Ein Abendessen mit dem Teufel: Interpretation und Einblicke in die Strafverteidigung

Die Strafverteidigung ist ein komplexes Feld, das weit über juristische Paragraphen hinausgeht. Es ist ein Weg ins Urmenschliche, manchmal gar Allzumenschliche. Der Anwalt Duri Bonin versucht gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern (Beschuldigte, Verurteilte, Staatsanwälte, Strafverteidiger, Gutachter, Opfer, Unschuldige, Schuldige …) zu ergründen, wie diese ticken, was sie antreibt und wie sie das Justizsystem erleben.

Die Rolle der Wahrheit im Strafprozess

Duri Bonin hat die Dissertation von Stephan Bernard gelesen und lädt diesen erneut in den Podcast ein. Diskussionspunkt ist das Konzept der Wahrheit und dessen Bedeutung im Strafprozess. Sie erkunden, wie der Strafprozess autonom definiert, was als Wahrheit angesehen wird, und heben die Rolle der Interpretation in der strafprozessualen Wahrheitsfindung hervor.

Im Gegensatz zu der vergleichsweise offenen Herangehensweise eines Historikers ist die Untersuchung im Strafrecht von Anfang an zielgerichtet und normativ geprägt und entsprechend nicht wertneutral. Warum ist eine effektive Verteidigung essentiell für die Wahrheitssuche?

Die Funktion der Verteidigung im Strafprozess

Duri Bonin und Stephan Bernard unterhalten sich über die „Rolle der Verteidigung im Strafprozess“: Die Diskussion kreist um die Fragen, wie die Strafverteidigung ihre Mandanten unterstützt, ihre Rechte sichert, und zur Wahrheitsfindung beiträgt, während sie gleichzeitig die Gerechtigkeit des Verfahrens gewährleistet. Auch die Verteidigung blickt mitunter vorurteilsbehaftet auf ihre Klienten. Was braucht es für eine richtige Strafverteidigung? Wer bestimmt am Ende des Tages die Verteidigungsstrategie?

Es wird auch die potenzielle Zurückdrängung der Verteidigung und deren Auswirkungen auf die Gerechtigkeit erörtert. Schliesslich werden fünf spezifische Situationen im Strafprozess untersucht, in denen die Rolle der Verteidigung besonders hervortritt: die sofortige Rechtsberatung (Anwalt der ersten Stunde), die Beteiligung an der Befragung von Mitbeschuldigten (Teilnahmerechte), die Teilnahme an psychiatrischen Untersuchungen, den anwaltlichen Kontakt zu Zeugen und das Stellen von Beweisanträgen.

Ethische Grenzen der Strafverteidigung

Im Gespräch von Duri Bonin mit Stephan Bernard zeigt sich, dass Stefans Lieblingsform des Dialogs der Monolog ist. Er will von Stefan wissen, wie weit man bei der Strafverteidigung gehen darf? Wenn die Verteidigung über die rechtliche Grenze hinausgeht, dann verletzt sie das StGB. Wenn sie aber nicht bis an die rechtliche Grenze geht, verletzt sie das OR. Was ist unter limitierter Wahrheitspflicht zu verstehen? Weshalb bergen die rechtlichen Unschärfen die Gefahr einer Selbstzensur? Wie damit umgehen?

Umgang mit den dunklen Seiten der Psyche

Duri Bonin will vom Psychotherapeuten Dietmar Hansch wissen: Was sind Strategien im Umgang mit den unguten Seiten der menschlichen Psyche wie Depressionen, Machtmissbrauch, Aggressivität, Egoismus, spontane Gruppenbildung mit Abwertung der «anderen»? Wann bekommen solche niedrigen Instinkte freien Lauf? Ist Repression das beste Rezept dagegen? Wie können wir lernen, schlechte Gewohnheiten zu kontrollieren, ohne den Spass am Leben zu verlieren? Wie verhindert man eskalierende Teufelskreismechanismen? Wie mit posttraumatischen Erlebnissen umgehen?

Der Einfluss der Medien auf den Strafprozess

Duri Bonin konfrontiert Ingo Bott mit Aspekten aus dessen Büchern, die für die Arbeit eines Strafverteidigers relevant sind: Bei „Pirlo - Gegen alle Regeln: Der erste Fall für Strafverteidiger Pirlo“ ist es der Umgang der Staatsanwaltschaft sowie der Verteidigung mit den Medien und wie die Medien die öffentliche Meinung sowie den Strafprozess beeinflussen.

Vor dem Hintergrund, dass Pirlo durch ein Delikt in den Besitz eines Beweismittels gelangt ist, welches den Freispruch für seine Mandantin ermöglich, möchte Duri von Ingo wissen, ob alles erlaubt, wenn das Ergebnis gerecht ist? Was darf man als Anwältin tun, um einen gerechten Freispruch zu erreichen?

Kreativität und Strategie in der Anwaltstätigkeit

Frank Renold besucht zum ersten Mal die neue Anwaltskanzlei von Duri Bonin und Nina Langner. Er ist gespannt auf die Büroräumlichkeiten. Kann das Ambiente tatsächlich die Kreativität beeinflussen? Frank ist überzeugt: Die Gestaltung der Arbeitsräume hat einen grossen Einfluss auf die Ergebnisse und das Arbeitsklima. Doch wie lässt man Ideen sprudeln, wie Verteidigungsstrategien finden? Welche Phasen durchläuft man hierbei? Wie behält man auch unter Stress und Druck den klaren Blick für die Aufgabe? Wie geht man mit Widersprüchen und Unsicherheiten um? Warum ist es so wichtig, die eigene Strategie fortwährend zu hinterfragen? Und warum sind gerade Gelassenheit und Ruhe so entscheidend?

Duri möchte von Frank erfahren, ob er spezielle Kreativitätstechniken aus der Welt der Improvisation und des Theaters kennt, die auch im juristischen Kontext von Nutzen sein könnten. Und wenn die konkrete Strategie greifbar ist: Wie setzt man diese effektiv um? Weshalb ist dies ein sozialer Prozess? Weshalb spielt eine gelebte Feedbackkultur eine so zentrale Rolle?

Work-Life-Balance und die Rolle des Strafverteidigers

Duri Bonin hat wieder einmal Ingo Bott zu Gast. Die Fragen konzentrieren sich auf Ingos tägliche Routine, Arbeitsgewohnheiten, wie er mit Stress umgeht, und Perspektiven auf sein persönliches und professionelles Leben. Besondere Schwerpunkte liegen auf der Work-Life-Balance, der Rolle als Strafverteidiger und wie diese das Privatleben beeinflusst. Duri kommt darauf zu sprechen, da im Pirlo-Band «Falsche Zeugen» dies Thema ist.

Die Gestaltung der Arbeitsräume und ihre Auswirkungen

Frank Renold ist gespannt auf die Büroräumlichkeiten. Kann das Ambiente tatsächlich die Kreativität beeinflussen? Frank ist überzeugt: Die Gestaltung der Arbeitsräume hat einen grossen Einfluss auf die Ergebnisse und das Arbeitsklima. Doch wie lässt man Ideen sprudeln, wie Verteidigungsstrategien finden? Welche Phasen durchläuft man hierbei?

Wie behält man auch unter Stress und Druck den klaren Blick für die Aufgabe? Wie geht man mit Widersprüchen und Unsicherheiten um? Warum ist es so wichtig, die eigene Strategie fortwährend zu hinterfragen? Und warum sind gerade Gelassenheit und Ruhe so entscheidend?

Die Welt retten durch Nichtstun

Lukas Maisel konzentriert sich in seiner Erzählung auf diesen einen Tag, diese 17 Minuten und die drei Tage, die Stanislaw Petrow in der Folge noch in der Kommandozentrale ausharren musste, bis sich die Wogen nach dem Zwischenfall glätteten. Lukas Maisel beschreibt die klaustrophobische Situation in jenem Bunker, in dem während ewig lange scheinender Minuten das Schicksal von Millionen in der Schwebe stand, in der jede weitere Reaktion auf die Interpretation eines einzelnen Mannes reduziert war, alles in einem Schrecken ohne Ende hätte ausarten können.

„Wie ein Mann nichts tat und so die Welt rettete“ ist zum einen ein Denkmal für einen Mann, der sich in den Zwängen von Macht und Hierarchie von Vernunft leiten liess, etwas, was in der Gegenwart nicht minder wichtig wäre.

Stanislaw Petrow sah sich nicht als Held, er habe einfach seine Arbeit erledigt, betonte er immer wieder.

Praxis Ethik Philosophie: Das Heinz Dilemma

Es ist nur zu hoffen, dass Menschen sich in kollektiv lebensbedrohlichen Situationen nicht instrumentalisieren lassen. Am Ende wird die Geschichte von den Entscheidungen einzelner Menschen vorangetrieben, die Frage ist, wieviel Macht diese Menschen besitzen.

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