Die kanadische Küche ist so vielfältig wie das Land selbst. Geprägt von den kulinarischen Traditionen der Ureinwohner, den Einflüssen der europäischen Einwanderer und der modernen Multikulturalität, bietet Kanada eine beeindruckende Bandbreite an regionalen Gerichten und Geschmacksrichtungen.
Kein Gericht steht so sehr für die kanadische Küche wie Poutine. Dieses Gericht ist mittlerweile nicht nur im französischen Teil des Landes populär. Man findet es heutzutage in fast allen kanadischen Fast Food-Restaurants. In Kanada gehört sie so fest zur Esskultur, dass es zahlreiche Abwandlungen gibt.
Kanadischen Poutine | Rezept | TRAVELBOOK
Was ist Poutine?
Poutine ist ein kanadischer Fast-Food-Snack, der dort zu den bekanntesten Gerichten gehört und sogar als Nationalgericht bezeichnet wird. Diese Spezialität aus Québec besteht aus knusprigen Pommes frites, die mit Käsebruch (Cheese Curds) und einer herzhaften Bratensauce übergossen werden. Grob geschnittene und doppelt frittierte Pommes frites, Cheddar-Käsebruchstücke (cheese curds) und darüber Bratensauce, um das ganze länger warm zu halten: So lautet das Originalrezept für Poutine.
Dieses eigenartige Gericht trat seinen Siegeszug von der kanadischen Provinz Québec an. Heute verkaufen in Kanada sogar Burger King und McDonald’s Poutine-Varianten. Der Überlieferung nach wurde die Kalorienbombe erstmals 1957 in einem Café im Städtchen Warwick bestellt. Der Wirt soll geantwortet haben, dass das eine «verflixte Sauerei» werde («ça va faire une maudite poutine»).
Der Name des Gerichts könnte aber auch vom okzitanischen «poutringo» (Allerlei), vom provenzalischen «poutingo» (Restengericht) oder sogar vom englischen «pudding» stammen.
«Poutine» ist ein beliebtes Schnellverpflegungsgericht in Kanada, das aus Pommes frites, Käse und Bratensauce besteht. Das tönt seltsam und sieht ebenso aus, breitet sich in Varianten aber auch bei uns langsam aus.
Wir zeigen dir, wie du den Snack aus Pommes, Käse und Bratensauce selber machen kannst.

Zutaten für Poutine
- 6 Kartoffeln (festkochend)
- 1.000 ml Frittier-Öl
- 250 g Cheddar (oder geriebener Mozzarella)
- 1 Schalotte
- 1 Knoblauchzehe
- 600 ml Rinder-Brühe
- 2 TL Worcestershire-Sauce
- 30 g Butter
- 30 g Mehl
- etwas Salz
- etwas Pfeffer
Zubereitung von Poutine
- Für die Pommes die Kartoffeln schälen und in dicke Stifte schneiden. Diese zunächst in kaltes Wasser legen.
- Für die Sauce die Schalotte und Knoblauchzehe klein schneiden und in einem großen Topf in etwas Öl anbraten. Mit der Rinderbrühe und der Worcestershiresauce aufgießen. Das Ganze zum Kochen bringen.
- In einem 2. Topf die Butter schmelzen und mit dem Mehl zu einer Mehlschwitze verrühren. Diese anschließend unter die kochende Bratensauce rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann bei schwacher Hitze etwa 10 Minuten köcheln lassen.
- In der Zwischenzeit das Frittier-Öl in einem Topf oder einer Fritteuse auf 140 Grad erhitzen. Die Kartoffel-Stifte mit einem Küchentuch abtrocknen, bevor sie frittiert werden. Sie müssen komplett trocken sein.
- Die Pommes portionsweise für 5 Minuten im heißen Fett vorgaren. Anschließend herausnehmen und das Öl auf 175 Grad erhitzen. Bei erreichter Temperatur die Pommes erneut für 2 bis 3 Minuten frittieren bis sie goldbraun sind. Auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und salzen.
- Am Schluss die Pommes auf einem Teller anrichten, den Käse darüber verstreuen und mit der Bratensauce übergießen.
Tipps für die perfekte Poutine
- Der Käse: Für das Originalrezept werden Cheddar Cheese Curds - Käsebruchstücke vom Cheddar, verwendet. Da diese in Deutschland jedoch schwer zu bekommen sind, kannst du stattdessen auch zu geriebenem Mozzarella greifen. Der "quietscht" ebenso schön und schmilzt gut, wenn er mit der braunen Sauce übergossen wird.
- Die perfekten Pommes: Die perfekten Pommes sind 2-mal frittiert, dadurch werden sie außen knusprig und innen schön weich. Du kannst auch Tiefkühlpommes nehmen, selbst gemachte Pommes sind jedoch nicht nur lecker, sondern auch einfach selbst herzustellen. Noch schneller geht es, wenn du die Kartoffeln ungeschält verwendest. Die dicken Steakhouse-Pommes schmecken am besten, wenn du festkochende Kartoffeln verwendest.
- Die Bratensauce: Die Bratensauce, von den Kanadier:innen als "Gravy" bezeichnet, erhält ihren typischen Geschmack durch das Würzen mit Worcestershire-Sauce. Sie ist üblicherweise etwas dickflüssiger und legt sich so um die knusprige Hülle der Pommes, ohne sie aufzuweichen. Wenn dir die Sauce zu dick- oder dünnflüssig ist, kannst du sie mit etwas Brühe verdünnen oder mit Mehl andicken.
Variationen
Das Grundrezept der kanadischen Poutine ist ein sehr leckeres Gericht, das sich mit verschiedenen Toppings noch verfeinern lässt. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt, besonders beliebte Zutaten sind Frühlingszwiebeln, Speck, Steak-Streifen, Jalapeños, Gewürzgurken oder Pilze. Die Zutaten werden manchmal mit Zwiebeln oder Frühstücksspeck ergänzt. Grundsätzlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So existieren beispielsweise Versionen mit Pulled Pork.
Poutine wird manchmal noch mit weiteren Zutaten, wie z. B. Extrem-Version «Poutine à la Burger»: Pommes, Weichkäse, Bratensauce, Senf, Ketchup, Gurken und ein geschnittener Burger.
Vegetarische Variante: Poutine lässt sich ganz einfach als vegetarische Variante zubereiten, indem du die Rinderbrühe durch Gemüsebrühe ersetzt. Da der Geschmack der Gemüsebrühe nicht so kräftig ist, solltest du etwas mehr Worcestershire-Sauce verwenden.

Poutine in anderen Regionen
Auch in Minnesota sind Fries mit Bratensauce und Käse mittlerweile häufig anzutreffen. In New Jersey nennt man sie «disco fries». In den USA verbreiteter sind jedoch «cheese fries» in regionaler Ausprägung. Im Südwesten kommen Speckstückchen, Jalapeños, Schnittlauch und Ranch-Dressing auf die mit Cheddar überbackenen Fries. In Philadelphia gibt es «pizza fries» mit geschmolzenem Mozzarella und Tomatensauce. Anderswo werden für «loaded fries» industrielle Käsesaucen wie «Cheez Whiz» verwendet. In Cincinnati übergiesst man Pommes mit Chili con carne und garniert sie anschliessend mit gehacktem Lattich, Tomaten und Oliven.
Der Trend zu Pommes mit Toppings ist längst auch bei uns angekommen. McDonald’s führt zumindest zeitweise sogenannte «Fun Fries» im Angebot: mit Guacamole und Tomatensalsa oder mit einer Käsesauce und Speckstückchen. Bei Burger King gibt es Chili Cheese Fries im Standardangebot, ebenso in den Casual-Restaurants «Burgermeister» und «Korner» in Zürich. Bei «Kung Fu Burger» in Bern stehen «Fully Loaded Fries» auf der Karte - mit Grillzwiebeln, Haussauce, Käse und Speck.
Wo probieren?
Am besten genießt du Poutine in Québec, wo es in vielen Variationen serviert wird.
Die Restaurantgruppe «Frittenwerk» betreibt Filialen in Köln, Düsseldorf, Aachen, Essen und Frankfurt. Das Angebot kreist um die kanadischen Poutine-Pommes, wobei bei den meisten Versionen Mozzarella statt Cheddarkäse verwendet wird. Neben dem Klassiker mit Bratensauce (5.50 Euro) gibt es unter anderem auch Versionen mit Champignon-Rahmsauce (5.90 Euro) oder mit Pulled Chicken und Honey-Teriyaki (6.90 Euro). Eine fleischlose Variante heisst «Bolofritten» und enthält vegane Bolognese, Rucola, Tomaten-Chili-Pesto und geriebenen Käseersatz.
In Holland gibt es eine Frittenspezialität namens «Kapasalon», welche mit Döner-Fleisch belegt, mit Gouda überbacken und meist mit Knoblauchsauce oder Sambal gewürzt wird.
Weitere Kanadische Spezialitäten
Neben Poutine gibt es noch viele weitere kulinarische Highlights in Kanada:
- Ahornsirup
- Frische Meeresfrüchte
- Bannock
- Nanaimo Bar
- Wildgerichte
- Montreal Bagels
- Butter Tarts
- Tourtiére
- Soupe aux pois
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