Capital Bra, einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands, hat sich neben seiner Musikkarriere auch in der Lebensmittelbranche einen Namen gemacht. Mit Produkten wie der Pizza «Gangstarella» und dem Eistee «BraTee» hat er bewiesen, dass er nicht nur musikalisch, sondern auch unternehmerisch erfolgreich sein kann. Doch was ist aus seinen kulinarischen Projekten geworden?

Die "Gangstarella"-Pizza: Ein voller Erfolg
Der Rapper Capital Bra brachte eine Tiefkühlpizza unter der Marke «Gangstarella» heraus. Neues Geschäft für den Rapper: Capital Bra lässt in seinem Namen Pizza backen und bei Edeka, Kaufland und Rewe verkaufen. Die zwei Sorten Rindersalami und Grillgemüse schmeckten «übertrieben krass», sagte der 25-Jährige laut Mitteilung. Die Pizza wird von der Freiberger Convenience Food Group (Berlin) produziert, einem Hersteller tiefgekühlter Pizzen für Handelsmarken.
Der Erfolg der «Gangstarella»-Pizza ist wohl so schnell an niemandem vorbeigegangen. Begeisterte Food-Kritiker und über 3.5 Millionen verkaufte Pizzen in etwas mehr als einem halben Jahr sprechen für sich. Kein Wunder, dass die Produktpalette in der Zwischenzeit schon ausgeweitet wurde und sich zur Sucuk- und zur Grillgemüse-Pizza jetzt auch noch eine mit Salami und eine mit Thunfisch-Belag gesellten.
Ursprung des Pizzatainment-Konzepts ist laut Freiberger der Erfolg des im letzten Jahr eingeführten «Gangstarella-Sortiments» für Rap-Musiker. In Zukunft will Freiberger «das Potenzial der emotionalen Erlebniswelten von Entertainmentbrands» aufgreifen, um gezielt Fans anzusprechen. «Nur die beliebtesten Brands schaffen es ins Pizzatainment-Portfolio», so Freiberger.
Liebe geht durch den Magen: Dieses Motto steht hinter den Werbepizzen des deutschen Versandbäckers Freiberger und seiner Marke Pizzatainment. Die Freiberger Lebensmittel GmbH hat den runden Italo-Kuchen im letztem Jahr als Werbeartikel unter dem Namen «Gangstarella» für Musiker - etwa die Rapper Haftbefehl, Capital Bra oder Mister V - eingeführt. Anscheinend so erfolgreich, dass die Pizzaioli aus Berlin im Januar 2023 dazu die Marke Pizzatainment lancierten.
Das Geschäftskonzept dahinter: «Spass und Appetit» durch «Helden des Entertainments und aufregende Geschmackserlebnisse» zu verbinden. Die Zutaten: Farbenfrohe Verpackungen «im Design beliebter Brands aus Film, TV, Musik, Gaming und Sport», «Premiumpizzen mit grossen Durchmesser, neapolitanischem Boden und ausgefallenen Toppings». Dazu gibt es sozial-mediale Trommelwirbel.
FC-Bayern-Pizza vom Berliner Bäcker Freiberger
Der bekannteste deutsche Fussballverein ist seit neuestem auch eine Pizzeria. Diesen Eindruck könnte man jedenfalls angesichts der kürzlich lancierten «5-Sterne Salami Pizza FC Bayern» mit Pepperonisalami, Mozarella und marinierten, halbgetrockneten Tomaten erhalten. Sie ist in Deutschland für 4 Euro bei REWE, Edeka, Aldi, Netto und Globus erhältlich.
Der BraTee: Ein Hype um den Eistee
Jetzt, wo es draussen heisser wird, werden die Getränke kälter. Einer, der in Sachen Sommergetränke neu mitmischen will, ist der erfolgreiche deutsche Rapper Capital Bra. Nachdem seine eigene Pizza vergangenes Jahr schon ein voller Erfolg war, hat der Rapper jetzt nachgelegt: Mit einer Eistee-Marke namens «BraTee».
Das «Bra» dient als Abkürzung für das russische Wort Brat, was übersetzt Bruder heisst. Vier verschiedene Eistee-Sorten hat Deutschrapper Capital Bra dieses Jahr auf den Markt gebracht. Mittlerweile sind sie auch in der Schweiz erhältlich. Darin waren Eistees in den vier verschiedenen Geschmacksrichtungen: Zitrone, Pfirsich, Wassermelone und Granatapfel.
Der Marketingcoup: Die Influencerinnen und Influencer verursachten mit ihren Posts einen regelrechten Hype. Hashtags wie #bratee und #capitalbratee wurden tausendfach geteilt. Die 4,1 Millionen Instagram-Fans des Rappers teilten fleissig Bilder der Tees. Seit Februar ist der BraTee in Deutschland erhältlich, über sechs Millionen Stück wurden bereits verkauft. Zum Release im Februar reisten auch Schweizerinnen und Schweizer extra nach Konstanz ins Kaufland, um den begehrten Tee zu ergattern - trotz der strikten Grenzvorschriften.
BraTee ist schon wieder teilweise ausverkauft Der Ansturm auf die Tees von Capital Bra sei riesig gewesen: «Wir haben im ersten Monat 25’000 BraTees verkauft. Momentan ist er wieder ausverkauft. Einen Run in diesem Ausmass gibt es selten», sagt er.
Der Rapper selbst sagt über seinen Tee: «Schmeckt übertrieben krass!» Doch stimmt das wirklich? Ich wollte es wissen und habe die vier Geschmackssorten für euch ausprobiert. Das Ergebnis: Die Eistees schmecken mir besser als erwartet. Vor allem Wassermelone und Granatapfel stechen heraus. Sie sind sehr fruchtig und erfrischend. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie angenehm süss sind und nicht künstlich schmecken. Das liegt wohl auch daran, dass sie nur 36 kcal auf 100 ml haben. Trotzdem ist der Zuckergehalt verglichen mit anderen Schweizer Eisteemarken relativ hoch: Der Bratee kommt auf 8,8g, womit er mehr als doppelt so viel Zucker aufweist wie der Lipton-Eistee (4,2g). Eine wahre Zuckerbombe!
Optisch macht der BraTee einiges her: Schlichte Tetrapacks, die mit ihren bunten, grellen Farben ins Auge stechen. Auf der Rückseite ist Capital Bra mit der entsprechenden Frucht abgebildet. Er verspricht: «Capis BraTee ballert übertrieben krass!»
FAZIT: Zwei der vier Sorten sind durchgefallen. Wassermelone und Granatapfel sind sehr lecker, da lohnt es sich wirklich, auf den Tee des Rappers zu setzen. Schliesslich sind das auch zwei eher aussergewöhnliche Geschmacksrichtungen. Bei Pfirsich und Zitrone hingegen gibt es bessere Varianten auf dem Markt, die auch weniger Zucker enthalten.
BraTee - Zuckergehalt im Vergleich:
| Eistee-Sorte | Zuckergehalt pro 100ml |
|---|---|
| BraTee (Wassermelone/Granatapfel) | 8,8g |
| BraTee (Pfirsich/Zitrone) | 8,2g |
| Lipton Eistee | 4,2g |

Mittelmässiger Geschmack und dennoch ein totaler Verkaufshit? 20 Minuten hat bei Social-Media- und Marketingexperte Felix Murbach nachgefragt: «Mit dem richtigen Marketing ist jedes Produkt interessant»
Herr Murbach, wie kann ein Eistee einen derart grossen Hype verursachen? Das hat verschiedene Gründe. Tee ist ein Wohlfühlprodukt, das auf dem Markt derzeit eine wichtige Rolle spielt. Man kann also sagen, dass der Eistee an sich bereits grosses Potential mit sich bringt. Dementsprechend wurde hier das Marketing hochgefahren. Es ist natürlich von Vorteil, wenn man eine enorm hohe Reichweite wie Capital Bra hat.
Ein Rapper scheint auf den ersten Blick kein typischer Eistee-Konsument zu sein, umso eher werden die Followerinnen und Follower also positiv beeinflusst. Getreu dem Motto: «Meine Ikone bewirbt das, also muss es gut sein.»
Lebensmittel werden immer mehr zum Foodstyle-Produkten, was viele Kunden anspricht. So gibt es beispielsweise immer mehr Kochsendungen oder Foodblogs. Es interessiert die Leute und dadurch kann man viele neue Segmente abholen. Durch TV und Social Media tun sich viele neue Kanäle auf. Es liegt also auf der Hand, dass man sich darauf fokussiert und ebensolche hohe Präsenz und Reichweiten, wie Capital Bra oder andere Stars sie haben, auch ausnutzt.
Weitere Geschäftsideen von Rappern
Capital Bra ist nicht der einzige Bekannte, der sich in die Lebensmittelbranche traut. Rapper der Stunde Lil Baby ist der nächste in einer langen Reihe von Artists, der seinen eigenen Snack mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen verkauft.
Mit dem Köftespiess-Meme war Xatar im letzten Jahr omnipräsent und schaffte es sogar in die engere Auswahl für das Jugendwort des Jahres. Geschäftsmann wie er ist, witterte er seine Chance und eröffnete in Bonn seinen eigenen Köfte-Imbiss, den Haval Grill. Der Run auf die Hackfleischspiesse war offenbar so gross, dass Xatar daraus gleich die nächste Geschäftsidee entwickelte: So bald wie möglich sollen die Köftespiesse als Tiefkühlprodukt in jedem Ladenregal stehen.
Der KMN-Member ist bis jetzt nicht unbedingt als Gourmet aufgefallen. Trotzdem steigt auch er in die Food-Produktion ein. Mit seinem eigenen Döner macht er nun Xatar und Capital Bra Konkurrenz. Den Kebab gibt’s in 2 Varianten: mit Beef und mit Chicken. Das Spezielle am Produkt: Den Snack gibt’s nur in Bundles für die eigene Zubereitung zuhause.
