Mayonnaise in der Schwangerschaft: Das Listerienrisiko und wie man es minimiert

Lebensmittelbedingte Infektionen und Lebensmittelvergiftungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen. Bei einer Lebensmittelinfektion gelangen Keime über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser in den Körper. Weltweit sind ungefähr 250 Erreger lebensmittelbedingter Infektionen bekannt, in der Schweiz kommen jedoch nur wenige häufig vor.

Eine der gefürchtetsten Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft ist die Listeriose. Listerien sind Bakterien, die sich auch unter ungünstigen Bedingungen vermehren können, beispielsweise bei Kälte im Kühlschrank. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem - wie zum Beispiel Schwangere - sind gefährdet.

Eine Listeriose in der Schwangerschaft zeigt sich meist unscheinbar mit Symptomen wie Fieber und Muskelschmerzen. Für das Kind kann sie jedoch sehr gefährlich sein, denn Listerien können auf das Ungeborene übertragen werden und in der Frühschwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen. Bei einer Infektion im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es zu lebensbedrohlichen Symptomen oder einer Totgeburt kommen.

Daher ist es wichtig zu wissen, welche Lebensmittel ein potenzielles Risiko bergen und wie man dieses Risiko minimieren kann. Im Folgenden werden wir uns speziell mit dem Verzehr von Mayonnaise während der Schwangerschaft und dem damit verbundenen Listerienrisiko auseinandersetzen.

Mögliche Erreger in Lebensmitteln

Die häufigste Form der Lebensmittelvergiftung ist jene durch Bakteriengifte, welche die Krankheitssymptome auslösen. Zu den bekanntesten bakteriellen Erregern gehören:

  • E. coli
  • Salmonellen
  • Campylobacter
  • Listerien

Auch Viren können über Lebensmittel in den Körper gelangen und so für eine Erkrankung sorgen. An viralen Lebensmittelinfektionen sind häufig diese Viren schuld:

  • Norovirus
  • Rotavirus
  • Hepatitis A-Virus

Eine in der Schwangerschaft gefürchtete Lebensmittelinfektion ist die Toxoplasmose. Der Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Fleisch- und Wurstwaren, nicht ausreichend gewaschenem Gemüse oder Salat kann zu dieser Infektion führen. Am bekanntesten ist jedoch die Übertragung durch den Kontakt mit Katzen. Dieser Parasit kann nämlich durch den Kot von infizierten Katzen weitergegeben werden. Vor allem bei Menschen mit herabgesetztem Immunsystem, wie es Schwangere sind, kann eine Toxoplasmose schwerwiegende Folgen haben.

Ernährung in der Schwangerschaft: Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen?

Mayonnaise und das Risiko für Listerien

Mayonnaise, insbesondere selbstgemachte, kann ein Risiko für Listerien bergen, wenn sie mit rohen Eiern hergestellt wird. Rohe Eier können Salmonellen enthalten, und obwohl dies kein direkter Zusammenhang mit Listerien ist, ist es wichtig, auch dieses Risiko zu berücksichtigen.

Die in der Migros erhältlichen Mayonnaisen werden nicht mit rohen Eiern hergestellt. In der industriellen Produktion von Lebensmitteln wird aus hygienischen Gründen mit Flüssigei, einer pasteurisierten Eimasse, gearbeitet.

Das Verbrauchsdatum

Das Verbrauchsdatum findet sich auf leicht verderblichen Lebensmitteln, die gekühlt aufbewahrt werden müssen. Es ist das Datum, bis zu welchem ein Lebensmittel zu verbrauchen ist. Das Verbrauchsdatum dient dem Schutz der Gesundheit. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums finden - je nach Produkt mehr oder weniger schnell - Veränderungen statt, welche eine Gesundheitsgefahr darstellen können.

Der Hinweis "Nach dem Öffnen rasch konsumieren" ist sehr ungenau. Die Frage, wie lange der Inhalt einer angebrochenen Packung - zum Beispiel einer Tube, einer Dose, einer Flasche etc. - noch geniessbar ist, ist schwierig zu beantworten.

Wie lange ist eine geöffnete Tube Mayonnaise im Kühlschrank haltbar? Leider ist es nicht möglich, eine Haltbarkeitsfrist für eine angebrochene Tube festzulegen. Wichtig ist es, die Tube kühl zu lagern und die Öffnung nicht mit dem Finger, dem Mund oder einem schmutzigen Lappen zu berühren. Wurde länger keine Mayonnaise mehr konsumiert, sollte man zuerst ein etwa 2 cm langes Stück herausdrücken und fortwerfen. Die Tube darf keine Löcher oder Lecks aufweisen und nicht gebläht sein, Geruch und Geschmack müssen normal sein.

Aufgrund dieser vielfältigen Einflussfaktoren ist es nicht möglich, Haltbarkeitsfristen für bereits geöffnete Ware festzulegen. Man muss sich auf seine Sinne und seine Erfahrung verlassen. Die meisten Verderbreaktionen sind sichtbar (z.B. Schimmelbefall) oder geschmacklich wahrnehmbar (muffiger Geruch, Sauerwerden, Ranzigwerden etc.).

Wie man das Risiko minimiert

Um das Risiko einer Listeriose oder Salmonelleninfektion durch Mayonnaise während der Schwangerschaft zu minimieren, sollten Sie folgende Vorsichtsmassnahmen beachten:

  • Verwenden Sie pasteurisierte Produkte: Achten Sie darauf, dass die Mayonnaise, die Sie kaufen, mit pasteurisierten Eiern hergestellt wurde. Dies ist in der Regel bei industriell hergestellter Mayonnaise der Fall.
  • Vermeiden Sie selbstgemachte Mayonnaise: Wenn Sie Mayonnaise selbst herstellen möchten, verwenden Sie ebenfalls pasteurisierte Eier oder verzichten Sie ganz darauf.
  • Achten Sie auf das Verbrauchsdatum: Überprüfen Sie das Verbrauchsdatum und verwenden Sie die Mayonnaise nicht nach Ablauf dieses Datums.
  • Lagern Sie Mayonnaise richtig: Bewahren Sie geöffnete Mayonnaise im Kühlschrank auf und verbrauchen Sie sie innerhalb weniger Tage.
  • Achten Sie auf Hygiene: Vermeiden Sie es, die Mayonnaise mit ungewaschenen Händen oder kontaminierten Utensilien zu berühren.

Indem Sie diese Vorsichtsmassnahmen beachten, können Sie das Risiko einer Lebensmittelinfektion während der Schwangerschaft erheblich reduzieren. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, welche Lebensmittel ein Risiko bergen und wie man dieses Risiko minimieren kann, um die Gesundheit von Ihnen und Ihrem ungeborenen Kind zu schützen.

Weitere wichtige Ernährungstipps für Schwangere

Neben dem Umgang mit Mayonnaise gibt es noch weitere wichtige Aspekte der Ernährung, die Sie während der Schwangerschaft beachten sollten:

  • Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiss.
  • Vermeiden Sie rohe Produkte: Verzichten Sie auf rohes Fleisch, rohen Fisch und Rohmilchprodukte, da diese Listerien, Toxoplasmose-Erreger oder andere schädliche Bakterien enthalten können.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich: Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich, um Pestizide, Bakterien und andere Verunreinigungen zu entfernen.
  • Trinken Sie ausreichend: Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüsste Tees, um hydriert zu bleiben.
  • Vermeiden Sie Alkohol und Nikotin: Verzichten Sie vollständig auf Alkohol und Nikotin, da diese Ihrem ungeborenen Kind schaden können.

Es ist wichtig, dass Sie in den nächsten Monaten möglichst optimal essen und trinken, so können Sie die spätere Gesundheit und Entwicklung Ihres Kindes positiv beeinflussen. Und Sie bestimmen sogar mit, welche Lebensmittel Ihr Kind später einmal gernhat und welche nicht.

Deutlich früher als der Energiebedarf steigt Ihr Vitamin- und Mineralstoffbedarf. Denn während der Schwangerschaft versorgen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihr heranwachsendes Baby. Und das hat ganz besondere Ansprüche. Mit einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung können Sie den zusätzlichen Bedarf weitgehend decken.

Während der Schwangerschaft benötigt Ihr Baby besonders viel Eisen, aber auch Kalzium und Folsäure. All diese Mineralstoffe sind in den eben genannten Lebensmitteln enthalten. Dennoch wird Ihr Gynäkologe einem Mangel vorbeugen wollen und Ihnen zusätzlich Folsäure verschreiben.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ernährung in der Schwangerschaft ist Jod. Achten Sie beim Kochen auf die Verwendung von jodiertem Speisesalz. Dies kann beispielsweise der Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) vorbeugen.

Viele Schwangere entscheiden sich für bis zu sechs kleine Mahlzeiten, die über den Tag verteilt werden. Dies hat folgende Vorteile: Schwangerschaftsbeschwerden wie Sodbrennen, Magendrücken und Übelkeit werden deutlich minimiert. Blutzuckerschwankungen bleiben aus, sodass Sie sich weniger müde fühlen und kaum Heisshunger verspüren.

Ebenfalls täglich auf dem Speiseplan stehen frisches Obst und Gemüse. Es werden fünf Portionen empfohlen, wobei Sie ab der 13. Schwangerschaftswoche eine Portion Gemüse pro Tag mehr Essen sollten. Getreideprodukte sowie Kartoffeln, Reis und Nudeln sind ebenfalls wichtig. Verwenden Sie hier am besten die Vollkornvarianten.

Wenn Sie vegetarisch oder sogar vegan leben, werden Sie sich möglicherweise fragen, ob dies in der Schwangerschaft zum Problem werden könnte. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie und vor allem Ihr Baby während der Schwangerschaft mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden.

Die EFSA (European Food Safety Authority) empfiehlt maximal 200 mg Koffein am Tag zu sich zu nehmen (DGE, 2020). Dies entspricht in etwa 2 Tassen Filterkaffe am Tag.

Das Baby benötigt ausreichend Eiweiss, damit sich alle Organe und Muskeln optimal ausbilden. Sie sollten daher im 2. Trimester etwa zusätzlich 7 g Eiweiss und im 3. Trimester etwa zusätzlich 21 g Eiweiss täglich essen (DGE, 2020).

Achten Sie auf quecksilberarme Sorten wie Lachs und Forelle.

Achten Sie auf den Hinweis "pasteurisiert". Dabei wurde die Milch nämlich so stark erhitzt, dass alle Keime abgetötet sind.

Rohes Gemüse und Obst sollten Sie immer gründlich waschen, so kann ein Grossteil der eventuell vorhandenen Pestizide und/oder Fungizide entfernt werden. Aber auch Bakterien, Fäkalkeime und Schimmelpilze - auch auf Bioprodukten - können Sie so entfernen.

Zusammenfassung

Während der Schwangerschaft ist es wichtig, auf eine sichere Ernährung zu achten, um das Risiko von Lebensmittelinfektionen wie Listeriose zu minimieren. Mayonnaise, insbesondere selbstgemachte, kann ein Risiko darstellen, wenn sie mit rohen Eiern hergestellt wird. Durch den Verzehr von industriell hergestellter Mayonnaise mit pasteurisierten Eiern, die Beachtung des Verbrauchsdatums und die Einhaltung grundlegender Hygieneregeln können Sie das Risiko jedoch erheblich reduzieren. Achten Sie zudem auf eine ausgewogene Ernährung und vermeiden Sie andere potenziell gefährliche Lebensmittel, um die Gesundheit von Ihnen und Ihrem ungeborenen Kind bestmöglich zu schützen.

Tabelle: Empfehlungen für den Verzehr bestimmter Lebensmittel während der Schwangerschaft

Lebensmittel Empfehlung
Mayonnaise (industriell hergestellt) Mit pasteurisierten Eiern, auf Verbrauchsdatum achten
Mayonnaise (selbstgemacht) Vermeiden oder pasteurisierte Eier verwenden
Rohes Fleisch Vermeiden
Roher Fisch (Sushi, Sashimi) Vermeiden
Rohmilchprodukte Vermeiden
Obst und Gemüse Gründlich waschen

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