Löwenzahnmarmelade ist mehr als nur ein Brotaufstrich; sie ist ein Stück eingefangener Sonnenschein, der den Frühling auf den Frühstückstisch bringt. Die leuchtend gelben Blüten, die so oft als Unkraut abgetan werden, bergen ein überraschendes Potenzial für kulinarische Köstlichkeiten. Dieses Rezept verwandelt die bescheidenen Blüten in eine süße, aromatische Marmelade, die nicht nur köstlich schmeckt, sondern auch die Erinnerung an sonnige Wiesen und blühende Landschaften weckt.
Im Fokus: Der Löwenzahnhonig erlebt gerade einen zweiten Frühling.

QUITTENMARMELADE selber machen
Löwenzahn: Mehr als nur Unkraut
Oft übersehen, bietet der Löwenzahn eine Fülle von Verwendungsmöglichkeiten. Sowohl die Blätter als auch die Blüten sind essbar und bieten unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Texturen. Junge Blätter können Salaten eine leicht bittere Note verleihen, während die Blüten einen süßlichen Geschmack haben, der sich hervorragend für Marmeladen und Gelees eignet. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ältere Blätter aufgrund des höheren Gehalts an Oxalsäure bitterer sein können.
Löwenzahn, bekannt für seine leuchtend gelben Blüten, ist reich an wertvollen Nährstoffen und gesundheitsfördernden Eigenschaften. Löwenzahn wird oft als Unkraut angesehen, hat aber eine lange Tradition als Heilpflanze. Er unterstützt die Funktion von Leber, Galle und Nieren. Die leuchtend gelben Blüten und die gezackten Blätter, die von April bis Juni blühen, sind essbar und reich an gesunden Stoffen. Löwenzahn ist eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin C, das wichtig für das Immunsystem, die Haut und die Haare ist. Ausserdem enthält die Pflanze Kalium, das für die Zellkommunikation und eine gesunde Herz- und Muskeltätigkeit unerlässlich ist.
Löwenzahn entfaltet eine breite Palette gesundheitsfördernder Wirkungen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass er harntreibend wirkt und die Gallenproduktion anregt, was zu einer Appetitsteigerung führt. Diese Wirkungen sind vor allem auf die enthaltenen Bitterstoffe zurückzuführen, die den Gallenfluss fördern und dadurch Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen lindern können. In der Erfahrungsheilkunde gilt Löwenzahn als vielseitige Entgiftungspflanze, die den Stoffwechsel anregt. Da Löwenzahn auch auf belasteten Standorten gedeiht und gegen viele Problemstoffe resistent ist, werden ihm starke Widerstandskräfte zugeschrieben, die auch dem menschlichen Körper zugute kommen können.
Deshalb wird Löwenzahn häufig bei Erkrankungen eingesetzt, die durch Umweltgifte, eine schwache Immunabwehr oder einen trägen Stoffwechsel hervorgerufen werden. Die stoffwechselanregende Wirkung des Löwenzahns macht ihn wertvoll auch bei erhöhten Anforderungen an das Immunsystem, z.B. bei Infektionen und Entzündungen. Löwenzahn ist daher ein wichtiger Bestandteil homöopathischer Mittel, die das Lymphsystem unterstützen.
Löwenzahn ist reich an verschiedenen Wirkstoffen, die ihm seine heilenden Eigenschaften verleihen. Zu den wichtigsten gehören die Bitterstoffe, die die Gallenbildung anregen und die Verdauung fördern. Ätherische Öle und Gerbstoffe im Löwenzahn haben antivirale und antimikrobielle Eigenschaften, die das Wachstum von Mikroorganismen hemmen können. Darüber hinaus enthält die Pflanze wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Natrium und Schwefel sowie Spurenelemente wie Eisen, Mangan und Zink.
Der weisse Milchsaft des Löwenzahns ist nicht giftig, enthält jedoch Taraxacin, welches bei übermässigem Verzehr zu Übelkeit und Bauchschmerzen führen kann. Der Milchsaft hinterlässt auf der Kleidung bräunliche Flecken, die nur schwer loszuwerden sind. Das wirksamste Hausmittel dagegen ist herkömmliche Butter. Man verteilt diese einfach auf dem Fleck, lässt kurz einwirken und wäscht danach wie gewohnt.
Löwenzahn ist vollwertig essbar und enthält wertvolle Bestandteile. Sowohl die Blüten als auch die Blätter und Wurzeln können verwendet werden. Er eignet sich für die Zubereitung von Tee, Saft, Pesto, Marmelade und Salaten. Vorsicht ist jedoch bei Personen geboten, die auf Korbblütler wie Arnika, Ringelblume oder Kamille allergisch reagieren, da auch Löwenzahn allergische Reaktionen auslösen kann. Der weisse Milchsaft in den Stängeln ist ungiftig, kann aber bei übermässigem Verzehr zu Magenbeschwerden führen.
Der Verzehr oder die Anwendung von Löwenzahn kann bei manchen Menschen zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehört eine Magenübersäuerung, die durch die enthaltenen Bitterstoffe Taraxacin und Taraxasterol verursacht wird. Nierenkranke sollten Löwenzahnzubereitungen meiden.
Um die Harnproduktion zu fördern, kleine Nierensteine auszuspülen und die Verdauung anzukurbeln, trinken Sie Löwenzahntee. Für eine Tasse Löwenzahntee giessen Sie einen bis zwei Teelöffel geschnittene Wurzel, Blätter oder Blüten mit einem Viertelliter kaltem Wasser auf, lassen Sie das Ganze eine Minute lang kochen, lassen Sie den Sud danach zehn Minuten (Wurzeln 20 Minuten) lang ziehen. Verdünnen Sie den Aufguss mit warmem Wasser.
Für ein kaffeeähnliches Getränk trocknen Sie die Wurzeln, rösten Sie diese an und mahlen Sie diese zu einem Pulver. Für einen gesunden Löwenzahnsalat untermischen Sie seine Blätter den anderen Salatblättern und schmecken Sie ihn mit Zitrone, Knoblauch und Öl ab. Die Löwenzahnblätter verleihen einen würzigen, zartbitteren Geschmack.
Aus den süssen, gelben Blüten können Sie einen wohlschmeckenden Sirup oder Gelee mit honigähnlichen Geschmacksnoten herstellen. Kochen Sie 300-500 Gramm Blüten in zwei Litern Wasser kurz auf und lassen Sie das Ganze über Nacht ziehen. Pressen Sie die Blüten durch ein Leinentuch, kochen Sie die Flüssigkeit noch einmal auf, rühren Sie zwei Kilo Roh-Rohrzucker unter und kochen Sie das Ganze auf kleinster Flamme bis ein dicker Sirup entsteht. Den Sirup können Sie danach mit etwas Zitronensaft, Ingwer oder Orange verfeinern.
Das Löwenzahn-Pesto schmeckt hervorragend zu Pasta oder als Bauernbrotaufstrich. Graben Sie die Pfahlwurzel aus und sammeln Sie im Löwenzahnkrautfrühling junge Stängel des Löwenzahns. Die frische Pflanze lässt sich in einem feuchten Tuch im Kühlschrank einige Tage lang aufbewahren. Sie können diese auch in Bündeln an einem schattigen Ort trocknen lassen. Aufgrund eines hohen Wassergehalts ist der Löwenzahn zum Einfrieren nicht sehr gut geeignet.

Sammeln mit Bedacht
Beim Sammeln von Löwenzahnblüten ist Vorsicht geboten. Es ist ratsam, Blüten von unberührten Wiesen oder aus dem eigenen Garten zu wählen, fernab von Straßenverkehr und potenziellen Verschmutzungen. Gründliches Waschen ist unerlässlich, um Schmutz und Insekten zu entfernen.
Das Grundrezept: Löwenzahnmarmelade einfach selbst gemacht
Es gibt viele Varianten des Rezepts für Löwenzahnmarmelade. Hier sind zwei Varianten, die die Zubereitung erleichtern:
Variante 1: Klassisch mit Zitrone
Zutaten:
- 500 g frische, aufgeblühte Löwenzahnblüten
- 500 ml Wasser
- 1 Zitrone (Saft)
- 1 Päckchen Gelierzucker (Verhältnis 1:3 oder 1:2)
Zubereitung:
- Die gelben Blütenblätter vom grünen Körbchen abzupfen und etwa eine Stunde in die Sonne legen.
- Die Blütenblätter mit dem Wasser übergießen und den Saft der ausgepressten Zitrone dazugeben.
- Das Ganze aufkochen lassen und etwa zehn Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen.
- Die Masse über Nacht abgedeckt durchziehen lassen.
- Am nächsten Tag mit einem Pürierstab zerkleinern.
- Den Gelierzucker dazugeben, nach Anleitung etwa vier Minuten aufkochen und anschließend in saubere, heiße Gläser abfüllen.
Variante 2: Mit Orange und Zitrone
Zutaten:
- 2 Handvoll Löwenzahnblüten (ca. 50 g)
- 600 ml Wasser
- 1 Bio-Orange
- 1 Zitrone (Saft)
- 500 g Gelierzucker 2:1
Zubereitung:
- Die Löwenzahnblüten vormittags sammeln, wenn sie voll aufgeblüht sind.
- Die Blüten kurz abbrausen, dann die gelben Blütenblätter abzupfen und mit den 600 ml Wasser übergießen.
- Von der Orange die Schale in den Topf reiben (nur das Orangene, nicht das Weiße der Schale). Die Orange schälen, würfeln und zu den anderen Zutaten in den Topf geben. Den Saft der Zitrone ebenfalls dazugeben.
- Die Mischung aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen.
- Blüten und Saft etwas abkühlen lassen und mit dem Pürierstab fein pürieren.
- Diesen Saft mit dem Gelierzucker vermischen, aufkochen und etwa 4 Minuten kochen lassen (lt. Packungsanweisung).
- Nach erfolgreicher Gelierprobe die heiße Marmelade in saubere Schraubgläser füllen und fest verschließen.
Tipps und Variationen
- Sonnenbad für die Blüten: Das Auslegen der Blüten in der Sonne intensiviert das Aroma.
- Gründliches Waschen: Um unerwünschte Gäste und Schmutz zu entfernen, ist das Waschen der Blüten unerlässlich.
- Ziehzeit: Eine Ziehzeit über Nacht ermöglicht es den Aromen, sich optimal zu entfalten.
- Pürieren: Je nach Vorliebe kann die Marmelade fein oder stückiger püriert werden.
Serviervorschläge:
- Klassisch: Auf frischem Brot oder Brötchen, pur oder mit Quark oder Frischkäse.
- Süßen: Zum Verfeinern von Tee oder Joghurt.
- Besonderes: Als Beilage zu Käse oder Wildgerichten.

Löwenzahnmarmelade: Ein Geschenk der Natur
Selbstgemachte Löwenzahnmarmelade ist nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch eine wunderbare Geschenkidee.
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