Jeder kennt das: Ein unbestimmtes Geräusch im Ohr, das für kurze Zeit auftritt. Dieses Ohrensausen oder Ohrenklingeln ist meist harmlos.
Ein echter Tinnitus liegt vor, wenn Sie das Ohrgeräusch permanent oder über einen längeren Zeitraum immer wieder hören. Charakteristisch für den Tinnitus (lat. „tinnire“ = klingeln, klimpern oder schellen) ist, dass dieses Geräusch nicht durch die Umwelt entsteht, sondern dass Ihr Körper es selbst verursacht und es für Sie keinen Informationswert besitzt.
Wie Sie die Beeinträchtigung durch das andauernde Klingeln im Ohr erleben, ist von Fall zu Fall verschieden. Ein gewisser Teil der Betroffenen empfindet das dauernde Klingen im Ohr als bedrohlich und sehr belastend, auch wenn es im Grunde nicht gefährlich ist.
Der Tinnitus kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Betroffene beschreiben die Geräusche im Ohr beispielsweise als Brummen, Piepen, Summen, Rattern, Surren, Kreischen oder Rauschen. Die Töne können gleichbleibend intensiv sein oder rhythmisch an- und abschwellen.
Schätzungen zufolge hatte jede vierte Person schon einmal vorübergehend Ohrgeräusche. Einen chronischen subjektiven Tinnitus, der länger als drei Monate anhält, haben ca. 10-15% der Bevölkerung, jedoch leidet nur ein kleiner Prozentsatz unter dem Tinnitus. Mittlerweile klagen immer mehr junge Erwachsene über permanentes Ohrensausen.
Zum Teil treten als Folge des Tinnitus weitere Symptome und gesundheitliche Probleme auf, darunter Schlafstörungen, Kopfschmerzen, verspannte Hals- und Kiefermuskeln, Schwindel, Angstzustände, Depressionen. Der Tinnitus in Begleitung dieser zusätzlichen Symptome kann das Leben sehr einschränken - bis hin zur Arbeitsunfähigkeit.
Der Tinnitus wird in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt:
- Grad 2: Sie bemerken die Ohrgeräusche, wenn es still ist. Diese verstärken sich unter Belastung.
- Grad 3: Die Tinnitus-Symptome belasten Sie im Berufs- und Privatleben erheblich. Sie können Probleme im kognitiven, emotionalen und körperlichen Bereich verursachen.
- Grad 4: Sie nehmen den Tinnitus ständig wahr und empfinden ihn als Dauerbelastung, die das Privat- und Berufsleben massiv beeinträchtigt.
Viele Ohrgeräusche, wie etwa Tinnitus nach einem Knalltrauma oder einem lauten Konzert, verschwinden nach ein paar Tagen von selbst wieder. In manchen Fällen allerdings können die Ohrgeräusche zu einer deutlichen Belastung führen. Einige Betroffene benötigen Unterstützung, wie z.B. Austausch mit Gleichbetroffenen.
Tinnitus: Ursachen, Symptome & Behandlung | Piepen, Klingeln, Summen & Geräusche im Ohr
Ursachen von Tinnitus
Die Ursachen für Tinnitus können vielfältig sein und in verschiedenen Bereichen des Ohrs oder im Gehirn liegen. Hier sind einige typische Ursachen:
- Schwerhörigkeit: In den meisten Fällen eines subjektiven Tinnitus findet man eine Schwerhörigkeit von unterschiedlichem Ausmass. Dies gilt auch für Situationen, in denen der/die Betroffene die eingeschränkte Hörleistung gar nicht bemerkt. In den meisten Fällen liegt hier eine langsam einsetzende Hörbeeinträchtigung in den hohen Tönen im Sinne einer beginnenden Altersschwerhörigkeit vor. Da diese Form der Schwerhörigkeit früher oder später alle Menschen betrifft, ist ein Grossteil der Betroffenen älter als 50 Jahre.
- Lärm- und Knalltrauma: Nach einem lauten Konzert können die Sinneszellen im Ohr vorübergehend geschädigt sein und ein Ohrgeräusch entstehen. Wer regelmässig sehr laut Musik hört, kann nicht nur sein Gehör dauerhaft schädigen, sondern auch einen Tinnitus bekommen.
- Druck im Ohr: Extrem veränderte Druckverhältnisse im Ohr (z. B. durch Tauchgänge, Flugreisen oder Erkältungen) können Ohrensausen auslösen. Die Verbindung zwischen Mittelohr und Rachen ist teils oder ganz blockiert. Dadurch entsteht ein unangenehmes Druckgefühl im Ohr, das Sie auch durch Gähnen oder Schlucken nicht loswerden.
- Otosklerose: Darunter versteht man eine Verknöcherung am Übergang zwischen dem Steigbügel (drittes Hörknöchelchen) und dem Innenohr.
Der Tinnitus entsteht aufgrund einer zentralen Kompensation, welche im Sinne einer Überaktivität der Hörrinde beginnt. Kommt es in der Folge zu einer Vernetzung zwischen der Hörrinde und anderen Arealen des Gehirns, welche für Stress, Emotion, Aufmerksamkeit, Bewusstsein, Gedächtnis oder Schlaf verantwortlich sind, kann die Eigenaktivität in der Hörrinde als «Ohrgeräusch» wahrgenommen werden.
Somit ist es letztendlich nicht alleine die Schwerhörigkeit, die den Tinnitus bedingt, sondern auch die Vernetzung mit anderen Hirnstrukturen, die für Tinnitus verantwortlich ist.
Eine weitere Einflussnahme auf die Ohrgeräuschwahrnehmung gelingt auf Niveau des Hirnstammes. Hier kommen Signale aus dem Nackenbereich, Halswirbelsäule oder Kiefergelenk in Kontakt mit dem auditorischen System.
Der wesentlich seltenere objektive (syn. pulsatile) Tinnitus hat seine Ursache in Geräuschen, die von Muskeln oder Blutströmungen in Gefässen kommen. Den objektiven Tinnitus kann in manchen Fällen auch Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hören und mit speziellen Geräten messen.
Die Ohrgeräusche entstehen, weil unser Gehirn versucht, den Hörverlust zu kompensieren: Die zuständigen Nervenzellen drehen einfach gesagt jene Frequenzen lauter, die nicht mehr gehört werden.
Auch starker Lärm kann dazu führen, dass Sinneszellen im Ohr (sogenannte Haarzellen) «brechen» und gewisse Töne nicht mehr ans Gehirn weitergeleitet werden.
Chronischer Stress verändert die Aktivität des vegetativen Nervensystems und beeinflusst die neuronalen Netzwerke im Gehirn, insbesondere jene, die mit Aufmerksamkeit, Emotionen und auditorischer Verarbeitung verbunden sind.
Stress kann die Wahrnehmung des Tinnitus verstärken, da das Gehirn weniger in der Lage ist, störende Geräusche herauszufiltern. Oft berichten Betroffene, dass sich der Tinnitus in stressreichen Phasen deutlich verschlechtert.
Bei einer Hörminderung - altersbedingt oder durch andere Ursachen - erhält das Gehirn weniger akustische Informationen aus dem peripheren Hörsystem. Um diese "Lücke" zu füllen, kann das Gehirn beginnen, selbst Geräusche zu erzeugen, was als Tinnitus erlebt wird. Dieser sogenannte zentrale Kompensationsmechanismus ist besonders bei Hochfrequenz-Schwerhörigkeit typisch.
Wenn das Innenohr oder die Hörzentren im Gehirn nicht ausreichend durchblutet werden - etwa bei Bluthochdruck, Diabetes oder Arteriosklerose -, kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die empfindlichen Haarzellen des Innenohrs reagieren sehr sensibel auf diese Veränderungen und können geschädigt werden, was zu Tinnitus führen kann.
Eine Entzündung des Mittelohrs kann das Druckverhältnis im Ohr stören und zu einer vorübergehenden Schallleitungsstörung führen. Dabei entstehen häufig Ohrgeräusche, die sich als Tinnitus äussern. In schweren oder chronischen Fällen kann auch das Innenohr betroffen sein, wodurch ein bleibender Tinnitus entstehen kann.
Weitere mögliche Ursachen:
- Funktionsstörungen der Halswirbelsäule oder der Kiefergelenke
- Bluthochdruck
- Arterio-venöse Fisteln im Gehirn
- In ganz seltenen Fällen Hirntumoren (Akutikusneurinom, Kleinhirnbrückenwinkeltumor)
- Multiple Sklerose
- Psychische Ursachen wie Burnout, Depression, Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungstörung u. a.
Innenohrentzündung (Labyrinthitis)
Bei der Labyrinthitis handelt es sich um eine oft schmerzhafte Ohrenerkrankungen, bei der das knöcherne Labyrinth im Innenohr entzündet ist. Dieses besteht aus den zwei Komponenten Hörschnecke und Gleichgewichtsorgan. Deswegen kann eine Innenohrentzündung einerseits Auswirkungen auf das Hörvermögen haben, andererseits aber auch auf den Gleichgewichtssinn. Symptome sind jedoch nicht einfach zu deuten.
Eine Entzündung des Innenohrs kann diverse Auslöser haben. Am häufigsten tritt die virale Labyrinthitis auf. Sie ist meist Folge einer Mittelohrentzündung oder einer Infektion der oberen Atemwege (Nase, Nebenhöhlen, Rachen). Durch eine Mittelohrentzündung können Erreger beispielsweise vom Mittelohr ins Innenohr gelangen und dort eine Entzündung auslösen.
Ebenfalls möglich sind bakterielle Entzündungen. So kann sich eine bakterielle Hirnhautentzündung auch auf das Ohr auswirken und zu einer Erkrankung des Innenohrs führen.
Eine Innenohrentzündung ist grundsätzlich nicht ansteckend, ihre möglichen Ursachen wie beispielsweise grippale Infekte hingegen schon.
Weitere mögliche Auslöser einer Innenohrentzündung sind Allergien, Schädeltraumata, Cholesteatomen (Geschwulste im Ohr) oder die Menière-Erkrankung (Morbus Menière).
Symptome einer Innenohrentzündung
Ein häufig auftretendes Anzeichen einer Labyrinthitis bei Erwachsenen ist Drehschwindel, der oft von Übelkeit begleitet wird. Auch Schmerzen im Ohr oder ein nachlassendes Hörvermögen können Anzeichen einer Innenohrentzündung sein. Möglich sind zudem auch unangenehme Ohrgeräusche (Tinnitus), welche sich als Klingeln, Brummen, Klopfen oder Rauschen im Ohr bemerkbar machen.
Für Laien ist es schwierig, eine Innenohrentzündung anhand ihrer Symptome zu erkennen. Beim Verdacht auf eine Entzündung des Innenohrs empfehlen wir Ihnen den Besuch eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes. Da ein Nachlassen der Anzeichen nicht zwingend auch das Ende einer Infektion bedeuten muss, gilt dies auch, falls die Symptome bereits abklingen.
Das Gehör und unsere Ohren sind sehr empfindlich, unbehandelte Ohrenerkrankungen können daher zu langfristigen Beeinträchtigungen des Gehörs führen.
Wird eine Innenohrentzündung nicht behandelt, kann sie sich ungehindert weiterentwickeln und grosse Schäden nach sich ziehen.
Dauer und Behandlung einer Innenohrentzündung
Genauso unterschiedlich wie Ursachen und Symptome, ist auch die Dauer einer Labyrinthitis. Je nach Schwere der Innenohrentzündung und der Möglichkeit, diese mit Antibiotika oder anderen Medikamenten zu beheben, kann sie innerhalb weniger Tage bis Wochen abklingen.
Obwohl die Symptome wie Schmerzen im Ohr oder Schwindelgefühle teilweise von alleine nachlassen, raten wir ihnen bei Verdacht auf eine Innenohrentzündung in jedem Fall zu einem Besuch eines Facharztes.
Um eine Labyrinthitis zu behandeln, erfolgt in einem ersten Schritt eine gründliche Untersuchung durch Ihren Facharzt. Der Arzt prüft in der Regel zuerst den Gehörgang, um festzustellen, ob wirklich eine Entzündung des Innenohrs vorliegt und ob diese auf virale oder bakterielle Erreger zurückzuführen ist. Zudem prüft er auch Ihr Hörvermögen.
Zum Einsatz kommen hierbei völlig schmerzfreie Hörtests oder Stimmgabelversuche, mit denen festgestellt werden kann, wie stark Ihr Ohr auf Vibrationen anspricht.
Diese funktionieren einfach und unkompliziert: Beim Romberg-Versuch beispielsweise stehen Sie auf beiden Beinen und schliessen Ihre Augen. Kommt es dabei zu Schwindel, gibt dies Ihrem Arzt Hinweise auf mögliche Erkrankungen, die situativ mit weiteren Tests abgeklärt werden.
In gewissen Fällen ist ergänzend auch eine Computertomographie (CT) sinnvoll.
Eine vertiefte Prüfung der Symptome ist sehr wichtig. Die oben erwähnten Untersuchungen dienen auch dazu, eine Entzündung des Innenohrs gegen andere Erkrankungen abzugrenzen.
Wurde im Verlauf der Untersuchung eine Labyrinthitis festgestellt, erhalten Sie als Patientin oder Patient meist einen individuellen Behandlungsplan.
Bei der Therapie einer bakteriellen Innenohrentzündung kommen Antibiotika zum Einsatz. Lässt die Labyrinthitis sich auf einen Virus zurückführen, hat sich die Behandlung mit antiviralen Medikamenten bewährt.
Was Sie selbst tun können
Betroffene können ebenfalls viel tun, um die Behandlung einer Innenohrentzündung zu unterstützen. So sollten Sie sich viel Ruhe gönnen, Stress meiden und auf genügend Schlaf achten. Zudem sollten Sie Ihre Position nicht zu schnell zu verändern, da ruckartige Bewegungen das durch die Entzündung strapazierte Gleichgewichtsorgan zusätzlich belasten. Viele Menschen mit Innenohrentzündung empfinden zudem auch grelles Licht als unangenehm. Unabhängig vom Wetter eine Sonnenbrille zu tragen bzw. das Licht zu dimmen, hat sich diesbezüglich bewährt.
Um den Heilungsprozess zu fördern, sollten Sie auf Alkohol, Tabak und ähnliche Toxine verzichten. Auch manche Medikamente wirken sich negativ aus. Diesbezüglich fragen Sie am besten Ihren Arzt.
Wird Ihre Infektion von starkem Erbrechen begleitet, ist eine genügend hohe Flüssigkeitsaufnahme sehr wichtig. Halten der Brechreiz oder andere Symptome lange an, sollten sie sich erneut an einen Facharzt wenden.
Vorbeugung
Zur Vorbeugung einer Labyrinthitis sollten Sie bei grippalen Infekten und Erkältungen, insbesondere bei einer Mittelohrentzündung, für ein Abschwellen und eine ausreichende Belüftung des Ohres sorgen. Leidet ein Kind oft unter einer Mittelohrentzündung, muss es unbedingt einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.
Dadurch können angeborene Belüftungsstörungen ausgeschlossen bzw. behoben werden.
Wenn Sie manchmal Mühe haben Ihr Gegenüber zu verstehen oder die Vögel nicht mehr zwitschern und die Grillen nicht mehr zirpen hören, dann sollten Sie das ernst nehmen.
Ein professioneller Hörtest genügt bereits um zu klären, ob mit Ihrem Gehör noch alles in Ordnung ist.

Diagnose und Tests
Um die Ursache des Tinnitus festzustellen, werden verschiedene Tests durchgeführt:
- Hörprüfung: Eine umfassende Hörprüfung (Audiometrie) hilft, das Ausmass eines eventuellen Hörverlusts festzustellen.
- Tympanogramm: Misst die Beweglichkeit des Trommelfells und den Druck im Mittelohr.
- Stapediusreflex: Testet die Funktion des Musculus stapedius im Mittelohr.
- Test auf otoakustische Emissionen: Überprüft die Funktionsfähigkeit der Hörschnecke bzw. der dort gelegenen äusseren Haarzellen.
Zusätzlich können neurologische Tests zur Überprüfung des Gleichgewichts durchgeführt werden, um unvermittelte Schwindelgefühle zuzuordnen und zu therapieren.
Behandlungsmöglichkeiten
Der erste Schritt der Therapie zielt darauf ab, die Ursache des Ohrensausens festzustellen und sie zu beseitigen, wodurch der Tinnitus verstummen kann. Leider ist es oft nicht möglich, die Ursache zu finden.
Auch für den chronischen Tinnitus mit schwerer Belastung gibt es Therapiemöglichkeiten. Sie zielen vor allem darauf ab, dass Sie den Tinnitus besser verstehen und ihn akzeptieren zu können. Auf diese Weise lernen Sie, ihm eine weniger belastende Bedeutung zu geben und sich so besser daran zu gewöhnen.
Die Behandlung ist dann in aller Regel interdisziplinär in Zusammenarbeit mit der Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie. Vielen Betroffenen gelingt es dadurch, den Tinnitus immer weniger wahrzunehmen.
Erfolgreiche Behandlungen zielen auf eine Akzeptanz des Phänomens. „Es geht darum, den Tinnitus in den Alltag zu integrieren“, so Kleinjung. „Man kann lernen, seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken.“
Die Hirnforschung zeigt, dass ein Tinnitus nicht alleine durch die Aktivität der Nervenzellen im Bereich des Hörzentrums, sondern immer erst in Verbindung mit anderen Gehirnarealen entsteht. Diese sind für Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Stress oder Gedächtnis zuständig. „Darum macht es Sinn, die Therapie auf das gesamte Netzwerk auszurichten“, so der USZ-Experte.
Hier sind einige gängige Behandlungsansätze:
- Durchblutungsfördernde Medikamente: Verschwindet ein akuter Tinnitus nicht nach kurzer Zeit von selbst, führen durchblutungsfördernde Medikamente bei vielen Betroffenen zu einer Linderung. Die Wirksamkeit der Medikamente ist allerdings nicht eindeutig belegt.
- Kognitive Verhaltenstherapie: Bei welcher das bewusste Weghören trainiert wird, scheint zur Behandlung von Ohrensausen wirksam zu sein.
- Tiefenpsychologische Therapie und Tinnitus-Retraining-Therapie: Bei welcher das genaue Hinhören im Zentrum steht.
- Hörgeräte: Liegt ein Tinnitus im mittleren Frequenzbereich vor, können Hörgeräte Linderung verschaffen. Dies vor allem, wenn die Ohrengeräusche in Kombination mit einer Schwerhörigkeit auftreten. In solchen Fällen sorgen die Hörgeräte dafür, dass das eigentliche Hörvermögen verbessert und äussere Geräusche wieder besser wahrgenommen werden. Gleichzeitig tritt der störende Tinnitus in den Hintergrund.
- Tinnitus Noiser Hörgeräte: Bei den meisten modernen Hörgeräten ist ein Noiser eingebaut. Bei Tinnitus Noiser Hörgeräten wird dauerhaft ein gleichmässiges, aber sehr leises Geräusch ausgesendet, das alle Frequenzbereiche anspricht. Dieses Geräusch wird vom Gehör nicht als störend empfunden und überlagert die lauten Tinnitus-Spitzen.
Sowohl bei einem Tinnitus als auch bei einer Schwerhörigkeit sind die sorgfältige Auswahl der Hörlösung und die individuelle Anpassung an den Träger entscheidend für den Erfolg der Behandlung.
Vorbeugung von Tinnitus
Vorbeugung ist die beste Therapie. Da Lärm und Stress als Risikofaktoren gelten, empfiehlt es sich, beides in übermässiger Form zu vermeiden.
Tatsächlich kann mit einigen vorbeugenden Massnahmen das Risiko, einen Tinnitus zu erleiden, merklich senken.
Hier sind einige Tipps zur Vorbeugung:
- Tragen Sie bei Konzert- und Clubbesuchen oder beim Schiesstraining einen Gehörschutz.
- Verzichten Sie auf häufige oder stundenlange laute Musikbeschallung über Kopfhörer.
- Achten Sie auf einen sorgsamen Umgang mit dem eigenen Gehör - beruflich wie auch privat.
- Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Entspannung.

Umgang mit Tinnitus im Alltag
Der Tinnitus, charakterisiert durch andauernde und mitunter belastende Geräusche, kann das tägliche Leben der Betroffenen in erheblichem Masse beeinträchtigen. Die permanente Wahrnehmung von Tönen wie Brummen, Pfeifen oder pulsierenden Geräuschen kann die Durchführung alltäglicher Aktivitäten erschweren, die Konzentrationsfähigkeit mindern, den Schlaf stören und soziale Interaktionen negativ beeinflussen.
Häufig geht Tinnitus mit psychischen Begleiterscheinungen wie Stress, Angstzuständen und Depressionen einher und beeinträchtigt das emotionale sowie psychische Wohlbefinden. Viele Betroffene empfinden zudem ein Gefühl der Isolation oder Frustration, da es oftmals schwerfällt, das Erleben des Tinnitus adäquat zu kommunizieren.
Aus diesem Grund stellt die Suche nach effektiven Strategien zur Bewältigung des Tinnitus einen wesentlichen Bestandteil des Lebensalltags dar, mit dem Ziel, Linderung zu erfahren und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Auch bei Organisationen wie der Schweizerischen Tinnitus-Liga bieten Betroffene von belastendem Ohrensausen wertvolle Informationen und ermöglichen ihnen den Austausch mit anderen Tinnitus-Patienten.
In den meisten Fällen bessert sich der Tinnitus im Verlauf, so dass er die Lebensqualität nicht beeinträchtigt oder vollständig verschwindet.
Wer an einem Tinnitus leidet, sollte also zunächst abwarten und sein Gehör schonen, damit sich dieses erholen kann. Es sei denn, die Geräusche treten gleichzeitig mit einem Hörsturz oder einer Mittelohrentzündung auf. „In diesem Fall sollte man innerhalb weniger Tage zum Ohrenarzt“, so Kleinjung.
Auch wenn ein Tinnitus normalerweise nicht gefährlich ist: wer sich von den Ohrgeräuschen anhaltend und stark gestört fühlt, sollte sich beraten lassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tinnitus ein komplexes Symptom mit vielfältigen Ursachen und Auswirkungen ist. Eine frühzeitige Diagnose und individuelle Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Präventive Massnahmen wie Lärmschutz und Stressmanagement spielen eine wichtige Rolle, um das Risiko für Tinnitus zu reduzieren.