Würmer haben oft einen schlechten Ruf, da viele von ihnen Parasiten von Menschen, Tieren, aber auch von Pflanzen sind. Manche Würmer können bei Erwachsenen und Kindern Wurmerkrankungen auslösen. Die Lebensweise parasitärer Wurmarten wollen wir uns im Folgenden näher anschauen. Parasitäre Würmer sind vielzellige Tiere, die als Parasiten leben und eine wurmförmige Gestalt besitzen.
Die Würmer leben dabei in Wirten wie dem Menschen oder Tieren und ernähren sich von ihnen. Die bekanntesten parasitischen Wurmarten gehören zum Tierstamm der Rund- und Plattwürmer. Die Fadenwürmer gehören zu den Rundwürmern.
In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Wurmarten, bei denen ausgewachsene Würmer den Darm des Menschen befallen können - also auf Rinder-, Schweine- und Fischbandwurm. In diesem Video wirst du einige Beispiele für parasitisch lebende Würmer kennenlernen, zum Beispiel den Madenwurm, Spulwürmer oder Trichinen. Und du wirst sehen, dass es auch Würmer gibt, die Pflanzen befallen und schädigen. Im Folgenden wollen wir uns einen Vertreter der Plattwürmer, den Bandwurm, genauer anschauen.
Bandwürmer (auf Lateinisch Cestoden) sind lange, platte Würmer, die als Parasiten leben. Sie gelangen in den Darm von Menschen und anderen Tieren, wo sie sich festhaken oder festsaugen und von den Bestandteilen der Nahrung ihres Wirtes leben.
In der Regel haben Bandwürmer einen Hauptwirt, auch Endwirt genannt. Das ist das Tier, oft auch der Mensch, in dessen Darm der Wurm lebt, wächst und Eier legt. Daneben gibt es weitere Tierarten, die als Zwischenwirte dienen. In ihnen wachsen aus den Eiern Larven oder andere Vorstufen des Bandwurms heran. Ein Beispiel: Beim Rinderbandwurm ist das Rind der Zwischenwirt. Ein befallenes Tier hat die Larven des Wurmes in seinem Fleisch.
Bandwürmer können meterlang werden und trotzdem unbemerkt im menschlichen Darm leben.
Bandwurm: Symptome, Ursachen und Behandlung
Bandwürmer sind vor allem in Teilen Afrikas, im östlichen Asien sowie in Süd- und Mittelamerika noch relativ weit verbreitet. Die gute Nachricht: In West- und Mitteleuropa ist der Befall mit Bandwürmern wegen hoher Hygienestandards heutzutage sehr selten. In Ländern wie der Schweiz können Sie deswegen auch rohes Rindfleisch, wie in Mett oder Tartar, in der Regel ohne Bedenken essen.
Gesetze der Europäischen Union schreiben bestimmte Sicherheitsvorkehrungen für die Fleischproduktion vor, die Bandwurm-Befall verhindern sollen. Auch das Durchfrieren des Fleisches schützt vor einer Infektion. Sehr häufig verläuft der Befall mit Bandwürmern komplett ohne Symptome.
Bandwürmer erhöhen auch das Risiko eines Nährstoffmangels, weil sie bestimmte Vitamine und Mineralstoffe verbrauchen. Manchmal lassen sich abgetrennte Wurmglieder von Schweine-, Rinder- oder Fischbandwürmern mit blossem Auge im Stuhl erkennen. Häufig werden aber nur die winzigen Wurmeier ausgeschieden. Labore können sie unter dem Mikroskop im Stuhl nachweisen.
Die typische Therapie gegen einen Bandwurm sind Anthelminthika, also Anti-Wurm-Mittel, die meist in Tablettenform verschrieben werden. Diese Medikamente töten die Würmer ab oder lähmen sie, sodass sie sich nicht mehr im Darm festhalten können und ausgeschieden werden. Häufig bringen der Wurmbefall und die Therapie mit Anti-Wurm-Mitteln die Darmflora durcheinander.
Schweinebandwurm (Taenia solium) und Rinderbandwurm (Taenia saginata)
Schweinebandwurm (Taenia solium) und Rinderbandwurm (Taenia saginata) werden oft in einem Atemzug genannt, weil sie sich sehr ähnlich sind. Der Hauptwirt dieser beiden Wurmarten ist der Mensch, Schweine und Rinder dienen ihnen als Zwischenwirt.
In befallenen Schweinen und Rindern wachsen aus den Wurmlarven sogenannte Finnen heran. Eine Finne ist eine Art Blase, in der sich der Kopf des zukünftigen Bandwurmes befindet, zusammen mit dem ersten Ansatz des Halses. Sie gelangt in den menschlichen Körper, wenn wir befallenes Fleisch essen, das nicht ausreichend erhitzt wurde.
In Magen und Darm wird die Blase der Finne verdaut. Über den Kot werden ab elf bis zwölf Wochen nach der Infektion abgetrennte Glieder des Wurms ausgeschieden. Diese Proglottiden sind bis zu zwei Zentimeter lang, können sich kriechend bewegen und enthalten Wurmeier.
Es kann passieren, dass die Larven (Finnen) eines Schweinebandwurms auch einen Menschen befallen, wenn er die Wurmeier direkt zu sich nimmt. Fachleute sprechen dann von einer Zystizerkose. In diesem Fall nisten die Larven sich nicht im Darm ein, sondern unter anderem in den Muskeln, der Haut, den Augen und im zentralen Nervensystem.
In Europa ist die Zystizerkose beim Menschen selten. Sie kommt vor allem vor, wenn Menschen privat Schweine halten und es an Hygiene und tierärztlichen Kontrollen mangelt. In Teilen von Lateinamerika, Asien, Afrika und Osteuropa ist die Neurozystizerkose allerdings ein grosses Gesundheitsproblem.
Gut zu wissen: Der Wurm Taenia asiatica (Asiatischer Bandwurm) ist dem Rinderbandwurm sehr ähnlich, weshalb er lange nicht als eigenständige Art erkannt wurde.
Wie gross werden ausgewachsene Bandwürmer?
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Grösse verschiedener Bandwurmarten:
| Bandwurm Art | Grösse |
|---|---|
| Rinderbandwurm (Taenia saginata) | 4 bis 12 Meter |
| Schweinebandwurm (Taenia solium) | 1.5 bis 8 Meter |
| Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) | Bis zu 20 Meter |
Verschiedene Arten von Fischbandwürmern kommen auf der ganzen Welt vor. Der Wurmbefall beim Menschen ist in Ländern häufiger, in denen die Menschen traditionell rohen Fisch essen, etwa in Teilen Nordamerikas, Skandinaviens und Ostasiens. In den letzten Jahrzehnten sind aber in einigen Regionen wegen verbesserter Hygienebedingungen die Fälle deutlich zurückgegangen.
Auch der Name des Fischbandwurms (Diphyllobothrium latum) steht für die Zwischenwirte des Parasiten. Seine Eier werden von kleinen Krebsen aufgenommen, in denen sich die Fischbandwurm-Larven entwickeln. Die Krebse werden von Fischen gefressen, meist Karpfenfischen, die dann wiederum auf dem Speiseplan von Menschen landen.
Gut zu wissen: Der häufigste Hauptwirt des Fischbandwurms ist der Hund. Menschen und Katzen werden deutlich seltener befallen. Wenn Menschen befallene Fische roh oder nicht richtig durchgebraten essen, gelangt der Bandwurm in den Darm und wächst dort heran.
Der Fischbandwurm kann noch grösser als ein Rinderbandwurm werden. Die meisten Fischbandwurm-Infektionen verlaufen ohne Symptome, auch wenn Magen-Darm-Beschwerden auftreten können. Selten entzünden sich die Gallenblase oder die Gallengänge.
Die Bandwürmer gelangen über einen Zwischenwirt in den Körper: Der Zwischenwirt, zum Beispiel ein Rind oder Schwein, nimmt die Wurmeier auf, die in seinem Körper zu Larven heranwachsen. Infektionen mit den Bandwürmern beim Menschen sind in Europa selten geworden.
In vielen Fällen verursachen Bandwürmer gar keine Symptome, oft bleiben sie jahrelang unbemerkt im Körper. Ein Wurmbefall wird meist durch verunreinigte Lebensmittel verursacht. Deswegen ist Hygiene die beste Vorbeugung.
Die Trichinellose ist eine Parasitenkrankheit, die bei verschiedenen Säugetieren und beim Menschen auftreten kann. Ausgewachsene Trichinellen leben im Darm, Larven in der Muskulatur des Wirtes. Die Parasiten der Gattung Trichinella befallen sowohl fleischfressende wie auch allesfressende Säugetiere - unter anderem Fuchs, Bär, Nutria, Hund, Katze, Schwein, Pferd und Ratte.
Bei den Ansteckungswegen von Trichinellen ist zwischen einem Wildtierzyklus und einem Haustierzyklus zu unterscheiden. Relevant ist vor allem der Haustierzyklus von Trichinella spiralis. Bei diesem infizieren sich Schweine durch das Verfüttern von rohen oder ungenügend erhitzten Schlachtabfällen und Speiseresten.
Die Trichinellose ist eine zu überwachende Tierseuche und damit meldepflichtig. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch die Aufnahme von rohem oder zu wenig gekochtem Muskelfleisch.
Nach den fleischhygienerechtlichen Bestimmungen ist die Untersuchung auf Trichinen bei Schweinen, Wildschweinen, Pferden, Bären und Nutrias gesetzlich vorgeschrieben. Trichinenbefallene Tierkörper werden als untauglich für die menschliche Ernährung eingestuft.
Fleisch, das für den Export in die EU-Länder bestimmt ist, muss lückenlos geprüft werden. Importe aus dem Nicht-EU-Ausland gebieten Vorsicht, da bei Haus- und Einzelschlachtungen keine obligatorische Fleischbeschau stattfindet.
Die Zahl der Trichinellosefälle ist überall dort deutlich zurückgegangen, wo konsequente Massnahmen ergriffen wurden. Dabei werden Poolproben (Proben von 35 Schweinen zu 1 Gramm beim automatischen Verdauungsverfahren) analysiert. Die Sensitivität der Nachweismethode mittels Verdauung liegt bei etwa einer Trichinenlarve pro Gramm Muskulatur.
Die Ansteckung erfolgt über den Verzehr von nicht oder ungenügend erhitztem infiziertem Schweinefleisch, seltener auch Pferde- oder Wildfleisch, oder durch roh genossene Wurstwaren, die aus diesen Fleischsorten hergestellt wurden. In der Schleimhaut des Dickdarmes entwickeln sich die Parasiten zur Geschlechtsreife. Die Weibchen gebären eine grosse Zahl von Larven, die über Blut- und Lymphbahnen zur Muskulatur gelangen.
Der Schweregrad der Erkrankung ist bei der Trichinellose von der Infektionsdosis abhängig. So kann der Verlauf symptomlos sein oder aber auch tödlich. Frühe Symptome sind Muskelschmerzen und eine Schwellung des Augenlides, gefolgt von Blutungen im Auge und unter den Nägeln. Dazu kommen Augenschmerzen und Lichtempfindlichkeit.
Bei Trichinella spp. handelt es sich um Mehrzeller mit parasitischer Lebensweise aus dem Stamm der Fadenwürmer (Nematoden).
Die sogenannten Trichinen oder Trichinellen sind die Larven von Fadenwürmern der Gattung Trichinella. Sie lösen die Infektionskrankheit Trichinellose (manchmal auch Trichinose genannt) aus. Im menschlichen Körper befallen die Würmer zunächst den Darm. In dieser Phase sind Symptome wie Durchfall, Erbrechen und Bauschmerzen möglich. Die Weibchen legen im Darm Eier, die geschlüpften Larven wandern daraufhin über die Blutbahn in die Muskulatur.
Häufig betroffen sind Oberarme, Zwerchfell, Nacken und Kaumuskulatur. Dort bilden die Larven spezielle Kapseln, sogenannte Ammenzellen, in denen sie bis zu 30 Jahre überleben können. Leichte Fälle heilen in der Regel von selbst aus - Sie sollten sich bei Verdacht aber auf jeden Fall in ärztliche Behandlung begeben, damit der Stand des Wurmbefalls regelmässig überprüft werden kann.
Die Standard-Therapie einer schweren Trichinellose sind Anti-Wurm-Mittel (Anthelminthika) und entzündungshemmende Glukokortikoide. Eine Diagnose stellen Ärzt*innen vor allem durch Bluttests auf Antikörper.
Fadenwürmer sind so etwas wie winzige Verwandte der Bandwürmer: Sie können im menschlichen Darm leben und sich dort vermehren. Es gibt Schätzungen zufolge mehr als 25.000 Arten von Fadenwürmern - damit sind die kleinen Würmchen einer der artenreichsten Stämme des Tierreichs. Sie kommen auf der ganzen Welt vor, auf dem Meeresboden, in den Polarregionen, in den Tropen und im Gebirge.
Einige dieser vielen Fadenwurm-Arten sind Parasiten, zum Beispiel Zwergfadenwürmer, Madenwürmer und Spulwürmer. Sie leben im Körper anderer Tiere - auch von Menschen - und können dort teilweise für unangenehme Beschwerden sorgen. Fadenwürmer (Nematoden) sind längliche, dünne, meist sehr kleine Würmer. Fadenwürmer, die als Parasiten leben, nisten sich meist im Darm ihres Wirtes ein und legen dort auch ihre Eier.
Jedes fünfte Tier auf der Erde ist ein Fadenwurm. Richtig gelesen: Die kleinen Würmchen machen zahlenmässig 80 Prozent des Tierreichs aus. Es gibt unheimlich viele verschiedene Arten von Fadenwürmern - doch nur eine Reihe von Wurmarten, die den menschlichen Körper befallen kann. Diese Würmer kommen auf sehr unterschiedliche Art und Weise in den Körper und lösen unterschiedliche Symptome aus.
Im Zusammenhang mit Parasiten reden wir immer wieder von Hygienebedingungen. Dabei geht es vor allem um die Entsorgung von Abwasser und Fäkalien, um sauberes Trinkwasser und um Lebensmittel- und Handhygiene. In vielen ärmeren, ländlichen Regionen der Welt fehlt ein hygienisches System von Kanalisation und Wasserversorgung.
Der Madenwurm (Enterobius vermicularis) ist weltweit einer der häufigsten Parasiten beim Menschen und für einen Grossteil der Wurminfektion in Industrieländern verantwortlich. Besonders oft sind Kinder von dem Fadenwurm betroffen - vermutlich, weil sie häufig ihre Finger oder Spielzeuge in den Mund nehmen und so eher Gefahr laufen, sich durch eine Schmierinfektion anzustecken. Die Würmer werden bis zu 13 Millimeter gross und leben im Dickdarm. Dort verursachen sie keine direkten Beschwerden.
Die häufigste Wurminfektion beim Menschen ist die mit dem Spulwurm (Ascaris lumbricoides). Bis zu 1,2 Milliarden Menschen sind schätzungsweise von der Ascariasis betroffen - das würde bedeuten, dass fast eine von sechs Personen auf der Welt Spulwürmer im Körper hat. Die Therapie gegen Spulwurm-Befall funktioniert mit Anti-Wurm-Mitteln, die Sie für ein bis drei Tage einnehmen. Der Spulwurm sieht dem Regenwurm ein wenig ähnlich, er kann bis zu 40 Zentimeter lang werden und bis zu zwei Jahre lang leben.
Fadenwürmer (Nematoden) sind kleine Würmer, von denen es mehr als 25.000 Arten gibt. Einige davon leben als Parasiten und können den menschlichen Körper befallen und Beschwerden verursachen, meist im Magen-Darm-Bereich. In Industrieländern wie der Schweiz sind Infektionen mit Fadenwürmern selten.
Trichinen sind Fadenwurm-Larven, die durch den Verzehr von Schweinefleisch übertragen werden und im Körper sowohl den Darm als auch die Muskeln befallen.
Wichtig ist vor allem eine gute Hygiene beim Essen und Kochen, vor allem auf Reisen. Sie sollten sich immer die Hände waschen, in den Tropen und Subtropen nur geschälte und gekochte Lebensmittel essen und darauf achten, dass Fleisch gut durchgebraten ist.
Zystizerkose ist ein Bandwurmbefall bei Schweinen. Erreger ist der Schweinebandwurm Taenia solium. Der Bandwurm ist über Lebensmittel tierischer Herkunft auch auf den Menschen übertragbar. Der Parasit Taenia solium befällt Schweine und ist über unzureichend erhitztes Schweinefleisch auch auf Menschen übertragbar.
Menschen können sich über unzureichend erhitztes Schweinefleisch anstecken. Schweinefleisch sollte daher beim Erhitzen eine Kerntemperatur von mindestens 60°C erreichen.

Die hohen Standards und Sicherheitsvorkehrungen für die Fleischproduktion ermöglichen es, dass in Ländern wie der Schweiz, zum Beispiel rohes Rindfleisch bedenkenlos verzehrt werden kann. Rind- und auch Schweinefleisch werde gezielt auf Bandwurmlarven untersucht. Dies minimiert das Risiko, sich mit dem Rind- oder Schweinebandwurm anzustecken.
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