Nudeln selber machen: Eine detaillierte Anleitung

Ab sofort gilt: Pasta fatta in casa! Denn Teigwaren selbst herzustellen, ist gar nicht so schwierig. Damit das kulinarische Unterfangen glückt, gilt es allerdings ein paar Regeln zu beachten.

Nudeln selber machen geht ganz einfach. Hier ist eine detaillierte Anleitung, die Ihnen hilft, perfekte Pasta zu Hause zuzubereiten.

So machst du frische PASTA selbst (Nudelteig Rezept)

Grundrezept und Zutaten

Die Wahl der Zutaten entscheidet, welche Qualität die Pasta später hat. Auch Ihr persönlicher Geschmack spielt bei der Wahl eine Rolle. Das Grundrezept ist einfach, aber eben auch wandelbar.

Zutaten für ca. 300 g getrocknete Pasta:

  • 150 g Weissmehl
  • 150 g Hartweizengriess
  • TLSalz

Mehlwahl

Im Grundrezept oben werden die Nudeln nur aus Mehl gemacht. Sie können aber auch ein 25-75 oder ein 50-50-Verhältnis aus Hartweizengrieß und Weizenmehl wählen. Sogar ein Teig nur aus Hartweizengrieß ist möglich. Es kommt, wie schon gesagt, auf Ihre Vorlieben an.

Die Regel lautet: Je mehr Hartweizengrieß, desto rauer werden die Nudeln. Je mehr Mehl, desto feiner. Wenn Sie sich für eine Mischung mit Hartweizengrieß entscheiden, greifen Sie auch hier zum italienischen Produkt, Semola di grano duro. Semola ist feiner gemahlen als deutscher Hartweizengrieß und sorgt so für bessere Pastaergebnisse.

Viele Italiener geben aber noch zusätzliche Eigelbe in den Teig. Natürlich ist es möglich Nudelteig auch vegan herzustellen, also komplett ohne Ei.

Hartweizengriess und Wasser, gemischt im Verhältnis 2:1, und eine Prise Salz. Das braucht es im Minimum, um einen Pasta-Teig herzustellen. So wird zum Beispiel für den simplen Grundteig 100 Gramm Hartweizengriess («Semola di grano duro rimacinata») mit 50 Milliliter heissem Wasser und einem Gramm Salz vermengt und zu einem glatten Teig geknetet.

Anstelle von Wasser kann man natürlich auch Eier nehmen. Die Zauberformel dazu lautet: pro 100 Gramm Mehl 1 Ei.

Das bedeutet: Für vier Personen nimmt man 500 Gramm Mehl - am besten je zur Hälfte in Form von Hartweizengriess und Weizenmehl -, einen gestrichenen Teelöffel Salz (5 Gramm) und 5 Eier.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Das Pastamehl auf eine Arbeitsfläche sieben. So entsteht ein Berg. In dessen Mitte eine Kuhle formen. Die Eier und die Prise Salz in die Kuhle geben und nach und mit einer Gabel nach in das Mehl einrühren.

  2. Schritt 2: Den Teig mit den Händen solange kneten, bis er homogen ist. Ist der Teig zu hart und lässt sich nicht vernünftig kneten, muss tröpfchenweise Wasser dazu gegeben werden.

  3. Schritt 3: Der Teig ist fertig, wenn er geschmeidig und elastisch aber nicht klebrig ist.

  4. Schritt 4: Den Teig zu einer Kugel formen, mit Frischhaltefolie umwickeln und mindestens 30 Minuten bis maximal 3 Tage ruhen lassen.

    Sobald der Teig schön geschmeidig geknetet ist, wird er in Frischhaltefolie gewickelt - für ein optimales Ergebnis kann er zusätzlich mit wenig Öl eingepinselt oder eingerieben werden - und für rund 30 Minuten bei Raumtemperatur stehengelassen.

    Die Ruhezeit ist wichtig, damit das Klebereiweiss Spannung abbaut und sich der Teig somit besser verarbeiten lässt. Ein perfekt ausgeruhter Pasta-Teig ist weder flüssig noch fest, sondern fühlt sich elastisch an.

  5. Schritt 5: Teig nun ausrollen (mit Nudelmaschine oder Nudelholz) und in die gewünschte Form schneiden. Wenn er klebt, ganz leicht mit Semola bestäuben.

    Für die Nudelherstellung braucht es übrigens nicht zwingend eine Pastamaschine: Der Teig lässt sich auch mit dem Nudelholz dünn auswallen und anschliessend mit einem Messer schwungvoll in Streifen schneiden - die Nudeln dürfen dabei ruhig etwas ungleichmässig geschnitten sein.

  6. Schritt 6: Nudeln aus diesem Teig in reichlich kochendem Salzwasser garen. Wenn die Pasta oben schwimmt, ist sie fertig.

    Zuerst wird das Wasser aufgekocht. Sobald es sprudelt, wird es gesalzen, dann erst kommt die Pasta ins siedende Wasser. Delikate, frische Teigwaren sowie gefüllte Pasta gibt man nicht ins sprudelnde Wasser, weil sie kaputtgehen könnten, sondern lässt sie im heissen Wasser ziehen.

  7. Schritt 7: Wichtig: Nudelteig nie lange liegen lassen, sonst wird er brüchig!

Tipps und Tricks

  • Teigkonsistenz: Der Teig darf nicht an den Händen kleben.
  • Trocknung: Teig ohne Salz zubereiten, sonst kann die Pasta nicht richtig trocknen.
  • Trocknungsdauer: Die Trocknungsdauer hängt von der Dicke, aber auch von der Luftfeuchtigkeit ab. Je nach dem müsst ihr mit 2-3 Tagen rechnen.
  • Gleichmässiges Trocknen: Pasta ab und zu wenden, damit sie gleichmässig trocknet.
  • Trocknungsunterlage: Als Trocknungsunterlage eignen sich bemehlte Geschirrtücher, aber auch auf Backpapier klappt’s.

Weitere Tipps

  • Pastamaschine: Wenn ihr eine Pastamaschine euer Eigen nennt, erhält ihr zugleich mehrere Aufsätze.
  • Hartweizengriess: Das feine italienische Hartweizengriess sorgt für die schöne Farbe und den optimalen Biss eurer selbst gemachten Nudeln.
  • Vollkornpasta: Auch das ist problemlos möglich, indem ihr das Weiss- oder Teigwarenmehl durch Vollkornmehl ersetzt.
  • Glutenfreie Pasta: Das Grundrezept bleibt sich gleich. Bei den Mehlen könnt ihr variieren.

Trocknen und Aufbewahren

Nudeln aus Eierteig kann man auch gut trocknen. Zum Trocknen legt man sie auf einer bemehlten Arbeitsfläche oder einem Backblech aus. Lange Pasta kann man auch über eine Besenstiel hängen oder auf einen echten Pastatrockner. Wichtig ist, dass die Nudel beim Trocknen nicht aneinander kleben und dass sie wirklich durchtrocknen. Nach 2 Tagen sollte das spätestens der Fall sein.

Lässt man die Nudeln trocknen, sind sie länger haltbar.

Selbst gemachte Pasta trocknen: Verteilt die frische Pasta grosszügig auf sauberen Küchentüchern und lasst sie an einem sehr trockenen, vor Zugluft geschützten Ort lufttrocknen. Ab und zu Pasta drehen, damit sie gleichmässig trocknet. Nudeln und Spaghetti können auch auf einer Wäscheleine aufgehängt werden. Der Trocknungsvorgang dauert mindestens 48 Stunden.

Zum Aufbewahren bzw. Verschenken die Pasta eignen sich transparente Säckchen oder schöne, grosse Gläser mit Schraubverschluss. Sie hält sich zwei bis maximal drei Monate.

Dunkel, trocken und kühl aufbewahren und darauf achten, dass sich kein Kondenswasser bildet, sonst beginnt die Pasta zu schimmeln.

Kochtipps

Ist die Pasta bereits al dente gegart und muss noch kurz beiseite gestellt werden, weil man vielleicht gerade noch mit der Sauce beschäftigt ist, kann etwas Nudelwasser, das man beim Abgiessen des Kochwassers aufgefangen hat, helfen, dass die Pasta geschmeidig bleibt.

Übrigens, es ist nicht nötig, dem Kochwasser Olivenöl beizufügen: Das wertvolle Öl kommt erst nach dem Kochen zum Zuge, um die Pasta abzurunden oder die Sauce zu verfeinern.

Variationen

Wer sich dem Pasta selber Machen verschrieben hat, wird sich vermutlich eine Pastamaschine zutun. Es geht auch ohne. Ein platzsparendes Teigrädli genügt. Vielseitig sind die Möglichkeiten, manuell verschiedene Pastavariationen herzustellen. Nach Lust und Laune könnt ihr euren Nudelteig mit Kräutern, Pilzen oder Blüten verfeinern und erhält somit tolle Kräuter-Pasta.

Nicht nur gibt es sie in allen Farben und Formen. Auch die dazu gehörenden Saucen lassen sich endlos variieren. Das Bestechende an der Pasta ist ja ihre Vielseitigkeit.

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