Nicht ganz gefüllte Fugen nachträglich verfugen: Eine Anleitung

Das Verfugen von Fliesen kann eine anspruchsvolle und zeitaufwendige Aufgabe sein, vor allem, wenn man wenig Erfahrung oder keine professionelle Ausrüstung hat. Doch keine Sorge! Mithilfe einer detaillierten Anleitung und etwas Geschick kann jeder ein professionelles Endergebnis erzielen. Egal ob die Fliesen frisch verlegt oder die alten Fugen erneuert werden sollen, muss die Arbeitsoberfläche von allen Fremdpartikeln - von Staub über Sand bis hin zu Fliesenkleber - frei sein. Der saubere Untergrund ist die erste Voraussetzung für langanhaltende und funktionstüchtige Fugen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Verfugen von Fliesen

Das Verfugen der Fliesen findet in ein paar Schritten statt, für die man jedoch über gewisse handwerkliche Geschicklichkeit und Erfahrung verfügen sollte.

  1. Fugen säubern: Wie sich die alten Fugen entfernen lassen, hängt in der ersten Linie von der Fugenart ab. Für die Silikonfugen braucht man einen flüssigen Silikonentferner. Daneben sind auch andere Werkzeuge von Nöten, darunter Cuttermesser oder Fugenkratzer, Winkelschleifer oder ein Multifunktionswerkzeug. Ein vorsichtiges Vorgehen bei der Entfernung der alten Fugen ist höchst empfehlenswert, um die Fliesen nicht zu beschädigen.
  2. Fugenmasse anmischen: Die Konsistenz der Masse hängt von dem Anwendungsbereich ab. Im Prinzip sollte die Masse samtig cremig aussehen, wenn sie zum Verfugen der Wandfliesen verwendet wird, während für Bodenfliesen sie etwas flüssiger sein darf. Der richtige Wasseranteil finden Sie auf der Verpackung des Fugenmörtels. Befolgen Sie die Anleitung und nichts kann schiefgehen. Selbstverständlich ist hier eine Erfahrung von grossem Vorteil sowie die entsprechenden Werkzeuge. Die Fugenmasse lässt sich am besten mit einem Rührquirl anmischen, aber eine Umdrehungsanzahl von 600 sollte dabei nicht überschreiten werden.
  3. Fugenmasse auftragen: Um die Fugenmasse gleichmässig aufzutragen, braucht man ein Fugengummi, Fugenbrett oder eine Fugenkelle. Die Masse sollte auf den Fliesenspiegel diagonal zur Fuge überstrichen werden. Auf diese Weise werden Fugen gleichmässig gefüllt und zugleich eine starke Haftung gesichert. Stellen Sie fest, dass es genug Masse in der Fuge gibt.
  4. Antrocknen lassen: Nachdem Sie die Fugenmasse aufgetragen haben, müssen Sie warten, bis sie antrocknet. Dies kann je nach Produkt und Luftfeuchtigkeit unterschiedlich lange dauern. Sobald die Fugenmasse an Glanz verliert und matt wird, können Sie der überschüssige Mörtel entfernen. Die Fugenmasse sollte nicht völlig abhärten, ansonsten werden Sie nicht in der Lage sein, Fugen zu modellieren.
  5. Reinigung: Die Fugen werden wieder in der diagonalen Richtung mit einem Fugenschwamm oder Schwammbrett gereinigt. Auf diese Art und Weise wird der überschüssige Mörtel entfernt. Abschliessend, wenn die Fugenmasse vollständig abtrocknet, sollten die Fliesen mit dem weichen Tuch geputzt werden. Verwenden Sie dabei kein Wasch- oder Scheuermittel, um die frisch verlegenen Fugen nicht zu beschädigen.

Fliesen Verfugen GENIALE ANLEITUNG - Wie man Wandfliesen mit Fugenmörtel Richtig Verfugen sollte.

Fliesen verfugen erfordert Präzision und die richtigen Werkzeuge.

Typische Fehler beim Verfugen und wie man sie vermeidet

Werden die Fugen von einem Unerfahrenen gezogen, können typische Fehler begangen werden, die nachher zu weiteren Problemen führen und Reparaturen verlangen.

  • Schlechte Haftung der Fugenmasse: Die Ursache für eine schlechte Haftung der Fugenmasse kann vielfältig sein. Oftmals liegt es jedoch an einer unzureichenden Reinigung der Fliesenoberfläche.
  • Ungleichmässige Auftragsmenge: Eine ungleichmässige Auftragsmenge von Fugenmasse kann ein Problem darstellen. Zu wenig Fugenmasse lässt Zwischenräume frei, die nicht nur ungepflegt wirken, sondern auch den Fliesen keinen Halt bieten. Zu viel Fugenmasse führt hingegen zu einem unsauberen Bild und kann die Optik negativ beeinflussen. Es ist daher wichtig, auf eine angemessene Auftragsmenge zu achten und diese gleichmässig zu verteilen.
  • Falsche Fugenmasse: Welche Art der Fugenmasse verwendet werden soll, hängt vor allem von der Art der Fuge, Fugenbreite und Anwendungsbereich ab. Zu schmale oder zu breite Fugen können zum Abbröckeln des Mörtels und anderen Problemen führen. Hier sollten Sie beim Kauf auf eine geeignete Auswahl der Materialien achten. Zementfugen versiegeln die Fugen vollständig und lassen keine Bewegungen zu. Silikonfugen andererseits sind elastisch und wasserdicht, was sie für Badezimmer ideal macht. Die Fugenmasse auf Epoxidharz-Basis zeichnen sich durch gute Festigkeit aus und lassen sich bestreichen. Für die beheizten Untergründe sollte man sich für den flexiblen Fugenmörtel entscheiden. Die Temperaturschwankungen sorgen für Materialverformungen.

Die richtige Fugenmasse für verschiedene Anwendungsbereiche

Die Wahl der richtigen Fugenmasse ist entscheidend für die Langlebigkeit und Funktionalität der Fugen. Hier eine Übersicht verschiedener Fugenmassen und ihrer idealen Anwendungsbereiche:

Fugenmasse Eigenschaften Anwendungsbereich
Zementfugen Versiegeln die Fugen vollständig, keine Bewegungen möglich Geeignet für Bereiche ohne hohe Feuchtigkeitseinwirkung
Silikonfugen Elastisch und wasserdicht Ideal für Badezimmer und andere Feuchträume
Epoxidharzfugen Hohe Festigkeit, beständig gegen Chemikalien Geeignet für stark beanspruchte Bereiche und Industrieböden
Flexibler Fugenmörtel Elastisch, gleicht Temperaturschwankungen aus Ideal für beheizte Untergründe und Aussenbereiche

Die richtige Fugenmasse wählen: Zement, Silikon, Epoxidharz oder flexibler Mörtel.

Travertinfliesen verfugen

Nach der Verlegung der Travertinfliesen und einer ausreichenden Trocknungszeit folgt als nächstes die Imprägnierung des Natursteinbodens. Während der Trocknungszeit von 24 - 48 h (je nach Außentemperatur) können Sie in Ruhe die Verfugung der Fliesen vorbereiten. Bei offenporigen Travertinfliesen werden die Poren mitverspachtelt. Der Fugenmörtel wird nicht nur in die Fugen, sondern auch auf die Oberfläche der Fliesen aufgetragen. In einem nächsten Schritt werden die Dehnungsfugen zwischen Wand und Boden mit einem Naturstein-Silikon gefüllt. Zuletzt werden die Travertinfliesen durch eine Grundreinigung von letzten Zementschleier-Resten befreit.

Austausch einzelner Bodenplatten

In der Küche oder im Badezimmer, in der Waschküche oder auf der Aussenterrasse haben sich im Laufe der Jahre Risse in den Bodenplatten gebildet? Teile mancher Bodenfliesen sind vielleicht abgebrochen? Oder sind einige Bodenplatten einfach nur in die Jahre gekommen? In jedem Fall planen Sie nun, diese Bodenplatten zu ersetzen. Es ist gar nicht so einfach, einzelne Bodenplatten in einem Verbund zu ersetzen - schliesslich will man die umliegenden Fliesen nicht auch noch beschädigen.

Die Ursachen für defekte Bodenplatten sind vielfältig. Schnell ist mal ein Zahnputzglas auf den Boden im Bad gefallen und hat einen Sprung in der Bodenplatte verursacht. Auch Bohrlöcher von zuvor vorhandenen Einbauschränken oder Zwischenwänden können ein Grund sein. Es ist selbstverständlich viel einfacher eine Bodenplatte zu ersetzen, wenn sich diese im Aussenbereich befindet und nur lose - zum Beispiel in einem Kiesbett - verlegt ist. Deutlich aufwändiger ist es, Bodenplatten zu ersetzen, die fest mit dem Untergrund verklebt beziehungsweise verbunden sind, wie es immer im Innenbereich und oft bei Aussenterrassen, Garagenauffahrten oder anderen Flächen der Fall ist.

Schritte zum Austausch einer Bodenplatte:

  1. Der Bereich um die zu ersetzenden Bodenplatten muss frei und gut zugänglich sein. Wenn Sie vermeiden wollen, dass der ganze Dreck und Staub sich überall niederlegt, sollten Sie die Möbel im Raum mit Folie abdecken. Auch eine Folie vor der Tür zu dem betroffenen Raum hilft beim Sauberhalten der restlichen Wohnung.
  2. Nehmen Sie Malerkrepp und kleben Sie einen Streifen ziemlich präzise rundum auf den Rand der auszutauschenden Bodenplatte.
  3. Mit einem Winkelschleifer, einem Fugenmesser oder bei Silikon auch mit einem Cuttermesser entfernen Sie die Fuge gründlich.
  4. Alternativ können Sie mit Hammer und Meissel zunächst in der Mitte der Bodenplatte ein Loch hinein schlagen und sich von dort aus in Richtung der Ränder vorarbeiten. Nehmen Sie die Splitter und Teile der Bodenplatte vorsichtig heraus.
  5. Legen Sie die Platte in die entstandene Lücke und stellen Sie so sicher, dass alles gut passt. Nun ist der Moment gekommen, die neue Bodenplatte einzusetzen und ggf. mit einem Gummihammer gerade- und festzuklopfen.

Vielleicht haben Sie einen Bekannten, der gerade grössere Unebenheiten im Garten auszugleichen hat, weil er eine Terrasse anlegen will. Fragen Sie den doch einfach, ob er an den alten Bodenplatten als Füllmaterial interessiert ist.

Wer auf Nummer sicher beim Verfugen von Fliesen gehen möchte, kann auf die Hilfe von Fachleuten zurückgreifen. Diese helfen Ihnen, die richtige Fugenmasse auszuwählen und die Fliesen in jedem Wohnbereich regelgerecht zu verfugen.

tags: #nicht #ganz #gefullte #fugen #nachverfugen