ofen bei 90 Grad 10 Minuten warm stellen.
  6. Paniermehl (Brösel) in einer Bratpfanne zuerst ohne Beigabe der Butter goldbraun rösten.
  7. Danach den Butter beigeben und vermengen und noch ganz kurz weiterrösten.

Zu den Teigwaren, welche mit Käse vermischt werden, gehören Brösmeli unbedingt dazu. Wer mag, serviert das Gericht mit einem feinen gemischten Salat oder einem selbst gemachten Apfelmus.

Selbst gemachtes Apfelmus | Chefkoch

Pici alle Briciole: Italienische Pasta mit gerösteten Brösmeli

Ein Gericht, das die Einfachheit der italienischen Küche auf wunderbare Weise demonstriert - auch wenn diese ihren Ursprung wohl vor allem in der Armut hat, in der die bäuerliche Bevölkerung Italiens lange lebte. Pici alle briciole sind nichts anderes als Pasta mit gerösteten Brösmeli. Das Wichtigste an diesem Rezept ist, dass man selbstgemachtes, grobes Paniermehl verwendet.

Zutaten (für 4 Portionen)

  • Pastateig: 300g Hartweizengriess/-dunst, ca. 150ml Wasser, Salz
  • Paniermehl: altes Brot
  • Olivenöl
  • Knoblauch
  • Thymianzweige und/oder Chiliflocken (optional)
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Selbstgemachtes, grobes Paniermehl herstellen: Altes Brot in dicken Scheiben vollständig trocknen lassen und an einer groben Röstiraffel raffeln.
  2. Nach Wunsch das so entstandene ungleichmässige Paniermehl in zwei verschiedene «Mahlfeinheiten» sortieren, dafür die Brösmeli durch ein Abtropfsieb mit grossen Löchern sieben.
  3. In einer Bratpfanne das Olivenöl erhitzen, das Paniermehl zugeben und bei mittlerer Hitze gleichmässig knusprig und hellbraun rösten.
  4. Kurz bevor die Brösmeli fertig geröstet sind, den Knoblauch dazupressen und noch ein wenig mitrösten - er soll auf keinen Fall braun (und bitter) werden.
  5. Nach Lust zusätzlich die abgestreiften Blättchen von 2-3 Thymianzweigen und/oder einige Chiliflocken untermischen.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. In einem grossen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen, gut salzen.
  8. Die Pici al dente kochen und (nicht zu gründlich) abgiessen.
  9. Die tropfnasse Pasta zu den wieder aufgewärmten Brösmeli geben und alles kurz mischen.

Weitere Rezeptideen mit Semmelmehl

Neben Käsehörnli und Pici alle Briciole gibt es noch viele weitere köstliche Gerichte, die mit Semmelmehl zubereitet werden können. Hier sind einige Ideen:

  • Spaghetti con la Mollica: Spaghetti mit geröstetem Paniermehl, Knoblauch, Sardellen und Petersilie.
  • Gratinierte Teigwaren: Teigwaren mit Gemüse, Käse und einer Kruste aus geröstetem Semmelmehl überbacken.
  • Kapernbrösel-Pasta: Spaghetti mit Pesto, Kapernbröseln und Mozzarella.

Die Italiener haben es schon immer verstanden, aus wenig viel zu machen. Vor allem im Süden Italiens, wo die «Cucina Povera» ihren Ursprung hat. Dabei geht es darum, mit einfachsten Lebensmitteln ohne teuren Zutaten Köstlichkeiten zu zaubern. Resteverwertung heisst natürlich das Zauberwort. Auch von Brot, das früher auf Sizilien sehr kostbar war. Kein Krümel wurde verschwendet und aus altem Brot Paniermehl gemacht.

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