In Zeiten, in denen es schnell gehen muss oder unvorhergesehene Ereignisse eintreten, ist es von Vorteil, eine Auswahl an Lebensmitteln zur Hand zu haben, die ohne Kochen verzehrt werden können. Dieser Artikel bietet Ihnen einen Überblick über solche Nahrungsmittel und gibt Tipps zur Lagerung und Haltbarkeit.

Notwendigkeit eines Lebensmittelvorrats
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät zur Eigenvorsorge, wobei ein ausreichender Lebensmittelvorrat die Grundlage bildet. Ein solcher Vorrat hilft, Hamsterkäufe in Krisenzeiten zu vermeiden und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Experten weisen darauf hin, dass Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels zunehmen könnten. Mögliche Gefahren, die einen Lebensmittelvorrat erforderlich machen, sind:
- Stromausfälle
- Hochwasser
- Stürme und Unwetter
- Kriege
- Pandemien
Selbst im Krankheitsfall oder bei sonstigen Umständen, die es unmöglich machen, das Haus zu verlassen, ist ein Notvorrat an Lebensmitteln empfehlenswert. Die Menge richtet sich nach der Anzahl der zu versorgenden Personen und den individuellen Essgewohnheiten.
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Geeignete Lebensmittel für den Notvorrat
Nicht alle Lebensmittel eignen sich für einen Notvorrat, da viele verderblich sind und nur wenige Wochen haltbar sind. Es ist wichtig, auf die Haltbarkeit der eingelagerten Nahrungsmittel zu achten.
Lebensmittel mit langer Haltbarkeit
- Knäckebrot und Zwieback: Halten sich etwa ein Jahr lang.
- Kaffee und Tee: Bei Vakuumverpackung und richtiger Lagerung viele Monate haltbar.
- Butterschmalz: Hat eine Haltbarkeit von rund 1,5 Jahren und ist eine gute Alternative zum Anbraten.
- Getrocknete Gewürze und Trockenobst: Sind nach einem Jahr noch unbedenklich.
- Salz, Zucker und Honig: Haben eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit bei trockener Lagerung.
- Essig (besonders Weißweinessig und Apfelessig): Hält sich lange bei dunkler und kühler Lagerung.
- Dosen (Fleisch, Gemüse, Obst): Sind unbeschädigt über mehrere Jahrzehnte haltbar.
- Getrocknete Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Erbsen, Linsen, Bohnen): Müssen luftdicht verschlossen werden.
- Getreide (Reis, Weizen): Rund 10-20 Jahre haltbar.
- Dosenbrot: Haltbarkeit von 5-20 Jahren.
- Nudeln: Nahezu unzerstörbar.
Wichtig: Bei Getreideprodukten ist die richtige Lagerung entscheidend, um Lebensmittelmotten fernzuhalten. Schraubgläser eignen sich gut als Verpackung, um Feuchtigkeit fernzuhalten.

Wasser als essenzielles Grundnahrungsmittel
Neben Essen ist ein ausreichender Wasservorrat unerlässlich. Pro Person werden 2 Liter Wasser am Tag empfohlen. Für einen Vorrat von beispielsweise 10 Tagen sollten 20 Liter pro Person bereitgestellt werden. Wasser ist auch für die Zubereitung vieler Speisen notwendig, daher sollte ein größerer Vorrat angelegt werden.
Tipps zur Lagerung und Haltbarkeit
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es gibt lediglich an, bis wann ein Nahrungsmittel mindestens haltbar ist. Es ist ratsam, die Lebensmittel im Vorratsschrank so zu sortieren, dass die Produkte mit der geringsten verbleibenden Haltbarkeit vorne stehen. Diese können regelmäßig kontrolliert und vor dem Ablaufdatum verbraucht werden. Nach dem Verzehr sollten sie nachgekauft und hinten in den Vorratsschrank einsortiert werden. Dies wird als dynamischer Vorrat bezeichnet.
Auch nach Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums sind viele Lebensmittel noch genießbar. Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne: Wenn Konsistenz, Geruch und Geschmack nach einer kleinen Kostprobe in Ordnung sind, können die meisten Lebensmittel noch sicher verzehrt werden. Bei Unsicherheit sollten die Lebensmittel jedoch ausgetauscht werden.
Vielfalt im Vorratsschrank
Eine abwechslungsreiche Ernährung ist auch im Notfall wichtig, um den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen. Setzen Sie auf kalorienreiche Nahrung, um einer Unterversorgung vorzubeugen. Eine richtige Ernährung sollte etwa 2200 kcal pro Person umfassen. Abwechslung im Vorratsschrank trägt auch dazu bei, Unzufriedenheit und Stress zu vermeiden. Daher sollten neben lebensnotwendigen Produkten auch Kaffee, Tee, Kekse und Marmelade vorhanden sein.
Zusätzliche Produkte für den Notvorrat
Bei einem Stromausfall ist es schwierig, Reis oder Nudeln zuzubereiten, da diese gekocht werden müssen. Daher sollten Utensilien vorhanden sein, die auch ohne Strom betrieben werden können, wie ein Campingkocher und Gaskartuschen. Alternativ können Fertigmahlzeiten verwendet werden, die mit Wasser angerührt werden können. Achten Sie darauf, Ihren Wasservorrat entsprechend anzupassen.

Weitere Tipps zur Lebensmittelsicherheit
Sichere Lebensmittel sind eine wichtige Voraussetzung für eine gute Gesundheit. Bei der Aufbewahrung und Zubereitung von Lebensmitteln sollten einige Hygieneregeln beachtet werden:
- Rohe Lebensmittel wie Fleisch, Geflügel, Eier, Fisch und Meeresfrüchte können mit Keimen belastet sein.
- Beim Grillieren das Geschirr für rohes oder mariniertes Fleisch nicht als Ablage für Gegrilltes benutzen.
- Gekühlte oder gefrorene Lebensmittel sofort nach dem Einkauf in den Kühl- bzw. Gefrierschrank legen.
Unerwünschte Lebensmittel im Gefrierfach
Nicht alle Lebensmittel eignen sich zum Einfrieren. Hier sind einige Beispiele:
- Rohe Kartoffeln: Durch das Gefrieren wird die Stärke in Zucker umgewandelt.
- Gekochte Eier: Das Eiweiss wird durchs Auftauen zäh und schmeckt wässrig.
- Rahm, Joghurt, Ricotta oder Milch: Bilden beim Auftauen Klümpchen. Rahm und Milch können jedoch zum Verfeinern von Suppen und Sossen oder für Desserts verwendet werden.
- Wasserreiches Gemüse und Obst (Wassermelonen, Beeren, Gurken, Tomaten, Blattsalate): Werden nach dem Auftauen matschig.
- Wein: Verliert durch Kälte seinen Geschmack und kann trüben.