Der Anbau von Haselnuss Sorten in Deutschland

Haselnüsse sind nicht nur ein beliebter und gesunder Snack, sondern auch eine wichtige Zutat für die Bäckerei- und Süßwarenindustrie. Während der Pro-Kopf-Verbrauch von Haselnüssen in Deutschland sehr hoch ist, werden sie hierzulande kaum angebaut. Das soll sich ändern, zumal Haselnüsse äusserst gesund sind.

Die Schwarzmeerregion, insbesondere die Türkei, dominiert den Markt mit fast 80% der weltweiten Haselnussproduktion. Doch es gibt Pioniere in Deutschland, die den Anbau der Haselnuss als ökologisch nachhaltige Alternative fördern.

Haselnussernte in Deutschland

Haselnüsse mit tiefen Wurzeln

Bio-Landwirt Andreas Gauch setzt in seiner Baumschule im aargauischen Niederwil auf die Haselnuss als ökologisch nachhaltige Alternativkultur. Auf dem Reusshof bewirtschaftet er eine Haselnussplantage von 1,7 Hektaren. Seine 700 Haselnussbäume bringen im 6. Standjahr einen Ertrag von 1,5 Tonnen. Unter Einbezug angepasster Sorten ist er hierzulande erfolgreich.

Sein Geheimnis: Tiefwurzelnde Haselnussbäume der Sorte Corylus Colurna werden auf einer Höhe von 1m veredelt.

Andreas Gauch hat intensive Nachforschungen betrieben. Bevor er 2012 seine Baumschule in Niederwil ins Leben rief, bereiste er während zwei Jahren mit dem Wohnmobil die umliegenden Länder und Regionen, wo Haselnüsse angebaut werden: Zum Beispiel im italienischen Piemont, in Frankreich, aber auch in Deutschland und Österreich. Andreas Gauch ist selbst unter die Tüftler gegangen, hat viel ausprobiert und experimentiert.

Die Haselnussplantage in Niederwil

Andreas Gauch setzt auf pflegeleichte, grossfruchtige Sorten. Seine Haselnussbäume haben keine lästigen Wurzelaustriebe wie der Busch.

Nüsse sind ein heikles Gut

Die Ernte erfolgt in der Regel im September und Oktober, wenn die kostbaren Nüsse von selbst auf den Boden fallen. Wenn sie zu lange am Boden liegen, besteht die Gefahr von Schimmel und Bakterien. So hat Andreas Gauch ein effizientes Erntesystem entwickelt: Er spannt Netze in seiner Plantage und vermeidet damit den Bodenkontakt der Nüsse. Das System ist doppelt effizient, denn er hat eine Maschine gebaut, welche die Nüsse komplett sauber direkt vom Netz einsaugen kann. Der Tüftler- und Pioniergeist hat ihn weit gebracht: Er spart Zeit bei der Ernte und kann die Qualität der Haselnüsse erhöhen. Nach der Ernte müssen die Haselnüsse aber dennoch gut getrocknet werden.

Geknackt, geröstet, gemahlen und weiter verarbeitet zu einer aromatischen Haselnusscreme: Gauch bietet in seinem Hofladen auf dem Reusshof geschmackvolle Haselnuss-Köstlichkeiten an. Ein weiterer Teil der Haselnüsse wird als Hauptzutat des «Hazelburgers» weiterverarbeitet.

Eine Haselnussplantage in Bayern geht neue nachhaltige Wege | Genuss mit Zukunft

Haselnussprojekt in Georgien

Das Wissen des Bio-Landwirts rund um den effizienten Haselnussanbau ist nicht nur hierzulande gefragt. So kooperiert Andreas Gauch bereits seit mehreren Jahren mit Camille Bloch, dem Schweizer Schokoladeproduzent, der Ragusa mit ganzen Haselnüssen herstellt. Er hilft dem Chocolatierunternehmen, eine eigene Plantage mit veredelten Haselnussbäumen aufzubauen. Ziel des Projekts ist die Sicherstellung einer Eigenproduktion. Sie möchten sich zu grossen Stücken von der Abhängigkeit der Haselnussproduktion in der Türkei lösen. In Georgien sind sie fündig geworden. Hier beginnen sie, eine Haselnussplantage nach Schweizer Vorbild aufzubauen. Die Dimension dieses Projektes gibt Gauch die Möglichkeit, sich auf internationalem Parkett auch mit anderen Akteuren zusammenzuarbeiten.

Der Reusshof als Lern- und Experimentierfeld

Auf dem Reusshof in Niederwil (AG) führt er eine Plantage mit 700 Haselnussbäumen. Mit starker Innovationskraft hat er an veredelten Sorten getüftelt.

Warum es Schweizer Haselnüsse braucht?

Wir sind der festen Überzeugung, dass die Haselnuss einen bedeutenden Beitrag zu einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Landwirtschaft leisten kann. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem Landwirten Stefan Gerber die erste Haselnussanlage im Kanton Zürich etabliert.

Aber wie sieht es wirklich aus?

Sind Schweizer Haselnüsse tatsächlich klimafreundlicher als diejenigen, die aus den Hauptanbauländern wie der Türkei oder Italien kommen? Wie gross ist die Umweltbelastung eines Beutels Schweizer Haselnüsse? Und wie viel CO2 kann durch den Anbau im Boden gespeichert werden? Wir haben den Praxistest gemacht und eine Ökobilanz durch myclimate erstellen lassen.

Der Anbau ist hauptverantwortlich für die Umweltwirkung

Vom Feld bis auf den Teller - wir haben den gesamten Lebenszyklus der Schweizer Haselnüsse angeschaut, einschliesslich aller Zwischenschritte wie Knacken, Verpacken, Transportieren und Entsorgen. Ähnlich wie auch schon bei anderen Produkten gesehen, ist der Anbau hauptverantwortlich für die Umweltwirkung. 79 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen und 95 Prozent der gesamten Umweltbelastung entfallen auf die Anbauphase.

Verpackung und Transport sind in diesem Kontext deutlich sekundär.

Haselnussplantage in Deutschland

Absolute Umweltbelastung in Mettmenstetten am tiefsten…

Betrachten wir die absolute Umweltbelastung pro Hektare, so schneidet Stefan Gerbers Parzelle in Mettmenstetten am besten ab. Sie verursacht die geringsten Treibhausgasemissionen.

CO2-Fixierung im Boden

Doch nicht nur die Treibhausgasemissionen und die Umweltbelastung eines 250g-Beutels Haselnüsse sind wichtig, um herauszufinden, inwiefern die Haselnuss zur Förderung einer klimafreundlichen Landwirtschaft beitragen kann. Darum haben wir auch modelliert, wie viel CO2 durch den Haselnussanbau im Boden gespeichert werden kann.

Die gute Nachricht zuerst: Durch den Haselnussanbau kann CO2 im Boden gespeichert werden. Im Vergleich zu den vorherigen Nutzungsformen (40% Wiesen- und 60% Ackerland), ergibt sich eine Fixierung von -3.66 kg CO2e pro Kilogramm geernteter, roher Haselnüsse.

Leider können wir trotzdem nicht einfach haufenweise Haselnussbäume pflanzen, dadurch CO2 im Boden speichern und weiterhin unbegrenzt Treibhausgase emittieren. Wieso? Weil die Resultate nur während des Aufbaus der Plantage gelten. Erreichen die Bäume ihre volle Grösse, findet kein zusätzlicher Aufbau von Biomasse mehr statt, also auch keine zusätzliche CO2-Fixierung.

Der errichtete Haselnusssortengarten umfasst mittlerweile 72 Haselnusssorten à je zwei Bäume. Anhand dieser Bäume beobachten wir die Blütenzeitpunkte, die Standortgerechtigkeit sowie den potenziellen Ertrag der unterschiedlichen Sorten.

Fazit

Entscheidend ist nicht der Ort des Anbaus, sondern die Art und Weise, wie Haselnüsse angebaut werden. Obwohl Schweizer Haselnüsse eine geringere Umweltbelastung durch den Transport verursachen (wobei hier noch Verbesserungspotenzial besteht), liegt der Fokus auf der Anbauphase. Der Haselnussanbau in Mettmenstetten schneidet absolut betrachtet zwar am besten ab. Die Umweltbelastung pro Kilogramm Haselnüsse ist aufgrund der angenommenen geringeren Ernte aber höher als bei italienischen Haselnüssen.

Wie ein Pionier auf die Nuss kam

Eine der ersten Bio-Haselnussanlagen der Schweiz steht m Aargau. Die nach wie vor seltene Besonderheit ist Matthias Schär aus Brittnau zu verdanken.

Aufwand wie im Obstbau

Bei den Wiggertaler-Haselnüssen vom Biohof Schär handelt es sich um auf die Baumstämme veredelte Sorten, die in Spalierform geschnitten sind. Vom Schnitt über die Pflanzenstärkung bis zur Ernte sind ähnlich viel Pflege und gute Beobachtung angesagt wie sonst im Obstbau üblich.

Hühner mit Mehrwert

Das ganze Jahr - ausser während der Erntezeit - weiden 200 Hühner des mobilen Hühnerstalls in der Nussplantage. Auf den breiten Rasenstreifen zwischen den Spalieren geniessen sie nicht nur Abwechslung, Freiraum und saftiges Grün, sondern auch gutes Klima sowie Schatten und Schutz der Bäume.

Die Hühner verlassen erst Ende August das Areal, wenn die Ernte näher rückt, die Grasstreifen kurz geschnitten und auf dem Boden die Netze zum Auffangen der gesunden, reifen Nüsse ausgebreitet sind.

Alle Arbeitsschritte vor Ort

Ende September bringt Matthias Schär seine Ernte in die nur wenige Meter entfernte Trocknungsanlage. Die ehemalige Tabakscheune seiner Eltern hat er zu einem eindrücklichen, mehrstöckigen Haselnuss-Trocknungsraum umfunktioniert. Je nach Luftfeuchtigkeit trocknen dort die Nüsse auf den Gittern der an Seilen befestigten Holzrahmen bis zu einem Monat lang.

Haselnuss Sorten

Es gibt dutzende von unterschiedlichen Haselnuss Sorten im Handel. Zu den bekannten Haselnuss Sorten zählen: 'Hallesche Riesennuss', 'Nottingham', 'Cosford' oder auch 'Bergers Zellernuss'. Jede Hasel Pflanze kommt mit ihren Vor- und Nachteilen.

Einige besondere Sorten sind:

  • Haselnuss 'Rote Zellernuss': Seit mindestens 150 Jahren ist diese wunderschön rotblättrige Haselnuss Sorte bekannt. Ursprünglich kommt sie wahrscheinlich aus der Lombardei.
  • Haselnuss 'Wunder aus Bollweiler': Diese alte Sorte kommt ursprünglich aus dem Elsass. Sie zeichnet sich durch grosse, runde und spitz zulaufende Früchte mit gutem Geschmack aus.
  • Haselnuss 'Webbs Preisnuss': Eine tolle englische Traditionssorte. Sehr ertragsreiche Haselnusssträucher mit länglichen Früchten.
  • Haselnuss 'Contorta': Um 1900 wurde diese interessante natürliche Mutation in England gefunden.

Moderne Sorten für den Erwerbsanbau

  • Haselnuss 'Ennis': Wahrscheinlich eine der grössten Haselnüsse überhaupt.
  • Haselnuss 'Corabel': Heute die Standartsorte für den Haselnussanbau in Frankreich.

Zier-Haselnüsse

  • Korkenzieherhasel 'Contorta': Wahrscheinlich die dekorativste Haselnuss Form. Sie überzeugt durch ihre wild verdrehten Triebe welche im Sommer, wie im Winter den Garten zieren.
  • Rotlaubige Haselnuss 'Rote Zellernuss': Mit ihren intensiv rot gefärbten Blättern bringt die rote Zellernuss viel Farbe in Ihren Garten.
  • Korkenzieherhasel 'Red Majestic': Sie können sich nicht zwischen einer rotlaubigen Haselnuss und einer Korkenzieherhasel entscheiden? Kein Problem! Diese ungewöhnliche Sorte verbindet beide wunderschöne Zier-Eigenschaften in einer Pflanze. Einen malerischen Korkenzieherwuchs und rotes Laub.

Türkische Baumhasel 'Corylus colurna'

Diese sehr trockenheitsresistente Haselnuss Art wächst nicht als Strauch, wie unsere heimischen Waldhasel, sondern als kleiner Baum mit nur einem Stamm. Dadurch eignet sich der Baumhasel hervorragend als Hausbaum. Die essbaren Haselnüsse sind etwas kleiner und milder als die typischen Haselnusssorten, jedoch haben sie einen unschlagbaren Vorteil: Sie sind gegen den Haselnussbohrer immun.

Zellernüsse und Lambertshasel

Unsere in Europa heimischen Haselnüsse gehören zu der botanischen Art Corylus avellana. Die Mehrheit der bei uns im Handel erhältlichen Haselnüsse stammt jedoch von der Lambertshasel (Corylus maxima). Diese Pflanze kommt hauptsächlich auf dem Balkan und in der Türkei vor. Sie unterscheidet sich nicht sehr von unserer heimischen Zellernuss. Jedoch umschliesst die Fruchthülle die Nuss vollständig, so dass diese nicht sichtbar ist.

Die beiden Arten Corylus avellana und Corylus maxima lassen sich problemlos kreuzen und viele der heutigen Haselnuss Sorten gehen auf solche Hybride zurück.

Bestäubung

Es gehört zu den botanischen Eigenarten dieser Pflanze, dass jeder Strauch weibliche und männliche Blütenstände bildet, die zu unterschiedlicher Zeit reifen. Es sind nicht die sich zwischen Februar und April bildenden länglichen männlichen Kätzchen, die den späteren Ertrag an Nüssen bestimmen, sondern die weiblichen Blüten. Es braucht somit Pollen einer weiteren Pflanze, deren Reifezeit mit der an den weiblichen Blüten übereinstimmt.

Anbau und Standort

Anders als bei den wärmeliebenden Esskastanien und der Walnuss ist der Anbau der robusten Haselnuss fast überall möglich, wenn nur genügend Platz am neuen Standort der Pflanzen vorhanden ist. Für einen sehr hohen Ertrag sollte der Haselnussstrauch in einer sonnigen und warmen Lage in einen frischen, feuchten Boden gepflanzt werden.

Pflanzung

Die ideale Zeit zum Pflanzen eines Haselnussstrauches ist der frühe Herbst, damit die Sträucher noch die Gelegenheit bekommen, sicher und ordentlich im Boden anzuwachsen. Topfpflanzen können jedoch fast das ganze Jahr über gepflanzt werden solange der Boden nicht gefroren ist oder das Wetter zu heiss ist.

Verwendung

Haselnusssträucher, besonders Zierarten wie die Korkenzieherhasel 'Contorta' eignen sich hervorragend zur Pflanzung als Solitärgehölz im Garten. Eine weitere typische Verwendung von Haselnussbüschen ist die Pflanzung in einer gemischten Hecke. Die Haselnuss kann dank ihrer hübschen Kätzchenblüte mit anderen Blütensträuchern wie Forsythie oder Schneeball kombiniert werden.

Wachstum

Bei guten Standortbedingungen wachsen Haselsträucher meist sehr zügig. Pro Jahr können sie gut 50 cm bis 1 m in die Höhe schiessen. Eine ausgewachsene Haselnusspflanze kann bis zu 6 Meter Höhe erreichen und 4 bis 5 Meter in die Breite wachsen. Dies sollte bei der Pflanzung unbedingt beachtet werden. Korkenzieherhaseln wie die Sorte 'Red Majestic' wachsen meist langsamer und bleiben kompakter als ihre „normalen“ Geschwister.

Ertrag

Sehr reichtragende Haselnuss Sorten wie Corylus avellana 'Corabel' können bereits 2 bis 3 Jahre nach der Pflanzung einen ersten Ertrag an Haselnüssen liefern. Langsamere Sorten fangen spätestens nach 4 bis 5 Jahren mit der Fruchtproduktion an.

Pflege

Einmal stabil angewachsen, ist die Haselnuss in ihrer Folgezeit erfreulich pflegeleicht, muss aber vor allem als Jungpflanze regelmässig gewässert werden. Besonders bei Hecken kann der Flüssigkeitsbedarf im Sommer sehr hoch sein, sodass ein zusätzlicher Giessrand das vorzeitige Austrocknen im Wurzelbereich Ihrer Haselnuss verhindert. Beachten Sie immer, dass hohes Gras unter den Haselnuss Sträuchern Ihren Pflanzen Nährstoffe raubt und insbesondere den jüngeren Gehölzen das lebensnotwendige Sonnenlicht und dazu noch Wasser entzieht.

Düngung

Sowohl beim Einsetzen in das Pflanzloch als auch im Herbst und Frühjahr wirken schon ein bis zwei Schippen Kompost sehr wuchsfördernd, während mit zusätzlichem Dünger eher sparsam umgegangen werden soll.

Schnitt

Die naturgemäss zügig heranwachsenden Gehölze erfordern, als Einzelpflanze oder Hecken gesetzt, alle zwei bis drei Jahre eine Auslichtung, die einen möglicherweise zu dichten Wuchs begrenzt. Dazu wird zwischen Dezember und März etwa ein Drittel der ältesten Haupttriebe knapp über dem Erdboden gänzlich gekappt. Werden die Pflanzen als Hecken gezogen, kann ein zu starkes ineinander wachsen der Gehölze zugunsten der Ausbildung guter Ernteerträge mithilfe der Gartenschere reguliert werden.

Ernte

Die leckeren und gesunden Nüsse beginnen zu reifen, wenn ab Mitte September ihre Schale hart wird und sich von Grün nach Braun verfärbt. Sollten sie nicht von allein herunterfallen, kann mit einem behutsamen Rütteln am Strauch nachgeholfen werden. Wesentlich leichter geht die Haselnussernte von der Hand, wenn unter die Sträucher eine Decke oder ein feinmaschiges Netz ausgebreitet wird.

Allergien

Leider sind Haselnusssträucher auch bei Allergikern bekannt. Da Haselnüsse zu den Birkengewächsen gehören, reagieren Personen welche gegen Birkenpollen allergisch sind auch auf Haselpollen. Rund jeder 4. Pollenallergiker reagiert auf diese „Frühblüher“, welche schon im Winter blühen.

Schädlinge und Krankheiten

Oft ist der Haselnussbohrer für taube bzw. leere Nüsse verantwortlich. Befallene Nüsse haben jeweils ein winzig kleines Loch.

Pflanzung im Detail

  • Sonnige Plätze bieten die besten Voraussetzungen für Blüten- und Fruchtansätze.
  • Obwohl Hasel sehr anpassungsfähig sind, wird ein tiefgründiger, fruchtbarer und gleichmäßig feuchter Boden bevorzugt.
  • Verfestigte Böden werden vor der Pflanzung tiefengelockert und mit Drainagematerialien durchlüftet.

Pflege im Detail

  • Haselnüsse bestehen auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte, auch während des Sommers und zu Trockenzeiten.
  • Düngungen sind grundsätzlich nicht notwendig. Ausnahme sind wie so oft Sandböden, die kaum Nährstoffe besitzen oder speichern können.
  • Entfernt werden ältere Äste nah am Ansatz in Form eines Auslichtungsschnittes.

Vermehrung

Für den Hausgebrauch lassen sich Haselnüsse am einfachsten durch Absenker vermehren. Professionelle Gärtner pfropfen Haseln im späten Winter, um ertragreiche Sorten zu anzuziehen.

Schädlinge

Der schlimmste Feind des Haselnuss-Gärtners ist der Haselnussbohrer. Das Insekt hat einen gebogenen Rüssel und bohrt kreisrunde Löcher in die Nüsse. Leimringe reduzieren bei ein- oder wenig-stämmigen Sträuchern das Problem. Ebenso sollten leere Nüsse abgesammelt und entsorgt werden.

Krankheiten

Ungünstige Standorte oder umschlagende Witterungsbedingungen können Pilzbefall auslösen, wie z.B. Bleiglanz, Hallimasch oder Echten Mehltau.

Weitere Informationen

Die Haselnuss, besser die Gemeine Hasel (Corylus avellana), ist ein gleichermaßen bekannter wie auch beliebter Strauch. Ihre Heimat erstreckt sich von Europa bis in den Kaukasus und ist auch in der heimischen Natur anzutreffen. Gemeinsam mit 15 weiteren Geschwisterarten bildet die Hasel die botanische Gattung Corylus in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae).

Die Geschichte der Haselnuss reicht bis in die Steinzeit zurück. Unsere Vorfahren erkannten damals bereits, dass die fettreichen Früchte eine wertvolle Nahrungsquelle vor und während des Winters darstellen.

Die Hasel ist ein laubabwerfender und vielstämmiger Strauch mit einer Wuchshöhe von bis zu 5 Metern. An den Zweigen sind wechselständig breit-herzförmige Blätter mit gezähntem Rand angeordnet.

Ab dem Hochsommer beginnt das rasche Fruchtwachstum. Binnen einiger Wochen reifen die Haselnüsse (Samen) in becherartigen Fruchthüllen heran. In ihrer Reife trocknen die Hüllen ein und die Nüsse fallen zu Boden.

Haselnüsse lassen sich nicht auf den Status einer reinen Nutzpflanze beschränken. Die Sträucher sind dekorative Ziergehölze für den Garten. Allen voran die Korkenzieherhasel (Corylus avellana 'Contorta') mit ihren stark gedrehten Zweigen.

Anbau im Detail

  • Pflanzen: Wurzelnackte Pflanzen werden zwischen November und März gepflanzt, eingetopfte Pflanzen können das ganze Jahr über gepflanzt werden.
  • Regelmässige Form- bzw. Auslichtungsschnitte sowie eine gute Wasserversorgung begünstigen die Langlebigkeit und Gesundheit der Pflanze.
  • Ebenso eine gute Nährstoffversorgung durch regelmässige Kompostgabe im Frühjahr.

Anspruch

Die Haselnuss ist eine Art Unterholz, doch fördern gute Lichtverhältnisse ihr Wachstum. Sie kann bis 1600 m Seehöhe angebaut werden (männliche Kätzchen erfrieren bei -8°C und weibliche bei -15°C). Die Hasel schätzt leichte, frische und und feuchte Böden, stellt aber nur geringe Ansprüche.

Vermehrungsart

Ableger/Absenker, Edelreis, Abriss bewurzelt, Jungpflanze

Saat-/Pflanzgutgewinnung

Vermehrung über Absenker/ Ableger

  • Absenker: Pro Zweig entsteht eine Jungpflanze.
  • Ableger: Pro Zweig entstehen mehrere Jungpflanzen.

Vermehrung über Abriss

  • Vorbereitung der Mutterpflanze: Im Frühjahr junge, unverholzte Triebe an der Basis mit Erde umgeben.
  • Ernte: Nach dem Laubfall Abreissen der Triebe mit den Wurzeln (= Abrisse).
  • Auspflanzen: Bewurzelte Triebe auspflanzen und weiter anziehen.

Vermehrung über Veredlung

  • Ein einjähriger der Trieb (= Edelreis) bzw. Knospen davon werden mit einer Unterlage verbunden.
  • Die Veredlung im Sommer findet durch Okulation statt, indem eine Knospe (ein Auge) in die Unterlage eingesetzt wird.

Tabelle: Umweltbelastung von Haselnüssen im Vergleich

Anbauregion Umweltbelastung (kPoints/kg)
Mettmenstetten (Schweiz) 10.6
Italien 9.4
Türkei 12.4

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