Die Pfingstrose: Ein Blickfang mit Geschichte und Nutzen

Mit ihren pompösen Blüten sind Pfingstrosen ein echter Blickfang und sorgen schon vor der Sommer-Saison für reichlich Farbe im Garten. Die Lieblingspflanze unserer Floristin, Céline Frick, ist mit bis zu 25 cm grossen Blüten ein echter Blickfang!

In diesem Beitrag erfährst du nicht nur etwas über ihre Verbindung zur griechischen Mythologie und was die Pfingstrose mit Marshmallows zu tun hat. Hier findest du viele interessante und hilfreiche Details zur Pflanze, ihrer Pflege und Verwendung. Viel Spass beim Lesen!

Die Bedeutung der Pfingstrose

Nicht nur unsere Céline ist begeistert von der Pfingstrose. Vor über 2000 Jahren hatten schon chinesische Kaiser eine Leidenschaft für diese Pflanze und machten sie dadurch populär. Einst dem Adel vorbehalten, gilt sie seither in vielen Ländern als Symbol für Reichtum, Ehre, Glück und Schönheit. Sie hat heute weltweit eine riesige Fangemeinde, darunter auch leidenschaftliche Sammler.

Doch man soll ja nicht nur auf äussere Werte achten! Die Pfingstrose ist nämlich nicht nur unglaublich schön, sondern auch äusserst robust, pflegeleicht und langlebig. Zudem wird sie seit der Antike als Heilpflanze genutzt und leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. In einer eher blütenarmen Jahreszeit profitieren die unterschiedlichsten Insekten vom reichhaltigen Nahrungsangebot der Pfingstrose.

Zudem ist die Pflanze sehr pflegeleicht, robust, frostsicher und äusserst langlebig. Am richtigen Platz kann sie durchaus 60 Jahre und älter werden. Besonders gut gefällt sie mir in Staudenbeeten, wo ihre Blüte durch Sommerblüher abgelöst wird. Mit ihrem stabilen Wuchs und den kräftigen Blättern schafft die Pfingstrose dort auch nach der Blüte schöne Strukturen.

Die Blüte der Pfingstrose

Schon bald nach dem interessanten roten Austrieb im Frühling zeigen sich die ersten kleinen Knospen an den Triebenden der Pfingstrose. Sie werden immer grösser und praller, bis die umhüllenden grünen Kelchblätter aufplatzen und erste Blicke auf die bunten Blütenblätter erlauben. Meist verströmen Pfingstrosen-Blüten einen lieblichen bis intensiv süssen Duft. Dieser wird auch in vielen bekannten Parfüms benutzt.

Dazu kommt eine erstaunlich lange Haltbarkeit von bis zu 10 Tagen in der Vase, wodurch Pfingstrosen auch beliebte Schnittblumen sind. Die romantischen Blüten der Pfingstrose sind auch als Schnittblumen sehr beliebt. Meist werden gefüllte Blüten verwendet, da diese besonders beeindruckend und romantisch wirken.

Wenn du Pfingstrosen aus dem eigenen Garten für die Vase schneiden möchtest, nimm erst mal eine Nase voll, bevor du sie dir ins Wohnzimmer stellst. Viele Pfingstrosen verströmen einen lieblichen bis intensiv süssen Duft, welcher den romantisch anmutenden Anblick noch unterstreicht.

Weltweit gibt es über 30 Arten und unzähligen Sorten der Paeonia, wie die Pfingstrose mit botanischem Namen heisst. Damit bietet diese Pflanze eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Farben und Formen der Blüten. Die Farbpalette reicht von Weiss über alle möglichen Töne von Rosa und Rot bis hin zu Violett sowie auch Gelb und Orangetönen.

Blütenformen im Überblick

  • Einfache Blüte: Die dicken gelben Staubgefässe in der Blütenmitte werden nur von einer Reihe Blütenblätter umgeben.
  • Gefüllte Blüte: Die Blüte ist bis zur Mitte hin gleichmässig mit vielen Reihen von etwa gleich grossen Blütenblättern gefüllt.
  • Kronenförmige Blüte: Sie ist ähnlich aufgebaut wie die bombenförmige Blüte: Einige Reihen grosser Blütenblätter umhüllen kleinere in der Mitte.
  • Anemonenförmige Blüte: Ein bis zwei Reihen grosser Blütenblätter umgeben die Mitte. Hier sind die Staubgefässe zu kleinen Blütenblättern (Petaloiden) modifiziert und produzieren daher meist keine Pollen.
  • Japanische Blüte: Sie sind ähnlich wie die anemonenförmigen Blüten.

Nebst dem hohen Zierwert stellt sie auch eine wichtige Nahrungsquelle für viele verschiedene Insektenarten dar. Zu dieser Jahreszeit blühen sonst nicht viele andere Pflanzen. Wurden die Fruchtknoten in der Mitte bestäubt, entwickeln sich daraus kleine Kapseln, in denen der Samen reift.

Stauden- und Strauch-Pfingstrosen: Zwei unterschiedliche Wuchstypen

Unter den vielen Arten gibt es zwei unterschiedliche Wuchstypen, welche in die Kategorien Stauden-Pfingstrosen und Strauch-Pfingstrosen unterteilt werden. Die Stauden-Pfingstrose zieht sich im Herbst komplett in den Boden zurück, während die Strauch-Pfingstrose verholzte Triebe bildet, welche im Herbst lediglich die Blätter verlieren und im Frühling wieder daraus austreiben.

Stauden-Pfingstrosen gehören zu den Blühstauden und können je nach Sorte eine Höhe von 60 bis 120 cm erreichen. Im Frühling schieben sich aus den dicken Speicher-Wurzeln rötliche Triebe an die Erdoberfläche. Sie entwickeln sich zu stabilen Stängeln, die ungleichmässig mit dunkelgrün glänzenden Blättern in lanzettlicher Form besetzt sind.

Diese sind ausserordentlich fest und erinnern an immergrüne Gehölze. Strauch-Pfingstrosen bilden eine dichte, kompakte Blattmasse, die den ganzen Sommer über frisch und gesund aussieht. Bevor die Blätter im Herbst vollständig einziehen, nehmen sie schöne Herbstfarben an (je nach Sorte ausgeprägter), was zusätzlichen saisonalen Charme verleiht.

Bei den Stauden-Pfingstrosen sind die Blüten mit ca. 20 cm etwas kleiner als bei den Strauch-Pfingstrosen. Strauch-Pfingstrosen oder auch Baum-Pfingstrosen gehören zu den Kleinsträuchern. Sie bilden verholzte Stämme und Äste, von denen im Herbst lediglich die Blätter abfallen. Je nach Sorte erreichen sie eine Höhe von bis zu 2 Metern und können mit bis zu 1,5 Metern Breite auch recht ausladend werden.

Auch Strauch-Pfingstrosen haben einen rötlichen Austrieb. Dieser kommt hier aber aus den stehen gebliebenen Stämmen und Ästen der Pflanze und nicht direkt aus dem Boden. Die Blätter sind weniger fest als die der Stauden-Pfingstrosen.

Bevor die Blätter von den verholzten Zweigen abfallen, verfärben auch sie sich bei vielen Sorten in schönen Herbstfarben, was zusätzlichen visuellen Reiz bietet. Mit bis zu 25 cm Durchmesser sind sie noch grösser als die Blüten der Stauden-Pfingstrosen und duften meist auch intensiver.

Die bekannteste Art bei den Strauch-Pfingstrosen ist die Paeonia suffruticosa mit grossen, einfach bis stark gefüllten Blüten. Die Paeonia Rockii aus dem Nordwesten Chinas hat weisse Blüten mit einem charakteristischen dunkelvioletten sogenannten Basalfleck in der Blütenmitte. Durch Kreuzung mit anderen Strauch-Pfingstrosen entstanden erst kürzlich die Rockii-Hybriden.

Mit der Paeonia suffruticosa “Shima Nishiki” gelang es einem Züchter gar eine Sorte mit variabler Blütenfarbe zu erschaffen. Dadurch können an ein und derselben Pflanze Blüten in unterschiedlichen Farben bewundert werden.

Die Itoh-Hybriden sind eine recht neue Kreuzung zwischen Stauden-Pfingstrosen und Strauch-Pfingstrosen, sogenannte “Intersektionelle Hybriden”. Sie kombinieren die Robustheit und Langlebigkeit der Stauden-Pfingstrosen mit der Blütengrösse und Farbenvielfalt der Strauch-Pfingstrosen. Sie haben stabile, buschige Pflanzenstrukturen und eine lange Blütezeit.

Symbiose und Schutz

Die Blütenknospen der Pfingstrose sondern einen Zuckersaft ab, der Ameisen anlockt und ihnen als Nahrungsquelle dient. Wenn auch einige Züchtungen leider keine Staubgefässe mehr besitzen, ist die Pfingstrose grundsätzlich eine Pollenfabrik der Extraklasse. Keine andere Blume produziert mehr Pollen als sie und auch Nektar ist in den Blüten reichlich vorhanden.

Um die wertvollen Pollen vor Feuchtigkeit und die Fruchtknoten vor Kälte zu schützen, schliessen sich die Blüten nachts, bei starkem Regen oder Wind.

Pfingstrosen-Pflege 🌹Tipps und Tricks für die perfekte Blüte

Pfingstrosen als Schnittblumen

Gefüllte Sorten halten sich in der Vase länger und sind daher als Schnittblumen besser geeignet als ungefüllte Sorten. Damit sich die Pfingstrosen in der Vase möglichst lange halten, sollten sie knospig im sogenannten “Marshmallow-Zustand” geschnitten werden. Diesen ermittelst du durch das vorsichtige Abtasten der noch fast geschlossenen Knospen, welche ihre Farbe aber bereits enthüllt haben.

Fühlen sich diese weich an - eben wie Marshmallows - ist der Entwicklungsstand perfekt. Tipp: Knospen testen, die etwa gleich entwickelt sind wie die ganz links im Bild. Nicht geeignet sind Knospen, die noch fast vollständig geschlossen sind (wie die mittleren beiden).

Beim Kauf: Stiel unbedingt ca. Pflege: alle 1 bis 2 Tage Wasser wechseln, alle 2-3 Tage Stiele um ca. Am frischesten sind die Pfingstrosen zeitig am Morgen, bevor ihnen die Sonne Wasser entzieht. Verwende ein scharfes Messer für einen glatten Schnitt und entferne nur punktuell Blüten, damit die Pflanze nicht kahl rasiert wirkt.

Zudem ist es wichtig, maximal ein Drittel der Blüten einer Pflanze zu schneiden, da sie sonst zu viel Kraft verliert. Zur besseren Aufnahme von Nährstoffen solltest du im oberen Bereich der Stiele einige Blätter belassen. Schneide die Stiele für eine bessere Wasseraufnahme schräg an und stelle sie so rasch wie möglich in frisches Wasser. Sie sollten immer bis etwa zur Hälfte im Wasser stehen.

Achte darauf, dass in dem Bereich unter Wasser keine Blätter sind. Die Vase stellst du am besten an einen nicht zu heissen Ort ohne direkte Sonne und Zugluft. Um die Haltbarkeit der Blüten zu verlängern, solltest du das Wasser alle 2 bis 3 Tage wechseln und die Blütenstiele dabei mit schrägem Schnitt ca.

Der richtige Standort für Pfingstrosen

Die Wahl des richtigen Standortes für Pfingstrosen vor dem Kauf ist wichtig. Umzüge mag die Pflanze nämlich nicht wirklich. Am liebsten bleibt sie ihr ganzes langes Leben am gleichen Ort. Die Pfingstrose ist eine pflegeleichte, robuste und, wie wir nun wissen, auch sehr langlebige Pflanze - wenn sie denn am richtigen Platz steht.

Hier passt der berühmte Satz: “Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!” Oder eben bei gesundem Wuchs und üppiger Blüte. Pfingstrosen lieben Sonne - je mehr, desto besser! Ein sonniger Standort fördert nicht nur das Wachstum, sondern auch die Blütenbildung. Ideal für Stauden-Pfingstrosen sind mindestens 6 Stunden Sonne pro Tag, Strauch-Pfingstrosen sind etwas toleranter und entwickeln sich auch mit nur halbtägiger Besonnung gut.

Die Pfingstrose gehört zu den Tiefwurzlern und bildet fleischige Pfahlwurzeln, die zwischen 60 und 90 cm tief in den Boden wachsen. Sie geben der Pflanze Stabilität und gewährleisten durch ihre Speicherfähigkeit auch in Trockenperioden eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Damit sich diese Pfahlwurzeln frei entwickeln können, ist ein tiefgründiger Boden sehr wichtig.

Ebenfalls sollte er gut durchlässig sein, damit sich kein Wasser stauen kann. Die sogenannte Staunässe kann schnell zum Faulen der fleischigen Wurzeln führen. Zu grossen Wurzeldruck von anderen Stauden oder Gehölzen mag die Pfingstrose gar nicht. Bei Stauden-Pfingstrosen hilft ein geschützter Standort, die Blüten vor zu viel Wind zu bewahren. Vor allem gefüllte Blüten knicken bei viel Wind recht schnell um.

Falls du beim Pflanzen den falschen Standort gewählt hast und die Pflanze ihre volle Pracht aufgrund von Lichtmangel oder ungünstiger Bodenbeschaffenheit nicht entfalten kann, solltest du es trotzdem mit dem Umpflanzen probieren (im Herbst). Bei mir hat das bei Stauden-Pfingstrosen bisher immer recht gut funktioniert und die Pflanzen haben auch schon im Jahr darauf wieder mässig geblüht.

Pfingstrosen haben einen eher hohen Nährstoffbedarf. Da sie ihre Pfahlwurzeln bis tief in den Boden hinab strecken und auch dort mit der Zeit der Boden ausgelaugt ist, sollte man neue Pfingstrose nie an genau die gleiche Stelle pflanzen, wo vorher schon eine Pfingstrose länger als ca.

Pfingstrosen düngen

Pfingstrosen haben einen recht hohen Nährstoffbedarf. Daher solltest du sie im Frühling nach dem Austrieb sowie ev. nochmals nach der Blüte mit organischem Dünger füttern. Kompost wäre zwar gut geeignet, kann jedoch Unkrautsamen enthalten, die nach der Keimung schwierig zwischen den dicken Wurzeln zu entfernen sind. Zudem kann Kompost Pilzbefall fördern. Arbeite den Dünger vorsichtig ein, um Wurzelverletzungen zu vermeiden.

Stauden-Pfingstrosen richtig pflanzen und pflegen

Stauden-Pfingstrosen solltest du höchstens 2 bis 3 cm tief einpflanzen. Zuerst setzt du mit etwas Abstand zur Pflanze eine Grabegabel unter die Wurzel. Wenn du ältere Pfingstrosen umpflanzen musst, solltest du die Wurzelstöcke immer teilen. Pflanzt du die Pfingstrose als Ganzes um, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie nie wieder richtig blüht.

Vor allem gefüllte Blüten erreichen ein recht stattliches Gewicht. Bei Wind oder Regen kann dies zum Abknicken der Blütenstiele führen. Verblühtes solltest du regelmässig wegschneiden, um die Samenbildung zu verhindern.

Strauch-Pfingstrosen richtig pflanzen und pflegen

Strauch-Pfingstrosen werden meist durch Veredelung vermehrt. Das heisst, dass verholzte Strauch-Pfingstrosen-Zweige auf eine Stauden-Pfingstrosen-Wurzel gepfropft wird, um das Anwachsen zu erleichtern. Innert 2 bis 3 Jahren sollten die Zweige aber selbst Wurzeln bilden.

Wenn du es wagen willst, deine Strauch-Pfingstrose umzupflanzen, versuche möglichst viel Wurzelmasse zu erhalten. Beginne in etwa 30-45 cm Entfernung vom Hauptstamm den Wurzelballen mit einer Grabegabel abzustechen und arbeite dich in einem Kreis um die Pflanze herum.

Verblühtes solltest du regelmässig wegschneiden, um die Samenbildung zu verhindern. Diese kostet die Pflanze viel Kraft, welche sie für die Bildung neuer Blüten verwenden könnte. Falls die Blätter im Herbst nicht alle abfallen, solltest du sie entfernen, um die Übertragung von Krankheitserregern möglichst zu verhindern. Schneiden solltest du die Strauch-Pfingstrosen aber möglichst nicht, weil dabei meist die bereits bereiten Blütenknospen für das nächste Jahr mit entfernt werden.

Am besten gedeihen Pfingstrosen in tiefgründigem Boden. Man kann sie aber auch einige Zeit in einem Pflanzgefäss halten. Hier eignen sich Strauch-Pfingstrosen jedoch besser als Stauden-Pfingstrosen. Das Pflanzgefäss muss mindestens 50 cm hoch und ca. 40 cm breit sein, damit sich die fleischigen Pfahlwurzeln frei entfalten können.

Pflanzpartner für Pfingstrosen

Durch eine geschickte Kombination mit anderen Blühstauden entstehen wunderbare Gartenbilder. Aber was passt denn überhaupt zur Pfingstrose, was verträgt sich mit ihr? Ideale Pflanzpartner sind solche, die ebenfalls einen sonnigen bis halbschattigen Standort mögen und die Wurzeln der Pfingstrose nicht zu stark konkurrenzieren. Katzenminze - auch sie hat rispenförmige Blüten und feines, leicht gräuliches Laub.

Bei Neuanlagen von Beeten können wir gerne die Auswahl und Bepflanzung für dich übernehmen. Die bekannteste Art, Paeonia lactiflora, hat ihren Ursprung in Asien. Aus Mittel- und Süd-Europa stammen Paeonia officina...

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