Botulismus und Salmonellenvergiftung: Ursachen, Symptome und Vorbeugung

Lebensmittelvergiftungen stellen eine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar. Zwei besonders gefährliche Formen sind Botulismus und Salmonellenvergiftung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Vorbeugungsmaßnahmen dieser Erkrankungen.

Botulismus

Botulismus ist eine lebensbedrohliche Vergiftung, die durch das hochgiftige Botulinumtoxin verursacht wird. Dieses Toxin ist ein Stoffwechselprodukt des Bakteriums Clostridium botulinum.

Ursachen

Die Bakterien vermehren sich vor allem in eiweissreicher Umgebung unter Luftabschluss, beispielsweise in Konserven. Die Sporen von Clostridium botulinum kommen unter anderem in Land- und Meeresböden vor. Insbesondere Gebiete der Ostsee sind mit den Erregern kontaminiert.

Die meisten Fälle von Botulismus gehen auf den Verzehr verdorbener Lebensmittel zurück. Säuglinge nehmen die Bakterien oft durch den Verzehr von Honig auf. Kinder unter einem Jahr sollten daher grundsätzlich keinen Honig erhalten. Wundbotulismus kommt nahezu ausschliesslich bei Personen vor, die Drogen parenteral (mittels Spritze) konsumieren.

Der Name Botulismus leitet sich vom lateinischen Wort für Wurst ab, nämlich „botulus“. Umgangssprachlich nennt man Botulismus auch Fleischvergiftung. Veraltet wird Botulismus auch als "Allantiasis" bezeichnet.

Symptome

Botulinumtoxin zählt zu den stärksten in der Natur vorkommenden Giften und bewirkt schwere Nervenstörungen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Die Inkubationszeit beim Nahrungsmittelbotulismus beträgt in der Regel zwischen 18 und 36 Stunden nach Aufnahme des Giftes. Je kürzer die Inkubationszeit ist, umso schwerwiegender ist die Vergiftung und dementsprechend höher ist dann auch die Sterblichkeitsrate. Beim Wundbotulismus liegt die Inkubationszeit bei vier bis 14 Tagen, da sich hier zunächst die Bakterien vermehren und dann erst das Toxin produziert wird.

Beim Säuglingsbotulismus dauert es häufig ebenfalls Tage, bis die ersten Vergiftungssymptome auftreten: Verstopfung, Muskelschwäche, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Apathie. Dann machen sich Lähmungen der Hirnnerven bemerkbar.

Vorbeugung

Nahrungsmittelbotulismus lässt sich mit folgenden Massnahmen vermeiden:

  • Öffnen und verzehren Sie keine aufgewölbten Konservendosen.
  • Beachten Sie das Verfallsdatum.
  • Lagern Sie vakuumverpackte Lebensmittel unter 8 °C.
  • Erhitzen Sie Lebensmittel vor dem Verzehr 15 Minuten auf 100 °C.
  • Geben Sie Kindern unter zwei Jahren grundsätzlich keinen Honig.

Daher sollten beim Selbsteinkochen von Konserven oder Einweckgut bestimmte Dinge beachtet werden. Mit einem Dampfkochtopf lassen sich Lebensmittel theoretisch auf über 120 °C erhitzen, um auch die widerstandsfähigen Sporen abzutöten. Ist dies jedoch nicht möglich, sollten Fleisch und Gemüse immer zwei Mal abgekocht werden.

Behandlung

Bereits bei Verdacht auf Botulismus müssen Patienten umgehend intensivmedizinisch betreut werden. Die Therapie besteht vor allem aus der Verabreichung eines Gegengifts (Antitoxin, Botulismus-Antiserum). Es neutralisiert frei im Blut zirkulierendes Gift, nicht aber solches, das bereits an Nervenstrukturen gebunden ist.

Ist die Atemmuskulatur durch Botulismus gelähmt, muss der Patient künstlich beatmet werden. Bei Wundbotulismus wird die Wunde chirurgisch gesäubert. Anschliessend erhält der Patient Antibiotika, um zusätzliche Wundinfektionen zu vermeiden.

Bakterien bilden starkes Nervengift! Clostridium Botulinum - Botox - Botulismus. Was ist das?

Salmonellenvergiftung (Salmonellose)

Eine Salmonellenvergiftung (Salmonellose) ist eine Infektion mit bestimmten Bakterien: den Salmonellen. Sie verläuft unterschiedlich - je nachdem, um welche Salmonellenart es sich handelt und wie die Verfassung des Betroffenen ist.

Ursachen

Salmonellen sind bewegliche, stäbchenförmige Bakterien, die in menschliche Zellen eindringen. Man unterscheidet zwei Arten: Salmonella enterica und Salmonella bongori. Die erste Art, Salmonella enterica, wird in sechs Unterarten und über 2.000 sogenannte Serovare eingeteilt, die zum Teil unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen.

Mit Salmonellen infiziert man sich hauptsächlich durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder den Kontakt mit Erkrankten. Die Erreger übertragen sich etwa durch eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch. Das geschieht meist durch unzureichende Händehygiene.

Besonders häufig findet sich Salmonella enteritidis auf rohen Eiern und in ungenügend erhitztem Fleisch, vor allem Geflügelfleisch, Muscheln oder Mett. Auch eine Kreuzkontamination ist möglich, also die Übertragung der Erreger von solchen kontaminierten Lebensmitteln auf andere Produkte wie Gemüse.

Symptome

Die Symptome einer Salmonellenvergiftung können variieren, je nachdem, welcher Serovar die Infektion verursacht hat. Häufige Symptome sind:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Fieber

Bei Risikogruppen wie Säuglingen, Kleinkindern, alten oder immungeschwächten Personen nimmt eine Salmonellenvergiftung häufiger einen schweren Verlauf.

Vorbeugung

Die wichtigste Massnahme zum Schutz vor einer Salmonellenvergiftung ist eine ausreichende Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene. Lebensmittel, die möglicherweise Salmonellen enthalten, wie zum Beispiel Fleisch, werden am besten getrennt von anderen Lebensmitteln und bei unter zehn Grad gelagert.

Geflügel, Fisch und sonstiges Fleisch wird am besten nur gut durchgegart verspeist. Die Hitze tötet Salmonellen ab. Lagern Sie Hackfleisch nicht länger als einen Tag lang und verzehren Sie Speisen, die rohes Ei enthalten, schnellstmöglich.

Die Hände sollten regelmässig gewaschen und desinfiziert werden.

Behandlung

Die Behandlung einer Salmonellenvergiftung hängt vom Erregertyp sowie der Form und Schwere der Erkrankung ab. Während eine typhöse Erkrankung meist sofort mit Antibiotika behandelt wird, ist dies bei einer Salmonellen-Enteritis nicht immer notwendig.

Um den grossen Verlust von Wasser und Salzen auszugleichen, trinken viele Patienten Elektrolyt- sowie Glukoselösungen und passen die Ernährung entsprechend an. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden Glukose und Elektrolyte in die Vene injiziert.

Bei schweren Enteritis-Verläufen oder wenn die Betroffenen abwehrgeschwächt sind, kommen Antibiotika zum Einsatz.


Vergleich von Botulismus und Salmonellenvergiftung
Merkmal Botulismus Salmonellenvergiftung
Ursache Botulinumtoxin (Clostridium botulinum) Salmonellenbakterien
Hauptübertragungsweg Verdorbene Lebensmittel, Honig (Säuglingsbotulismus), kontaminierte Wunden Kontaminierte Lebensmittel (v.a. rohe Eier, Geflügel), Schmierinfektion
Häufige Symptome Nervenstörungen, Lähmungen, Sehstörungen, Schluckbeschwerden Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber
Behandlung Antitoxin, intensivmedizinische Betreuung, künstliche Beatmung Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Antibiotika (in schweren Fällen)
Vorbeugung Sorgfältige Lebensmittelhygiene, Vermeidung aufgewölbter Konserven, kein Honig für Säuglinge Gute Küchenhygiene, gründliches Erhitzen von Lebensmitteln, regelmäßiges Händewaschen

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