Das Einkochen ist eine fantastische Möglichkeit, kulinarische Glücksmomente im Glas einzufangen und den Geschmack frischer, saisonaler Zutaten das ganze Jahr über zu genießen. Ob köstlich-süßes Saisonobst, eine gelungene Gulasch-Kreation oder ein herzhaftes Gemüsecurry - mit den richtigen Rezepten und Methoden verwandeln Sie Ihre Speisekammer in eine Schatzkiste der Schlemmerei. Dieser Artikel bietet Ihnen Inspiration und praktische Anleitungen, um Ihr Mittagessen einzukochen und einen leckeren Vorrat anzulegen.

Die Vorteile des Einkochens
Das Einmachen hat eine lange Tradition und erfreut sich als gesunder, zeitsparender und leckerer Trend wieder wachsender Beliebtheit. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Saisonale Zutaten nutzen: Verwenden Sie Erdbeeren, Kohl und Co., wenn sie Saison haben.
- Wertvolle Lebensmittel haltbar machen: Ganz ohne Zucker oder Alkohol.
- Zeitersparnis: Genießen Sie nach einem stressigen Tag raffinierte Gerichte, ohne selbst kochen zu müssen.
- Nachhaltigkeit: Nehmen Sie sich frische und köstliche Mahlzeiten im nachhaltigen Brotzeit-Glas mit ins Büro.
Was kann man alles einkochen?
Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Sie können feine Marmeladen und fruchtigen Obstsalat genauso einmachen wie Nudelsalat, würzige Brotaufstriche, Fleisch, aufwendige Saucen, Desserts und sogar ganze Hauptgerichte und Getränke.
Was sollte man vermeiden?
Es gibt ein paar Dinge, die man beim Einkochen berücksichtigen muss, um sicherzustellen, dass die Lebensmittel nicht verderben:
- Schimmelige, matschige und überreife Zutaten
- Milchprodukte (gehen nur in Kuchen, Brot oder Spätzli)
- Eier (gehen nur verarbeitet)
- Mehl und Speisestärke als Saucenbinder
- Fertige Bouillon mit langen Zutatenlisten
Gute Zutaten aus nachhaltigem, saisonalen Anbau sind die Basis für ein tolles Ergebnis. Schlechte Qualität führt zu Enttäuschungen.
Rezepte zum Mittagessen Einkochen
Pasta mit Tomatensauce
Pasta mit Tomatensauce ist ein Klassiker, der sich wunderbar einkochen lässt. Hier sind drei Varianten:
1. Sugo nach Gualtiero Marchesi
Dieser Sugo ist ein tomatiger Benchmark. Zwiebeln in viel Olivenöl dünsten, Pelati dazu, einige Stunden leise einkochen. Danach einen riesigen Strauss verschiedener frischer Kräuter in einer ebenso riesigen Menge Butter und Olivenöl grob gehackt einige Minuten dämpfen. Die Kräuter geben dabei ihren wunderbar frischen und würzigen Geschmack an das Fettgemisch ab. In die Pelati durchsieben, finito.
2. Sugo nach Marcella Hazan
Dieser Sugo besticht durch seine Einfachheit: Pelati, halbierte Zwiebeln, Butter. Alles in einen Topf werfen, 50 Minuten köcheln, fertig. Zutatenmässig nicht aufbrezeln. Höchstens etwas Zucker ist erlaubt, je nach Säuregehalt der Tomaten.
Rezept:
- 1 Kilo gehackte Pelati
- 1 grosse Zwiebel geschält und halbiert
- 100 g Butter
- Salz, schwarzer Pfeffer, allenfalls etwas Zucker
Zubereitung: Alles zusammen 50 Minuten auf ganz kleinem Feuer köcheln. Zwiebelhälften entfernen, Sauce abschmecken.
3. Sugo aus frischen Tomaten
Für diesen Sugo werden frische Tomaten (Merinda, Datterini) geschält, in Stücke geschnitten und zusammen mit gehacktem Knoblauch, Chili und einem Sardellenfilet 10 Minuten gedünstet, bis sie zerfallen. Frisches Basilikum dazu, fertig!
Rezept:
- 1 Kilo frische Tomaten, schälen und grob hacken
- 1 Knoblauchzehe, gehackt
- 1 Peperonici, gehackt
- 1 Sardellenfilet
- Salzkapern (optional)
- 1 Bund frisches Basilikum
- 100 ml Olivenöl extra vergine
- Salz, schwarzer Pfeffer
Zubereitung: Öl erhitzen, alle Zutaten ausser Basilikum 10 Minuten zugedeckt auf kleinem Feuer dünsten, bis die Tomaten etwas zerfallen. Am Schluss abschmecken und Basilikumblätter hineinmischen.
4. Sugo Pomodoro
Dieser Sugo ist etwas aufwendiger herzustellen. Daher kocht man am besten gleich einige Liter.
Rezept (für 1 Liter Tomatensauce):
- 50 ml Olivenöl (extra vergine)
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Lorbeerblatt
- 1 Kilo gehackte Pelati
- 1 EL Estratto
- 50 g Zucker
- 15 g Salz
- 3 g weisser Pfeffer
Kräutermischung:
- 100 g Butter
- 150 ml Olivenöl (extra vergine)
- 2 Bund grobblättrige Petersilie
- 2 Zweige Rosmarin
- 6 Salbeiblätter
- 1 Bund Thymian
- 1 Bund Estragon
- 2 Lorbeerblätter
- 2 Bund Basilikum
- (zusätzliche Kräuter nach eigenem Gusto)
Zubereitung: Zwiebel und Knoblauch fein hacken und mit dem Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Lorbeerblatt hinzugeben und alles zwei Minuten bei milder Hitze andünsten. Pelati abtropfen und dazugeben. Die Tomatenmasse mit Zucker, Salz und weissem Pfeffer abschmecken. Unter gelegentlichem Rühren weitere 120 Minuten köcheln lassen. Kräuter grob hacken. Butter und Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Kräuter und Lorbeerblätter fünf Minuten in der Butter-Öl-Mischung zugedeckt dünsten. Die Kräutermischung durch ein grosses Sieb passieren und nur die flüssige Butter-Öl-Mischung zur Tomatensauce geben, abschmecken.

Gemüsecurry mit Poulet
Ein weiteres tolles Rezept zum Einkochen ist Gemüsecurry mit Poulet. Hier eine einfache Anleitung:
Zutaten:
- Poulet (ca. 2 cm grosse Würfel)
- Gemüse nach Wahl (Karotten, Sellerie, Lauch, Peperoni, Zucchini, Tomaten, Süsskartoffeln)
- Kokosmilch
- Gewürze (Currymischung ohne chemische Zusätze)
Zubereitung: Poulet anbraten und zur Seite stellen. Gemüse anbraten, Kokosmilch beigeben. Poulet wieder beigeben, würzen. Nicht zu lange köcheln lassen. Das fertige Gemüsecurry gleichmässig in die sterilisierten, heissen Gläser abfüllen. Die verschlossenen Gläser 2 x innert 24-48 Stunden für 60 Minuten bei 100°C im Dampfgarer oder im Wasserbad sterilisieren.
Wichtig: Achten Sie darauf, eiweisshaltige Produkte immer zweimal einzukochen, um das Risiko von Botulismus zu minimieren.
Allgemeine Tipps zum Einkochen
- Frische Ware verwenden: Umso frischer das Gemüse oder die Früchte sind, desto besser ist das Resultat im Glas.
- Hygienisch arbeiten: Verwenden Sie säuberlich sterilisierte Gläser oder Behälter, um die Haltbarkeit Ihrer Schätze zu sichern.
- Bohnen blanchieren: Der in Bohnen und vielen anderen Hülsenfrüchten enthaltene Giftstoff Phasin macht das ungekochte Geniessen unmöglich.
- Schonend zubereiten: Das zu starke Erhitzen von fermentierten Lebensmitteln zerstört die nützlichen Milchsäurebakterien.
- Experimentieren: Mit verschiedenen Zutaten und Gewürzen, um einzigartige Aromen zu entwickeln.
Weitere Konservierungsmethoden
Neben dem Einkochen gibt es noch weitere Methoden, um die Ernte haltbar zu machen:
- Einfrieren: Gemüse wie Erbsen, Bohnen und Brokkoli können nach dem Blanchieren eingefroren werden.
- Trocknen: Kräuter, Tomaten und Nüsse können durch Trocknen haltbar gemacht werden.
- Einlegen: Kräuter, Gurken, Paprika, Zwiebeln und auch ungewöhnliche Früchte wie Chili und Mango können in Essig oder Öl eingelegt werden.
Die Verantwortung beim Aufmachen eines Glases
Vakuum bedeutet nicht automatisch, dass der Inhalt haltbar ist. Es ist wichtig, das Glas vor dem Verzehr genau zu prüfen. Riecht der Inhalt gut? Sieht er normal aus? Wenn Sie Zweifel haben, sollten Sie das Glas lieber entsorgen.
Mit diesen Rezepten und Tipps können Sie Ihren Vorratsschrank mit leckeren, selbstgemachten Mittagessen füllen und den Geschmack des Sommers das ganze Jahr über genießen. Viel Spaß beim Einkochen!
Obst und Gemüse richtig einkochen
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